Archive for Dezember, 2025

Baer aktuell 355 – 22. Dez. 2025

Dienstag, Dezember 2nd, 2025

Bild des Monats Dezember 2025: J. Raap, „Die innere Freiheit“, 2025

Bär aktuell – das einzige Blog-Magazin, in welchem der Chefredakteur sich selbst interviewt.

Bär aktuell: Herr Bär, zu Ihrem Bild des Monats „Die innere Freiheit“ sehen wir hier die Untermalung und die Endfassung. Worin liegt da der Unterschied ?

Bär: Die Endfassung es fädig und die Untermalung nit.

Bär aktuell: Aha. Sie spielen mit diesem Bild unter anderem an die Fastnachtsspiele des Mittelalters an? Was verkörpert die schnabelförmige Maske?

Bär: Dat in ein Pestdoktor. In Pestepidemien hatten die Ärzte en dä schnabelförmigen Maske  innendrin so komische Kräuter, die anjeblich jejen die Pest jeholfen han. Dat stimmt ävver nit. Die Lück sin damals trotzdäm all jestorvve, un bei denne Fastnachtsspiele em 16. Jahrhundert ging et dann nit um ene Remmi-Demmi-Karneval wie hück zu dag, sondern um eine Mahnung an den Tod, dä in solch schlimmen Zeiten einfach zum Alltag jehörte. Übrig jeblieben vun diesem Ritual der alten Fastnachtsspiele ist bis heute nur noch dat Äschekrütz op dä Stirn zo Äschermittwoch.

Bär aktuell: Aber trotzdem geht es in Ihrem Bild lustig zu. Da ist ein Narr zu sehen, eine Varietétänzerin zu sehen, da wird musiziert…“

Bär aktuell: Jo, ävver dä Typ met dä Bratsche, dä spillt dat Lied en Moll. Damit sich dat wat besinnlicher anhört. Ich denke, dat merkt man als Betrachter, wenn man sich dat Bild länger beloort. 

Baer aktuell no. 355   – 22. Dez. 2025

Christian Lindner wird „Autoverkäufer“ titelte „auto motor sport“. Allerdings steht der Ex-FDP-Chef nicht auf einem mit bunten Fähnchen geschmückten Abstellplatz für Gebrauchtwagen herum und preist eine Rostlaube als scheckheftgepflegt“ an, sondern er ist ab Januar 2026  stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG und macht damit „sein Hobby“, nämlich das Autofahren, „zum Beruf, so „tagesschau.de“. Und da jemand, der den Schaden hat, sich um Spott nicht sorgen muss,  durfte via „Tagesspiegel“ „Deutschlands bekanntester Fahrzeugfachmann“, nämlich TV-Moderator Det Müller Christian Lindner erklären, „wie man im Autohandel überlebt“. Müller: „Für die Glaubwürdigkeit würde ich ihm einen Smart empfehlen“. Dass wir den in der Vergangenheit oft etwas großspurig aufgetretenen Porsche-Fahrer Christian Lindner demnächst tatsächlich am Lenkrad eines Kleinwagens erleben, dürfte allerdings bezweifelt werden. „Christian Lindner erheitert das Netz mit einem Bild“, kommentierte „Focusonline“ ein Foto, das Lindner in Warnweste „vor einem Fahrgerät der Marke Caterpillar“ zeigt nebst der Information, dass der EX-FDP-Häuptling jetzt auch noch im Aufsichtsrat eines Unternehmens sitzt, das als „weltweit führender Hersteller von Kalk, Dolomitkalk und Minerallösungen“ gilt. Ist Christian Lindner durch besondere Fachkenntnisse zur diesen Job prädestiniert? Immerhin sei einer seiner Urgroßväter Sprengmeister in einem Kalkbergwerk gewesen, lässt Lindner verlauten. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik traf hingegen der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert eine andere Berufswahl, indem er nun für die Organisation „Finanzwende“ wirkt, die nach ihren eigenen Angaben „stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte“ einfordert. Allerdings stehen Sozialdemokraten gemeinhin im Ruf, nicht mit Geld umgehen zu können, und so fragt sich Herr Bär, ob Kevin Kühnert nicht lieber Gebrauchtwagenhändler hätte werden sollen.

