baer aktuell 346 – 22. März 2025

März 2nd, 2025

Bär aktuell 346 –  22. März 2025

Bild des Monats März 2025: Jürgen Raap/Karl Josef Bär, „Die Selbstgerechtigkeit der Ertrinkenden“, Acryl/Öl auf Leinwand, 2025

Bär aktuell: Herr Bär, was haben Sie sich bei diesem Bild gedacht?

Bär: Nix. Mir war nur im Traum der Erzengel Friedrich erschienen und befahl mir, in der rechten oberen Ecke ein Fachwerkhaus aus dem Hochsauerland zu malen.

Bär aktuell: Das sieht aber nicht aus wie ein Fachwerkhaus aus dem Hochsauerland.

Bär: Ich will ja , dat der Lars Klingbeil vun dä SPD sich dat Bild an die Wand hängt. Dann darf der natürlich nit merken, dat dat ein Haus aus dem Sauerland sein soll. Sonst macht dä dat nit. Deswegen hab ich dat Bild wat verfremdet und einen total bescheuerten Titel dafür jewählt. Und zur Sicherheit hab ich links noch eine Frau mit weinenden Babys jemalt, um den Lars Klingbeil von dem sauerländischen Fachwerkhaus wat abzulenken.

Der ganz normale Wahnsinn Als Weinkönigin dürfen sich ab jetzt auch Männer bewerben, nun ja, warum auch nicht. Aber im Falle ihrer Kür dürfen sie dann nicht etwa „Weinkönig“ heißen, sondern allenfalls „Weinmajestät“. Der Wettbewerb soll nämlich „geschlechterneutral“ nur „Wahl der Weinmajestät“ heißen. Nun sieht sich Herr Bär zu dem Hinweis genötigt, dass man bis zur Abschaffung der Monarchie 1918 Könige immer nur als  „Seine Majestät“ und Königinnen linguistisch angemessen als „Ihre Majestät“, titulierte, aber keinesfalls als „Ihre Majestätin“. Eine geschlechtliche Differenzierung der „Majestäten“ leistet das  Pronomen „Seine/Ihre“. Einen Karnevalsprinzen redet man übrigens auch heut zu Tage korrekt mit „Eure Tollität“ an, eine Karnevalsprinzessin hingegen charmanterweise mit „Eure Lieblichkeit“ und nicht unziemlich mit „Fräulein Tollität“, und eine Titulierung „Fräulein Tollitätin“ würde das Ganze auch nicht viel besser machen. Um den Titel eines Weinkönigs, pardon, einer Weinmajestät bewirbt sich derzeit u.a. ein gewisser Levin Mc Kenzie aus Rheinhessen, der allerdings schon unbedachterweise bekundete, er trinke auch gerne Bier, und so fragt sich Herr Bär, ob die Hardliner der politischen Korrektheit in der Jury des Deutschen Weininstituts ihm das durchgehen lassen. Dass sie beim Deutschen Fleischerverband e.V. eines Tages einen fanatischen Veganer zum „Metzger des Jahres“ wählen, auf der Urkunde dann aber bekloppterweise  dann „Metzger*in des/der Jahr*in“ notieren, hält Herr Bär auch in den heutigen turbulenten Zeiten  indes für reichlich abwegig.       

Wer bisher glaubte, als alter weißer Mann mit versoffener und verrauchter Stimme sowie einem verlebten Gesicht und dem Besitz eines weißen Ledersofas im trauten Heim gesellschaftliche Anerkennung zu erheischen, und falls dies nicht gereicht hätte, dann doch wenigstens durch das Zitieren von Bonmots des FDP-Grandseigneurs Wolfgang Kubicki bewundert zu werden, der sah sich in seiner Selbstgewissheit erschüttert, als die BILD-Zeitung berichtete, ausgerechnet Wolfgang Kubicki habe sich schon vor der verlorenen Bundestagswahl unter das Skalpell eines Schönheitschirurgen begeben, dies jedoch nicht zwecks optischer Verjüngung, sondern er, Kubicki, habe sich vom Augenarzt zu einer Liftung seiner Schlupflider überreden lassen, um wieder besser sehen zu können. Herr Bär rät unterdessen als einer der heutzutage zu Unrecht vielgescholtenen alten weißen Männer allen gleichaltrigen Kubicki-Fans: Seid doch einfach nur stolz auf Eure Tränensäcke, denn sie drücken eine positive Lebenserfahrung aus, die Euch keiner mehr nehmen kann.

