baer aktuell 217 und Bild des Monats

März 2nd, 2017

Bild des Monats März 2017:

Jürgen Raap „Der erste Tanz“, 2017

 

Künstler-Fußgruppe „a performancelife e.V.“ zum siebten Mal beim Ehrenfelder Dienstagszug, Karnevalsdienstag, 28. Feb. 2017, Köln-Ehrenfeld, Fotos: Copyright J. Raap

Bär aktuell Nr. 217  – 22. März 2017

Seine Frisur sähe aus wie eine blond gefärbte Klobürste, urteilte der Kabarettist Konrad Beikircher über Donald Trampel. Wie der Amerika-Korrespondent von „bär aktuell“ berichtet, stellen sie jetzt neuerdings vor dem Oval Office ein Tischchen auf mit einem Teller, auf dem jeder Besucher dwes Weißen Hauses ein paar Cent-Stücke hinterlassen muss. Wer nicht zahlt, darf dort nicht aufs Klo, und das kann man als weiteren Beleg für die Geschäftstüchtigkeit von Trampel nebst Anhang verbuchen. Ist das Trinkgeld nun für den US-Präsidenten oder für den Toilettenmann im Weißen Haus? Oder vielleicht für den Friseur von Donald Trump? Unser Korrespondent hat den Toilettenmann gefragt, was er mit dem Trinkgeld anstellt und bekam zur Antwort, davon werde eine neue Klobürste gekauft. Also ist das Geld doch für die Frisur von Herrn Trampel, und da muss man Konrad Beikircher einfach Recht geben.

Ähnlich skurill wie beim Waschen-Fönen-Legen der Haarpracht des US-Präsidenten geht es bei der Wettleidenschaft der Briten zu. Da haben sie doch tatsächlich darauf gewettet, ob mitten im Pokalspiel der Ersatztorwart des Fußballclubs Sutton United auf der Reservebank seiner Fresssucht erliegt oder nicht. Das tat er auch tatsächlich und verspeiste in der 83. Spielminute vor aller Augen mitten im Stadion heißhungrig eine Fleischpastete. Der Mann heißt Wayne Shaw, wiegt 150 Kilo und beteuerte, er selbst habe auf seine Fresssucht aber nicht mit gewettet. Die Quote, dass er den Schlusspfiff nicht abwarten kann und noch während des Spiels hemmungslos der Völlerei frönt, lag bei den Buchmachern übrigens bei 8:1. Bei uns trauen sie sich allerdings noch nicht, solche Wetten auch mal auf Sigmar Gabriel abzuschließen.

Dem „neuen Blatt“ vertraute der Fernsehkoch Johann Lafer an, auch ihn überkäme bisweilen der Heißhunger, nämlich immer dann, wenn sein Hund um Wurst bettele und er, Lafer, zum Kühlschrank ginge, dann bekäme der Hund nämlich zwei Scheiben Wurst, und er selber würde sich dann auch immer gleich vier Scheiben einverleiben, und das ist doch mal eine schöne Meldung ausgerechnet in der vorösterlichen Fastenzeit.

Der Problemwolf Kurti geht auf Wanderschaft, allerdings nur in ausgestopfter Form, um solchermaßen in Ausstellungen den Leuten die Angst vorm „bösen Wolf“ zu nehmen, der neuerdings bekanntlich wieder in unseren Wäldern auftaucht. Der Naturschutzverband NABU fordert gar die bundesweite Einrichtung einer „Kompetenzstelle Wolf“ zwecks „Wolfsmanagment“ in unseren Wäldern. Freilich muss man sich fragen, ob das Bundesumweltministerium unter der Regie von Barbara Hendricks die richtige Kompetenz dafür hat, oberster Dienstherr der Wolfsmanager zu sein, weil nämlich die Ministerin ihre Untergebenen schon mal unsinnige Bauernregeln zusammen reimen lässt: „Kräht der Wolf auf dem Mist, weißt Du dass das kein Mufflon ist“. Gemeint ist das „Problemmufflon Hermann“, das in der Boulevardpresse für die Schlagzeile sorgte: „Problemmufflon randalierte im Schrebergarten“. Hermann gilt als „schwer erziehbar“, was aber kein Wunder ist, denn Mufflons sind von Natur aus Wildschafe, und für Exemplare wie den krawalligen Hermann müsste man beim Bundesumweltministerium eigentlich auch ein „Kompetenzzentrum Mufflons“ einrichten, um den Wölfen in freier Wildbahn die Angst vor den Mufflons-Hooligans zu nehmen, aber wahrscheinlich reimen sie sich im Bundesumweltministerium nur wieder eine bescheuerte Bauernregel zusammen: „Benimmt sich Hermann wie ein blöder Hammel, kriegt selbst der Wolf ’nen großen Bammel“.

© Raap/Bär 2017

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Einbrennsuppe

Einbrennsuppe ist eine Mehlsuppe, in der Schweiz und in Österreich beheimatet – die Basler Mehlsuppe ist eine traditionelle Fastensuppe, zu der man Zwiebelkuchen isst. In der Pfanne wird in heißem Fett das Mehl mit Zwiebeln angeröstet, bis es fast goldbraun ist, dann kommt Wasser oder Fleischbrühe hinzu, zusammen mit Suppengrün. Manche Rezepte notieren auch Speck und Markknochen. Würzen mit Salz, Pfeffer, Kräutern. Die polnische Mehlsuppe Zurek hat eine Sauerteigbrühe als Basis, die man zusammen mit Wurst, Speck, Kartoffeln und/oder Omelettestreifen bzw. einem hartgekochten Ei serviert. In Polen ist dies eine traditionelle Ostersuppe. Heute ist sie dort überall als Tütensuppe erhältlich.

Zakuski-Teller

Zakuski nennt man in Russland, Polen und den baltischen Ländern kalte Vorspeisen, zumeist mit Fisch. Dazu reicht man Salzgurken, Pelmeni (gefüllte Teigtaschen mit Fleisch), Piroggen (gefüllte Blätterteigtaschen), Brot und Blinis (russische Pfannkuchen aus Buchweizenmehl). Zu einer Zakuski-Platte gehören Kaviar vom Stör, vom Lachs oder von der Forelle (dazu isst man Blinis mit Schmand oder saurer Sahne), geräucherte Sprotten (Sprotky), geräucherten oder gebeizten Lachs (Lossos), gesalzenes Heringsfilet mit Zwiebeln, Heringssalat mit Roter Beete, Karpfen in Aspik, diverse andere Sorten Räucherfisch (Karp w jelly), Salat aus eingelegten Pilzen. In Russland trinkt man dazu Tee aus dem Samowar, sonst auch Bier und/oder Wodka.

Sauce Zingara ist der korrekte Name für eine Sauce in der klassischen Küche, die in der deutschen Imbisskultur heute als „Balkansauce“ oder „Paprikasauce“ bezeichnet wird, weil der ursprüngliche Name „Zigeunersauce“ als politisch unkorrekt gilt. Der französische Starkoch Auguste Escoffier erwähnt diese Sauce in seinem 1903 erschienenen Kochbuch, wo sie als eine scharfe ungarische Beilagensauce zu Roastbeef und Kalbskotelett empfohlen wird; in Deutschland reicht man sie heute zum panierten oder unpanierten „Balkanschnitzel“ oder „Schnitzel Budapester Art“, wenn man den Namen „Zigeunerschnitzel“ vermeiden will. 2013 forderte ein Verein „Forum für Sinti und Roma“, auf diesen Begriff zu verzichten, weil er diskriminierend sei, doch der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Bundesverband der Jenischen Deutschlands schlossen sich dem nicht an, und auch die Lebensmittelindustrie lehnte unter Verweis auf die historische Tradition des Rezepts eine Umbenennung ab. Die klassische Sauce Zingara besteht im Urrezept aus gedünsteten Zwiebeln, Tomaten, Paprikastücken, Champignonscheiben, aufgefüllt mit Bratenfond, Tomatensauce einem Schuss Weißwein und etwas Weinessig, und abgeschmeckt mit Cayennepfeffer, wobei man dieses Rezept früher auch mit Zutaten wie gepökelter Kalbszunge, gekochtem Schinken und gehobelten Trüffeln variierte. In der Ausflugs- und Imbissgastronomie sind heute stark vereinfachte Rezepte üblich, die aus Zwiebeln, Gemüsepaprika, Tomatenmark, Knobloch und kleinen Gewürzgurkenstücken bestehen, aufgefüllt mit Brühe, manchmal auch mit einem Schuss Rotwein, abgeschmeckt mit etwas Essig und Paprikapulver, und mit Mehl abgebunden. Manche Rezepte enthalten auch Senf, Chili oder ein wenig Currypulver oder Ajvar-Paprikasauce als Zutat.

 

baer aktuell 215/216 und Bild des Monats

Februar 6th, 2017

Bild des Monats Februar 2017:

Jürgen Raap, „Schwarzmarktgeschäfte“, 2016

Jürgen Raap „Agrippina, Aggripinensis“,

Schild für Karnevalsumzug, 2017

Straßenkarneval in Köln 2017, Fotos: Copyright Raap/Bär 2017

 

Bär aktuell Nr. 215/216, 22. Februar 2017:

Weltbewegende Witze zur Zeit: Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Erdogan machen eine Kreuzfahrt. Das Schiff sinkt. Wer wird gerettet: Die Welt.

Muss man in Karlsruhe darben? In Karlsruhe nicht, aber auf der Fahrt dorthin, denn Herr Bär rät jedem davon ab, im Speisewagen eines ICE, der sich „Bordrestaurant“ nennt, jemals „Nürnberger Rostbratwürstchen“ zu goutieren, da diese nämlich nicht vom Rost kommen, sondern verschrumpelt und geschmacklos aus der Mikrowelle, und wer sich dazu einen Kaffee bestellt, bekommt schon mal zu hören: „Die Kaffeemaschine wird gerade gereinigt!“ Auf die Frage, wie lange das wohl dauern wird, bekam Herr Bär zu hören: „Weiß ich nicht. Das kann dauern“. So sind sie halt bei der Deutschen Bahn, und die Bezeichnung „Bordrestaurant“ soll wohl suggerieren, man befände sich auf einem Schiff. Das ein Eisenbahnzug nicht sinken kann wie ein Schiff, ist nicht tröstlich, denn – halten Sie sich fest – es gibt tatsächlich ortsunkundige Lokomotivführer, die sich verfahren. Als der ICE den Kölner Hauptbahnhof verließ, wunderte sich Herr Bär nämlich, wieso der Zug nicht über die Rheinbrücke Richtung Siegburg und Frankfurt fuhr, wie im Fahrplan angegeben, sondern in die andere Richtung, wo Bonn liegt. Die Mitreisenden beruhigten Herrn Bär, der Lokomotivführer werde schon wissen, was er da macht. Doch auf der Höhe von Brühl kam dann die Durchsage: „Äh, durch einen technischen Defekt… äh, durch ein Versehen unseres Fahrdienstleiters… äh, wir erreichen Siegburg/Bonn mit circa 45 Minuten Verspätung. Wir nehmen jetzt in Brühl einen Richtungswechsel auf das Gleis in der Gegenrichtung vor und fahren zurück nach Köln, und in Köln-West nehmen wir erneut einen Wechsel in der Fahrtrichtung in Richtung Siegburg/Bonn vor. Lufthansa-Passagiere mit Ziel Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen melden sich wegen der Verspätung bitte beim Zugbegleiter in Wagen 26. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen and we wish you a pleasent journey with Deutsche Bahn. Our next stop is Siegburg/Bonn with a delay of 45 minutes“. Den Bahnhof von Siegburg als „Siegburg/Bonn“ zu bezeichnen, ist auch schon ein ziemlicher Euphemismus, denn Bonn ist von Siegburg immerhin gut 15 km entfernt und liegt auf der anderen Rheinseite, aber in Siegburg kann man sich nun rühmen, durch diese Bahnhofsbezeichnung an die große weite Welt des globalen Schienennetzes von ICE-Bordrestaurants angebunden zu sein, mit und in denen man niemals im Meer versinkt, doch genauso gefährlich wie ein sinkendes Schiff ist es, wenn ein Lokomotivführer zum Geisterfahrer wird. In Karlsruhe kam der ICE schließlich mit 56 Minuten Verspätung an, und die Schaffnerin konnte sich einen Anflug von höhnischem Lächeln nicht verkneifen, als sie Herrn Bär belehrte, eine Fahrpreiserstattung gäbe es erst ab 60 Minuten Verspätung. So sind sie halt bei der Deutschen Bahn.

Breaking News: Der deutsche Regenwurm ist vom Aussterben bedroht! Als Herr Bär seine Kindheit in den Trümmerlöchern der Nachkriegszeit verbrachte, galt es als Mutprobe unter den acht- oder neunjährigen Spielkameraden: wer traut sich, einen Regenwurm zu verspeisen? Jene Veganerin, die sich kürzlich darüber beschwerte, dass vom Glockenspiel am Limburger Rathausturm frivolerweise das Kinderlied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ ertönte und besonders würde sie sich über die Liedzeile „Sonst kommt dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr“ erregen, hätte unsere kindliche Mutprobe gewiss nicht gut geheißen. 55 Jahre später steht der Regenwurm in Deutschland auf der Roten Artenschutzliste, wie kürzlich das Internetportal „Umwelt Dialog“ reportierte: „Zwei der 47 Regenwurmarten gelten als im Bestand gefährdet, 14 Arten sind aufgrund extremer Seltenheit gegenüber Bedrohungen, wie Versiegelung, intensiver Landwirtschaft oder globalem Klimawandel besonders anfällig und bei drei Arten war ein negativer langfristiger Trend zu beobachten…“ Aber ich schwöre es beim Augenlicht von Anton Hofreiter: den Octodrilus argoviensis haben wir bei jenen kindlichen Mutproben nicht verspeist – am Rückgang der Regenwürmer sind wir genauso unschuldig wie der Fuchs im Gänsestall, der dort nur seinen natürlichen Raubtierneigungen nachgeht.

Eigenartigerweise hört man in Sachen Bestandsschutz für Regenwürmer diesmal aus den Kreisen der Grünen kein Gezeter von Simone Peter, und auch Volker Beck, der sich gerne zum Schutzheiligen aller Minderheiten unter dem Himmel und auf Erden stilisiert, hüllt sich diesmal in Schweigen.

Lesen Sie dazu in der nächsten Ausgabe von „bär aktuell“: Rettet jetzt stattdessen Martin Schulz den deutschen Regenwurm?

Warum gibt es in „bär aktuell“ keine Witze mehr über die FDP? Aus Pietätgründen. Schließlich respektieren wir die Totenruhe.

Lesen Sie dazu in der nächsten Ausgabe von „bär aktuell“: Rettet Martin Schulz die FDP?

Als der Großvater von Herrn Bär in den 1930er Jahren Bahnhofsvorsteher in Ostpreußen war, fuhren alle Züge pünktlich ab, worauf heute noch sein Enkel stolz ist. Die Leistungsbilanz der heutigen Deutschen Bahn bewertet das „manager magazin“ hingegen als destraströs und das Wirken der ehemaligen Bahnvorstände Hartmut Mehdorn und Rüdiger Grube unverhohlen als „Unfähigkeit der Chefs“. Als möglicher Grube-Nachfolger wird nun ein gewisser Siegfried Russwurm gehandelt, und Herr Bär verkneift sich an dieser Stelle den Kalauer, das sei doch eine schöne essayistische Überleitung vom Aussterben des Regenwurms zur Servicewüste Deutsche Bahn. Hoffentlich wird nicht doch noch der Pofalleri Pofallera Ronald Pofalla oberster Bahnwärter, denn dem kann man noch am allerwenigsten zutrauen, bei der Nulpenhaftigkeit des Bahnmanagements für Abhilfe zu sorgen. Herr Bär weilte mal im Wahlkreis des früheren CDU-Politikers Pofalla in der Gegend von Kleve und sprach mit Leuten, die Ronald Pofalla persönlich kennen, und das Freundlichste, was er dort von dessen Gegnern über Pofalla zu hören bekam, war der Eindruck, der sei in der Realität tatsächlich genauso wie er im Fernsehen rüberkommt. Das Wort „Lachnummer“ war zwar nicht gefallen, aber man kann sich auch so sein Teil denken.

