baer aktuell 365- 3. Okt. 2026

Bild des Monats Oktober 2026:

Jürgen Raap, Die Einkleidung des Bräutigams, Acryl/Öl auf Leinwand, 2026

Bär aktuell – der einzige Blog, in dem der Chefredakteur sich selbst interviewt

Bär aktuell: Herr Bär, Sie haben schon wieder einen Frosch gemalt?

Bär: Jo, jo. Dat is doch dä Fritz. Dä wollte unbedingt widder mit op dat Bild. Ich han noch för däm jesaht, Fritz, jetzt is et ävver bald jot. Do küss nit schon widder mit op dat Bild. Ävver wie ich ens jrad paar Minute vun dä Staffelei fott wor, do hätt dä Fritz sich heimlich mit op dat Bild jepfuscht. Dä hät jedaach, ich merke dat nit. Ävver ich bin ja nit blöd. Ich loore beim Malen ja immer jenau hin, un da han ich dä Fritz direck entdeckt. Naja, wat willste maache? Et is halt, wie et is.

Bär aktuell: Herr Bär, da haben Sie uns ja wieder einen herrlichen Blödsinn erzählt.

Holprige Übersetzung aus dem Kölschen mit KI:

Bär: Ja, ja. Das ist Fritz, ganz klar. Er musste sich einfach wieder ins Bild drängen. Ich habe ihm sogar gesagt: „Fritz, jetzt reicht’s aber. Komm nicht wieder ins Bild.“ Aber sobald ich mich für ein paar Minuten von der Staffelei entfernt habe, hat sich Fritz ins Bild geschlichen. Er dachte: „Das merkt doch niemand.“ Aber ich bin nicht dumm. Ich schaue immer ganz genau hin, während ich male, und da habe ich Fritz sofort entdeckt. Na ja, was soll man machen? Es ist, wie es ist.

Bear Today: Herr Bär, Sie haben uns wieder einmal eine wunderbare Geschichte erzählt. (Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version))

Herr Bär findet in Köln-Ehrenfeld keinen Friseur mehr, der ihm die Haare so schneidet, wie er das will. Man muss nämlich höllisch darauf achten, dass sie einem nicht einen Heinrich-Himmler-Gedächtnis-Haarschnitt verpassen, den sie mit den ausrasierten Seiten heute „Undercut“ nennen. Friseurhistorisch war das früher eine Militärfrisur, die dazu diente, einen Stahlhelm aufsetzen zu können, ohne dass noch an den Seiten Haarbüschel herauslugten. Herr Bär möchte aber nach der Konsultation eines Figaros nicht mit jener mangelnden Eleganz aussehen wie ein mondgesichtiger nordkoreanischer Diktator, sondern wünscht sich eine Haarpracht, bei der jede sorgfältig zurückgekämmte lange Strähne über den Ohren wirkt wie ein akurat gezogener Pinselstrich. Aber ebenso aus der Mode gekommen ist in der Gastronomie die Ochsenschwanzsuppe, da sie vier Stunden Garzeit benötigt. Auf dem ersten Bundesparteitag der CDU 1950 wurde zur Verpflegung der Delegierten noch Ochsenschwanzsuppe serviert. Beim Grünen-Parteitag 2023 war den Delegierten hingegen das offizielle vegane Büffet zu teuer, und viele riefen dann einfach einen Pizza-Bringdienst an. Anschließend wurde ein mittels KI gefälschtes Bild verbreitet, die Grünen hätten die Tagungshalle mit Pizza-Kartons zugemüllt. Ansonsten ist man heute bei den Grünen mit ihrer Neigung zu modischem Cem Özemir-Fassonschnitt mit einer wirren Anton Hofreiter-Frisur in der Minderheit, und Anton Hofreiter selbst wiederum als bekennender Fleischesser in der Minderheit  unter lauter grünen Pizza Margherita-Konsumenten. Vielleicht servieren sie beim nächsten Grünenparteitag auch mal vegane Ochsenschwanzsuppe, bei der man den würzigen Geschmack angeblich durch stark geröstetes Wurzelgemüse und Madeira imitieren kann. Wenn dann von diesem Parteitag allerdings ein Foto von Anton Hofreiter mit Heinrich Himmler-Frisur verbreitet wird, ist das aber gewiss auch garantiert KI-gefälscht.

