Bild des Monats Februar 2026: Jürgen Raap, „Ein Berg voller Träume“, Acryl/Öl auf Leinwand, 2025

Bär aktuell – der einzige Blog, in welchem der Chefredakteur sich selbst interviewt.
Bär aktuell: Herr Bär, Ihr aktuelles Bild des Monats zeigt einen Tröötemann. Was trötet der dem Mann mit der erhobenen Schusswaffe ins Ohr?
Bär: Dä trötet däm nix ins Ohr, sondern am Ohr vorbei. Und die Bildbetrachter sollen ja auch nit hören, war dä do trötet. Sonst hätte ich ja kein Bild jemalt, sondern ein Musikstück komponiert un dat bei youtube jestreamt.
Bildstrecke Impressionen aus dem Kölner Karneval, Fotos: Copyright S. Kallnbach und Raap/Bär 2026







Baer aktuell no. 357 – 22. Feb. 2026
Noch mehr Witze aus dem Kölner Karneval
Schäl: „Ich han zo däm ´Do ahle Sack` jesaht, un da war dä beleidigt!“ – Tünnes: „So säht mer dat heute ja auch nit mehr. Dat musste jetzt gendern. Politisch korrekt heißt dat ´Do ahle Säckin`!“ – Schäl: „Wieso muss mer üvverhaupt gendern?“ – Tünnes: „Dat is ja schon ne Unterschied, ob de vun ener Leiter erunder fälls oder vun ener Leiterin!“
Schäl: „Tünnes, sag ens, warste schon mal em Zoo?“ – Tünnes: „Enä, wie ich do ens eren wollt, hatten die jrad zo!“
Statistisch gesehen gibt der Düsseldorfer im Karneval tausend Euro mehr aus als der Kölner. Der Düsseldorfer braucht dat viele Jeld für die Taxifahrt nach Köln und widder zurück.
Ich wör su jän em Elferrat, denn dann bruch ich kein Eintrittskaat.
Beim Donald Trump ist der Aufzug auch nicht bis ganz oben durch gefahren. Und was den Donald Trump betrifft: den Mann erträgt man nur bekifft.
Die Freiwillige Feuerwehr hat schon zwei Einsätze abgesagt. Die machen dat ja freiwillig…
Tünnes verabschiedet sich um 15 Uhr von seiner Frau: „Ich jeh mal eben rüber zum Schäl un helfe däm em Badezimmer en neue Lamp anzubringe.“ Um 23 Uhr kommt Tünnes zurück. Fragt die Frau: „Wieso hat das solange gedauert?“ – Tünnes: „Och, die Lampe hatte mer ja schnell anjeschruv. Aber dann musste mer so lange warten, bis et draußen richtig dunkel war, um zu sehen, ob die Lampe en däm singem Badezimmer och richtig funktioniert.“
Drei Schildkröten haben Durst und brauchen drei Jahre, bis sie an das nächste Wasserloch gekrabbelt sind. Als die ersten beiden sich hineinstürzen wollen, ruft die dritte: „Stop! Benehmt euch! Wir trinken nur aus Trinkbechern!“ – Rufen die beiden anderen: „Aber wir haben die Trinkbecher vergessen.“ – Sagt die dritte: „Dann geh ich zurück und hole die Becher. Ihr wartet so lange mit dem Trinken, bis ich zurück bin.“ Sie warten und warten und warten… sie warten drei Jahre lang, und dann halten sie es nicht mehr aus und wollen ins Wasser krabbeln. Da ruft die dritte: „Also, wenn ihr jetzt schummeln wollt, dann geh ich erst gar nicht los.“
Beim Domforum-Talk mit dem Kölner Dreigestirn wurde aus dem Publikum die Frage gestellt, ob sich Prinz, Bauer und Jungfrau vegatarisch oder vegan ernähren würden, was das übrige Publikum mit Gelächter quittierte. Die Antwort von Bauer Clemens: „Weder noch“.
Messe op Kölsch mit Plaggensegnung für die Standarten der Ehrenfelder Karnevalsvereine in der Marktkapelle St. Mariä Himmelfahrt am Geisselmarkt. Der Küster hatte vergessen, vorne am Altar die Bibel zu platzieren, und der Diakon merkte das erst ein paar Minuten nach Beginn seines Gottesdienstes, den er dann unterbrach mit den Worten: „Tschuldigung, ich muss jrad noch ens zoröck en de Sakristei die Bibel hole.“ Dort fand er die Bibel aber auch nicht, kam nach fünf Minuten an den Altar zurück und meinte: „Jetzt muss ich he för Üch ne Verzäll us dä Lameng maache, wie dä Johannes dä Jesus jedäuf hätt.“
Es ist auch in unseren Tagen immer noch die vornehmste Aufgabe des Narren, dem despotischen Herrscher den Spiegel vorzuhalten. Im Falle des Despoten Wladimir Putin soll sich der Düsseldorfer Rosenmontagszugestalter Jaques Tilly allerdings wegen eines Scherzes auf Kosten Putins vor einem Moskauer Narrengericht verantworten. Zugleich jedoch hat Herr Bär den Eindruck, dass im Unterschied zu dem hofschranzenhaft devoten FIFA-Präsidenten Infantino Putin den närrischen Donald Trump nicht weiter ernst nimmt. Da möchte man fast glauben, als ob in diesen Zeiten des ganz normalen Wahnsinns eben Putin der Narr wäre, der mit Schrecken und mit Trump Scherz treibt, und eben nicht der fürchterliche Despot, bei dem man immer aufpassen muss, dass man bei ihm nicht aus dem Fenster fällt. Karnevalesker Rollentausch kann eben auch als eine weltpolitische Hanswurstiade funktionieren, wobei Trumps burlesk anmutende Bemühungen, auch mal in die Rolle des absolutistischen Despoten zu schlüpfen, ihn allerdings lediglich zu einem bösartigen Clown mutieren lassen.