Lesen Sie dazu in der nächsten Ausgabe von „bär aktuell“: Rettet Martin Schulz die Deutsche Bahn?

Der Kunstkritiker Wolfgang Ullrich verwies neulich in einer Kolumne auf die amerikanische Schriftstellerin Joyce Carol Oats, die behauptet hatte, Donald Trump sei der Jeff Koons der Politik: beide, der Immobilientycoon Trump und der Pop-Künstler Koons, verstoßen gegen den „guten Geschmack“. Immerhin will der Künstlerdarsteller Jeff Koons mit seiner Kitschkunst nur Geld verdienen, während dem Club der Milliardäre in der US-Regierung die Erotik der dicken Brieftasche allein nicht mehr genügt, und stattdessen der Lustgewinn aus der Ausübung von Macht und bisweilen auch aus deren Missbrauch geschöpft wird. Dass manch einem von ihnen aber auch das nicht reicht und er sich deswegen in einem Moskauer Hotelzimmer gerne von einer Domina vertrimmen lässt, ist aber wohl eher eine Fake News-Erfindung der russischen „Lügenpresse“.

Deutsche Politiker sind im Vergleich mit amerikanischen seriöser, aber auch langweiliger – und ihre Langweiligkeit ist die Crux, warum es ihnen schwerfällt, den brachialen Populisten Paroli zu bieten. Brot allein reicht nicht; das Volk will nämlich immer Brot und Spiele gleichzeitig. Über Sigmar Gabriel lässt sich auch in seiner neuen Rolle als Außenminister nur sagen, er sei auch jetzt nur beleibter als beliebter, angesichts des Schulz-Hypes, den seine Partei derzeit erfährt: Mittlerweile kennt nämlich jeder Schulzens Heimatort Würselen, wo der neue SPD-Messias wie ein Halbgott verehrt wird und im lokalen Dialekt jetzt schon „Zinter Mätes“ genannt wird. Die Würselener sehen sich hinsichtlich der weltpolitischen Bedeutung ihrer Stadt dank Schulz nun sogar auf Augenhöhe mit Washington, und der endgültigen Heiligsprechung von Martin Schulz steht nur noch die Prüfung entgegen, dass er dem Teufelswerk der Einführung von Eurobonds und einer europaweiten Bankenhaftung widersteht, damit eben nicht die Kunden der Stadtsparkasse Würselen mit ihren Sparbucheinlagen für die Schulden, faulen Investmentbank-Kredite und Devisentermingeschäftszockereien der Hallodris in Politik und Bankwesen bluten müssen.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe von „bär aktuell“: Gelingt Martin Schulz auf dem nächsten Bundesparteitag der SPD die Speisung der Fünftausend mit einer einzigen Martinsgans?

© Raap/Bär 2017

Unbedingt mal anklicken:

https://www.youtube.com/watch?v=165axVRXBBc

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Nasi Goreng

Nasi Goreng ist ein Standardgericht der indonesischen Küche, wobei der vorgekochte Langkornreis mindestens zwei Stunden oder sogar einen halben Tag lang ruhen muss, bevor man ihn brät. In einer Pfanne oder in einem Wok brät man in Erdnussöl oder Palmöl kleingehackte Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Poreestreifen, ein paar Stückchen Chilischote und Knobloch an, fügt Hühnerfleisch und/oder Schweinefleisch in dünnen Scheiben hinzu, sowie Champignons und Erbsen. Man kann auch Streifen von gekochtem Schinken und Schweinebratenaufschnitt nehmen und Röstzwiebeln aus der Tüte hinzufügen, sowie Omelettstreifen oder Rührei. Würzen mit Salz, Sambal Oelek, bei Bedarf auch mit etwas Curry und Gelbwurzel (Kurkuma), etwas Sojasauce. Dazu reicht man Krabbenbrot (Kroepeok).

Gebratener Reis „Kuala Lumpur“ ‚a la Karl-Josef Bär

In heißem Erdnussöl Streifen von der Hühnerbrust mit Zwiebeln, Knobloch, Erdnüssen und Chashewkernen kurz scharf anbraten, Wasser oder Geflügelfond hinzugeben, Streifen von rotem und grünem Paprika, Gurkenstücke, vorher in Wasser eingeweichte chinesische Trockenpilze oder Champignons, bei Bedarf ein paar Ananasstücke oder frische Mangostücke, ein Schuss Limettensaft, würzen mit etwas Sojasauce, Cayennepfeffer/Sambal Oelek, grünem Curry, Zitronengras, geriebenem Ingwer, Kreuzkümmel, frischer Minze und frischem Koriander.

Schaschliksauce

Schaschlik ist ein Fleischspieß in der traditionellen Küche Russlands, der Kaukasusländer und der westasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken, d.h. im Siedlungsraum der Turkvölker, auch in Teilen des Balkans und in Ungarn. Man nimmt dafür Würfel von Lamm- Rind- oder Schweinefleisch, die man abwechselnd mit großen Zwiebelstücken und Speck auf die Spieße steckt, manchmal auch zusätzlich mit Tomatenhälften oder Paprikastücken. Um das Fleisch zarter zu machen, empfiehlt es sich, es vorher zu marinieren. Die Spieße legt man auf den Grill oder brät sie in der Pfanne relativ kurz; in der deutschen Imbissküche lässt man Schweinefleischspieße auch längere Zeit im Sud schmoren, bis das Fleisch schön weich ist. (die bis in die 1980er Jahre übliche Variante Nierenschaschlik wird heute allerdings kaum noch angeboten). Die Schaschliksauce besteht aus Zwiebeln, die man in Öl andünstet, dann fügt man klein gepressten Knobloch, klein gehackte Tomaten und/oder „pomodori pelati“ (geschälte Tomaten mit Saft aus der Dose hinzu), und ein paar kleine Stückchen von der Chilischote oder Tabasco. Abschmecken und würzen mit Salz, etwas, Curry, Paprikapulver, Tomatenketchup, Worcestershiresauce und Oregano.

Paella valenciana Eine flache Metallschüssel mit Namen „patella“ wurde um 1900 in Valencia als „Paella“ bzw. „paellera“ für die Metallpfanne sprachlich abgewandelt, in der man ein Reisgericht mit Safran zubereitet, das man auch „Paella“ nennt. Die klassische Paella Valenciana besteht nur aus diesem Safranreis mit weißem Fleisch (Hähnchen oder Kaninchen), zerkochten frischen Tomaten, Erbsen, grünen Bohnen, weißen Bohnen, reichlich Knobloch, manchmal auch rotem Gemüsepaprika, gewürzt mit Salz, Pfeffer, Paprika und Rosmarin. Üblich ist in der spanischen Tourismus-Gastronomie heute aber auch eine Anreicherung mit Meeresfrüchten, die man aber separat anbrät und erst später mit dem Fleisch vermischt. Man nimmt Langkornreis (Risottoreis wäre zu stärkehaltig). Wenn dieser weichgekocht ist, gibt man ihn zu dem Fleisch und dem Gemüse in die Paella-Pfanne, mit etwas Wasser oder Hühnerbrühe, aber anschließend wird dann kein Wasser mehr nachgegossen. Zum Servieren dekoriert man die Oberfläche mit gebratenen Langostinos, Gambas, Tomatenscheiben und Zitronenscheiben.

Kompes nennt man im Aachener Raum und damit auch in Würselen durch Milchsäuregärung konservierten Weißkohl, also Sauerkraut, und gleichfalls ein Gericht, das mit Sauerkraut, Kartoffelpürree und der Blutwurst „Öcher Puttes“ serviert wird.

 

bär aktuell 212/213/214 und Bild des Monats

Januar 1st, 2017

Bild des Monats Januar 2017:

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Jürgen Raap, Das gefundene Wäschestrück, 2016

Bär aktuell Nr. 212 – 3. Jan. 2017

Bärs Beitrag zum Luther-Jahr 2017: die Kardinal Frings-Diät Vorbei sind die Zeiten, da man die Schacherer und Wucherer aus dem Tempel vertrieb, und so wird das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ von krämerseelenhaften Trittbrettfahrern begleitet, deren frivole Marketingideen in „Luther-Nudeln“ und „Luther Quietschenten“ münden. Luther-Nudeln? Nun ja, der Reformator hat ja schließlich von sich selbst behauptet, er „fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher“, aber mit den Luther-Nudeln ging ein Marketing-Gag insofern in die Hose, weil nämlich diese Art Teigwaren bekanntlich bereits längst vorher die „Pastafaris“ von der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ für sich reklamiert haben, die im brandenburgischen Templin regelmäßig eine „Nudelmesse“ abhalten. Jener Makkaroni-Kirche hat jedoch das Land Brandenburg freilich noch nicht „die Grundrechte einer Religionsgemeinschaft“ zugebilligt. Herr Bär hat sich unterdessen dazu entschlossen, den Ess- und Trinkgewohnheiten Martin Luthers mit der „Josef Kardinal Frings“-Diät zu folgen, einer Fastenkur, die auf dem rheinischen Prinzip beruht: Man muss auch mal ein Opfer auslassen können, einem geflügelten Wort des Kardinals zufolge. Wer wie Herr Bär mit willigem Geist aber mit ständig wiederkehrendem Heißhunger auf alles, was nach den Diätempfehlungen des Hausarztes eher nur maßvoll genossen werden soll, solchermaßen die Kardinal-Frings-Diät als eine Variante lutheranischer Essgewohnheiten begreift, dem ist auch sonst nichts Menschliches fremd, und so bringt Herr Bär Verständnis für das Eingeständnis von Sigmar Gabriel auf, er schaffe es nicht aus eigener Willenskraft, durch Mäßigung beim Essen abzunehmen, weshalb er, Gabriel, sozusagen ein Bruder im Geiste des der Völlerei nicht abgeneigten Martin Luther, sich operativ den Magen verkleinern ließ. Ob Sigmar Gabriel als möglicher Kanzlerkandidat der SPD etwas abgespeckt beim Wahlvolk besser punkten könnte, sei aber dahin gestellt. Olaf Scholz indessen, von Gabriel auch schon mal als möglicher Spitzenkandidat seiner Partei in die Diskussion gebracht, wirkt hingehen eher so, als ob er die letzten zwanzig Jahre Manager bei der Deutschen Schlafwagen-Gesellschaft gewesen wäre, während der Kabarettist Jürgen Becker sich vorstellen kann, ein anderer möglicher Merkel-Herausforderer, nämlich Martin Schulz, tauge gewiss auch gut als neuer Präsident des Festkomitees Kölner Karneval – unvergessen ist nämlich die Aufnahme des österreichischen TV-Senders ORF, wie Martin Schulz auf Europa-Wahlkampftour im Auto voller Inbrunst und mit Tränen in den Augen den kölschen Evergreen „En unserem Veedel“ sang. Für Jürgen Becker ist Martin Schulz ansonsten „ein Kämpfer: der hatte mal in Würselen eine Buchhandlung aufgemacht. In Würselen! Wer das schafft, der kann auch die SPD retten“. Doch Schulz will möglich nicht, nämlich Kanzlerkandidat werden und die SPD retten, er ziert sich nämlich, und Gabriel kann’s nicht, meint jedenfalls die Mehrheit bei den Meinungsumfragen.

Die Selfie-Manie sich selbst überall und nirgends zu fotografieren und derlei Bilder in den Orkus des Word Wide Web zu posaunen, hat inzwischen Unterkategorien und damit neue Wortschöpfungen hervorgebracht. Wenn Frauen sich mit entblößter Brust fotografieren, nennt man das jetzt allen Ernstes „Brelfie“, und wenn auch noch der Gatte mit aufs Bild muss, heißt das dann „Relfie“ (von „Relashionship“-Selfie, also Beziehungsfoto). Wenn die Gattin mit Vornamen gar Elfi heißt, ist das dann ein „Elfi-Relfie“.

Bärs Humor-Kritik: Der politisch korrekte Frank-Walter Steinmeier-Witz eines Büttenredners im Kölner Karneval veralbert die begrenzten rhetorischen Fähigkeiten und damit die eher einschläfernde Wirkung des Außenministers und künftigen Bundespräsidenten: die Firma Valium überlege, ihren Pillenschachteln Steinmeiers Reden demnächst als Beipackzettel beizufügen. Tusch und Klatschmarsch. Bärs Urteil: ein Witz zum Mitdenken; Pointe kommt langsam. Als Variante dazu könnte man auch den Gag raushauen, bei jedem Redebeitrag Steinmeiers im Bundestag mutiere dass Plenum zur gähnenden Pyjama-Party. – Da die Grünen die anstehenden Wahlkämpfe in diesem Jahr dank ihrer bisweilen überambitioniert drauflos plappernden Parteichefin Simone Peter schon so frühzeitig versemmelt haben wie noch nie, war es für die Zunft der Büttenredner nie leichter als jetzt, mit Altmännerwitzen über das weibliche Führungspersonal der Öko-Partei stehende Ovationen einzuheimsen. Wo die Geschmacksgrenzen bzw. jene der gesinnungsethischen Korrektheit zu liegen haben, ist in der Humorkultur indessen von Land zu Land unterschiedlich. Der britische TV-Sender BBC erntete in den sozialen Medien jedenfalls einen Shitstorm für seine Satiresendung „Real Housewifes of ISIS“, als dort in einem Sketch vermummte Terroristengattinnen jammerten: „Es sind nur noch drei Tage bis zur Enthauptung, und ich weiß nicht, was ich anziehen soll“. BBC setzte jedenfalls nach den Protesten weitere Folgen dieser Serie ab. Während bei der Herrensitzung der Kölschen Grielächer der ornithologische Vortrag des Büttenredners Jupp Menth in der Rolle des „kölschen Schutzmannes“ unbeanstandet blieb, Claudia Roth werde in der Paarungszeit sogar von Buntspechten angeflogen, dabei habe sie „von Vögeln keine Ahnung“, wurde indessen wegen eines solchen Claudia Roth-Witzes gegen diesen Redner bei der Karnevalssitzung der IG Metall Auftrittsverbot verhängt. Der Kölner „Express“ bemühte daraufhin einen Brauchtumsforscher und ließ diesen erklären, Auftrittsverbote gegen Büttenredner habe es in Köln zuletzt in der Nazi-Zeit gegeben. Hier sieht sich Herr Bär allerdings zu der brauchtumshistorischen Korrektur veranlasst, dass solch ein Auftrittsverbot in den 1960er Jahren auch noch den Karnevalisten Horst Muys traf, der in seiner Typenrede als „Dä liebe Jung aus Köln am Rhein“ ebenfalls mit einem Tier-Witz der Zensur zum Opfer fiel („Treffe ich eine Frau mit einer Katze auf dem Schoß und frage: Gnädige Frau, darf ich mal Ihre Muschi fotografieren? Säht die Frau, ja, jut, ävver wer hält dann esu lang de Katz?“) Was Sigmund Freud in seiner Abhandlung „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten“ speziell über den schwarzen Humor analysierte, gilt indessen für den Witz schlechthin – in das Lachen über die Pointe mündet nämlich immer eine Triebabfuhr, und so ist das Erzählen makabrer Witze oder auch solcher mit derben obszönen und skatologischen Anspielungen ein Ventil für die Auseinandersetzungen mit den Tabus in der jeweiligen Gesellschaft – es ist mithin eine flüchtige Lockerung von Verdrängungen durch eine verbal-symbolische Verharmlosung des Verbotenen, des Tragischen oder gar des Bösen. Gemeinhin werden Tabus als gesellschaftliche Normen auf der Ebene des Über-Ich definiert und reguliert – in der Zeit des Bismarckschen Kulturkampfes um 1875/1880 waren z.B. im Kölner Karneval Witze über den Erzbischof offiziell tabu, um die konfessionellen Gegensätze nicht noch mehr zu verschärfen. Die Verspottung und die Schadenfreude, die im Witz transportiert wird, wirkt im Freudschen Sinne jedoch psychisch entlastend und befreiend – aber folgt man der Auffassung des Kirchenvaters Lucius Caecilius Firmianus Lactantius, „religio“ leite sich vom lateinischen Verb „religare“ für anbinden oder rückbinden ab, dann geht es in jeder Religion grundsätzlich weniger um eine Befreiung des Individuums in einem modernen emanzipatorischen Sinne, sondern um eine Bindung, die vor allem auch eine ideologische ist. Deswegen ist den religiösen Eiferern jeglichen Couleurs der Humor immer fremd, und ebenso den sonstigen strengen Moralisten, die lieber einem alttestamentarischen Zorn frönen als der verständnisvollen und versöhnlich gestimmten Milde, weil ihnen eine freudianische „Wiederschließung frühkindlicher Lustquellen“ durch sublimes Ausleben des Ferkeligen (stellvertretend für alles Triebhaft-Animalische) in höchstem Maße suspekt ist. Denn die Idee der religiösen Frömmigkeit und jene politischen Korrektheit ist an eine sehr komplexe Idee von Reinheit, Vollkommenheit und Unschuld gekoppelt – der „schmutzige Witz“ ist dann das genaue Gegenteil davon. Ideologisch verwandt mit einer solchen Auffassung ist übrigens auch die Durchsetzung einer sozialen und politischen Hygiene als „Säuberung“ oder „Säuberungswelle“ in autoritären Systemen: vor allem Diktatoren sind in der Regel bekanntlich auch äusserst humorlos. Doch schon in den spätmittelalterlichen Fastnachtsspielen wurden das Körperliche und auch das Animalische immer wieder ins Groteske gesteigert (und dabei auch das Klerikale erotisiert) – hier finden wir einen der theatergeschichtlichen Anfänge der Komik. Etwas „in den Dreck ziehen“ geschieht im Wortwitz auf einer Ebene der Metaphorik als Brechung von Entrückung, Überhöhung und Erhabenheit – wenn wir im Witz Politiker lächerlich machen, zerren wir sie auf den Boden, auf das Erdige, Staubige, mithin in unsere ureigene Sphäre zurück.

