Bild des Monats Juli 2026: Jürgen Raap, „Das süßliche Grinsen“, Acryl und Öl auf Leinwand, 2026
Bär aktuell – der einzige Blog, in welchem der Chefredakteur sich selbst interviewt.
Bär aktuell: Herr Bär, Ihr jüngstes Bild trägt den Titel „Das süßliche Grinsen“.
Bär:Jo jo. Ich weiß, dä Titel hört sich blöd an. Ävver hätte ich dat Bild „Das säuerliche Grinsen“ jenannt, wäre dat ja noch blöder jewesen.
Bär aktuell: Und was hat dieses violette Wesen im Vordergrund zu bedeuten?
Bär: Dat ist Fritz, der Frosch. In Wirklichkeit ist dat aber ein verzauberter Prinz. Dä will vun dä Prinzessin links im Bild wachgeküsst werden, damit dä Frosch sich widder in ne Prinz verwandelt. Dat mäht die ävver nit, die daddelt einfach nur die janze Zeit op ihrem Handy eröm. Die ignoriert dä Fritz und denkt sich, dä Blödmann will mich veralbern. So ne Quatsch. Ne Prinz, dä se in ne Frosch verzaubert han, so wat jitt et doch ja nit.
Bär aktuell: Herr Bär, da haben sie uns ja wieder mal einen herrlichen Blödsinn erzählt.

Bild des Monats Juli 2026: Jürgen Raap, „Das süßliche Grinsen“, Acryl und Öl auf Leinwand, 2026
Bär aktuell 362 – 3. Juli 2026
Der ganz normale Wahnsinn Was hat Friedrich Merz sich wohl dabei gedacht, fragte sich Herr Bär, als er nach dem Ausscheiden der Nagelsmann-„Versager-Elf“ (Express) aus den Gianni Infantino-Festspielen den DFB-Balltretern hinterherrief: „Wir sind stolz auf Euch!“ Dass in befremdlich anmutender Weltfremdheit Merz das ideenlosen Gekicke schön zu reden versuchte, ist nach den eklatanten Fehleinschätzungen von Bärbel Bas nun der nächste kommunikative Flop einer Regierungskoalition, der uns ahnen lässt, warum es nicht nur fussballerisch, sondern auch sonst mit unserem Land bergab geht. Symptomatisch dafür ist die anschliessende Einräumung, man habe im Kanzleramt zum Ausgang des Paraguay-Spiels mehrere Merz-Statements vorbereitet gehabt, aber dann versehentlich den falschen Tweet losgeprustet. Herr Bär meint: Jürgen Klopp muss Bundeskanzler werden!
Bär aktuell 362_1 – 12. Juli 2026
Als Waffennarr entpuppte sich Reyep Erdogan, der beim NATO-Gipfel jedem anderen Staatschef einen scharfen Revolver mit eingraviertem Namen schenkte. Nun ist nicht bekannt, ob Fritze Merz überhaupt einen Waffenschein hat. Damit aber bloß niemand auf die Idee gekommen wäre, auf dem Rückflug hätte Fritze Merz mit der Plemm sein eigenes Flugzeug entführt, um beim Koalitionspartner zu Hause irgendwelche Zugeständnisse zu erpressen, ließ Merz den Revolver in der deutschen Botschaft in Ankara zurück. Herr Bär wollte nun von einer Künstlichen Intelligenz wissen, ob man mit dem Merz-Revolver im Botschaftsgarten Schießübungen veranstalten dürfe, was die KI mit einem strikten „Nein “ beantwortete: es könnte diplomatische Verwicklungen und Beschwerden wegen Lärmbelästigung geben. Der deutsche Botschafter könnte sich nicht dann nicht mit dem Argument herausreden: „Aber die Knarre hat der Fritz doch vom Recep gekriegt!“ Lärm ist nun mal Lärm und bei den Nachbarn im Botschaftsviertel von Ankara prinzipiell unerwünscht.