Was ist nach der krachend verlorenen Bundestagswahl, die für die FDP zum Totensonntag geriet, sonst noch bei den Liberalen los? Christian Lindner wollte eigentlich seinen Porsche verkaufen, aber nach seinem Rauswurf bei Olaf Scholz hat er jetzt keinen Dienstwagen mehr und muss leider weiter Porsche fahren, wie er kürzlich bekundete, und nach seinem Rücktritt als FDP-Baas muss man sogar befürchten, dass Christian Lindner sich künftig vielleicht nur noch ein Lastenfahrrad leisten kann, falls auch er sich einer schönheitschirurgischen Schlupflidkorrektur unterziehen muss wie Parteifreund Kubicki und die Arztrechnung dann nur durch den Verkauf seines Porsches bezahlen kann und sich als Ersatz ein Lastenfahrrad anschaffen muss, wobei Herr Bär zugunsten Christian Linders anmerkt, dass Porschefahrer gemeinhin Rentner auf deren Altherrenrad Marke „Vaterland“ nicht vom Radweg rammen, wohl aber hektische Helikoptermütter mit ihren plärrenden und Poreestangen kauenden Blagen im Lastenanhänger. Da Lindners Gattin derzeit schwanger ist, hofft der als Radfahrer wie als Fußgänger leidgeprüfte Herr Bär, dass den Lindners der Porsche als Familienauto erhalten und die Anschaffung eines Lastenfahrrads erspart bleibt. Copyright: Bär/Raap 2025

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Wer sich für die Geschichte des Brauchtums interessiert, der sei an dieser Stelle darüber informiert, dass der „Politische Aschermittwoch“ 1919 im bayerischen Vilshofen begründet wurde, als der als  linksradikal eingestufte Bayerische Bauernbund dort seine Anhänger am Aschermittwoch zur „Volksversammlung“ einlud.  Rustikal-derb, jedoch längst nicht mehr linksradikal  ist diese post-karnevalistische Aschermittwoch-Rhetorik auch heute noch, was mit einer Neigung zu miesepetrigem Muckertum (Achtung, ein Pleonasmus!) ausgerechnet die „Rheinische Post“ (erscheint im Düsseldorf!) zu dem Aufruf veranlasste,: „Lasst den politischen Aschermittwoch ausfallen!“ Denn es sei jetzt „Zeit für eine neue Ernsthaftigkeit!“ Nein, das ist es eben nicht, denn auch wenn Donald Trump derzeit in recht übler Weise den bösartigen Clown „The Joker“ mimt und Wladimir Putin sich mephistotelisch verhält, so ruft Herr Bär dennoch aus,  man möge die Feste feiern, wie sie fallen, und beruft sich dabei auf den Bonner Kunsthistoriker Heinrich Lützeler (1902-1988), der in seiner legendären Abhandlung über die „Philosophie des Kölner Humors“ beschrieb, wie eine zutiefst humorige Grundeinstellung (nicht zu verwechseln mit der Brachial-Komik manch heutiger Unterhaltungskünstler) zur befreienden Entlastung von seelischem Druck führt und damit eine wichtige Ventilfunktion hat.  Das Übermächtige und Bedrohliche relativiert sich, wenn man es hinweg lachen bzw. der Lächerlichkeit preisgeben kann.  In Shakespeares Tragödie „Richard III“ mutiert ein zunächst vernünftiger Herrscher zu einem makabren Clown, der ungestraft mit Schrecken Scherz treibt und seine intriganten Teufeleien auslebt,  bis sein tiefer Fall es dann ermöglicht, zumindest auf der Theaterbühne mit Erleichterung das Böse wieder in seine Schranken zu weisen. Der reale Richard III starb übrigens 1485 in der Schlacht von Bosworth. Sein Leichnam wurde geschändet und nackt in einem Wirtshaus in Leicester ausgestellt, als Mahnung an seine Anhänger, dass ihre Sache politisch  nun endgültig verloren sei. In Köln verbrennt man in der Nacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch vor den Kneipen eine Strohpuppe namens Nubbel – es ist ein Reinigungsritual – denn zu allen Sünden, die man an Karneval begangen hat, sei man nur durch den Nubbel verführt worden, der dafür nun büßen muss, und das archaische Verbrennen der Puppe dient nicht nur einer symbolisch-rituellen Selbstabsolution der Narren, sondern  es ist performativ eine Transformation vom ekstatisch-dionysischen Rausch zurück in die nüchterne und karge Realität der Merzens und Klingbeils. „Sag niemals nein, wenn das Glück Dir winkt, denn bald das Finale erklingt… am Aschermittwoch ist alles vorbei…“ (Jupp Schmitz).   Copyright: Bär/Raap 2025