© Raap/Bär 2017

Essen und Trinken mit Karl-Josef Bär

Paprika-Feigen-Salat

Die Feige zählt zu den Maulbeergewächsen; sie zählt zu den ältesten Nutzpflanzen und wird in Europa heute vorzugsweise im Mittelmeerraum angebaut. Die Hochsaison ist zwischen August und November; frische Feigen sind bei vielen orientalischen Obsthändlern oder in Feinkostläden aber das ganze Jahr über erhältlich, in den Wintermonaten als Importware aus Übersee. Ernährungsphysiologisch gelten Feigen als blutreinigend und verdauungsfördernd. Zum Paprika-Feigensalat nimmt man eine Marinade aus Olivenöl, ein paar Spritzern Zitrone, Salz, Pfeffer, eine Messerspitze Senf, Sesamkörnern, Lauchzwiebeln, Streifen von gelbem oder grünem Spitzpaprika, Roma-Salatblätter, frischen Feigen, dazu etwas Ziegenkäse oder Gorgonzola und frische Basilikumblätter.

Tourteau-Crabe Der Taschenkrebs hat einen glatten bräunlichem Panzer mit 20-25 cm Durchmesser, während die Meeresspinne (Araignée) weniger stark entwickelte Scheren und einen rötlichen Panzer hat. Taschenkrebse kommen in der Nordsee und im östlichen Atlantik vor; sie gehören zu den kulinarischen Standards der bretonischen Küche. Meeresspinnen halten sich im Winter in tieferen Gewässern auf und kommen im Frühjahr in küstennahe Regionen. Taschenkrebse haben mageres, proteinreiches Fleisch. Das meiste davon steckt in den Scheren, die man am beste mit einer Krebszange oder einem Nussknacker knackt, und unter dem Panzer. Man setze einen Sud an mit Wasser, Zwiebeln, Knobloch, etwas Sellerie, Petersilienwurzeln und einer Tomate (falls man für einen zweiten Menügang Schalen von Krabben oder Scampi übrig hat, koche man diese mit), gieße dann das zerkochte Gemüse ab, fülle die Flüssigkeit mit Hummerfond auf und lasse den Krebs darin 10 min. kochen, füge zum Schluss etwas frischen Dill hinzu. Am besten schmeckt er dann kalt mit Knobloch-Mayonnaise und Weißbrot zu einem trockenen Weißwein von der Loire. Aus dem Sud kann man dann mit Hummerpaste noch eine Krebssuppe zubereiten.

Banane „Siem Reap“ à la Karl-Josef Bär

In einem Topf mit wenig Wasser 1 Sternanis, Stücke von Zimtstange und Ingwer weichkochen, bei Bedarf auch 1 TL Honig hinzufügen. In einer Kasserole Bananen mit Erdnüssen und Ingwerstücken spicken, mit Butter bestreichen und mit Kokosraspeln und Sesamkörnern bestreuen, mit dem Sud übergießen und im vorgeheizten Backofen 10 Min. erhitzen. Wer will, kann anschließend auch noch separat erhitzte Vanillesauce darüber gießen.

Bär aktuell 213 – 11. Januar 2017

Beachten Sie bitte folgende Terminhinweise:

Sonntag, 15. Januar 2017, 13 Uhr.

Vernissage zur Ausstellung

„Katharina von Bora – von der Pfarrfrau zur Bischöfin – Künstlerpaare“

mit einem Ausstellungsbeitrag von Siglinde Kallnbach und Jürgen Raap

und

Siglinde Kallnbach:

a performancelife für die Opfer von Terroranschlägen

ein Performance-Stückwerk

Frauenmuseum Bonn

Im Krausfeld 10, Bonn-Nordstadt


Dienstag, 31. Januar 2017, 19 Uhr

Siglinde Kallnbach: VERSUCHE

ein (Performance)-Stückwerk

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Reinhold-Frank-Str. 67, 76133 Karlsruhe


 

Bild vom karnevalistischen Empfang der Bezirksvertretung Köln-Ehrenfeld

Januar 2017 („Prummesitzung“),

Foto: Copyright Kallnbach/Raap/Bär

 

 

bär aktuell 210/211 und Bild des Monats

Dezember 5th, 2016

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Bild des Monats Dezember 2016:

Jürgen Raap, Junger Mann zum Mitreisen gesucht, 2016

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Bar in Mainz

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Bausünde in Mainz

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Assmannhäuser Höllenberg, Foto: S. Kallnbach

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Schloss Rüdesheim

 

Werbung in Rüdesheim

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Loreley, Foto und Copyright: S. Kallnbach

Bär aktuell Nr. 210 – 3. Dez. 2016

Bär polyglott – unterwegs mit Herrn Bär – Trifft man im rheinischen Weinort Rüdesheim in der berüchtigten Drosselgasse auf Chinesen, so benehmen die sich wie harmlose Touristen. In Wirklichkeit sind sie aber wohl Investoren, und zwar solche, vor denen uns der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in einem seiner seltenen wachen Momente neulich gewarnt hat: man dürfe denen nicht das Know How in unseren Schlüsseldindustrien überlassen, mahnte Gabriel, und wer Sigmar Gabriel ernst nimmt, der hält jetzt jeden Chinesen, der auf dem Rüdesheimer Weihnachtsmarkt hemmungslos herum fotografiert, für einen Wirtschaftsspion, der sich das Geheimrezept von Schwester Hildegards Äbtissinnenlikör aneignen will. Das Destillat aus dem örtlichen St. Hildegard-Kloster enthält Ceylonzimt, Angelikawurzel und -halten Sie sich fest!- auch noch Kalmuswurzel, mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Huhu, Herr Gabriel, wer mit derlei staatsbürgerlicher Verantwortung um der Spionageabwehr willen den Chinesen gegenüber verschweigt, dass besagter Rüdesheimer Klosterlikör auch noch Ysopkraut enthält, der hat ja wohl das Bundesverdienstkreuz verdient (huhu, Herr Gabriel, bitte das Bundesverdienstkreuz nicht per DHL zu Herrn Bär schicken, denn die sind zu faul zum klingeln und schieben immer nur eine Paketabholkarte unter der Haustür durch). In der Drosselgasse wirbt auch eine Künstlerin namens Bea Schröder, in Personalunion Wirtin des „Theater-Cafés“, für sich und ihre Kunst auf englisch (ihre Kunst sei „famous“=berühmt) und auf chinesisch, aber das interessiert die Chinesen weniger, die sich lieber von der Getränkekarte das Rezept für „Rüdesheimer Kaffee“ abschreiben: Kaffee, ein Schuss Asbach Uralt und darauf ein Sahnehäubchen. Wer stattdessen lieber im „Restaurant Schloss Rüdesheim“ einkehren und dort Wein, Weib und Gesang frönen will, der trifft im Gastraum auf ein mechanisches Klavier, das die „Capri-Fischer“ intoniert, was zu einem rheinischen Weinort zwar nicht ganz passt, aber nun ja, der Rotwein vom benachbarten „Assmannshauser Höllenberg“ gleitet auch zu diesen Klavierklängen samtig-süffig über die Zunge, und eine Inschrift informiert darüber, dass hier Johann Wolfgang von Goethe am 15. August 1814 nächtigte und beim Genuss eines Rheingau-Rieslings oder auch eines „Assmannshäuser Höllenbergs“ begeistert ausrief: „Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein“. Herr Bär hätte sich sofort in Zimmer 24 einquartiert, wo vor 202 Jahren der Dichterfürst sein Haupt zur Ruhe bettete, um sich von diesem genius loci zur Abfassung von „Faust IV“ inspirieren zu lassen, aber das Zimmer war gerade belegt, und so bleibt es jetzt nun doch bei „bär aktuell“. Der Weihnachtsmarkt in Rüdesheim nennt sich übrigens „Internationaler Weihnachtsmarkt“, und international daran ist die Tatsache, dass den Stand mit Leuchtlampen in Form eines Weihnachtssterns ein Afrikaner betreut und jenen mit Produkten aus Alapaka-Wolle, nun ja: ein Chinese, den seine Landsleute ausfragen, wo sie als Investoren am besten ihr Geld anlegen (Antwort des Standbetreuers: am besten in Alpaka-Wolle). – Weiter geht’s nach Mainz, wie es singt und lacht, und für Wein, Wein und Gesang verbürgt sich hier unweit des Mainzer Domes die „Bar zu Hölle“, die als „Bar mit Niveau für den anspruchsvollen Gast“ firmiert, dies allerdings unter wahrscheinlicher Missbilligung des örtlichen Erzbischofs, und in der mitunter auch der Vorstand der KP-Ortsgruppe Shanghai auf Investorentour die Parteikasse versäuft, um das niveauvolle Etablissement später beschwingt mit dem Spruch auf den Lippen zu verlassen: „Wenn einem soviel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert“, was sie allerdings phonetisch wie „ulalt“ artikulieren (Huhu, Marketingabteilung von „Asbach uralt“: für diese Schleichwerbung als kleines Dankeschön bitte einen Karton „Asbach uralt“ an die Adresse von Herrn Bär schicken, aber bitte nicht per DHL, denn die sind zu faul zum klingeln und schieben immer nur eine Paketabholkarte unter der Tür durch). Nach ihrer Rückkehr nach Shanghai müssen sie auf dem Parteitag wahrscheinlich Selbstkritik üben, weil sie außer einer leeren Parteikasse nur das Rezept für „Rüdesheimer Kaffee“ und einen Pullover aus Alpaka-Wolle vom Weihnachtsmarkt mitgebracht haben. Ansonsten fallen Herrn Bär im Stadtbild von Mainz die architektonischen Bausünden auf, die es auch letztes Mal hier schon zu besichtigen gab, aber nun ja, Mainz bleibt Mainz. In der ersten Kneipe, die Herr Bär ansteuert, wird als Bier „Sion Kölsch“ ausgeschenkt, der örtliche Fußballverein „FSV Mainz 05“ bewirbt seine Spiele im Europacup in der Schreibweise „Europakapp“, und damit den Gag auch jeder versteht, zusätzlich mit dem Symbol einer Narrenkappe, und ein örtlicher Karnevalbedarfsladen hat sein Schaufenster zur Weihnachtszeit nicht etwa mit Nikolausmützen dekoriert, sondern mit Funkenmariechenkostümen, und das macht einem Touristen aus Köln die Stadt dann doch irgendwie sympathisch: „Nä, he süht et wirklich us, wie bei uns ze Hus“ (einschließlich der architektonischen Bausünden, wie man sie auch aus Köln kennt). – Dass indessen in Mannheim die wenigen noch vorhandenen architektonischen Hinterlassenschaften des barocken Kurfürsten Carl Theodor heute im restlichen Stadtbild durch Neubauten im Stil einer missratenen Sparkassengebäude-Ästhetik gemeuchelt werden, hat Mannheim den Ruf eingetragen, das „Bielefeld des Südens“ zu sein, doch als regionale Spezialität bieten die Metzgereien hier eine „Mettwurst zum Rohessen“ als „Bratwürstle“ an. Herr Bär dachte sich, Weltoffenheit demonstriert man in der Fremde am besten durch Neugier auf Unbekanntes, schließlich ist man ja auf einer Bildungsreise, und so erkundigte er sich, warum die Mettwurst so heißt, und bekam als Antwort: „Die kann man auch braten“.

Essen und trinken mit Herrn Bär

Mett- und Bratwurst unterscheiden sich in der Rezeptur durch einen unterschiedlich hohen Fettanteil – die klassische Mettwurst hat etwa 15 Prozent Fettanteil, und für diese wird kein Bauchfleisch verarbeitet, in der Bratwurst jedoch durchaus, die mindestens 40 Prozent Fettanteil hat. Mett ist zudem immer grob gewolft (Ausnahme: feine Rügenwalder Teewurst), Bratwurstfleisch oft auch fein gekuttert. „Mett“ meint im Niederdeutschen gehacktes Fleisch ohne Speck. Die kleinen dünnen Nürnberger Rostbratwürste sind mit Salz, Pfeffer etwas intensiver mit Majoran gewürzt als andere Sorten. Fakultativ sind eine Prise Piment, etwas Narzisblüte oder auch eine Spur Zitrone. Für die Thüringer Rostbratwurst ist als Rezept für 2 kg Schweinefleisch an Zutaten überliefert: 4 Eier, Semmelmehl, Milch, 36 Gramm Salz, 5 Gramm Pfeffer, Kümmel, Muskat, ½ Knoblochzehe. Andere Varianten des Rezepts nennen auch noch als weitere Zutaten Senfkörner und Majoran.

