
Bild des Monats August 2026
Karl-Josef Bär, „Grüße aus der Provinz“, digitale Fotoarbeit, 2026, Copyright: Raap/Bär 2026
bär aktuell – der einzige blog, in dem der Chefredakteur sich selbst interviewt
bär aktuell: Herr Bär, das Bild des Monats ist diesmal kein Gemälde, sondern eine Fotoarbeit?
bär: Jojo, ich mein, wenn mer schon ens en Handy hätt, met däm mer och fotografieren kann, dann soll mer dat och ens usprobiere.
bär aktuell: Und was haben Sie fotografiert?
bär: Ne leere Infokasten am Bahnhof von Bad Salzschlirf.
bär aktuell: Und das soll Fotokunst sein?
bär: Jojo. Dat sieht man doch. An däm Kasten steht ja Kunst und Kultur e.V.
bär aktuell: Unglaublich !
bär: Jo, ne?
bär aktuell: Herr Bär, da haben Sie uns ja wieder einen herrlichen Blödsinn erzählt!
Bär aktuell 363 – 3. August 2026
Wer bei einer KI den Suchbegriff „Bundes Uhu“ eingibt, erhält den Hinweis, diese Bezeichnung von Bundespräsident Steinmeier sei unter Kabarettisten nur „scherzhaft“ gemeint, während es zum Stichwort „Bundesfritze“ heißt, damit sei „umgangssprachlich“ Friedrich Merz gemeint, und zwar ohne jeglichen weiteren Verweis auf eine Scherzhaftigkeit dieses Spitznamens. Lars Klingbeil hat es unterdessen noch nicht zum „Bundes Lars“ gebracht, denn die KI korrigiert die Suchanfrage, ob vielleicht „Bundeslanze“ oder auch nur „Bundesliga“ gemeint sein könnte. Das sollte Lars Klingbeil zu denken geben, wobei im übrigen als „Bundes Olaf“ nicht Olaf Scholz, sondern der sächsische Kabarettist Olaf Schubert im Netz gehandelt wird. Über den „Bundes Donald“ weiß unterdessen die KI, dass deutsche Internetnutzer sich mit dieser Vokabel über Trumps Omnipräsenz lustig machen und „mit subtilem Scherz“ (sic!) auf seine familiären Wurzeln in Deutschland anspielen.
Sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert zu haben als Präsidentin der UN-Generalversammlung kann man Annalena Baerbock durchaus bescheinigen. Dass Deutschland keinen Sitz im UN-Sicherheitsrat zugestanden bekam, habe eben jene Annalena verbaerbockt, findet z.B. der CDU-Politiker Manfred Pentz und kann sich dabei auf den Präsidenten von Botswana berufen, der Baerbocks Stil mit einer gewissen Empörung als übergriffig und herablassend gegenüber dem Globalen Süden empfindet. Schon vor einiger Zeit stellte der der Publizist Henryk M. Broder fest, Baerbock fehle ein „Gen für Peinlichkeit“. Dass sie Filme auf Instagram postete, die sie im Stil der Seifenoper „Sex and the City“ zeigt, wie sie durch den Central Park stöckelt oder in New York Taxi fährt und dabei Weltläufigkeit mimt, findet sie „selbstironisch“, andere hingegen eher als unangemessen übertriebenes Frönen ihrer Eitelkeit, wie im Netz nachzulesen ist. Nun scheidet sie aus dem UN-Vorsitz aus und kündigte einen „neuen Lebensabschnitt“ an. Auf der Resterampe der Karrierechancen billigt man abgehalfterten Politikern eigentlich nur noch einen Aufsichtsratssitz bei der Deutschen Bahn zu oder die Leitung einer Stiftung. Über Friedrich Merz wird derweil geunkt, die Union würde ihn alsbald als Kanzler ablösen und durch Hendrik Wüst ersetzen wollen. Dass er dann mit Annalena Baerbock auf der Resterampe für politische Versorgungsfälle um einen neuen Job konkurrieren müsste, beruht womöglich auf der unseriösen russischen Desinformationskampagne „Storm 1516“, der man nachsagt, sie sei es gewesen, die bereits Meldungen über einen Rücktritt von Merz lanciert hätte, um die deutsche Politik zu destabilisieren. Herrn Bärs Prognose lautet unterdessen: nach einem möglichen Ausscheiden von Merz aus dem Bundeskanzleramt würden sie bei der Konrad Adenauer Stiftung aber wohl eher ihn zum Frauenbeauftragten berufen und nicht Annalena Baerbock.