Bildstrecke Straßenkarneval in Köln 2025 (Fotos: Copyright Siglinde Kallnbach, Bär/Raap 2025)

Das Motto für den nächsten Kölner Rosenmontagszug 2026 lautet: „Mer dun et jo nur för Kölle“ (Wir tun es ja nur für Köln). Ein geflügeltes Wort in der Domstadt, das Herr Bär in jungen Jahren immer wieder zu hören bekam, als er Lokalreportagen für die „Kölner Illustrierte“ schrieb und dafür bisweilen Kommunalpolitiker befragte, wie sie es denn mit dem sprichwörtlichen kölschen Klüngel hielten. Die Grünen wehrten immer entsetzt ab, bei ihnen werde grundsätzlich nicht geklüngelt,  und bei der CDU und der SPD erklärten alle unisono treuherzig, bei ihnen  klüngele doch niemand nur um des persönlichen Vorteils willen, sondern nur zum Wohle der Vaterstadt Mutter Colonia: „Mer dun et jo nur för Kölle“. Darauf ein dreifach donnerndes Alaaf. („Alaaf“ wurde  angeblich erstmals 1733 als „All aff Collen“ = Köln über alles ausgerufen).

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Essen und Trinken mit Herrn Bär

Octopus-/ Pulpe-Arme „Rodenkirchen“  Tintenfischarme, etwa Fingerdick (gibt`s in manchen REWE-Filialen schon vorgekocht) nur kurz in Olivenöl  mit reichlich Knoblauch, grünen Pfefferkörern und ein Paar Spritzern Zitronensaft erhitzen (bei längerem Braten wird das Fleisch zäh), zusammen mit Zaziki, Gurkensalat, Oliven und Baguette servieren.  Dazu passt ein griechischer Harzwein Retsina oder ein französischer Weißwein Entre deux mers.

baer aktuell 345 – 22. Feb. 2025

Februar 1st, 2025

Bild des Monats Februar 2025: Jürgen Raap, Der Traum der armen Prinzessinnen, Acryl/Öl auf Leinwand, 2025

Bär aktuell: Herr Bär, Ihr jüngstes Gemälde heißt „Der Traum der armen Prinzessinnen“.

Bär: Jojo.

Bär aktuell: Aber man sieht auf dem Bild ja gar keine Prinzessin!

Bär: Die litt ja noch zu Hause em Bett un is am Träumen. Et jeht en däm Bild ja nur drum, wat die träumt.

Aktuelle Witze aus dem Kölner Karneval

„In der Kölner Stadtverwaltung haben sie nur ein Gehirn, und das teilen sie sich. Es weiß nur keiner, wer es gerade hat“. (Michael Hehn,  „Ne Nubbel“)

„Ich habe zwei Wochen lang vegan gelebt. Das volle Programm; Soja und Tofu. Über Tofu macht man keine Witze, das ist geschmacklos… Es gibt keine dicken Veganer, nur pflanzliche Fette“ (Puppensitzung Hänneschen-Theater)

„Warum dürfen alle zum Pfarrer Vater sagen, nur die eigenen Kinder nicht?… Ich esse gerne Fleisch. Ich heiße Metzger, ich kann mich ja nicht selbst belügen!“  (Marc Metzger, „Ne Blötschkopp“)

„In Amerika ist ein Vorbestrafter Präsident. Das gab es bisher nur beim FC Bayern München… Wir sind die Stadt mit K, und alles mit K ist  lustig: Karneval, Katholische Kirche, Kardinal, Klüngel. Und wir sind der Wahlkreis von Karl Lauterbach… Wir sind in Deutschland ein Rechtsstaat und kein rechter Staat…“ (Guido Cantz, „Ein Mann für alle Fälle“)

„Merz und Söder freuen sich wie jeck, hurra die Ampelkoalition is weg… Scholz und Merz, das bereitet viel Schmerz“ (Puppensitzung Hänneschen-Theater)