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Bär aktuell 362_2 – 22. Juli 2026
Im Spätmittelalter mutierte der niedere Adel zum Raubrittertum und bestritt fortan seinen Lebensunterhalt durch Zölle, Wegelagerei und Lösegelderpressung. Die rheinischen Burggrafen sorgten mit ihrer Mauterhebung dafür, dass sich 1426 z.B. der Preis z. B. für ein Fass Wein von 12 bis 16 Kölnische Mark (heutige Kaufkraft ca. 2000 Euro) auf dem Transport von Basel nach Kopenhagen um das Zwanzigfache verteuerte. Mit ihrer Mautpolitik an der Meerenge von Hormus benehmen sich die iranischen Mullahs heute nicht viel anders als einst die „Ja, so warn’s die alten Rittersleut“. Donald Trump, der in seiner notorischen Sprunghaftigkeit vorübergehend mal damit liebäugelte, selber 20 Prozent vom Wert der Fracht als Schutzgeld zu erheben, musste sich daraufhin von den raubritterlichen Mullahs mit humorigem Gelächter vorhalten lassen, bei ihrer pro-iranischen Maut kämen die Reedereien aber viel billiger davon, was die „Freie Fahrt für freie Bürger“-Partei FDP dennoch für „geopolitische Erpressung“ hält. Derweil rät eine Künstliche Intelligenz dazu, dieses Mautgeplänkel am Persischen Golf nicht mit dem Autobahn-„Mautdebakel“ zu verwechseln, das seinerzeit Andreas Scheuer als Bundesverkehrsminister mit einem Schadenersatz in Höhe von 430 bis 450 Mill. Euro dem deutschen Steuerzahler eingebrockt hatte. Für so viel Geld hätte man im Jahre 1426 in den Zeiten des klassischen Wegelagerertums 215.000 Fässer Wein von Basel nach Kopenhagen transportieren können. Wer sich heute über die aktuell hohen Spritpreise grämt, der sei darüber belehrt, dass ein Liter Erdöl (Steinöl), das man aus Aserbaidschan auf der alten Seidenstraße über die heutige Türkei nach Westeuropa und nicht durch den Persischen Golf transportierte und hier als Lampenöl nutzte, 1426 bei uns umgerechnet satte 10 Euro gekostet hatte. Eine Maß Wein kostete damals in Köln nach heutiger Währung aber nur 3,50 Euro und ein Ei 0,35 Euro.
Bär aktuell 362_3 – 22.7. 2027
Aus aktuellem Anlass sei daran erinnert, dass Jens Spahn mitten in der Corona-Pandemie am Morgen des 20. Oktober 2020 dazu aufrief, Kontakte zu reduzieren und auf Feste zu verzichten, sich aber dann selber am Abend in Leipzig mit sächsischen Unternehmern zu einem Spenden-Dinner zugunsten der CDU traf. Auch damals hieß es vollmundig, das sei alles formal korrekt abgelaufen, wiewohl Spahn anderntags positiv auf Corona getestet wurde. Während die als radikal-feministisch und als grüne Skandalnudel bekannte Jette Nietzard an Jens Spahn „Glückwünsche zum Babykauf“ übermittelte, kursiert in den sozialen Medien derzeit der Witz, diesmal habe Spahn für 5 Milliarden Euro nicht unbrauchbare Corona-Masken, sondern Windeln gekauft. Und recht sarkastisch wird ebenso im Netz kolportiert, wenigstens habe Jens Spahn bei seinem Baby-Shopping in den USA nicht auch noch selber seine Gene weiter gegeben; somit bestünde für das Baby noch Hoffnung. Gewiss bleibt damit dem Baby später nämlich die Metapher erspart, mit welcher der Krimi-Autor Raymond Chandler einst eine seiner Romanfiguren beschrieb: „Der Kerl hatte ein Kinn wie eine Zigarrenkiste.“

Bild: Porträt Jens Spahn, unbekannter Meister des 21. Jh.
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Gazpacho Die kalte andalusische Gemüsesuppe ist ideal für heiße Sommertage. Im antiken Rom nahm man nur rohe Gurken und Knoblauch; erst im18. Jh. kamen auch rohe Tomaten und Gemüsepaprika hinzu. Alle diese Zutaten zerkleinert man mit etwas Weißbrot im Mixer zu einem Püree, abschmecken mit Salz, Pfeffer und Essig, dann im Kühlschrank kalt stellen.
Tomaten „Rheinauhafen“ Dass der Kölner Rheinauhafen früher mal ein Preußischer Seehafen war, dokumentiert dieses Rezept mit Tomatenscheiben und Stückchen von rotem Gemüsepaprika, die man mit Knoblauch in Olivenöl leicht andünstet und dann mit Krabbenpaste, die man mit Tomatenpaprikamark und etwas Sahne vermengt hat, Sardellen und Dill belegt und mit Salz sowie einem Tropfen von flüssigem Chili würzt.
Linsensalat „Eluard Fand“ Dieses Rezept ist dem rheinischen Kommunalpolitiker und Tierdompteur Eluard Fand gewidmet, der von seinen Anhängern „Ele Fand“ gerufen wurde. Man koche rote Linsen in Wasser mit Salz, gepresstem Knoblauch, Tomatenstücken und etwas Paprikapaste weich, gieße das Wasser ab und lasse die Linsen abkühlen. Dann vermenge man sie mit Krautsalat, kleinen roten Paprikastücken, Tomaten, Gurkenstücken, Oliven, Feta-Käse, Pfeffer, Tabasco, frischem Basilikum und falls in der Jahreszeit erhältlich auch frischem Bärlauch, sonst Bärlauchpesto.


