Bär aktuell Nr. 211  -22. Dez. 2016

Deppen-Ranking Mit Abstand die Nr. 1 im diesjährigen Deppen-Ranking ist Jeff Sessions, Senator aus Alabama und im künftigen Kabinett von Donald Trump designierter Justizsenator. Durch den Staatsanwalt Thomas H. Figures ist als Aussage unter Eid die Bemerkung von Sessions verbürgt: „Der Ku-Klux-Klan war fein – bis sie begonnen haben, Marihuana zu rauchen”. Dass durch einen bekifften Ku-Klux-Klan für den strammen Senator die Welt aus den Fugen gerät, im Umkehrschluss durch einen unbekifften nach dessen Ansicht aber wohl hingegen nicht, ist so ziemlich das dämlichste, was man aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und mittlerweile auch der unbegrenzten Blödheit) zu hören bekam. Zu den schrägsten gedanklichen, politischen und sonstigen Fehlleistungen in diesem Jahr gehört ohne Zweifel auf dem zweiten Platz die völlig hirnrissige Idee des mittlerweile ehemaligen britischen Regierungschefs David Cameron, seinen Wählern zu versprechen, für den Fall seiner Wiederwahl werde er ein Brexit-Referendum abhalten, in der Hoffnung, die Abstimmung ginge dann doch wohl Pro-EU aus. So dämlich verzockt hatte sich im Polit-Betrieb der letzten Jahre sonst nur Gerhard Schröder, als er 2005 Neuwahlen ausrief und damit den Weg für Mutti Merkel als Nachfolgerin freimachte. Die kriegt jetzt den Hals nicht voll und will noch vier Jahre weiter merkeln. Jan Böhmermanns Idee, Mutti Merkel nackt abzubilden, war gar nicht von Böhmermann, sondern ziemlich platt aus einem Video des Hip Hoppers Kanye West geklaut, und dies rechtfertigt Platz 3. Derlei Böhmermannsche Einfallslosigkeit bestätigt erneut Herrn Bärs Einschätzung, dass er von der intellektuellen Brillanz eines Kurt Tucholsky Lichtjahre entfernt ist. Platz 4 nimmt nicht etwa Donald Trump wegen seiner scheußlichen Frisur ein, sondern die Demoskopen, die nicht wahrhaben wollten, dass man auch mit solch einer Frisur in den USA Präsident werden kann. Auf die Idee, sich die Haare quer über die Pläät zu kämmen, kam übrigens als erster der Sportmoderator Ernst Huberty, der Leuten wie Herrn Bär aber nur wegen dieser Frisur in Erinnerung ist, während sein Kollege Heribert Fassbender intellektuelle Brillianz mit dem Satz bewies: „Es steht 0:0, es könnte auch andersherum stehen“. Daran sollte sich Jan Böhmermann mal ein Beispiel nehmen. – Herrlich trottelig stellte sich ebenfalls die SPD-geführte rheinland-pfälzische Landesregierung an, der es nicht reichte, den Nürburgring wirtschaftlich gründlich in den Sand gesetzt zu haben, weshalb sie beim Versuch, den Flughafen Hahn zu verkaufen, dann auch noch auf einen chinesischen Hochstapler herein fiel und damit Anspruch auf Platz 5 bei diesem Deppen-Ranking hat. – Ausgerechnet auf dem Kölner Hohenzollernring, der nachts als Hochburg von Antänzern und anderen Taschendieben gilt, wedelte ein 19jähriger mit einem Geldbündel voller 500 Euro-Scheine herum und fragte einen Disco-Türsteher übermütig: „Könnt ihr das wechseln?“ Ein paar Minuten später sprach ein Straßenräuber den Geldbündelbesitzer an und fragte: „Sind die Scheine auch echt? Zeig doch mal her…“ Wie die Geschichte weiter ging, kann sich jeder denken, und der Vollhorst landet auf Platz 5, gefolgt auf Platz 6 von dem ebenfalls höchst deppenhaften hessischen Bäckerlehrling, der als Hippie durch Mallorca tingelte und beim Versuch, in freier Wildbahn sein Klopapier zu verbrennen, gleich den ganzen Wald anzündete. – Allzu sehr hochgestapelt hatte die Essener SPD-Politikerin Petra Hinz mit der Fälschung ihrer Biografie, sich ein Abitur anzudichten, das sie in Wirklichkeit nie gemacht hatte (Platz 7). Mit ihren üppigen Bundestagsdiäten hätte sie sich auch problemlos den Titel einer Prinzessin von Anhalt kaufen und damit die Seiten der Regenbogenpresse füllen können, und die Wiederwahl wäre dann zumindest bei der Leserschaft den „Goldenen Blatts“ gesichert gewesen, die mit ihrer detaillierter Kenntnis über die dynastischen Verwicklungen des hohen und niederen Adels zwischen „Petra von Anhalt“ und „Marcus von Anhalt“ zu unterscheiden gewusst hätte. Letzterer belehrte kürzlich in einem Gerichtsprozess den Richter über die steuerliche Absetzbarkeit eines Luxusautos, er, Marcus von Anhalt, sei der einzige, der sich im deutschen Steuerrecht richtig auskenne, was ihm jedoch nichts nützte und eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis und hier Platz 8 einbrachte. Platz 8 belegt Alexander Gauland von der AfD, dem die deutsche Fußballnationalmannschaft nicht deutsch genug ist und der allen Ernstes dem Fußballer Jerome Boateng unterstellte, man wolle ihn „nicht als Nachbarn haben“, was dann selbst die sonst arg betuliche und immer um Beschwichtigung bemühte Mutti Merkel als einen „niederträchtigen und traurigen Satz“ empfand – bei Mutti Merkel sind solch seltene klaren Worte immerhin denn doch bemerkenswert. – Nicht sehr schlau stellte sich auch der „Hühnerbauer Ralf“ an, der in der TV-Sendung „Bauer sucht Frau“ letztlich doch nicht die Bäuerin fürs Leben fand, später eine Tankstelle überfiel und bei seiner Geldforderung durch seine Strumpfmaske so fürchterlich nuschelte, dass die Kassiererin gar nicht verstand, was er eigentlich wollte. Anschließend fuhr „Hühnerbauer Ralf“ mit dem eigenen Audi davon und wunderte sich, wieso man ihn anhand des Kennzeichens so schnell identifiziert hatte (Platz 10).

Essen und Trinken mit Karl-Josef Bär

Sauerkrautsuppe

Sauerkrautsuppe hat ihren festen Platz in der Küche Österreichs, Russlands und anderen osteuropäischen Ländern. Man brät Zwiebeln in heißem Fett (Schmalz oder Butter) an, fügt Kartoffeln und Möhren hinzu und schwitzt sie leicht an. Dann gießt man den Topf mit Rinderbrühe auf. Das Sauerkraut kocht man ca, 30 Min. separat mit ein paar Pfefferkörnern, einem Lorbeerblatt 1-2 Wacholderbeeren ebenfalls in Rinderbrühe und kippt dann den Inhalt der beiden Töpfe zusammen. Für einen Beutel Sauerkraut benötigt man 1 Liter Rinderbrühe. Dazu kann man als Wursteinlage Scheiben von polnischer Krakauer oder ungarischer Debreziner nehmen und zum Abrunden der Würze frischen Knobloch hineinpressen.

Tomatensauce aus Ghana – hierzu brät man separat Zwiebeln, Knobloch und klein geschnittene Tomaten an, fügt etwas Wasser hinzu und lässt das Ganze so lange köcheln, bis die Tomaten zerkocht sind, mischt dann die Pfefferpaste und 1 TL Tomatenmark unter. Je nach Geschmack, ob man es milder oder schärfer haben will, mit Pfeffer oder Chili (vorsichtig!) nachwürzen. Chili ist ein umgangssprachlicher Name für eine besonders scharfe Paprikaschote; sie enthält einen besonders hohen Anteil an Capsaicin, das die Schärfe erzeugt. Andere Würzmittel reizen die Geschmacksnerven auf der Zunge, Capsaicin ruft jedoch einen Hitze- und Schmerzreiz hervor, weshalb man – wenn man an den Genuss nicht gewöhnt ist oder Schärfe nicht verträgt – beim Essen Schweißausbrüche erlebt. Eine Alternative ist vorsichtig dosiertes Rosen-Paprikapulver.

Eine andere, mildere Variante dieser Tomatensauce kann man mit Okraschoten zubereiten: man beträufelt frische Okraschoten mit Zitronensaft und lässt sie 30 Min. ziehen. Zwiebeln, rote Parikaschoten und Tomaten dünstet man in heißem Oliven- oder Erdnussöl kurz an, gibt etwas Knobloch hinzu, dann die Okraschoten, weitere passierte Tomaten (aus der Düse) und Tomatenmark, bei Bedarf etwas Wasser, lässt die Okraschoten in der Sauce mitköcheln, bis sie weich sind.

Zanderfilet „Longericher Pilgerpfad“

Der Zander ist ein Süßwasserfisch, zoologisch aus der Familie der Barsche. Er kommt in europäischen Flüssen, Seen und Kanälen und ebenso in Westasien rund ums Kaspische Meer vor, jedoch nicht in Skandinavien, nicht im nördlichen Russland und nicht im südlichen Balkan. Wie der Hecht, so ist auch der Zander ein Raubfisch. Wegen seines mageren, festen, weißen Fleisches ist er als Speisefisch beliebt. Der beidseitig gesalzene und gepfefferte Fisch wird mit Mehl bestäubt und dann in der Pfanne in Olivenöl gebraten. Dazu: Möhren, Zwiebeln, rote Paprikaschoten und Zucchinischeiben kurz in Butter andünsten und in ein wenig Gemüsefonds garen, Paprikapüree und Sahne hinzufügen, mit Salz, Pfeffer, ein paar Spritzern Zitronensaft, Petersilie und Thymian abschmecken.

Copyright für alle Texte und alle anderen Fotos: Raap/Bär 2016 – Alle Rechte vorbehalten

Weihnachtsmarkt Bonn 2016, Foto: Raap

Sich das Leben nicht verdrießen zu lassen, wie es auch die Bundeskanzlerin nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt empfahl („Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt. Auch, wenn es in diesen Stunden schwerfällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen…“), konnte man zwei Tage später auf dem Bonner Weihnachtsmarkt erleben – er war gut besucht wie immer.  Weder eine Trotzhaltung gegen das Muckertum sauertöpfischer Fanatiker („Die Ungläubigen trinken dort Alkohol!“) war an den Glühweinbuden spürbar noch jene Routine oder gar jene fatalistische Gleichgültigkeit, wie sie Ergebnis eines Gewöhnungsprozesses ist, sondern stattdessen nur die übliche „Business as Usual“-Stimmung der Standbetreiber und die eierpunschbeseelte Besinnlichkeit der Konsumenten.

Eine Spirituosennovität pries dort in der Bonner Altstadt der „Fürst von Schabau“ an seinem Stand in Form eines „Spekulatiuslikörs“ an – und wer wie Herr Bär den Selbstversuch wagte, gelangte zu dem Geschmacksurteil: der Likör schmeckt einfach nur wie flüssiger Spekulatius, aber nun ja, er ist in diesem Augenblick halt auch nur Ausdruck einer Normalität, die wir uns nach den Anweisungen auch des Bundesinnenministers Lothar de Maizière nicht nehmen lassen sollten. Kann man mit Schrecken Scherz treiben im Shakespearschen Sinne und mit dem Witz der Satire die Angst hinweg lachen, funktioniert das wirklich? Oder kann man mit Spekulatiuslikör gegen die Beklommenheit antrinken, um sie abzumildern?

Sich ausgerechnet einen Weihnachtsmarkt für solch einen Terroranschlag auszusuchen, hat auf perfide Weise schon eine hohe Symbolkraft und ist ein Beleg für das äusserst perfide Geschick in psychologischer Kriegsführung bei den Hintermännern solcher Anschläge, wenn sie mit ihren ausgeklügelten Hasspredigten und mit militärischer Versiertheit in Sachen Kommandooperationen irgendwelche Einfaltspinsel als opferwillige Gefolgschaft für ihre Machtgelüste rekrutieren. Auch wenn der äussere Glanz der adventlichen Lichterketten in den Fußgängerzonen heute eigentlich eher Ausdruck einer Sinnentleerung ist, also mithin nur noch Folklore, und mit der ursprünglichen sakralen Bedeutung des Weihnachtsfestes nicht mehr viel zu tun hat, schmälert dies die Symbolkraft eines solchen Anschlags allerdings nicht.– Der tunesische Terrorist, der auf seiner Flucht von italienischen Polizisten erschossen wurde und der laut forensischer Fingerabdruckanalyse zum jetzigen Zeitpunkt der Erkenntnisse kein mutmaßlicher mehr ist, hat derlei kulturelle Feinheiten selber womöglich gar nicht durchschaut, sondern sich in seiner Verblendung von seinen Führungsoffizieren im IS als nützlicher Idiot instrumentalisieren lassen. Gefährlich sind eben nicht nur die derzeit exakt 549 irrwitzigen potenziellen „Gefährder“, die laut Beobachtung der Sicherheitsbehörden bei uns noch frei herumlaufen, sondern vor allem ihre Strippenzieher in der Führungsebene, von ihnen nicht wenige geschult durch den ehemaligen irakischen Geheimdienst zur Zeiten Saddam Husseins, und sie machen sich für ihre asymmetrische Kriegsführung und bei der Rekrutierung ihrer Anhänger den Zerfall staatlicher Strukturen im Irak, in Syrien und in Lybien zunutze. Es ist ei Fußvolk von zumeist unbedarften und daher leicht fanatisierbaren Anhängern, „die in der Regel keine Aufstiegschancen in der Gesellschaft haben. Sie sind frustriert und desintegriert und werden durch gewaltverherrlichende Kommunikation in ihrem Ego angesprochen, weil die Gewalt als Tabuverletzung und als ‚Action‘ – ähnlich wie ein Actionfilm – ein Gefühl der Stärke vermittelt. Das erlaubt ihnen, erlebte Beleidigungen oder Demütigungen zu kompensieren“, wie der Kommunikationswissenschaftler Jürgen Grimm erklärt. Mit ähnlichem Tenor apostrophiert der linke französische Soziologe Emmanuel Todd diesen entfesselten Islamismus als eine „Religion der Armen“, während die kapitalistischen Verwerfungen der globalisierten Wirtschaft überall in Europa Verlustängste bei der Mittelschicht hervorriefen und dies den Rechtspopulisten Auftrieb gäbe. Wo in der unübersichtlichen weltpolitischen Gemengelage der Machtpolitik mit den jeweiligen geostrategischen Interessen von saudi-arabischer, russischer, iranischer und türkischer Seite als einem Humus dieses in den Westen exportierten Terrorismus auch schon mal äusserst unappetitliche Potentaten als Verbündete gestützt werden, da muss es nicht unbedingt albern sein, in den Tagen nach dem scheußlichen Attentat demonstrativ als eine Geste gegen das erwähnte fundamentalistische Muckertum auf einem Weihnachtsmarkt Spekulatiuslikör zu trinken, auch wenn der eigentlich nicht gut schmeckt, und den rheinischen Spirituosenpapst „Fürst von Schabau“ bizarrerweise als Bollwerk in einem Kulturkrieg anzusehen – denn man muss in einer säkularen Gesellschaft, die auch weiterhin eine solche und eine pluralistische bleiben will, eine „Pflicht zur Blasphemie“ nur in anderen Dimensionen weiter denken, als besagter Soziologe Emmanuel Todd diese Vokabel ursprünglich und mit anderem Tenor als Gegenwehr gegen den Islamofaschismus skizziert hat. Anders und – ideologisch völlig neutral – ausgedrückt: wir müssen uns nicht zu einer kulturellen Bringschuld gegenüber den anderen verpflichtet fühlen und auf Spekulatiuslikör verzichten. Aber – und da muss Herr Bär an dieser Stelle auch mal den Bundespräsidenten Joachim Gauck zitieren: „Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen…“

Der Satiriker nimmt „das Böse“ (O-Ton Angela Merkel) ernst, aber er gibt es zugleich der Lächerlichkeit preis und erreicht so im prustenden Auflachen eine bewusstseinsmäßige Befreiung – der brachiale Humor der TV-Comedians klärt allerdings nicht immer auf, aber der Witz der Satiriker und Kabarettisten versucht dennoch etwas zu klären, dies freilich manchmal vergeblich, so wie Zeitzeugen berichten, Kurt Tucholsky habe in den frühen 1930er Jahren mit der Schreibmaschine gegen die aufziehende Katastrophe anzuschreiben versucht, und von Erich Kästner ist das Eingeständnis überliefert, der Satiriker sei ein Moralist, und als solcher versuche er, „seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. Sein angestammter Platz ist und bleibt der verlorene Posten. Ihn füllt er, so gut er kann, aus.“ In diesem Sinne wünscht Herr Bär trotz allem schöne Feiertage und ein hoffentlich friedvolleres Jahr 2017.

