Bild des Monats März 2026: Jürgen Raap, „Die Ignoranten der Weisheit“, 2026

Bild des Monats März 2026: Jürgen Raap, „Die Ignoranten der Weisheit“, 2026
Bär aktuell – der einzige Blog, in welchem der Chefredakteur sich selbst interviewt.
Bär aktuell: „Herr Bär, wieso tragen die drei dressierten Elefanten Masken?“
Bär: „Tierdressuren sind ja heute verpönt. Deswegen hätt dä Dompteur denne Elefanten Masken aufjesetzt, damit keiner merkt, dat dat Elefanten sind. Ävver ich han dä Dompteur entlarvt. Dat nennt man investigative Malerei.“
Bär aktuell: „Und das funktioniert aber sonst mit den Masken?“
Bär: „Enä. Neulich war dä Dompteur mit dä Elefanten in enem Porzellanladen und der Ladenbesitzer fragte: Wat sind dat für maskierte Tiere? Antwortet dä Dompteur: Ehr brucht kein Angst ze han. Dat sind Pinguine. Die machen he nix kapott. Ävver nach einer Veedelstund säht dä Ladenbesitzer för da Dompteur: Von wejen nix kapott! Ihre Pinguine benehmen sich he bei mir wie Elefanten in enem Porzellanladen.
Bär aktuell: Herr Bär, da haben Sie uns ja wieder mal einen herrlichen Blödsinn erzählt.
Dass das römisch-katholische Erzbistum Köln, einst nach jener in Chicago die zweitreichste Erzdiözese der Welt, heute finanziell so klamm ist, dass zu wenig Geld für den Erhalt des Doms da ist, möchte man kaum glauben. Rund 14 Mill. Euro kostet der Unterhalt des Kölner Doms jährlich, davon schießt die Kardinal Woelki-Diözese 1,6 Mill. Euro für den Bauerhalt und 1 MIll. für den sonstigen Unterhalt zu. Das reicht aber nicht mehr, und daher soll ab Juli 2026 ein Eintrittsgeld für Touristen erhoben werden; Gottesdienstbesuche und Beten ist freilich weiterhin gratis. Der Schriftsteller Günter Wallraff vertraute dem Boulevardblatt „Express“ an, „Ich gehe manchmal spontan in den Dom, um innezuhalten,“ aber er würde zu einem der Domschweizer an der Eingangspforte niemals sagen: „Ich will beten, darf ich umsonst rein?“ Andere sind da vielleicht kniesbüggeliger, werfen nichts in den Opferstock, marschieren kaugummischmatzend an den Fenstern mit der herrlichen Glasmalerei vorbei und spucken dann den Kaugummi auf den historischen Sandstein- und Mosaikboden, sehr zum Verdruss des Reinigungspersonals, das mit seinen Scheuersaugmaschinen derlei touristische Hinterlassenschaften nur mühsam wieder entfernen kann. Als der amerikanische Dichter Charles Bukowski in den 1980er Jahren Köln besuchte und der Redakteur einer lokalen Stadtzeitung ihn interviewte, wie ihm Köln gefallen habe, mokierte sich Bukowski über die touristischen Unsitten: „Im Kölner Dom stank´s nach Pisse!“ Vierzig Jahre später ist gutes Benehmen bei manchen Kathedralenbesuchern immer noch Glückssache, wenn sie in der Marienkapelle vor dem Altar der Stadtpatrone ihre Selfiesticks so dichtgedrängt in die Höhe halten, dass für die anderen Betrachter vom Altar nichts zu sehen ist, allenfalls ein verwackeltes Foto anschließend auf „Facebook“, wo die hemmungslosen Selfiestick-Besitzer das Motiv „Ich und die Heilige Ursula“ in den Orkus pusten und posten. Ob für solche Social Media-Kraate (Kraat = rheinisch für ungehobelter Mensch) die Einführung eines Obolus eine abschreckende Wirkung hat, bezweifelt Herr Bär allerdings.