Tünnes ist verzweifelt auf Parkplatzsuche und kurvt erfolglos durch die Stadt. Schließlich sendet er ein Stoßgebet zum Himmel: „Leever Jott, schick mir ne Parkplatz. Dann jeh ich auch jeden Sonntag en de Kirch, hör dat saufen auf und rauche nit mieh.“ In dem Moment wird vor ihm  eine Parklücke frei. Tünnes: „ Is jut, leever Jott, et hätt sich erledigt. Ich han jrad ne Parkplatz jefunge!“  “ (Puppensitzung Hänneschen-Theater)

Herr Bär hat sich schon früher als Fan des Kabarettisten Dieter Nuhr geoutet, der im  öffentlich-rechtlichen Mainstream-Medienbetrieb als einer der wenigen sich intellektuelle Widerborstigkeit leistet. O-Ton Nuhr: „Die Frage ist doch, wie werden wir die AfD wieder los? Und wollen das Grüne und SPD überhaupt? Natürlich nicht. Das ist die große Verlogenheit dieser Tage. Nichts brauchen Grüne und Linke dringender als eine AfD, mit der niemand abstimmen darf, weil  dann rechts der Mitte 20 Prozent der Stimmen wegfallen, und damit ist die Mehrheit vom Rest damit schon mal auf ihrer Seite. Solange das so ist, gibt es keine Regierung ohne sie, und das ist doch ein Traum für die…  In diesen ganzen Wahlkampfpeinlichkeiten, die wir jetzt erleben müssen, gibt allerdings die AfD immer noch das jämmerlichste Bild ab. Bei der AfD war Parteitag, und es war richtig widerlich mit anzusehen, diese klammheimliche Freude, über den Anschlag in Aschaffenburg, die ersehnte Wahlkampfhilfe… Bei der AfD befindet man sich nicht nur im Straßenwahlkampf immer nah an der Gosse. Für die AfD ist Friedrich Merz eine Bedrohung, nämlich ein Kanzlerkandidat, der nicht dem links-grünen Milieu entstammt. Das hat es seit Gerhard Schröder nicht mehr gegeben. Ein Horror für die AfD. Nur durch konsequente Ausgrenzung wurde die AfD immer fetter und fetter, das war wiederum gut für Linke und Grüne, weil sie eine starke AfD brauchen. Es gibt nichts Erhebenderes, als auf einer Demo mit Zehntausenden in der Masse der Erleuchteten aufzugehen. Die alle wissen, wo der Teufel steht. Wie in einer Sekte. Gemeinsam gegen den Satan… das hat was Religiöses… Es dauerte keinen Tag nach dem Attentat in Aschaffenburg, da war man schon nicht mehr gegen den Täter, sondern gegen rechts, und damit meinten sie alle, die nicht tatenlos auf den nächsten Messerangriff warten wollen… Ich glaube nicht, dass die Probleme dadurch gelöst werden, dass man sich am Brandenburger Tor selber feiert… wie unsere Grünen, man sieht (auf einem Pressefoto), wie glücklich sie sind, dass selbst Mord und Totschlag das Gefühl ihrer moralischen Überlegenheit nicht ins Wanken bringt… (zitiert aus Dieter Nuhr, Sendung „Nuhr im Ersten“, ARD, 30.1. 2025).