© Raap/Bär 2016 – alle Rechte vorbehalten

 

bär aktuell 208/209 und Bild des Monats

November 4th, 2016

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Bild des Monats November 2016:

Jürgen Raap, „Only the bishop murders them all“, 2016

 

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Belgischer Reisebus in Amsterdam, Foto: Copyright K.-J. Bär

Bär aktuell nr. 208 – 3. Nov. 2016

Nomen est omen Wie heißt der Chef des Kölner Ordnungsamtes? Richtig geraten: Engelbert Rummel. Macht er etwa seinem Namen alle Ehre? Hat man vielleicht den Bock zum Gärtner gemacht? Nun ja. Immerhin titelte der Kölner „Express“ neulich über einen äusserst lärmfreudigen Kioskbesitzer, vor dessen Etablissement es spät nachts auf der Straße immer hoch her geht, und dies bisweilen mit 400 herum grölenden Passanten, die sich mit Flaschenbier aus eben jenem Büdchen eindecken, weshalb dieses im Boulevardjournalismus-Jargon „der Partykiosk“ heißt: „Zuviel Rummel für Rummel“. Das ist doch endlich mal eine schöne Formulierung, wie man sie öfters in der Zeitung lesen will. Das klingt so wunderbar poetisch-feinsinnig, bedeutet übersetzt ins Profane und Prosaische aber nur: Engelbert Rummel schritt ein und sprach ein Machtwort. Dieses ignorierte der Kioskbesitzer jedoch zunächst; jedenfalls habe er sich mehrfach nicht an Auflagen des Ordnungsamtes gehalten, so reportierte der „Express“, und Herr Bär vermutet, der Kioskbesitzer dachte sich wohl, wenn einer schon „Rummel“ heißt, dann fröne er wohl auch selber gerne nächtlichem Remmi demmi. Jedenfalls sollte Engelbert Rummel beim nächsten Mal – um seinen Anordnungen mehr Nachdruck zu verleihen – mit einem Gesichtsausdruck wie Clint Eastwood den Kiosk betreten und den Besitzer so anknurren, wie es Clint Eastwood in „Gran Torino“ bei einem Straßenschläger tut: „Hör mal zu, Freundchen, manchmal gerät man an einen, dem man besser nicht blöd kommt, und so einer bin ich…“

Wat dem einen sing Uhl, es dem andern sing Nachtigall besagt eine bekannte Redensart, und so lässt sich immer wieder feststellen: was z.B. die stets allzu penetrant pastoral daher kommende Moralkeulen-Ikone der Grünen, nämlich Kathrin Göring-Eckhart, als sprachlich verpönt und damit als politisch unkorrekt betrachten mag, ficht ein paar hundert Kilometer weiter westlich niemanden an, wo nämlich kürzlich durch Amsterdam munter ein belgischer Reisebus kurvte, dessen Firmenname ausgerechnet „De Zigeuner“ lautet. Das einst gleichnamige Schnitzel heißt hierzulande bekanntlich nur noch „Balkan-Schnitzel“, und auch wenn in einem „ZEIT“-Interview der sonst ziemlich waldschratig auftretende Grünen-Chef Anton Hofreiter erstaunlicherweise zugab, „Man muss auch mal Mensch sein, ich kann nicht immer ethisch 100 Prozent korrekt handeln“, so heißt das dennoch in jenen gutbürgerlichen Öko-Kreisen, dass das sprachlich korrigierte „Balkan-Schnitzel“ bei ihnen erst dann als hundertprozentig politisch korrekt gilt, wenn es auch vom Biometzger und nicht als „Pressschnitzel aus der Mega-Fleischfabrik“ (O-Ton Hofreiter) stammt. Ob das auch für einen belgischen Reisebus mit der Aufschrift „De Zigeuner“ gilt, wenn er wenigstens mit Bio-Diesel fährt, bleibt allerdings offen. Orientierung bietet Anton Hofreiter indessen allen, die keineswegs anrüchig wirken wollen und daher auf der Suche nach einem „politisch korrekten Deodorant“ sind – er selber benutze „Eucerin“, und dies auch wegen seiner „empfindlichen Haut“, offenbarte der Grünen-Boss mit freimütiger Schleichwerbung. Was sich hingegen der eher dickfellige Sigmar Gabriel unter die Achselhöhlen sprüht, hätte Herr Bär zwar auch gerne an dieser Stelle dokumentiert, aber da das Private nun doch nicht allzu politisch sein soll, breiten wir darüber getrost den Mantel des Schweigens.

© Bär/Raap 2016

Essen und Trinken mit Karl-Josef Bär

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Eine britisch-indische Hühnersuppe, das tamilische Wort bedeutet „Pfefferwasser“. Ursprünglich war das eine einfache Brühe aus angebratenem Hühner- oder auch Lammfleisch mit Zwiebeln und Currypulver. Für eine Suppe brät man Hühnerstücke in heißem Erdnussöl an, gibt Zwiebeln, Knobloch und Ingwerscheiben hinzu, etwas scharfe rote Paprikaschote, Hühner-Instantbrühe und Mangostücke (man kann außerdem auch von ½ Apfel dazu tun). Man bestäubt das Ganze mit Mehl, füllt es dann mit Wasser, Kokosmilch und roten Linsen auf, und lässt es köcheln bis das Fleisch gar ist (und die Linsen weich sind). Würzen mit Salz, Cayennepfeffer, Garam masala-Mischung, gelbem Curry, frischem Koriander, abbinden und verfeinern mit Sahne bzw. Creme fraiche.

Tortellini in brodo

Das Originalrezept dieser Tortellini in Brühe stammt aus Bologna und wurde 1974 bei der dortigen Handwerkskammer eingetragen (wie auch das Rezept für die Hackfleisch-Tomatensauce Sauce Bolognese/ragù bolognese. Schweinelende wird mit Knoblauch und Rosmarin gespickt bzw. eingerieben und scharf angebraten. Dann reibt man die Kräuterreste ab. Die Lende wird zusammen mit Parmaschinken, Mortadella, Parmesan, 3 Eier, Pfeffer und Muskatnuss fein püriert, gesalzen und gepfeffert. Dann lässt man diese Mischung in Kühlschrank 24 Stunden lang ruhen. Der Nudelteig besteht aus Mehl, 7 Eigelb, 1 Vollei, Olivenöl und Salz, den man ausrollt und dann in Quadrate von 5 x 5 cm aufteilt. Man belegt diese Stücke mit der Füllung und formt daraus Tortellini. Wem das zu mühsam ist, der kann in italienischen Feinkostgeschäften auch fertige Tortellini kaufen. Die Tortellini werden in einer Hühnerbrühe 4-5 Minuten gegart, zu der man Lauchzwiebeln und eine kleine Tomate gibt. Beim Servieren mit Parmesan bestreuen.

Rumänische Knoblochsauce Mujdei

Die Vampirsagen in den rumänischen Volksmärchen enthalten den Hinweis, durch Knobloch könne man Vampire vertreiben. In Scheiben geschnittene Knoblochzehen vermengt man mit Salz, Pfeffer, Öl, Zitronensaft oder etwas Chilischote. Diese Masse übergießt man mit heißem Wasser oder Fleischbrühe, damit dem Knobloch die Bitterstoffe entzogen werden. Man kann auh mildere Paprikaschoten, Tomaten oder saure Sahne einrühren.

Matjessalat à la Karl-Josef Bär

Man nehme dazu echten Matjes aus Holland und nur, wenn dieser nicht zu bekommen ist, ersatzweise solchen „nach nordischer Art“ (der aber in der Regel mit künstlichen Reifungsmitteln behandelt wurde, während der echte Matjes in Holland in Fässern nur mit körpereigenen Enzymen reift und mindestens 12 Prozent Fettanteil hat). Man schneidet ihn in kleine Scheiben, kombiniert ihn mit Lauchzwiebeln, Ringen von Gemüsezwiebeln, gekochtem Ei (oder auch gekochten Wachteleiern), Salz- oder Essiggurken, frischem Sellerie, Apfelstücken, Pfeffer, frischem Dill und ein paar Spritzern Zitronensaft. Da der Matjes schon ziemlich fett und eingesalzen ist, sollte man mit dem Nachsalzen und der Zugabe von Speiseöl äusserst vorsichtig sein.

Kürbispfanne „Raderthal“ à la Karl-Josef BärReis separat kochen, Schweine- und Hühnergeschnetzeltes mit Zwiebeln und Knobloch in Olivenöl oder Erdnussöl kurz anbraten, Erdnüsse und frische Maronen dazu geben, dazu klein gewürfelte Kürbisstücke, vorgekochte Möhrenstücke, roten und gelben Paprika, zum Schluss würzen mit Salz, Pfeffer, Rosenpaprikapulver, süßem Paprika, etwas gelbem Curry, frischem Ingwer, etwas Kurkuma und einem Spritzer Sojasauce, mit Petersilie und etwas frischem Majoran abrunden und den Reis untermischen.

Bär aktuell 209 – 11. 11. 2016

Hurra, die Session ist eröffnet, der 11.11. ist da! Die Amerikaner haben als erste einen neuen Prinz Karneval, nämlich Donald I. Im Kölner Sitzungskarneval kennt man als Sonderform der Büttenrede die sogenannte „Litschrede“. „Letsche“ heißt im Niederrheinischen „glitschen, ausrutschen“. Ein „Litschredner“ entgleist mit seiner Rede, indem er das Publikum bewusst provoziert, ihn aus dem Saal heraus zu buhen. Als Litschredner hat Seine Tollität Donald I. in seiner Typenrolle als „Ne verdötschte Milliardär“ diese rhetorische Kunstform allerdings so gründlich vergröbert, so dass man ihm für die anstehende Prinzenproklamation in Washington zurufen muss: „Von Zoten frei die Narretei!“

Bei uns hingegen will derzeit keiner Bundespräsident werden. Frank-Walter Steinmeier sagt man nach, er fürchte sich davor, womöglich in den dritten Wahlgang zu müssen und dann unfreiwillig gelitscht zu werden. Über Norbert Lammert heißt es, seine Frau sei dagegen, denn sie wolle nicht First Lady werden. Da fühlt sich immerhin der TV-Moderator Walter Freiwild bemüßigt, in die Bresche zu springen. Seit er Kandidat im bizarren RTL-Dschungelcamp war, hat er den Spitznamen „Dschungel-Walter“, und seine Bewerbung um das Amt des Bundespräsidenten begründet er mit den Worten: „Es wird ja immer geschrieben, dass sich jeder Bürger als Bundespräsident bewerben kann. Ich will herausfinden, ob das wirklich so ist oder ob Politiker bevorzugt werden.“ Nun ja, schließlich ist da drüben bei den amerikanischen Jecken auch Seine Tollität Prinz Donald I. kein gelernter Politiker, aber als künftiger Bewohner des ehrwürdigen Schloss Bellevue ausgerechnet einer, der sich nicht zu blöd vorkommt, in einem australischen Park, der als angeblicher Dschungel hochgejazzt wird, vor laufender Kamera Regenwürmer zu verzehren? Da kann man ja irgendwie doch verstehen, dass Frank-Walter Steinmeier sich davor graust, im dritten Wahlgang womöglich ausgerechnet gegen „Dschungel-Walter“ antreten zu müssen, und – da beide fast den gleichen Vornamen haben – mit ihm verwechselt zu werden. Dann machen sie in der Bundesversammlung auf dem Wahlzettel vielleicht das Kreuz an der falschen Stelle und hinterher erzählt einer: „Ich wollte doch den Franz-Walter Steinmeier gewählt haben. Wie? Was sagen Sie? Das ist gar nicht der Dschungel-Walter? Aber ich dachte, als Außenminister, da reist der doch dauernd in den Dschungel… Nicht? Au, scheiße, Mann, das ist aber dumm gelaufen…“ Andere Witzbolde meinen in Internet-Blogs, wenn man sonst keinen seriösen Kandidaten fände, dann solle gefälligst Christian Wulff wieder ran – das würde immerhin den Steuerzahler nichts kosten, denn er bekäme ja ohnehin schon einen Ehrensold.

Hinweis für Veganer: Der diesjährige „Flönz-Orden“ (Blutwurst-Orden) der „Nippeser Bürgerwehr“ wurde von „Fleischwaren Schmitz“ gestiftet.

© Raap/Bär 2016

bär aktuell 207 und bild des monats

Oktober 3rd, 2016

Bild des Monats Oktober 2016:

Jürgen Raap, „Der Moment der Existenz“, 2016

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Bär aktuell Nr. 207 – 3. Okt. 2016

Werden die Straßensänger auch immer fauler oder nur untalentierter? Jedenfalls wunderte sich Herr Bär über einen stummen Sangesbruder, der in der Fußgängerzone einen sogenannten Ghettoblaster hingestellt hatte, aus dem ein Lied von Frank Sinatra tönte. Der Ghettoblasterbesitzer stand daneben und machte dazu Mundbewegungen wie beim Play Back, schaffte es aber nicht, diese völlig synchron zum Sinatra-Gesang hinzukriegen. Wenn er sich wenigstens noch als Frank Sinatra kostümiert hätte, hätte Herr Bär dies für eine komische Persiflage halten können, wie man sie im Travestie-Varieté geboten bekommt, aber nur mit dem Abspielen einer CD von Frank Sinatra in einer Fußgängerzone milde Gaben erheischen zu wollen fand Herr Bär künstlerisch nun doch ein wenig einfallslos. Aber vielleicht hat Herr Bär nur nicht verstanden, dass man im post-musikalischen Zeitalter der Liedzeile „I did it my way“ legitimerweise auch mit schauspielerisch verunglücktem Playback-Gehabe Ausdruck verleihen kann.

Politiker neigen bekanntlich zur Heuchelei, und diese erreicht immer vor einer Bundespräsidentenwahl ihren Höhepunkt, wenn es dann heißt, das Amt des Staatsoberhauptes dürfe nicht durch kleinkariertes parteipolitisches Geschachere beschädigt werden. So hieß es denn diesmal, man wolle sich deswegen möglicherweise auf einen „überparteilichen Kandidaten“ einigen, und als solcher wäre wohl noch vor kurzem z.B. Franz Beckenbauer in Frage gekommen, solange er als Lichtgestalt galt, doch selbige hat inzwischen bekanntlich Züge eines Dunkelmannes angenommen, und so präsentiert uns nun die SPD als ihren Kandidaten Frank-Walter Steinmeier, der aber keineswegs „überparteilich“ wirkt und damit kaum die Zustimmung der übrigen Parteien finden dürfte. Vielleicht haben sie Steinmeier aber nur deswegen als Kandidaten für Schloss Bellevue ausgerufen, damit er nicht als Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers antritt, denn wer nicht als Präsident gewählt wird, der ist ein paar Monate gewiss auch nicht kanzlertauglich. SPD-intern halten sie diese Taktik womöglich für gewieft, um Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidaten aus dem Hut zu zaubern. Nun wirkt Sigmar Gabriel allerdings eher wie ein Sonnenbankweltmeister, der in Goslar einen Gebrauchtwagenhandel betreibt und der Zweifel weckt, wenn er einem z.B. erzählt, er hätte da einen VW Diesel auf Lager, der in den USA problemlos durch die Abgasuntersuchung gekommen wäre. Eine Kanzlerkandidatur von Gabriel erinnert zudem auch eher an jene einst gründlich versemmelte Kandidatur von Rudolf Scharping, bei dem man immer befürchtete, er würde jeden Moment vom Fahrrad fallen, was er denn auch tat. Wenn Sigmar Gabriel als Knallcharge der deutschen Wirtschaftspolitik die Vorzüge eines Freihandelsabkommens mit Kanada anpreist, hört sich das nämlich so ähnlich an wie die beschönigenden Worte eines Autohändlers, der einem einen Schummel-Diesel andrehen will mit defekter Tür und ausgeleiertem Sicherheitsgurt, so dass man dann bei voller Fahrt herausfällt wie einst Rudolf Scharping vom Fahrrad. Vielleicht nehmen sie als SPD-Kanzlerkandidaten dann doch lieber Martin Schulz, der es schafft, auch mit seinem Landaachener Dialekt weltläufig zu wirken.

© Raap/Bär 2016

Essen und Trinken mit Karl-Josef Bär

Gefüllte Zucchini à la Karl-Josef Bär

Zuchini aushöhlen und mit Rinder- oder Lammhack füllen, das man mit Salz, Pfeffer, kleingehackten Zwiebeln, Knobloch, Petersilie und Rosmarin gewürzt hat. Die Füllung dann mit Tomatenscheiben, weiteren Zwiebel- und Knoblochstücken und frischem Thymian bedecken Die ausgeschabte Zucchinimasse zusammen mit Gurkenstükchen und frischer Avacado pürieren, diese Masse vorsichtig salzen, pfeffern, mit frischer Minze anreichern und damit die gefüllten Zucchini übergießen. Das Ganze dann mit Ziegen- oder Schafskäse bedecken und im Backofen garen.