Wer bislang glaubte, der Einsatz von bewaffneten Drohnen und Marschflugkörpern könnte in der Ukraine kriegsentscheidend sein, wird von Kyrill, Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, eines Besseren belehrt. Der oberste Feldgeistliche des Kreml behauptet als Buchautor nämlich allen Ernstes, der Ausgang des Krieges läge bei Gott. Der marodierenden Soldateska ruft er mit gehöriger Verblendung zu, sie seien Krieger Gottes und legitimiert damit sämtliche Verstöße gegen die Haager Landkriegsordnung als vermeintlich heilsgeschichtlichen Akt. Die iranischen Mullahs indoktrinieren mit ähnlicher Propaganda ihre Revolutionsgarden, der Tod im Kampf sei das höchste spirituelle Ziel. Immerhin verheißt der Oberhirte Kyrill seinen Schäfchen nicht auch noch, im himmlischen Paradies würden auf sie zur Belohnung ihres Märtyrertums 72 Jungfrauen warten, worauf hingegen die orientalischen Gotteskrieger auf einen Mädelsabend im Himmel hoffen dürfen.
Wenn laut Karl Marx Religion Opium fürs Volk ist, dann ist es die Spirituose Wodka in russischen Kasernen allemal, die dort früher in 100 Gramm-Rationen zur Hebung der Kampfmoral als „Narkomowskije“ (vulgo „Volkskommissar-Ration“) ausgeschenkt wurde, wohingegen die archaischen Männerphantasien beim dschihadistischen Jungfrauenkult nüchtern ausgelebt werden müssen. Äusserst fragwürdig war aber schon die Schilderung des Krieges als eine Naturgewalt, die über den Menschen käme und ihn in einen elementarischen Rausch mit existenzgieriger Lebensintensität versetzt, wie dies Ernst Jünger 1920 in seinem Erster Weltkriegs-Drama „In Stahlgewittern“ beschrieb. Im Zweiten Weltkrieg halfen dann die Wehrmachts-Stabsärzte mit der Verabreichung der Droge Pervitin nach, um bei den Piloten der Sturzkampfbomber den erwünschten Kick mit entsprechender Enthemmung zu erzielen. Patriarch Kyrill unterdessen empfiehlt weder den Genuss von Alkohol oder Drogen, sondern die Verinnerlichung des Militärdienstes als metaphysischen Kampf gegen das Böse, und er verheißt die Vergebung aller Sünden beim Tod an der Front. Auf diese Weise spart Putin mit der Kyrillschen Absolution das Geld für die traditionelle Wodka-Ration. Bei der Bundeswehr wahrt man hingegen strikte Distanz zu all diesen unseligen Traditionen: da werden im Ernstfall nämlich nur sogenannte „Notwasserbeutel“ aus der Pistorius-Quelle ausgegeben.
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Gründlich vergendert hatte sich ein Redakteur des Boulevardblatts „Express“, als er sprachlogisch völlig unsinnig Rentner als Rentnernde bezeichnete. Nein, nein, nein, ruft Herr Bär da aus! Herr Bär ist Rentner, aber er rentnert nicht durch die Gegend. „Rentner“ ist als Substantiv eine Vokabel für einen sozialen Status, mithin für einen Zustand, aber das Wort drückt nun mal keine Handlung aus wie ein Verb. Folglich kann man mit „Rentner“ auch kein Partizip bilden. Ein Metzger ist auch kein Metzgernder und ein Metzgender erst recht nicht! Auf die Frage, ob es auch weibliche Kraftprotze gäbe, antwortet eine KI, „Ja, es gibt im Kraftsport viele extrem starke Frauen“. Man könnte nun annehmen, sie würden im Plural „Kraftprotzinnen“ auch sprachlich sichtbar, doch die KI korrigiert die Frage nach „Protzin“ dahingehend, ob nicht „Protein“ gemeint sei. Bei erneuter Nachfrage heißt es bei der KI dann immerhin, „Protzinnen“ sei „eine umgangssprachliche oder scherzhafte weibliche Form“ für eine „angeberische Person, die mit ihrem Reichtum prunkt“ und nennt als Beispiele das demonstrative Zurschaustellen „teurer Designermarken“ und „auffälligen Goldschmuck“. Das Genderwörterbuch „Scribor“ („Richtig gendern“) empfiehlt unterdessen, „Terrorist“ nicht unbedingt als „Terrorist_in“, „TerroristIn“, „Terroristi:n“ oder „Terroristi*n“ zu gendern, sondern „als geschlechtsneutrale Alternative, um Barrierefreiheit zu gewährleisten“, lieber von einer „terrorisierenden Person“ zu sprechen. Warum man bei einem Terroranschlag der oder dem diesen Verübenden (hier stimmt das Partizip!) allerdings auch noch „Barrierefreiheit“ garantieren sollte, versteht Herr Bär nicht.
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Essen und Trinken mit Herrn Bär
Vorspeisenteller „Dransdorf“. Die Linie 18 von Köln nach Bonn fährt vorübergehend nur noch bis Dransdorf. Wer die restlichen 4 km zu Fuß bis in die Bonner Innenstadt auf sich nehmen will, der stärke sich vorher mit diesem Vorspeisenteller „Dransdorf“: Roastbeef mit Aioli, Trüffelsalami, Chicoreesalat, Tomaten-Paprika-Salat mit Basilikum-Pesto, Tomaten mit Schnittlauch und Aioli.