„Ach Olaf“, Wahlkampfwerbung 2025, Foto:: Siglinde Kallbach

Das darf doch nicht wahr sein! Auf dem Weg zum Wahlkampf-TV-Showdown mit Friedrich Merz bei ARD/ZDF hatte Olaf Scholz die Tür zum Studio nicht gefunden. „Kurz vor dem TV-Duell verliert Kanzler Scholz erst einmal die Orientierung“, kommentierte focus-online süffisant. Da kann man nur ausrufen: Ach, Olaf!  Und auf den aktuellen Wahlkampfplakaten muss er sich auch noch von der Linkspartei verarschen lassen, deren kommunistische KPD-Vorläufer ab 1920 skandierten: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“, zugleich um das Jahr 1932 jedoch ebenso  Nationalsozialisten und Deutschnationale diesen Slogan benutzten, und dann – wie Walter Mühlhausen 2021 im SPD-Organ „Vorwärts“ ausführte, in unseren Tagen mit einer gewissen Geschichtsvergessenheit und damit absolut unangemessen eben auch „Fridays for Future“ auf ihren Demonstrationen, wo sie lautstark einen „Klimakanzler“ einfordern, der als solcher  Scholz in ihren Augen aber keineswegs ist. Und Robert Habeck käme dafür auch nicht in Frage, denn der  müsste ja im parteiinternen Intrigensumpf der Grünen derzeit eher „Baerbocks Rache“ fürchten, wie die „BILD-Zeitung mutmaßt, als ob Annalena Baerbock angesichts ihrer eigenen 2021 versemmelten Kanzlerkandidatur nun wie einst die Nibelungen-Kriemhild eine Mobbing-Hunnenhorde über Habeck und seine Getreuen herfallen lassen wollte, um ihn für ihre mögliche zweite Kandidatur 2029 aus dem Weg zu räumen.  Olaf Scholz kann ja noch froh sein, als er auf der Suche nach dem Studioeingang herumirrte, dass die draußen herumjohlende Menge dort nur höhnisch „cum cum cum ex, cum cum cum ex“ skandierte und nicht auch noch „Pis-Pis-Pis -Pistorius“, dem man ja gemeinhin eher als Scholz zugetraut hätte, breitbeinig die Studiotür aufgestoßen zu haben wie eine Saloon-Tür in einem Hollywood-Western, die rechte Hand direkt am Colt, und der dann mit zusammen gekniffenen Augen dem angstvoll  schlotternden  Friedrich Merz das legendäre Clint- Eastwood-Zitat zugerufen hätte: „Manchmal gerät man an einen, dem man besser nicht blöd kommt. Und so einer bin ich!“  Ach, Olaf.  Copyright Raap/Bär 2025

Witze aus dem Kölner Karneval

„Die Gleichgültigkeitsbeauftragte der Stadt Köln sagt: Ob die Oper jemals fertig wird, is mir drissejal. Ich war nämlich noch nie in dä Oper“ (Stunksitzung)  (Driss = scheiße)

„Die kölsche Version der Dubai-Schokolade ist Nussschokolade mit Zwiebelmett… Liebe FIFA, ich sag`s unbenommen: Die Korruptions-WM habt ihr schon gewonnen!“ (Jörg Runge, „Dä Tuppes vum Land“)

„Robert Habeck… dieser Küchentisch-Goethe, die philosophierende Wärmepumpe“ (Martin Schopps)

„Es gibt ja so einen Spruch: Wer saufen kann, der kann  auch arbeiten. Aber ich finde, man  muss nicht jeden Scheiß mitmachen.“ (Volker Weininger „Der Sitzungspräsident)

Ein Schaf und eine Nonne spielen Tischtennis. Der Ball geht immer hin und her, ping pong, ping pong. Auf einmal schlägt das Schaf daneben und ruft: „Su ne Driss, daneben!“ Sie spielen weiter, beim nächsten Fehlschlag ruft das Schaf wieder: „Su ne Driss, daneben!“ Ermahnt die Nonne das Schaf: „Du sollst nicht fluchen. Sonst wird der liebe Gott ein ganz böser Gott und bestraft dich fürchterlich!“ Als das Schaf das nächste Mal „Su ne Driss, daneben“ ruft, verfinstert sich plötzlich der Himmel, man hört ein fürchterliches Donnergrollen, und dann erschlägt ein Blitz die Nonne. Kommt eine Stimme von oben: „Su ne Driss, daneben!“ (Puppensitzung Hänneschen-Theater)

Noch mehr Witze aus dem Kölner Karneval

Donald Trump beschwert sich bei seinem Apotheker: Wieso verkaufen Sie mir keine Pillen mehr? – Der Apotheker: Arschlöcher kriegen von mir nur noch Zäpfchen.

Olaf Scholz und Robert Habeck besuchen in Berlin soziale Einrichtungen. In einer Kita ruft die Leiterin: Herr Scholz, gut, dass Sie kommen. Hier regnet es durchs Dach.  Scholz wiegelt ab: Dafür haben wir kein Geld, Sie wissen ja, die Schuldenbremse… Nächste Station ist eine Grundschule. Die Rektorin: Ach, Herr Scholz, bei sind die Klos verstopft und die Klassenzimmer verschimmelt. Es muss dringend was gemacht werden. Scholz wiegelt wieder ab: Dafür haben wir kein Geld. In der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit klagt der Direktor: Herr Scholz, unseren Gefangenen fällt hier die Decke auf den Kopf, die langweilen sich. Darauf Scholz: Kein Problem, wir lassen in Ihre Anstalt ein großes Schwimmbad einbauen. Als sie wieder draußen sind, fragt Habeck: Was soll das denn, Olaf? Für die Kita haben wir kein Geld, auch nicht für die Grundschule, aber der Knast kriegt ein Schwimmbad. Scholz antwortet: Denk doch mal nach, Robert. In unserem Alter kommst Du nicht mehr in die Kita und auch nicht in die Grundschule….