O’batzda ist eine bayerische Brotzeitspezialität, ursprünglich eine Verwertung von Resten von Camembert und anderen Weichkäsen. Statt Camembert eignet sich auch ein Limburger oder Romadur oder ein Rochebaron. Der Käse ist zumeist reif bis überreif, in der klassischen Rezeptur wird er mit Butter vermischt, wenn man ihn jedoch etwas milder und weniger mächtig gestalten will, nehme man stattdessen Quark oder Joghurt. Man fügt etwas Salz hinzu, frische Zwiebeln, Kümmel und Rosenpaprika, zerdrückt das Ganze zu eine cremigen Masse Nach ähnlicher Rezeptur stellt man in der Slowakei den Liptauer her. Stilecht servietr man ihn zusmamen mit Rettichscheiben, die man salzt und mit etwas Öl und Zitrone beträufelt. Dazu trinkt an am besten bayerisches Bier (Tegernseer Hell oder andere untergärige Lagerbiere).

Bär aktuell 206 und Bild des Monats

September 8th, 2016

 

Bild des Monats September 2016:

Jürgen Raap, „Die Platzanweiserin“, 2016

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Jürgen Raap, „Schwimmbadromanzen“, 2016

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Bär aktuell Nr. 205 –  3. Sept. 2016

Dass ein Imbissstand im Kölner Zoo für seine Bratwurst mit dem Hinweis wirbt, das Fleisch dafür stamme aus artgerechter Tierhaltung, ist ja wohl das mindeste, was man vom kulinarischen Angebot eines zoologischen Gartens erwarten kann. Einen Verfall der Esskultur kann man allerdings bei der Einkehr ins Zoo-Restaurant beobachten, das heute „Zoo Event“ heißt: listete die Speisekarte des Jahres 1912 in diesem Zoo-Restaurant nämlich noch „Tournedos Argenteuil“, „Rehkeule mit jungen Gemüsen“, „Filet sauté mit Champignos“ oder „Gänsebraten mit Kompott“ auf, so muss man sich im „Zoo Event“ heute mit besagter Bratwurst, einem „Jumbo Burger“ oder panierten Fischstäbchen begnügen. Auf dem Petticoat-Festival im Kölner Rheinauhafen wurde kürzlich ein „Feinkost-Burger“ angeboten, was ja wohl ein Widerspruch in sich ist, denn „Feinkost“ und „Burger“ schließen sich kulinarisch einander aus. Es sei daran erinnert, dass in eben jenem Jahre 1912 der französische Meisterkoch Auguste Escoffier weltweit in 150 Städten ein „Diner Epicure“ ausrichten ließ,um zu beweisen, dass man überall auf der Welt französische Haute Cuisine genießen könne, wenn man nur wolle (letztere zählt übrigens seit 2010 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe). Man sollte aber, so meint Herr Bär, diese Kochaktion im Jahre 2016 nicht mit einem „Feinkost-Burger“ wiederholen. Was auf der Speisekarte des Kölner Zoorestaurants von 1912 unter einer Consommé Colbert zu verstehen ist oder wie man Spiegeleier Meyerbeer zubereitet, erklärt Herr Bär in der angehängten Datei.

Neulich beömmelten sie sich auf der Herrentoilette von Herrn Bärs Stammkneipe über einen Jüngling, der an einem Pissoirbecken gleichzeitig zu pinkeln und sein Smartphone zu bedienen versuchte. Es kam, wie es kommen musste: während er telefonierte, urinierte er sich zur Freude der Augenzeugen an den anderen Pissoirbecken gründlich auf die Schuhe. Ältere Leute, die sich über über diese heute weit verbreitete Smartphone-Sucht lustig machen und zudem auch noch handgemachte Musik auf der E-Gitarre dem Gekratze eines DJ auf dem Plattenteller vorziehen, bezeichnete ein Kommentator im „Kölner Stadtanzeiger“ kürzlich als „Rock and Roll-Konservative“. Das liest sich so, als ob sich die einst rebellische Teddy Boy-Generation heute nur noch für künstliche Hüftgelenke interessieren würde und klingt somit nach einer Schmähkritik von jemandem, der es offensichtlich ganz in Ordnung zu finden scheint, wenn man in einer Kneipe mit nassen Schuhen von der Toilette zurück kommt. „Rock and Roll-Konservativismus“: das ist für Herrn Bär genauso ein Anachronismus wie „Feinkost-Burger“.

Dass ein Damen- und Herrenfriseur sich ausgerechnet „Men’s World“ nennt, gibt zu der Vermutung Anlass, dass auch die Damen dort lediglich einen Herrenhaarschnitt verpasst bekommen, vielleicht mit ausrasierten Schläfen, was man auf neudeutsch „Undercut“ und im Soziologendeutsch „Stammesfrisur“ nennt, während der eingefleischte männliche Macho-Kunde lieber die hochmodische Donald Trump-Frisur mit Drei-Wetter-Taft bevorzugt.

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Heilbuttfilet mit Flusskrebsgratin – Hommage à Auguste Escoffier

Heilbuttfilet von beiden Seiten salzen und pfeffern, mit Zitronensaft beträufeln und in eine mit Öl oder Butter eingefettete Auflaufform geben. Mit frischem Dill und Salbei bestreuen, etwas Krebspaste darauf verstreichen und mit einer Melange aus kleingehackten Louisiana-Flusskrebsen, Gambas, Knobloch, kleingehackten Zwiebeln und kleinen Tomatenwürfeln und Krebs- oder Hummerpaste belegen. Eine Handvoll Venusmuscheln (in der Schale) in der Auflaufform verteilen, das Ganze mit Parmesankäse bestreuen und im Backofen bei 180 Grad 30 Min. garen lassen. Vor dem Servieren mit frischer Kresse bestreuen. Dazu passt als Getränk ein Pouilly Fumé oder ein Rheingau-Riesling.

Kalbskotelett Foyot

Im Pariser Gare de Lyon befindet sich das Bahnhofsrestaurant „Le Train Bleu“ Das „Kalbskotelett Foyot“ zählt zu seinen Standardgerichten: Man dünstet Schalotten in Butter glasig, löscht sie dann mit Weißwein ab, fügt Kalbsfond hinzu und lässt diesen Fond einkochen. Das Kalbskotelett wird gesalzen, gepfeffert und in Mehl gewälzt, in einer Pfanne von beiden Seiten bei großer Hitze gebräunt, dann belegt man die Oberseite mit einer Paste aus geriebenem Käse, Paniermehl und Butter und lässt das Fleisch im vorgeheizten Ofen (200 Grad) im Fond noch 10-15 Min. backen. Dazu serviert man Zucchinigemüse und breite Nudeln (Tagliatelle).

Kalbskotelett portugues

Dieses Gericht stand 1912 auf der Speisekarte des Kölner Zoo-Restaurants. In Portugal ist noch heute ein Rezept mit panierten Kalbskoteletts populär, die man mit Salz, Pfeffer und Knobloch würzt und dann mehrere Stunden oder einen ganzen Tag in Weißwein mariniert. Zum Panieren wälzt man die marinierten Kotellets zuerst in Eipampe, dann in Petersilie, zum Schluss in Semmelbröseln oder Paniermehl, brät sie anschließed in Schmalz oder Öl.

Pfirsisch Melba Das Rezept widmete der Starkoch Auguste Escoffier der Sängerin Nellie Melba, als diese 1892/93 an der Londoner Oper gastierte. Dazu kocht man Läuterzucker ein – im gleichen Mischungsverhältnis Zucker und Wasser. In dieser Zuckerlösung wird ein halber geschälter Pfirsisch gedünstet, dann in einer breiten Schale auf Vanilleeis gesetzt und mit Himbeerpüree überzogen. Zur Dekoration kann man dann auch noch Schlagsahne und Waffeln verwenden.

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Karl-Josef Bär: Die Speisekarte des Kölner Zoo-Restaurants im Jahre 1912

Kraftbrühe Brühe (Bouillon) dient als Grundlage für Suppen, Saucen und als Kochflüssigkeit für Fleisch, Geflügel, Fisch und Gemüse. In Brühe gegarte Lebensmittel bleiben aromatischer, da die Brühe bereits Geschmacks- und Mineralstoffe enthält. Man gibt ein Suppenhuhn oder Suppenfleisch vom Rind in kaltes Wasser, kocht es weich und salzt es erst hinterher. Bei Fleischbrühe wird in der traditionellen Küche oft ein Kalbsfuß mitgekocht; wenn die solchermaßen zubereitete Brühe erkaltet ist, kann man sie auch für Sülze verwenden. In der Kraftbrühe wird nach dem Auskochen des Suppenfleisches noch einmal in einem zweiten Arbeitsgang Hackfleisch und Suppengemüse gekocht und zum Schluss Eiweiß zugefügt. Bei Knochenbrühe kocht man Rinderknochen aus. Eine Consommé Colbert ist eine Geflügelkraftbrühe mit Gemüsewürfelchen, verlorenem Ei und Kerbel.

Rheinsalm galt früher in Köln als Arme Leute-Essen; es gab sogar einmal einen Aufstand der Mägde, weil sie der Beköstigung im Hause ihrer Dienstherren mit Salm überdrüssig waren. Durch die Verschmutzung der Gewässer im Industriezeitalter starb der Lachs im Rhein schließlich aus – der letzte Salm wurde 1953 gesichtet, bis man vor kurzem anfing, im heutigen Rhein mit wieder besserer Wasserqualität (z.B. in der Sieg-Mündung nördlich von Königswinter) erneut Lachse auszusetzen (Programm „Lachs 2000). Auch am Mittelrhein in der Gegend um St. Goar und um die Loreley will man Rheinsalm wieder auf der regionalen Speisekarte etablieren. Um 1900 richtete man Lachs im Rheinland gerne mit Sauce hollandaise an.

Spiegeleier Meyerbeer sind nach dem brandenburgischen Komponisten Giacomo Meyerbeer (1791-1864) benannt und werden mit Lammnieren und Trüffelsauce angerichtet.

Porterhouse-Steak Der Name leitet sich von britischen und amerikanischen Kneipen ab, in denen Porter-Bier ausgeschenkt wurde. Es wird, wie auch das T-Bone-Steak, mit Filet und Knochen aus dem flachen Roastbeef geschnitten, wobei das Porterhouse-Steak etwa 6 cm dick ist – mit einem Gewicht von 600 bis 1000 Gramm reicht es bei einem Menü für 4 Personen. „T-Bone-Steak“ ist mit 4 cm dünner bei einem Gewicht von etwa 500 bis 600 Gramm. Das Entrecote ist ein Zwischenrippenstück; umgangssprachlich wird der Name oft mit dem Roastbeef oder Rostbraten gleichgesetzt – das Roastbeef ist ebenfalls ein Zwischenrippenstück, und zwar ein Teilstück des Hinterviertels vom Rind zwischen der Hochrippe und der Hüfte. Aus dem Roastbeef-Teil werden Entrecotes, Rumpsteaks, Porterhouse-Steaks, T-Bone-Steaks und Sirloin-Steaks geschnitten. Das Roastbeef wird am Stück gebraten oder gegrillt und dann in Scheiben serviert. Als kalter Aufschnitt in dünnen Scheiben wird es in Deutschland oft mit Remouladensauce und Bratkartoffeln gereicht. Auch das Sirloin-Steak ist ein Steak mit Knochen, aber ohne Filet.

Tournedos Argenteuil Argenteuil liegt nordwestlich von Paris und ist eigentlich berühmt für seinen Spargel. Tournedos sind zarte und edle Fleischstücke vom Rind, die aus dem Mittel- oder Kopfstück des Filets geschnitten werden. Sie sind zwischen 90 und 180 Gramm schwer, 1 bis 1,5 Zentimeter dick und haben einen Durchmesser von 10 bis 12 Zentimetern. Die runden Filetstücke kann man z.B. in Pfefferöl marinieren; sie werden mit einer dünnen Scheibe Speck umwickelt und mit Küchengarn fixiert – das ist ein klassisches Rezept aus der Pariser Küche. Angerichtet werden sie gerne auf Scheiben von geröstetem Weißbrot. Aus dem diesem Teil des Rinderfilets scheidet man auch Stücke für Filet Mignon, es ist mit 60 bis 80 gr. leichter und kleiner als Tournedos, man umwickelt es ebenfalls mit Speck. Ein Chateaubriand ist ein Stück ebenfalls aus dem Mittelteil des Rinderfielets, 350 bis 459 Gramm schwer und daher in der Gastronomie zumeist nur als Menu für 2 Personen erhältlich. Es wird auch zumeist auf gerösteten Toastbrotscheiben angerichtet. Als Beilage serviert Pommes frites oder Kroketten, auch andere Kartoffelvarianten und Gemüse, z.B. Erbsen.

Entrecote bercy ist eine Pariser Spezialität, ursprünglich mit Pferdefleisch zubereitet. Ein Entrecote vom Rind wird mit Petersilie und Kresse serviert bzw. mit einer Sauce Bercy aus Butter, Öl, Schalotten, Petersilie, Kerbel, Weißwein.

Filet sauté ein geschnetzeltes Filet, das in einer Sauteuse (Pfanne mit hohem Rand) nur kurz angebraten und anschließend gesalzen und gepfeffert wird. Wegen der notwendigen hohen Temperaturen nimmt man zum Sautieren keine Butter, sondern Schmalz oder hoch erhitzbare Öle. Als Sautieren bezeichnet man auch das Schwenken von Gemüse in Butter oder Sahne.

Kalbsmilcher/Kalbsbries ist die Thymusdrüse des Kalbs aus dem Brustkorb. Das Fleisch hat eine ähnliche Struktur, aber eine festere Konsistenz als Hirn. Das Bries sollte vor der Zubereitung zwei Stunden gewässert werden. Ein typisches Gericht der französischen Küche ist Kalbsbries mit Trüffeln und Spargelspitzen.

Gervais ist ein französischer Frischkäse aus pasteurisierter Kuhmilch mit etwas Rahm; er wird als zylinderförmiges Törtchen angeboten. In Frankreich nennt man ihn auch „Petit suisse“ (kleiner Schweizer); aber er stammt ursprünglich aus der Normandie und wurde dort um 1850 von Charles Gervais auf den Markt gebracht.

Coupe Jacques à la Karl-Josef Bär

Man zerkleinere im Mixer eine Banane, Stücke vom Pfirsisch, Weintrauben, Kirschen und Himbeeren und vermische die Früchte zu einer Püreemasse. Damit bedecke man dann in einer Schale Vanilleeis und garniere das Ganze mit Schlagsahne.

Bär aktuell Nr. 203/204/205 und Bild des Monats

August 11th, 2016

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Bild des Monats August 2016:

Jürgen Raap, „Der falsche Mönch“, 2016

 

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Gipfelinschrift „Monte Troodelöh“, Königsforst, Köln, Foto: Copyright Raap/Bär

Bär aktuell Nr. 203/204 – 3. August 2016

Denkaufgabe für Kreuzworträtsel-Fans Anderes Wort für „Wolfsrudel“ mit acht Buchstaben? Antwort: Wolfgang.