Nix bliev wie et is Dass heute manche Brauhäuser und andere Kneipen an den Karnevalstagen horrenden Eintritt verlangen und sich an den Drängelgittern vor ihren Türen Warteschlangen von fast 100 Metern bilden, hat nichts mehr mit dem gemütlichen Kneipenkarneval zu tun, wie ihn Herr Bär in jüngeren Jahren erlebte und genoss, als die Liedtexte meist noch origineller waren und die Sänger aller Bands noch richtiges Kölsch als Muttersprache konnten. Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia? Nein, denn der Musiker Arno Steffen reimte dazu sehr treffend und parodistisch: „Wenn ich dat schon höre, kriege ich zo vill, denn fröher war et och nit besser als wie hückzedag, da kann mir einer sagen war hä will.“ Eine Verflachung des Brauchtums wurde bereits um das Jahr 1900 beklagt („Von Zoten frei die Narretei“), und gastronomischen Nepp gab es nämlich auch früher schon. Die heutigen gröligen ballermannhaften Begleiterscheinungen an manchen Hotspots in der Innenstadt, wo sich z.B. im berüchtigten Zülpicher Viertel manch einer magen-, blasen- darmentleerend in einem Hauseingang erleichtert, hat besagter Arno Steffen schon vor Jahren pointiert auf die Formel gebracht: „Rusemondach wunderbar, janz Kölle rüch wie en Pissoir“. Trotzdem weed weiterhin unverdrossen und munter op de Trumm gekloppt, denn wunderbaren authentischen kölschen Fastelovend findet man heute immer noch in den Veedeln – mit herrlich bunten selbstgemachten Kostümen, liebevoll geschmückten Festwagen und auch sonst vill Spass an d`r Freud.
Die an Bauskandalen reiche Liste bauingenieurlicher Fehlleistungen im öffentlichen Raum ist um eine schildbürgerhafte Posse reicher, denn wenn im Rheinland im Winter mal Frost herrscht, muss man befürchten, dass auf der Leverkusener Autobahnbrücke einem von der Spitze der Pylonen Eisbrocken aufs Autodach knallen, weshalb die Brücke kürzlich „schon wieder“ gesperrt werden musste. Die Autobahn GmbH Rheinland hatte solch eine winterliche Wettersituation als „sehr unwahrscheinlich“ eingeschätzt, heißt es, und sie lehnt den Einbau von Heizstäben „aus Kostengründen“ weiterhin hartnäckig ab. Das Münchener Ingenieurbüro Grassl lobt auf seiner Website unterdessen den Brückenentwurf immer noch mit den Worten, „trotz vieler Tragelemente hintereinander entsteht so eine großartige Ansicht.“ Aber was nützt einem diese großartige Ansicht bei gefährlichem Eiswetter? „Spott und Häme“ habe sich nach der vorsorglichen Fahrbahnsperrung nun über die Brückenbauer ergossen, reportierte der „Kölner Stadtanzeiger“, und das Boulevardblatt „Express“ riet gar dazu, die Pylonspitzen mit wärmenden Pudelmützen zu bestücken. Herr Bär erinnert sich an den Witz, wo der Tünnes zum Schäl sagt: „Loss mer die Brück widder avrieße, he is ja ja kein Wasser.“ Immerhin verbindet die Leverkusener Rheinbrücke den Landweg von Köln nach Wladiwostok in Sibirien: nur sechs Tage würde man laut Routenplaner für die rund 10.000 km brauchen, aber nur, wenn die Brücke bei Leverkusen nicht gerade wieder gesperrt ist und man auf der E 30 kurz vor Omsk im Kreisverkehr nicht die zweite Ausfahrt verpasst. Aber wer will jetzt mitten im Winter quer durchs eisige Russland schon nach Wladiwostok?
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Feldsalat mit Sauce Ravigot Feldsalat putzen, waschen. Sauce Ravigot ist eine französische Vinaigrette. Für die Sauce Olivenöl, Essig, Senf und klein gehackte Zwiebeln und/oder Lauchzwiebeln miteinander vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Weitere Zutaten: Radieschen, Cornichons, Kapern, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Estragon und hart gekochte Eier.
Wildschweinmedaillons Karl-Josef Bär
Wildschweinmedaillons in Olivenöl mit Zwiebeln von beiden Seiten kurz braten, salzen, pfeffern. Separat für die Sauce getrocknete Pfifferlinge und/oder Steinpilze 1-2 Std. einweichen, Wasser abgießen, Pilze dann gründlich waschen, Zwiebeln andünsten, Granatapfelkerne, Walnüsse und Pilze und etwas Wurzelgemüse (Möhren- und Selleriestücke) mitdünsten, mit Wildfonds auffüllen, kurz aufkochen lassen, würzen mit Salz, Pfeffer, Knoblauch Majoran, Kümmel, Thymian. Dazu Apfelrotkohl, Knödel oder Weizengrieß-Polenta oder Püree.
Seezunge Grenobloise Seezunge serviert mit zerlassener leicht gebräunter Butter, Zitronenfléischstückchen, Kapern und Petersilie. Dazu legt man die gesalzene und gepfefferte Seezunge vorher leicht in Milch oder Sahne ein, wälzt sie dann in Mehl und brät sie in der Pfanne in der Butter von beiden Seiten an, die Sauce mit den genanngten Zutaten in Butter in einer separaten Pfanne zubereiten und vor dem Servieren über die Seezungen gießen.