Olaf Scholz ist wie Schnee im Rheinland. Et is ärgerlich, ävver och schnell widder vorbei.

Früher hat der Russe dafür gesorgt, dass man nicht aus Berlin rauskam. Heute macht das die Deutsche Bahn.

Wie kriegt man Sahra Wagenknecht und Alice Weidel zusammen auf ein Bild ? – Bei der Darmspiegelung von Wladimir Putin.

Was haben uns drei Jahre Ampel-Koalition gebracht? Wir dürfen jetzt das Geschlecht wechseln, aber nicht die Heizung.  

Donald Trump-Witze haben derzeit im rheinischen Karneval Hochkonjunktur. Hier sind zwei:

  1. Donald Trump trägt ein statt einer Perücke ein Frettchen auf dem Kopf. Damit muss er zweimal im Jahr zum Tierarzt.
  2. Donald Trump beschließt, er müsse mal an die frische Luft und sagt zu seinem Chauffeur: Heute nachmitttag fahren wir mal aus Washington raus in die Wälder von Virginia. Kurz hinter der Stadtgrenze läuft ihnen ein Huhn über den Weg, das der Chauffeur überfährt. Trump sagt: Kein Problem, ich regle das mit dem Bauern. Ich bin schließlich Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der mächtigste Mann der Welt. Trump kommt aus dem Bauernhof zurück: ein blaues Auge, die Haare verschängeliert, das Hemd zerrissen. Sie fahren weiter, und nach ein paar Meilen läuft ihnen eine Sau über den Weg, die der Chauffeur auch überfährt. Sagt Trump zum Chauffeur: Jetzt regeln Sie das mit dem Bauern. Ich kann nicht zu ihm gehen, Sie sehen ja, wie ich jetzt aussehe: blaues Auge, Frisur derangiert, Hemd zerrissen. Nach einer halben Stunde kommt der Chauffeur zurück mit einem riesigen Fresskorb voll mit Schinken, Speck, Würsten und Dosen voller Corned Beef. Als Trump fragt, was denn jetzt los ist, antwortet der Chauffeur: Och, ich weiß auch nicht. Ich bin da rein, und sage: Tach, ich bin der Chauffeur von Donald Trump, und ich hab gerade die Sau überfahren.

Bildstrecke baer aktuell spezial: Weiberfastnacht  in Köln und ein Foto von Herrn Bär auf einer anderen Veranstaltung mit einem Mitglied der 1.Kölner Damengarde. Die Fotos beweisen: man kann auch in Köln Karneval immer noch zivilisiert feiern.

1.Kölsche Aape-Sitzung mit Aape Danz an Weiberfastnacht in der „Alten Post“, dem Restaurant der Seniorenresidenz am Dom. Man war sich beim Schunkeln und Mitsingen darüber einig, sich den Spass an dèr Freud durch Drohungen islamistischer Fanatiker via Internet gegen den kölschen Fasteleer nicht vermiesen zu lassen.  In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass der Chansonnier Karl Berbuer 1924 im Kölner Karneval mit dem Lied „Se kriggen uns nit kapott“ debütierte. Das war damals allerdings ein Trutzlied gegen die britische Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg auf einer Privatparty der Roten Funken gewesen. Offizielle Karnevalssitzungen waren durch die Besatzungsmacht in Köln bis 1927 verboten. Aber die Kölner haben ihren Karneval mit freisinnigem bürgerlichen Selbstbewusstsein unter allen widrigen Zeitumständen immer gefeiert, wie sie es wollten, und dies mal mit, mal gegen die jeweilige Obrigkeit, und mal eben heimlich und subversiv hinter deren Rücken.  Und dies ist wichtig um so mehr in diesen heutigen Zeiten, wo die Welt politisch mehr und mehr aus den Fugen gerät: „Drei Daach sich freue, nix bereue, dat es Karneval…“

  