Auf dem Festival der schönen Genüsse im Kölner Rheinauhafen leistete man sich die Albernheit, einen Fleischklops ausgerechnet als „Eifelburger“ anzupreisen, und an einem der Imbissstände gab es auch einen „Eifelsalat von Theo Frings“ zu verkosten, was sich so anhören sollte, als ob Theo Frings der unumstrittene Fresspapst der Eifel sei, und das Besondere an dieser Salatkreation wurde mit dem Zusatz „mit drei Garnelen“ erläutert. Theo Frings! Warum so sparsam? Sind Euch in der Eifel die Garnelen ausgegangen? Herr Bär bevorzugte dann doch lieber an einem anderen Stand eine Portion von 6 Austern, wobei der Standinhaber erläuterte: „Wir sind eigentlich gar kein Austernstand, sondern ein Weinausschank. Aber es gibt auf diesem Festival zu viele Weinstände, und zum Weintrinken wollen wir daher die Leute mit Austern anlocken…“ Nun ja, irgendwie ist das ja eine raffinierte Geschäftsidee, wenn man auf einem Gourmet-Fest als Weinhändler ein Alleinstellungsmerkmal erreichen will, und als Herr Bär die sechs Austern vertilgt hatte, fragte der Standinhaber: „Haben Sie was gemerkt? Ich habe Ihnen zu fünf bretonischen Austern auch noch eine isländische untergejubelt“. Nein, Herr Bär musste gestehen, keinen Unterschied heraus geschmeckt zu haben, was wiederum eine junge Dame dazu veranlasste, sich an Herrn Bär heran zu pirschen: sie sei von einer Casting-Firma und halte nach Hobbyköchen für eine Kochsendung im Fernsehen Ausschau. Es sollten aber Hobbyköche sein, die „nicht zu professionell“ seien, womit sie wohl Hobbyköche meinte, die vom Kochen keine Ahnung haben oder zumindest solche, die bretonische Austern nicht von isländischen unterscheiden können, und die sollten nun in dieser Fernsehsendung mit ihrem Lieblingsgericht gegen einen Profi-Koch antreten. Herr Bär lehnte dankend ab, zumal es für den Kochwettbewerb kein vernünftiges Honorar, sondern für die Hobbyköche nur eine „Aufwandsentschädigung“ von 100 Euro geben sollte, und wenn man als Hobbykoch dann mit einem „Rheinischen Vorgebirgssalat mit drei Garnelen“ antritt, hat man womöglich ausgerechnet den Eifeler Fresspapst Theo Frings als Gegner, der diesmal seinen Salat allerdings mit vier Garnelen aufgepept hat und dafür den Applaus des Studiopublikums einheimst, während der Hobbykoch -welche Blamage! – mit seinem mickrigen Salätchen bedröppelt daneben steht, aber für mehr Garnelen hat die bescheidene Aufwandsentschädigung nun mal nicht gereicht, sonst wäre nämlich kein Fahrgeld mehr übrig geblieben und der Hobbykoch hätte schwerbepackt mit Einkaufstüten voller Salatzutaten zu Fuß zu den Studioaufnahmen antraben müssen.

Wer bisher geglaubt hat, der glücklose Sigmar Gabriel sei der einzige personelle Problemfall in der SPD, der war völlig überrascht, als sich herausstellte, dass im Essener Ortsverein dieser Partei jahrelang eine Hochstaplerin mit gefälschtem Lebenslauf wirkte und es sogar bis zu einem Abgeordnetenmandat im Bundestag brachte. Auf der Internetseite www.petra-hinz.de findet sich mittlerweile die schöne Formulierung, die Politikerin Petra Hinz habe „Mitte der 1990er Jahre“ den „Versuch unternommen, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen.“ Diesen Versuch habe sie jedoch wegen “ ihrer zeitlichen Beanspruchung als Mitglied im Rat der Stadt Essen und ihrer ehrenamtlichen politischen Engagements“ wieder aufgeben müssen. So ähnlich äusserte sich auch schon der Baron zu Guttenberg, als er schließlich in der legendären Plagiatsaffaire doch noch einräumen musste, „eine fehlerhafte Dissertation“ abgeliefert zu haben: „Er habe ‚hochmütig‘ geglaubt, familiäre, politische und wissenschaftliche Anforderungen in Einklang bringen zu können, sei jedoch an dieser ‚Quadratur des Kreises‘ gescheitert“, ist in Guttenbergs Wikipedia-Biografie nachzulesen. Während sich seinerzeit der Briefträger Gerd Postel, der sich als Psychiater ausgab, als „Hochstapler unter Hochstaplern“ feiern ließ, sieht „Zeitonline“ in Petra Hinz allerdings nur eine „Hochstaplerin zweiter Klasse“, denn sie habe „kein richtiges und falsches Leben zugleich geführt, sondern nur gesagt, dass sie eines gelebt habe, das sie in Wahrheit nie hatte“. Weniger nachsichtig wirft ihr indes der „Stern“ vor, dass sie es „auch jetzt nicht“ schaffe, einen „monströsen Fehler“ einzugestehen, denn, nun ja, selbst im Scheitern könne man ja schließlich noch menschliche Größe und Souveränität demonstrieren, so wird kommentiert, und damit ließe sich dann doch noch jener Ruhm und eine Anerkennung einheimsen, die einem bislang vorenthalten blieb, indem man nämlich eben freimütig, aber nicht allzu nonchalant, dieses Scheitern eingesteht, anstatt sich wie ein geprügelter Hund davon schleichen zu müssen. Zu solchen Szenarien des Karriere-Meuchelns durch intrigante parteiinterne Gegner und des gleichzeitigen Scheiterns durch eigene Vermessenheit gehört dann im Polit-Betrieb aber unbedingt die schon arg strapazierte rituelle Floskel, man trete zurück, um Schaden „von der Partei“ oder „vom Amt“ oder dergleichen abzuwenden – das darf Petra Hinz auf keinen Fall vergessen, wenn sie eines Tages wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen will, zumal der frühere Landtagsabgeordnete Willi Nowak einräumte: „Natürlich wurden bei uns auch Karrieren gemacht, indem Lebensläufe arg geschönt wurden“, was zu der Vermutung Anlass gibt, dass sich im Polit-Betrieb womöglich noch mehr solche Hochstapler zweiter oder dritter Klasse tummeln könnten. Die „Rheinische Post“ mokiert sich derweil darüber, dass Petra Hinz nach Niederlegung ihres Abgeordnetenmandats „nun wohl 2500 Euro an Pension zustehen. Das ist zwar korrekt, weil alle Abgeordneten gleich behandelt werden müssen. Als quasi ‚Lohn‘ für 30 Jahre Lügen ist das aber viel Geld“. Wie man hingegen als „Hochstapler erster Klasse“ weitaus grandioser scheitert als Petra Hinz, machte Marc G. vor, ein Aushilfskellner mit Realschulabschluss, der sich als Staatsanwalt „Tassilo von Hirsch“ ausgab und bei der Gerichtsverhandlung wegen Titelmissbrauchs bekannte, dass er solchermaßen eine Jurastudentin beeindrucken wollte, die ihn aber schnell entlarvte, sich von ihm dann aber dennoch zu einer Shopping-Tour durch Düsseldorfer Nobelboutiquen einladen ließ und dabei mit ihm zusammen 3.000 Euro verballerte.

Gibt es sportliche Großtaten zu vermelden? Ja, gibt es. Herr Bär bestieg den Monte Troodelelöh, den höchsten Berg Kölns (138 m), im Königsforst gelegen, und das ganz ohne jenes „Staatsdoping“, das im Reiche Putins gang und gäbe zu sein scheint. Auf dem Gipfel des Monte Trodellöh liegen ein Stempel und ein Stempelkissen aus, mit denen man in seinem Gipfelbuch, wie es routinierte Alpinisten mit sich führen, dokumentieren kann, dass man oben war. Wird im russischen Sport tatsächlich so flächendeckend gedopt, wie jüngst berichtet wurde? Nun wirkten russische Kugelstoßerinnen mit ihrem dezenten Damenbart schon früher nicht so wie magersüchtige Models aus der Heidi Klum-Show, taugten daher auch nicht unbedingt als Schönheitsideal für die Kosmetik- und Modeindustrie, aber wenn man die erstaunlich lasche Politik des Olympia-Funktionärs und Putin-Freundes Thomas Bach so interpretiert wie Herr Bär, dann müsste man sich Sorgen wegen übermäßigen Anabolika-Gebrauchs wohl erst dann machen, wenn bei den Athletinnen aus dem Uralgebirge die Gesichtsbehaarung so üppig sprießt wie einst beim rauschebärtigen Sänger Iwan Rebroff, der übrigens gar kein echter Russe war, sondern mit bürgerlichem Namen Hans Rolf Rippert hieß.

Bär polyglott – unterwegs mit Herrn Bär Sind neue alpinistische Erfolge zu notieren? Gewiss, denn ungleich anstrengender als die Besteigung des 138 m hohen Monte Troodelöh im Kölner Königsforst ist die Erklimmung des Drielandenpunt (niederländisch für „Dreiländerpunkt“), 353 m hoch genau im Dreiländereck von Deutschland, Niederlande und Belgien gelegen, wo man vom Aussichtsturm aus in alle drei Länder hineinschauen kann, zwar nur zehn Kilometer vom Aachener Hauptbahnhof entfernt und von dort aus mit dem Fahrrad bequem zu erreichen, aber wenn man dann in der niederländischen Grenzstadt Vaals die Leute nach dem Weg zu diesem Drielandenpunt fragt und als Antwort „Immer de Berg erop“ erhält, dann weiß man, dass man nach schweißtreibendem Erreichen des Ausflugscafés oben auf dem Gipfel olympisches Gold verdient hätte. Das Ausflugscafé liegt zwar noch auf niederländischem Territorium, ausgeschenkt wird aber belgisches Bier; der luftgetrocknete Limbourger Schinken dazu schmeckt vorzüglich; und wer dann unten in Vaals noch chinesisch essen will, der stellt fest, dass man zwar nach wie vor in Holland noch immer besser chinesisch essen kann als in Deutschland, wiewohl aber auch der holländische Chinese in der Küche vor dem Einsatz von Glutamat mittlerweile nicht mehr zurück schreckt, und um der weiteren Internationalisierung und Globalisierung willen als musikalische Beschallung des Speiseraumes nicht nur traditionelle chinesische „Pling pling“-Musik ertönen lässt, sondern zum Hühnerspieß mit Erdnusssauce auch schon mal den italienischen Gassenhauer „O Sole mio“ auflegt. In einem der Cafés auf der Hauptstraße von Vaals kann man dann noch als regionale Spezialität ein süffiges „Gulpener Oud Bruin“-Bier antesten, bevor man sich auf den Heimweg macht. Am Stadtrand von Vaals haben die Niederländer ihr Grenzschild halb im Gebüsch versteckt, und genauso hat Herr Bär sich ein freies und offenes Europa immer schon vorgestellt.

Copyright: Raap/Bär 2016 – Alle Rechte vorbehalten

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Grenzstadt Vaals/NL, Foto: Copyright Raap/Bär 2016

Essen und Trinken mit Karl-Josef Bär

Rheinischer Vorgebirgssalat mit drei Garnelen

Eisbergsalat in kleine Blätter schneiden oder rupfen, mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Petersilie, Schnittlauch und Dill anmachen, zum Anrichten auf einem Teller ausbreiten, darauf Tomatenscheiben, darauf wiederum Scheiben von gekochten Eiern, eingelegte Sardellen (am besten calabresische Sardellen in Oregano und Kapern eingelegt), etwas konservierten Thunfisch und drei gekochte Garnelen.

Genter Waterzooi à la Karl-Josef Bär

Der flämische Name „Waterzooi“ bedeutet Wassersud. In Gent und Umgebung gilt diese Suppe als flämisches Nationalgericht. Suppenfleisch vom Huhn salzen und pfeffern, in großen Topf geben, mit 1-2 Zwiebeln in Knoblochbutter anbraten. 1 klein geschnittene Porreestange, 2 Möhren, 1-2 vorgekochte Kartoffeln, etwas klein geschnittenen Knollensellerie, 1-2 klein geschnittene Staudensellerie, 1 Knoblochzehe, Gewürznelken hinzugeben. Mit Hühnerbrühe auffüllen und köcheln lassen. Würzen mit Pfefferkörnern, Petersilie, Thymian, Kerbel, Muskatnuss, 1 Lorbeerblatt, Eidotter, dann mit Sahne abbinden. Gewürznelken stammen ursprünglich von den Molukken; sie halten die Fettoxydation auf; durch ihren hohen Gehalt an Phenolverbindungen haben sie antioxidative, entzündungs- und gerinnungshemmende Wirkung. Da sie den Eisengehalt im Blut reduzieren, sind sie auch für Patienten mit Eisenüberschuss zu empfehlen. Im Mittelalter galt die Nelke als Symbol für die Passion Christi – man assoziierte damit wegen der phonetischen Nähe von „Nelke“ zu „Nagel“ die Nägel bei der Kreuzigung. Muskatnuss setzte man in Asien und im europäischen Mittelalter auch als Heilpflanze gegen Magenschwäche, Leber- und Gallenschwäche ein, ebenso gegen Herpes, Ekzeme und Flechten.

Mineralsüppchen à la Karl-Josef Bär

Mineralstoffe sind lebenswichtig für unseren Körper und seine Funktionen, deswegen ist eine mineralstoffreiche Ernährung sinnvoll. Mineralstoffreiche Suppen kennt man vor allem auch als Fastenspeisen, wenn man während es Fastens keine feste Nahrung zu sich nimmt. Eine typische Mineralsuppe ist z.B. die japanische Miso-Suppe, sie hat basischen Charakter, d.h. sie bindet überschüssige Säuren im Körper und hat eine entschlackende Wirkung. Miso-Paste bekommt man in Reformhäusern, Bioläden und Asia-Läden mit japanischen Zutaten. Miso besteht aus Sojabohnen, Reis und Getreideanteilen. Man kocht Möhren, Knollen-Sellerie, Stangen-Sellerie, Poree, Pastinaken, Petersilienwurzel, Fenchel, Weißkohl, grüne Bohnen, Spinat oder Mangold in ungesalzenem Wasser. Man kann auch ein paar Streifen Kombu-Algen oder Wakame-Algen beifügen. Dann rührt man 1 Esslöffel Misopaste in zwei Esslöffel kaltem Wasser an und gibt diese Masse in die heiße Brühe, die dann aber nicht mehr kochen darf. Nachwürzen kann man mit ein paar Spritzern Sojasauce, ein wenig Pfeffer oder frischen Küchenkräutern.

Congre-Meeraal à la Karl-Josef Bär

Der Meeraal aus dem östlichen Atlantik und dem Mittelmeer (frz. Congre) ist größer und schwerer als der Europäische Aal aus den europäischen Küstengewässern, wo er aber vom Aussterben bedroht ist (und der zum Laichen von Süßwasser ins Meer zieht). Ein klassisches Gericht mit Europäischem Aal in Flandern ist Paaling et het groen, Aal mit grüner Sauce aus mehreren Kräutern, ähnlich wie die Frankfurter grüne Sauce, oder in Deutschland Hamburger Aalsuppe. Congre-Meeraal gehört häufig als Zutat zu den Rezepten für französische Fischsuppen. – Man kaufe den Congre beim Fischhändler in Scheiben, pro Person 2-3 Finger dick, brate ihn kurz in Knoblochbutter oder Olivenöl mit Knobloch. Lauchzwiebeln und Schalotten an, gebe 2-3 gehackte Knoblochzehen, 1-2 Nelken, 1 Lorbeerblatt, Pfefferkörner, ein paar Möhrenscheiben, 3-4 ganze Radieschen und 1-2 Tomaten hinzu, lasse ihn dann in Fischsud oder Weißwein dünsten, würzen mit Salz, Cayennepfeffer, frischem Thymian und frischem Oregano oder frischem Estragon. Beilage: Kartoffeln, Saisongemüse.

Duett von Huhn und Lamm à la Karl-Josef Bär

Zwiebeln in einem Topf in Butter andünsten, Möhren, frische Erbsen, 1-2 Knoblochzehen, Auberginen, grünen und roten Paprika, frische Feige und etwas frischen Ingwer hinzu fügen. Garen lassen und mit Ras al Hanout-Pulver und Harissasauce würzen und kurz vor dem Servieren etwas Creme fraiche und Avjar (balkanesische Auberginensauce) einrühren, mit Petersilie und frischer Minze abschmecken. Separat in einer Pfanne Streifen von Maishähnchenbrust anbraten, Stücke vom Lammfilet, Zwiebeln und Knobloch hinzugeben, Champignons, Pfifferlinge, frischen Ingwer und frische Feigen. Mit Salz, Ras al Hanout, Harissasauce würzen, reichlich frische Minze und frischen Koriander hinzugeben. Das Gemüse kann separat gereicht oder in der Pfanne mit dem Fleisch vermengt werden.