Die schönsten Fehlleistungen des Jahres

Auf Platz  1  finden wir Greta Thunberg, über die (sogar) das Portal „Greenya“ resümmiert: „Kritiker werfen ihr vor, zu emotional oder moralisch aufzutreten, ohne praktikable Lösungen anzubieten“. Noch härter geht „Focus“ ihr ins Gericht und wirft ihr eine „gefährliche PR-Show“ vor:“ Hinter Greta Thunbergs Segeltrip nach Gaza steckt „ein verlogenes Drehbuch“, denn sie wolle im Grunde genommen nur Aufmerksamkeit: „Denn das perfekte Bild ist nicht das einer Heldin, die in Gaza hilft. Sondern das einer Heldin, die von israelischen Soldaten ´aufgehalten´ wird.“ Auf Platz 2 ist Ex-Vizekanzler Robert Habeck notiert, weil sogar Mechthild Heil, die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ihn für „rüpel- und machohaft“ bzw. „schlicht peinlich“ hält und ihm einen „würdelosen Abgang aus der Politik“ vorhält, was wiederum der Kabarettist Ingo Appelt mit den Worten ausdrückte, Habeck sei einst als Hoffnungsträger gestartet und habe jetzt als „beleidigte Leberwurst alles hingeschmissen“. Über das seinerzeitige Wirken von Jens Spahn als Bundesgesundheitsminister bilanzierte ZDFheute: „Die Maskenbeschaffung wurde zum Milliarden-Euro-Grab für den Steuerzahler…“, was denn auch der Bundesrechnungshof als eklatante Fehlleistung zu Recht rügte und Spahn hier Platz 3 einbringt, zumal er zudem als CDU-Fraktionsvorsitzender seine Fraktion nicht im Griff hat, die übermütigerweise bei dessen Kanzlerwahl Fritze Merz im ersten Anlauf eine Abstimmungsniederlage bescherte. Platz 4 ist für „Deutschlands dümmsten Einbrecher“ reserviert, der „weder Handschuhe noch Maske“ trug und deswegen gut von der Überwachungskamera gefilmt wurde, und sich dann „während der Flucht“ aus einem Handyladen „an der kaputten Scheibe“ verletzte, „wodurch er zusätzlich eindeutige DNA-Spuren hinterließ“, und zudem als Beute keine wertvollen Smartphones davon trug, sondern lediglich Attrappen. Platz 5 nimmt der Prinz Andrew Albert Christian Edward Mountbatten Windsor ein, der sich als Skandalnudel der britischen Royals sogar und ausgerechnet von Donald Trump vorhalten lassen muss: „Es ist schrecklich, was dieser Familie widerfahren ist“, und Platz 6 Donald Trump selber, der nämlich über seine Teilnahme an einem Intelligenztest herum strunzte, es sei schon recht schwierig, sich „Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher“ in der richtigen Reihenfolge zu merken, nur für ihn selbst allerdings nicht. Auf Amazon werden Heidi-Reichinnek-T-Shirts als Fanartikel jetzt für „13,99 Euro statt 17.99“ verramscht, was der zu einem Personenkult nordkoreanischen Ausmaßes neigenden Ikone der Linkspartei Platz 7 einbringt. Bei www.kleinanzeigen.de wurde kürzlich auch noch ein Leninorden für nur 12 Euro statt 15 Euro angeboten, und so fragt sich Herr Bär, ob derlei Fanartikel-Merchandising mit Linkspartei-Devotionalien kommerziell überhaupt einträglich ist, wo doch gleichzeitig ein adidas-Exemplar des Heimtrikots vom FC Bayern München satte 100 Euro kostet. Über Sarah Wagenknechts Rückzug aus dem Vorsitz ihres BSW- Fanclubs wusste der „Spiegel“ zu berichten, sie habe die Macht gewollt, dafür aber nicht die Bürde organisatorischer Arbeit auf sich nehmen wollen. Anders ausgedrückt: für parteipolitische Kärrnerarbeit ist sie einfach zu faul (Platz 7). Platz 8 haben sich die Schnösel von der Jungen Union verdient, die den Rentnern ab 2031 mehr nicht ihre Butterfahrten und Bingoabende zum jetzigen Rentenniveau gönnen wollen und deswegen dafür sorgten, dass der verblichene CDU-Sozialminister Norbert Blüm („Die Renten sind sicher“) sich im Grabe herumdreht. In diesem Sinne hat der CDU-Gesundheitspolitiker und Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck Platz 9 inne, weil er meint, Hochbetagte sollten keine teuren Medikamente mehr bekommen, was selbst der FDP-Grande Wolfgang Kubicki für „kalten Zynismus“ hält und der Grünen-Politiker Janosch Dahmen schlicht für „Unfug“. Warum Jan Böhmermann Platz 10 einnimmt, lässt sich mit der Schlagzeile bei n-tv mit dem Text „Mehrheit findet Jan Böhmermann nicht lustig“ begründen.