Fotos: Copyright Bär/Raap und S. Kallnbach

baer aktuell 344 – 22. Jan. 025

Januar 2nd, 2025

Bild des Monats Januar 2025: Jürgen Raap, „Die Puritaner sind unter uns“, Acryl/Öl auf Leinwand, 2025

baer aktuell 344  – 22. Januar 2025

Wat et nit all jitt Die BILD-Zeitung berichtete über einen gewissen Florian L., der seiner Frau zu Weihnachten 1.500 Blatt Klopapier geschenkt hatte. Als sie das Geschenk auspackte, soll sie ausgerufen haben: „Ach, du Scheiße!“ 

Herrn Bärs Wahlprüfsteine und Bärs Bestatterkritik Die Grünen, die bislang trotz des Ablegens ihrer einstigen fusseligen Norwegerpullover als ihr früheres Markenzeichen in den Augen von Herrn Bär bis jetzt immer noch als eine puritanisch-sauertöpfische Verbots- und Verzichtspartei daher kommen, u.a. mit einer Stammwählerklientel vornehmlich hysterischer Helikoptermütter, die ihr Lastenfahrrad einem Fußgänger aggressiv klingelnd schon mal hektisch in die Hüfte rammen, sind flapsig geworden. Zum Beispiel die Grünen-Politikerin  Paula Piechotta, die Olaf  Scholz als „Arschloch“ titulierte und hinterher um eine Richtigstellung bemüht war, sie habe in ihrem Podcast nur die Meinung der SPD über Olaf Scholz wieder geben wollen. Das wiederum erboste den SPD-Generalsekretär Michael Miersch, der eigentlich Matthias Miersch heißt, wegen seiner Unscheinbarkeit aber auch schon mal von Herrn Bär für Martin Miersch gehalten wird, und der Piechottas Versuch, „die Herabwürdigung des Bundeskanzlers durch flapsige Tweets herunterzuspielen“, in eben  diesem Sinne als „flapsig“ geißelte. Als ebenso flapsig wie bizarr mag die Einlassung der Bestatterin Ellen Matzdorf eingestuft werden, es sei „pietätlos“, einen passionierten Radfahrer mit dem klassischen Leichenwagen zur letzten Ruhestätte zu transportieren, weswegen in Oldenburg ein gewisser Michael Olsen (der heißt wirklich so und nicht Matthias Olsen)  ein Lastenfahrrad speziell für Särge konstruiert hat. Dass sich eines Tages Manfred Miersch und Olaf Scholz ihre sterblichen Überreste von einer grünen Helikoptermutter per Lastenfahrrad zum Friedhof karren lassen, kann Herr Bär sich  indes nicht vorstellen. Insofern scheint in unserer Gesellschaft mit ihrer Neigung zu allerlei Irrsinn zumindest in der altehrwürdigen August Bebel-Partei die Welt zumindest sepulkralkulturell noch in Ordnung zu sein. Die Abwehr der  vermeintlichen Arschlöchigkeit des Noch-Kanzlers in Piechottas flapsiger Weltsicht  durch den wackeren Manfred, pardon Mathias, Miersch findet Herrn Bärs Beifall insofern, als man nun auch dem Sittenverfall bei den Grünen und speziell ihren Anhängern (im doppelten Wortsinn)  unter den Lastenfahrradnutzern energisch entgegen treten muss.

Neuer Olaf Scholz-Witz aufgetaucht

Olaf Scholz und Friedrich Merz fahren in Berlin mit der U-Bahn. Die Bahn ist brechend voll, alle stehen eng gedrängt und aneinander gezwängt im Waggon. Da sagt Scholz: „Fritze, ich muss mal.“ Darauf Merz: „Olaf, das geht jetzt nicht, Wir sind in der U-Bahn.“ Scholz erwidert: „Fritze, erzähl jetzt kein Tünkram!“ Merz insistiert: „Olaf, hier in der U-Bahn gibt ein kein Klo. Also reiß Dich zusammen!“- Nach fünf Minuten quengelt Scholz wieder: „Fritze, ich muss mal. Ich halte es nicht mehr aus!“ Da sagt Merz: „Also gut, Olaf, aber dann mach es diskret. Pinkel einfach ganz unauffällig Deinem Nebenmann an den Mantel.“ Scholz zweifelt: „Fritze, meinst Du, der merkt das nicht?“ Merz klärt ihn auf: „Natürlich nicht. Olaf. Du hast das doch eben auch nicht bemerkt.“