 

 

Bär aktuell 202 und Bild des Monats

Juli 4th, 2016

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Bild des Monats Juli 2016:

Jürgen Raap, „Die Invasoren des Lärms“, 2016

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Stadtfest „1050 Jahre Oberdollendorf“, Juni 2016

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Siebengebirge

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Piraten Partei, Parteibüro Bonn

Essen und Trinken mit Herrn Bär

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Choucroute au poisson à la Karl-Josef Bär

Zutaten dazu (unten)

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Crevetten-Sepia-Pfanne „West meets East“

Crevetten /Gambas), Langostinos und Sepiastücke in heißem Erdnussöl anbraten, Zwiebeln, Knobloch, Erdnüsse, geröstete Sesamkörner, rote und grüne Paprikastücke hinzufügen, dann Mangostücke, Ananas und vorgekochten Spargel. Nach ein paar Minütchen vorgekochten Reis unterrühren, zum Schluss mit Sojasauce, gelber oder grüner Currypaste, etwas Kurkuma, frischem Ingwer, Zitronengras, Koriander und Minze abrunden.

Choucroute au poisson à la Karl-Josef Bär

Knoblochbutter erhitzen, Zwiebeln glasig dünsten, separat vorgekochtes warmes Sauerkraut dazu geben, dann etwas Geflügelfonds-Paste und Fischfonds, Hummerpaste und 4-5 Knoblochzehen hinzugeben, ein paar Möhrenscheiben, Stückchen von frischer Gurke und Spreewälder Gewürzgurke, sowie ½ Tomate hinzufügen, mit Salz, Pfeffer,1 Wacholderbeere, ½ Teelöffel Tomatenmark/Tomatenpüree und Kümmel abschmecken, köcheln lassen, noch etwas Cayennepfeffer und ein wenig Paprikapulver edelsüß einstreuen, Venusmuscheln und Miesmuscheln unterrühren, Fischstücke vom wahlweise Rotbarsch, Seelachs Lachs, Heilbutt, Steinbeißer, weißem Thunfisch, Makrele, Stöcker, kleine Rotbarben auf das Sauerkraut legen, oben auf dann noch Garnelen, Jakobsmuscheln und Flusskrebse und dann alle Fischzutaten gut durchgaren lassen. Zum Schluss vor dem Anrichten etwas Creme fraiche, 1 paar frische Rosmarinblätter und etwas frischen Dill unterrühren. Als Beilage eignen sich Kartoffelpüree oder Salzkartoffeln und als Getränk ein Vin d’Alsace-Riesling.

Bär aktuell Nr. 202 – 3. Juli 2016

Neulich an der Fleischtheke im Edeka-Supermarkt Köln-Ehrenfeld: Fragt der Kunde: „Sind das Weißwürste?“- Fleischfachverkäuferin: „Nein, das sind Kalbsbratwürste“. – Darauf der Kunde: „Wissen Sie, ich komme aus der Eifel. Bei uns nennt man die Weißwürste“. – Fleischfachverkäuferin: „Ach, Sie kommen aus der Eifel? Das macht nichts. Wir Kölner sind ja tolerant gegenüber allen Kulturen!“

Nomen est omen Wie heißt eigentlich der Chef der Berliner Stadtreinigungsbetriebe? Richtige Antwort: Werner Kehren. Herr Bär meint: Passt doch irgendwie. Das wird allenfalls noch übertroffen durch den legendären Optiker Augendübler aus der Breite Str. in Köln oder durch den Münchener Tropenmediziner Prof. Hans-Dieter Nothdurft, der als Kapazität auf dem Gebiet der exotischen Durchfallerkrankungen gilt. Dass auf dem Stadtfest „1050 Jahre Oberdollendorf“ als Hauptattraktion eine Band mit dem Namen „Tinnitus“ angekündigt wurde, bewog Herrn Bär dazu, lieber nicht nachprüfen zu wollen, ob die Band ihrem Namen alle Ehre machen würde, sondern er trollte sich lieber einen Häuserblock weiter zum Stand des Karnevalsvereins „Mer brängen et fädig von 1895 e.V.“ (Wir bringen es fertig), wo man Herrn Bär darüber informierte, das benachbarte Niederdollendorf sei der einzige Ort auf der ganzen Welt, wo der Karnevalsprinz nicht bloß eine Session lang bis Aschermittwoch amtieren dürfe, sondern ein ganzes Jahr lang von Rosenmontag bis Rosenmontag.

Wer sich über den aktuellen Zustand der Piraten Partei informieren möchte, der nehme deren Bonner Parteibüro in Augenschein: alles verlassen, verstaubt, verrammelt und vollgekleckert.

Gründlich daneben lag das Orakel von Leipzig, nämlich der Koala-Bär Oobi-Oobi, den man befragte, wie wohl bei der Fußball-Europameisterschaft das Spiel Deutschland gegen Polen ausgehen würde, woraufhin Oobi-Oobi bei der Erwähnung „Deutschlands“ zweimal grunzte, bei der Intonation des Ländernamens „Polen“ jedoch nur schweigend an seinem Eukalyptus-Ast herumknabberte, was alle euphorisch als ein 2:0 für Deutschland interpretierten. Das Spiel ging bekanntlich 0:0 aus, und in Leipzig mag man sich jetzt trösten, dass sich in Köln auch ein Papagei mit dem Namen „Rotkäppchen“ in der Vorhersage des Spielausgangs zweimal fulminant verkrächzt hatte und sich damit ebenfalls als ein völlig untaugliches Orakel erwies. Zoo- und Haustiere als Orakel zu befragen ist schon ganz schön balla-balla, findet Herr Bär. Um das mediale Sommerloch zu füllen, lassen sie in den Zeitungsredaktionen wahrscheinlich demnächst das Ungeheuer von Loch Ness die Lottozahlen vom nächsten Samstag vorhersagen, was freilich nicht unwidersprochen hingenommen werden kann, weshalb als weiterer nützlicher Beitrag zur fortschreitenden gesellschaftlichen Infantilisierung als „Orakel von Ehrenfeld“ Herr Bär nunmehr mit eigenen Zahlen dagegen hält: 3-6-17-22-26-38, Zusatzzahl 39. Grunz und Krächz. Falls einer damit was gewinnt, bitte die Hälfte davon sofort an Herrn Bär überweisen!

Dass auch Kuckucksuhren die Zeit nicht immer präzise anzeigen, konnte man monatelang akustisch in Herrn Bärs Nachbarschaft beobachten, wo sich jemand eine solche zugelegt hatte, bei der der Kuckuck allerdings nicht zur vollen Stunde, sondern blöderweise schon zwanzig Minuten vorher seinen Ruf durchs offene Fenster über die Höfe erschallen ließ, und dies sehr zur Irritation der Nachbarn, die sich immer wunderten: „Wie, ist es denn schon zwölf?“ Es dauerte schließlich Monate, bis der Doof von nebenan es endlich geschafft hatte, seine Kuckucksuhr richtig einzustellen. Jetzt wird der Kuckuck zwar zur vollen Stunde jedes Mal von der Glocke der Kapelle im ebenfalls benachbarten Franziskusklösterchen übertönt, aber die gesamte Nachbarschaft freut sich, dass die Kuckucksuhr von dem Zausel endlich richtig geht.

Bärs Kulturtelegramm Nach einem Grillabend im Hof einer Kölner Galerie mit anschließendem Fußballgucken des EM-Viertelfinalspiels Deutschland gegen Italien fiel Herrn Bär auf dem Heimweg auf, dass gegen 0.30 Uhr auf dem Hohenzollernring überwiegend „südländisch“ aussehende junge Leute (vulgo: „mit Migrationshintergrund“) lauthals „Deutschland, Deutschland“ skandierten, was Leuten wie Alexander Gauland indes zu denken geben möge. Anderntags brillierte der 90jährige Krätzchensänger Ludwig Sebus mit zwei Auftritten auf dem Edelweißpiratenfestival im Friedenspark, denn er brachte sogar ein eher juveniles Rap- und Reggae-seliges Publikum zum Schunkeln, als er intonierte „Uns kölsche Siuel, die kann uns keiner nemme“ und zwischen zwei solcher kölscher Gassenhauer dem Publikum erzählte, wie in der Nazizeit nicht nur die unangepassten und widerständigen „Navajos“ und „Edelweißpiraten“, sondern in Köln auch die katholische Jugend, der er damals angehörte, versuchte, sich dem NS-Gleichschaltungsterror zu entziehen. In solch einem Programm als Zeitzeuge der 1930er und 1940er Jahre ganz souverän als Nebenbei-Conference auch noch einen Tünnes- und Schäl-Witz unterbringen zu können, brachte selbst hartgesottene und zunächst skeptisch dreinblickende Rockmusiker-Kollegen dazu, ihm wegen dieser gelungenen Gratwanderung zwischen Entertainment und Ernsthaftigkeit größten Respekt zu zollen. Beim Christopher Street Day/Cologne Pride Fest auf dem Kölner Heumarkt und Alter Markt sammelte Siglinde Kallnbach Solidaritätsunterschriften für die Opfer der jüngsten Terror-Anschläge in Orlando und Istanbul im Rahmen ihres Projekts „a performancelife“. Ziemlich auffällig war auf diesem Fest allerdings der Stand der „Jungen Liberalen“, denen wohl der Nachwuchs ausgeht, denn als Gallionsfigur und Lockvogel hatten sie dort einen bierbäuchigen Altliberalen platziert, aber diese FDP-Zausel hielten sich ja in Sachen Lifestyle-Trend schon immer mehr für Avantgarde als für Mainstream, und wenn man diese personelle Besetzung der FDP-Standes (s. Foto) richtig interpretiert, dann ist als gender-übergreifendes Schönheitsideal jetzt der bierbäuchige Knuffelbär im Kommen, der hantelstemmende waschbrettbäuchige und anabolikaschluckende Muckibuden-Freak hingegen völlig out.

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Beachten Sie bitte folgende Veranstaltungshinweise:

Sonntag, 10. Juli 2016, 15 Uhr: Künstlergespräch zwischen Rainer Junghanns und Jürgen Raap im Kloster Kamp-Lintfort/Niederrhein.

Samstag, 16. Juli 2016, 19 Uhr: Vernissagenvortrag von Jürgen Raap zur Ausstellung „Ethik und mehr“ von Michael Hooymann (in deutscher Sprache) in der Galerie vorn und oben, Katharinenweg 15a, Eupen-Kettenis (Belgien).

 

 

Bild des Monats und Bär aktuell 201

Juni 7th, 2016

Bild des Monats Juni 2016

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Jürgen Raap, „Positionen der Transzendenz“, 2016

 

Bär aktuell Nr. 201  – 22. Juni 2016

Denjenigen, die sich um einen bevorstehenden „Untergang des Abendlandes“ sorgen, rät Bundeskanzlerin Angela Merkel wortwörtlich: „Haben wir doch bitteschön auch die Tradition, mal wieder in den Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein oder vielleicht auch mal ein Bild in der Kirche erklären zu können.“ Doch was erlebt man dann, wenn man Mutti Merkel mal beim Wort nimmt? So wird von der Trauerfeier in einer rheinischen Kleinstadt berichtet, der evangelische Pfarrer dort habe zum Entsetzen der Trauergemeinde noch nicht einmal das Vaterunser auswendig gekonnt, sondern nur lustlos leiernd vom Blatt abgelesen. Wer immer den Untergang des christlichen Abendlandes befürchtet: hier kündigt er sich hausgemacht an. Wenn solch ein Pastor zum Kreuzzug gen Jerusalem aufbricht, ruft er wahrscheinlich spätestens am Frankfurter Autobahnkreuz den ADAC-Pannendienst an („Gelber Engel“, sic!), weil er nämlich auch nicht mehr weiß, wie er den Morgenländern exorzierenderweise das Kreuz entgegen halten muss. Weshalb ihm Herr Bär als Nachhilfe nun eine Anleihe bei der katholischen Konkurrenz nahelegt, und zwar mit dem Zitat eines Gedichts von Ernst Jandl: „Ich bekreuzige mich vor jeder Kirche. Ich bezwetschige mich vor jedem Pflaumenbaum. Wenn ich ersteres tue, weiß jeder Katholik sofort, wie ich letzteres tue“.

Abendländische Kultur- und Sittenkritik an manchen morgenländischen Gebräuchen ist im übrigen keine reine Erscheinung nur der heutigen Zeit. So prangerte der Kölner Karnevalsdichter Jupp Schmitz mit einem Lied-Refrain bereits im Jahre 1962 die im Orient weit verbreitete Vielweiberei an: „Du alter Scheich, ja dir ist nicht zu trauen, in deinem Reich da gibt es zu viel Frauen. Du bist nicht treu, drum bleib ich lieber hier. Leb wohl mein Schatz und Allah sei mit dir“.

Kritische Distanz übte Jupp Schmitz im Jahre 1985 aber auch zur kostümgeschichtlichen Tradition der christlichen Seefahrt: „Nicht in jeder blauen Hose steckt ein strammer Vollmatrose“.

Wenn ein Theaterstück mit dem Titel „Dosenfleisch“ auf die Bühne kommt und der Autor dieses Stückes ausgerechnet Ferdinand Schmalz heißt, zeigt sich, dass der Hegelsche Weltgeist mitunter zum Kalauer neigt. Sehr schön hat Herrn Bär auch die Formulierung „kuratorisches Schlaumeiergerede“ gefallen, mit der sich die im Kunstbetrieb vorherrschende pseudo-intellektuelle Schwaadlappigkeit gut umschreiben lässt.

© Raap/Bär 2016

 

Essen und Trinken mit Karl-Josef Bär

Sauerampfersuppe à la Karl-Josef Bär

Bund frischen Sauerampfer waschen und in kleine Streifen schneiden, in Butter mit Lauchzwiebeln und 1 Knoblochzehe erhitzen, mit Hühner- oder Gemüsebrühe auffüllen, 1 Ei hinzufügen und 20 Min. leicht köcheln lassen. Zum Schluss Sahne und cremigen Schafskäse einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit etwas Petersilie oder frischem Kerbel abrunden.

Alfala-Sprossen-Salat „Zündorf“

Mit ihrem hohen Anteil an Vitaminen und Chlorophyll wirken Alfafa-Sprossen (Luzerne) ernährungsphysiologisch entgiftend und das Immunsystem unterstützend. Der hohe Saponingehalt mindert vor allem ein toxisches Milieu im Darm – sie können Krankheitserreger aus dem Darm ausschwemmen. Es handelt sich bei Alfala-Sprossen um eine Nutzpflanze aus der botanischen Familie der Hülsenfrüchte, die in Asien seit dem 6. Jh. n. Chr. bekannt ist. Bei gesundheitlichen Risikogruppen (Kinder, Schwangere, Senioren) wird von einem Rohverzehr wegen der Keimbelastung allerdings abgeraten – stattdessen soll man die Sprossen kurz (30 Sekunden) in kochendem Wasser blanchieren. Für dieses Rezept nehme man pro Portion 50 gr Alfalasprossen, Karottenstreifen, Apfelstreifen, Radieschen oder weißen Rettich, rote und grüne Paprikastreifen, Gurken, Sesamkörner, ein paar gelbe Rosinen, Kokosflocken, Sesampaste, 1 kl. Messerspitze, Currypulver oder ein Hauch gelbe oder grüne Currypaste. Minzblätter und Zitronengras. Mit Salz, Pfeffer, Erdnussöl, ein paar Spritzern Zitronensaft abschmecken. Man kann diesen Salat vegetarisch servieren oder aber auch kalte Hühnerbruststreifen hinzufügen.

Lammgulasch „Buchforst“ mit Spitzkohl

Gulaschstücke in Pfanne oder Bräter in heißem Öl anbraten, Zwiebeln hinzufügen und glasig dünsten, salzen und pfeffern. In einem Kochtopf Fleischbrühe erhitzen, Fleisch und Zwiebeln hinzufügen, bei Bedarf auch vorgekochte Kartoffeln, 1 Möhre, 1 rote Gemüsepaprika und Spitzkohl in Streifen geschnitten, 2 Knoblochzehen, das Ganze dann ca. 20 Min. schmoren lassen. Mit Kümmel oder Kreuzkümmel abschmecken, frischen Majoran hinzufügen und vor dem Servieren etwas Frischkäse oder Creme fraiche unterrühren.