Etwas kalauerhaft  waren die Meldungen formuliert, ein Berliner Eisenwarenhändler ließe sich „nicht verbiegen“ und der TV-Moderator Horst Lichter sei bei „Verstehen Sie Spaß“ hinters Licht geführt worden. Als Lesetipp sei an dieser Stelle das Büchlein von Walter Filz mit dem Titel „Methode Köln. Wie man souverän nichts auf die Reihe kriegt“ empfohlen. Und wo gerade vor Gericht über Baumängel an der Leverkusener Rheinbrücke verhandelt wird, sei hier noch einmal die Pointe des Witzes zitiert: „Loss mer die Brück widder avrieße. He es jo jar kein Wasser“ (Lasst uns die Brücke wieder abreißen. Hier ist ja gar kein Wasser), was angesichts einer schon wochenlang anhaltenden Trockenperiode mit einem Niedrigwasserpegel-Rekord im Rheinbett keineswegs absurd wäre.

Und da sind wir auch schon bei der beliebten Rubrik „Bärs Bestatterkritik“ angelangt: da der Rhein derzeit nicht die vorgeschriebenen 1,50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbeifließen lässt, sind momentan Beisetzungen im Rhein untersagt. Der SWR kommentierte dies mit dem Satz: „Der Mainzer Flussbestatter Sebastian Trüb ist ausgebremst“. Trüb meint allerdings, in der Fahrrinne sei noch genug Wasser, um dort eine Urne zu versenken, doch bei den Ämtern fühle sich niemand zuständig, ihm dafür eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Eine Künstliche Intelligenz merkt über den Bestatter an: „Auch wenn der Name Trüb (im Sinne von traurig oder düster) wie die perfekte Vorlage für ein Nomen est omen im Bestattungsweisen wirkt“, gäbe es in einschlägigen Witzportalen keine diesbezüglichen Anmerkungen über ihn: „Die Berichterstattung über ihn ist rein seriöser Natur“.  Auch über den Bestatteter Heinz Kiste findet man im Netz keinerlei Anzüglichkeiten. Zwar geriet ein Rostocker Ex-Bestatter als „Trauerschwindler“ in die Schlagzeilen mit einer Kombination aus Witwentrösten und Heiratsschwindel, was zu einer rechtskräftigen Verurteilung führte. Doch das „Solinger Tageblatt“ verbreitete kürzlich Beruhigendes: Unseriöse Bestatter seien die Ausnahme.

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Ochsenschwanzsuppe „Anton Hofreiter“ Ochsenschwanzstücke salzen und pfeffern, in Schweineschmalz oder Butter scharf anbraten. Reichlich Zwiebeln, kleine Möhrenstücke und kleine Selleriestücke hinzugeben, etwas Tomatenmark einrühren, mit reichlich Rinderfond oder Rinderbrühe auffüllen, gepressten Knoblauch hinzufügen. Zusammen mit einem Lorbeerblatt ca. 3 Std. Köchen lassen, dann frischen Majoran und frischen Thymian hinzufügen, weiter köcheln lassen.

Foto: Copyright Raap/Bär 2926

Wenn ein Figaro seinen Friseursalon „Haarchitekt“ nennt macht darüber bestimmt keiner blöde Witze, dachte sich der Inhaber John Azar, weil er ja schließlich nicht Haarzar heißt, sondern Azar. Ob die Freunde des gepflegten Kalauers beim Anblick seiner Geschäftsreklame dennoch auf ihre Kosten kommen, sei dahin gestellt. Fragt man eine künstliche Intelligenz, ob es „Nomen est Omen“-Witze über die Namen des Kölner Optikers Augendübler und über die Grünen-Politikerin Katharina Dröge gäbe, so wird dies von der KI im Falle Augendüblers verneint, während es über Katharina Dröge heißt, sie sei von früher Kindheit an solch blöde Witze gewohnt, die inzwischen an ihr abprallen würden, wenn es heißt, eine ihrer Bundestagsreden sei mal wieder besonders „dröge“ gewesen. Im Bemühen um Weltläufigkeit begab sich Herr Bär in einen anderen Stadtteil und betrat Neuland in Form eines Supermarkts, in dem er noch nie war, und dessen Inhaber auf den Namen René Irrweg hört. Es kam, wie es kommen musste: Herr Irrweg hatte die Regale wie ein Labyrinth angeordnet, in welchem Herr Bär sich erst einmal gründlich verlief, bis er – dies sei zur Lobpreisung des Herrn Irrweg erwähnt – auf eine Kühltruhe mit in Köln sonst schwer erhältlichen Original holländischen Matjes stieß, die traditionell gereift sind, im Unterschied zu den „Matjes auf nordische Art“, bei deren Schnellreifung man Zucker und technologische Enzyme einsetzt, was Herr Bär für einen kulinarischen Irrweg hält, weshalb Herr Bär das Kanzleramts-Veto gegen die Klingbeilsche Zuckersteuer bedauert. 

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