Baer aktuell no. 358 – 22. März 2026
Als jüngst der britische Premierminister Keir Starmer in China weilte, offenbarte ihm dort Xi Ping, Staatspräsident und „Überragender Führer“ (chinesisch Zuìgāo Lǐngdǎorén) im Land des Lächelns, wie China in einer Franz Léhar-Operette heißt, er sei Fan der englischen Fußballclubs Manchester City, Manchester United, Arsenal London und Crystal Palace London, während hingegen beim Besuch von Fritze Merz der China-Boss kein Wort über die Sauerlandclubs FC Olpe, SV Blau-Weiß Hillmicke und Rot-Weiß Hünsborn verlor. Nun darf der SV Arnsberg 09 aus Fritze Merzens Heimatort im Hochsauerland nicht mit dem FC Arnsberg im bayerischen Altmühltal verwechselt werden, wobei sich die Bedeutung dieses FC Arnsberg für die Weltgeltung des deutschen Fußballs keineswegs nur in der lapidaren Meldung „Die Sanierung der WC-Anlagen in der Sportgaststätte und der Tribünenbau wurden vor allem durch die wieder sehr einsatzfreudige Rentnergruppe gestemmt“ erschöpft. Denn das oberbayerische Arnsberg ist jetzt immerhin frei von maroden Stadiontoiletten und den sonst üblichen typisch deutschen Bauskandalen, dank der beherzt anpackenden Arnsberger Rentner, die eben nicht der Work-Life-Balance frönen, und die daher von XI Ping und Fritze Merz die Verleihung des Titels „Helden der Arbeit“ verdient hätten und als Sinnbild für den langersehnten Aufschwung der deutschen Wirtschaft gelten können, zumindest im Sanitärgewerbe. Der andere Verein, nämlich der SV Arnsberg 09, ist in der Kreisliga A vom Aufstieg in die Bezirksliga allerdings weit entfernt, deren vierte Staffel von der „Westfalenpost“ beharrlich als die „Bundesliga des Sauerlands“ apostrophiert wird. Nun liest in Peking leider keiner die Westfalenpost, weshalb X i Ping nichts über das Wirken der Vereine in der „Bundesliga des Sauerlands“ weiß und daher weiterhin Fan von Manchester United ist.
Bärs Meteorolololologie-Prognose
Wird das Wetter gut, wird das Wetter schlecht, Herrn Bärs Prognose, die behält immer recht.
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Tomatengratin „Mona Lisa“ In Auflaufform/Backschale Tomatenscheiben legen, salzen und pfeffern, mit kleinen Paprikastücken, klein gehackten Oliven und zerdrücktem Knoblauch beträufeln. Eigelb, Kochsahne, Basilikum und Käse miteinander verquirlen, mit Tabasco abschmecken, in Backofen garen lassen.
Langustenschwänze Thermidor à la Karl-Josef Bär
Tiefgekühlte Langustenschwänze auftauen lassen, mit der Schale nach unten in Backform legen. Knoblauchbutter in einem Topf schmelzen, kleingehackte Lauchzwiebeln und Knoblauch mit etwas Chili andünsten, mit Hummerfond und Kochsahne auffüllen,kurz aufkochen, Senf und Dill hinzugeben. Die Sauce über die Langustenschwänze gießen, geriebenen Emmentalerkäse darüber streuen und im Ofen 10-12 Min. gratinieren.
Riesengarnelen mit Sauce Choron à la Karl-Josef Bär Alexandre-Étienne Choron (1837-1924) war ein französischer Starkoch, der im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 die Nahrungsmittelknappheit zu überwinden versuchte durch Gerichte mit Elefanten- und Kängurufleisch. Seine Sauce Choron ist vom Grundrezept her eine Art Sauce béarnaise mit Tomatenmark. Herr Bär erhitzt Eigelb und Essig im Wasserbad, verrührt dies vorsichtig, fügt dann Knoblauchbutter und Knoblauch hinzu, weiter rühren, dann Tomatenpüree, Salz und Pfeffer hinzufügen, weiter rühren, dann mit Fischsud verdünnen.
Spaghetti alio e olio
Ein einfaches, schnelles Gericht, dessen Ursprung in Rom liegt: man dünstet dünne Knoblauchscheiben in Olivenöl an, fügt bei Bedarf auch ein paar klein gehackte Peperonistückchen und Petersilie hinzu. Parallel dazu kocht man die Spaghetti einem separaten Topf, gießt das Wasser ab und vermengt die Pasta mit dem Inhalt der Pfanne.
Gratinierter Chicoree Klassisches belgisches Rezept – die Ende/Strunkstück vom Chicoree abschneiden, iesesn ca. 30 Min. wässern. 5 -7 Min., lang in leicht köchelndem Salzwasser und einem Schuss Honig blanchieren. Mit gekochtem Schinken umwickeln, in eine Auflaufform legen. Zerlassene Butter mit etwas Kochsahne, Pfeffer, Petersilie und Schnittlauch darüber gießen, mit würzigem geraspeltem Käse bestreuen und im Backofen backen, bis der Käse zerlaufen ist.
Fischfilet „Niehler Hafen“ mit grüner Sauce und Gurkensalat Am besten nehme man Heilbuttfilets, aber Seelachs, Kabeljaufilet oder Rotbarash geht auch. Die Filets salzen, pfeffern, mit Zitrone beträufeln, mehlieren und im Baxckofen beki 180 bis 200 Grad 15 Min. lang garen. In einem Topg Knoblauchbutter zerlassen, Zwiebeln dünsten, Fischfond und Kochsahne überrühren, kurz aufkochen lassen, Bärlauch-Pesto oder frischen Bärlauch, klein gehackte Petersilie, Schnittlauch, Dill und Rosmarin pürieren und einrühren und kurz vor dem Servieren über den Fisch gießen. Den Gurkensalat mit Salz, Pfeffer, Öl, Essig, Bärlauch und Dill anmachen.























