baer aktuell 361 – 22. Juni 2026

Bild des Monats Juni 2026: Jürgen Raap, „Sambagewitter“, Acryl/Öl auf Leinwand, 2026

Bär aktuell – der einzige Blog, in welchem der Chefredakteur sich selbst interviewt.

Bär aktuell: Herr Bär, was bereitet in Ihrem Bild der Koch gerade zu?

Bär: Currywurst mit Fritten. Ävver dat is keine richtige Koch, sondern nur ein Küchenkraftgehilfendarsteller. Dä Wirt will för dä jo nur dä Mindestlohn ausjeben, un för so winnich Jeld stellt sich bei däm keine richtige Koch mehr an dä Herd.

Bär aktuell: Und warum verlässt die Frau rechts im Bild das Lokal?

Bär: 17,50 Euro für eine  Portion Currywurst is dä zu teuer.

Bär aktuell: Sie üben mit diesem Bild also Kritik am Zustand der heutigen Gastronomie?

Bär:  Jojo. Man kritt ja en nem Restaurant heute kaum noch frisches Jemüse vorjetzt, sondern nur noch Convenience Food. Dat sin Fertiggerichte, die mer nur noch opwärme muss. Och dä Kochimitator he im Bild, dä is zu faul un zo untalentiert öm richtig ze kochen. Dä mäht die Fritten nit mieh us richtige Kartoffeln, sondern us industriell zusammengepresstem Kartoffelpüree un frittiert die dann in ahlem Jetriebeöl vun dä Tankstell. Bei däm schmecke die Fritte dann wie ne ahle VW Golf, dä nit mieh durch dä TÜV jekomme is.

Bär aktuell: Herr Bär, da haben Sie uns wieder mal einen herrlichen Blödsinn erzählt.

Bär aktuell 361 – 22. Juni 2026

Es seien nur „wüste Spekulationen„, so hieß es aus dem Kanzleramt über Gedankenspiele, in eben jenem Kanzleramt den „empfindsamen Friedrich“ (das Magazin „Focus“ über Friedrich Merz) gegen den agilen Hendrik Wüst auszutauschen. Bei einem Fußballspiel wäre Merz wohl ein Stürmer, der fünf Mal neben das Tor geschossen und auch sonst die Bälle verdribbelt hat, und der dann vom Trainer ausgewechselt wird. Und wenn dann der Vereinsvorstand verkündet, er habe noch volles Vertrauen zu dem Trainer, kann man sicher sein: der Trainer steht auch kurz vor dem Rauswurf. Auf Treuebekundungen der „Parteifreunde“ Jens Spahn und Boris Rhein sollte Merz sich also lieber nicht verlassen. Die Schlagzeile: „Schickt die Union Merz in die Wüste?“ bleibt weiterhin aktuell. Aber was soll Merz dann dort machen, fragt sich Herr Bär. Sein Geld in besagter Wüste als Holzfäller verdienen, obwohl es dort gar keine Bäume gibt? Der selige Franz-Josef Strauß hatte immerhin einmal bekundet: „Was mich angeht, so würde ich lieber Ananas in Alaska züchten als Bundeskanzler sein.

Wer sich über das Milliardengrab „Stuttgart 21“ grämt, wo sie trotteligerweise 1.200 m Kabel falsch verlegt haben, kann sich damit trösten, dass auch Kölns Stadtväter sich wieder einmal ungerührt einen neuen Bauskandal leisten: eine U-Bahnstrecke entlang der Bonner Str. im Stadtteil Bayenthal wird mit 160 Mill.  Euro doppelt so teuer wie ursprünglich kalkuliert und auch statt 2025 erst 2029 fertig. Sie kriegen es einfach nicht auf die Reihe: die Kostenkalkulation erfolgte schon 2015; die Vergabe an die Baufirmen seltsamerweise aber erst 2021 – in der Zwischenzeit war der Kostenplan mithin veraltet. Den notwendigen Schallschutz hatten die Planer schildbürgerhaft zunächst einfach vergessen und erst nach einer Klage nachträglich einkalkuliert. Herr Bär mutmaßt, wahrscheinlich würden sie im Kölner Amt für Brücken- und U-Bahnbau auch eine Sandburg am Strand von Sylt nicht rechtzeitig fertig kriegen und sich dann wundern, dass die Sandpreise inzwischen gestiegen sind, weil eine regelmäßig auftretende Flut, die man schlichtweg ignoriert hatte, den Sand weggeschwemmt hat und erst einmal für teures Geld neuer Sand heran gekarrt werden muss. Aber am Strand von Sylt wird solch ein Bauskandal  sicherlich nicht passieren, weil dort keiner auf die Idee kommt, ausgerechnet Sandspezialisten im Kölner Hochbauamt um Amtshilfe zum Bau einer Sandburg zu bitten. P.S.: im Baustoffhandel kostet ein Kubikmeter „Basalt-Brechsand“ aktuell incl. MWST.  35,98 Euro. Für eine Sandburg kann man aber sicherlich auch den billigeren „Bettungssand“ für 27.99 Euro/Kubikmeter nehmen. Weniger empfehlenswert für solch ein Bauvorhaben ist hingegen der saubillige „lehm- und steinfreie Füllsand“ für nur 8,99 Euro pro Kubikmeter, aber damit zerbröselt die Sandburg zu schnell. Hoffentlich beherzigen sie im Kölner Hochbauamt bei künftigen Bauvorhaben die unterschiedlichen Sandqualitäten: das Billigste ist nämlich nicht immer das Beste.

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Pollo al ajillo Ein Klassiker der spanischen Küche. Man nimmt reichlich ganze Knoblauchzehen, schneidet se an einer Seite ein und lässt sie in Olivenöl andünsten. Dann brät man darin Hähnchenbruststücke und kleine Hähnchenkeulen an, salzen, pfeffern und einen Spritzer Zitrone hinzufügen, etwas Thymian sowie reichlich Petersilie.

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