Bildstrecke baer aktuell spezial: Joddesdeens op Kölsch en d´r Maatkapell St. Maria Himmelfahrt Ihrefeld met Sän för de Plagge (Gottesdienst auf Kölsch in der Marktkapelle St. Maria Himmelfahrt Köln-Ehrenfeld mit Segnung der Standarten der lokalen Karnevalsgesellschaften, Plagge= Standarte) und anschließender karnevalistischer Veranstaltung im Pfarrsaal St. Joseph mit der KG Drügge Pitter von 1962 e.V. ( =trockener Peter: der Petersbrunnen, früher an der Ostseite des Kölner Domes in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs gelegen, hatte im Zeitalter der Dampflokomotiven durch die Ruß-Emissionen immer verstopfte Rohre und Düsen, spie daher kein Wasser mehr aus, und wurde deswegen im Volksmund „drügge Pitter“ genannt. Heute befindet er sich an der südwestlichen Seite der Kathedrale.)

Herrn Bärs Wahlprüfsteine Bei den bayerischen Grünen kündigte ein gewisser Karl Bär (nicht verwandt mit Karl-Josef Bär) an, er kandidiere wieder für den Bundestag, wo er bereits 2022 erklärt hatte, ohne Fische gäbe es keine Fischerei. Der Deutsche Angelfischerverband e.V. hatte sich früher schon einmal bei der FDP nach deren Haltung in der Fischereipolitik erkundigt und die gewiss bis heute gültige Antwort erhalten: „Die Anliegen der Freizeitfischerei haben wir… im Blick…  Wir Freie Demokraten schätzen das Angeln als wichtige Naturverbundenheit…“ Die FDP ist also nicht nur eine Lobbypartei für besserverdienende Zahnärzte, sondern demnach auch für Hobbyangler, während der Journalist Thomas Köhler in der „Leipziger Zeitung“ wahrscheinlich stirnrunzelnd darauf hinwies, der CDU-Boss Friedrich Merz habe früher mal „Mehr Respekt für Millionäre“ eingefordert, und das kann für die FDP jetzt noch heikel werden, wenn sie nämlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, bloß weil es unter den Hobbyanglern zu viele Millionäre gibt, die dann wegen Merzens Respektheischerei doch lieber CDU gewählt haben werden, und die beim übernächsten Mal vielleicht sogar die Grünen wählen würden, wenn es keine Fische mehr gibt, wie dies mit einer gewissen Verdrossenheit der Grünen-Politiker Karl Bär aus Oberbayern bereits als Menetekel an die Wand gemalt hat. In diesem Sinne, Petri Heil.

Nomen est omen Dass der noch amtierende Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) sich vom Deutschen Brauerbund einmal zum „Botschafter des Bieres“ küren ließ und 2023 Ehrengast bei der Krönung des „Bierbotschafters“ war, mithin gern mit der „Alkohollobby“ feiern würde, monierte im Berliner „Tagesspiegel“ kürzlich ausgerechnet ein Autor mit dem Namen Sebastian Leber.

Witz aus dem Kölner Karneval: Leverkusen hat auch schöne Ecken, da stimmt wenigstens die Chemie…“ (J.P. Weber) 

Kölner Karneval bizarr Bei einem Besuch der IHK Köln versuchte sich Olaf Scholz als Büttenredner (dies ist keine Fake News!): „Die Söhne Hamburgs haben ein Lied geschrieben, und Hamburger darin wie folgt beschrieben: Manche sagen, wir sind dröge. Doch das ist ’ne glatte Löge. Wir denken vor dem Sprechen nach: Wenn’s sein muss, auch ’nen ganzen Tach… Wenn Sie jetzt sagen: der Scholz taugt nicht für die Bütt. Ich will ja auch, dass es anders kütt. Und ich nicht Büttenreden schreibe, sondern bei meinen Leisten bleibe…“ (Tusch und Klatschmarsch)

Nomen est omen Dass der noch amtierende Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) sich vom Deutschen Brauerbund einmal zum „Botschafter des Bieres“ küren ließ und 2023 Ehrengast bei der Krönung des „Bierbotschafters“ war, mithin gern mit der „Alkohollobby“ feiern würde, monierte im Berliner „Tagesspiegel“ kürzlich ausgerechnet ein Autor mit dem Namen Sebastian Leber.

Wenn einer schon Anton Schmaus heißt, dann könne er auch Koch werden, dachte sich Anton Schmaus und wurde nach der Gründung mehrerer Restaurants Koch der deutschen Fußballnationalmannschaft, die nun regelmäßig im Trainingslager seine Gerichte schmaust. Mit am Tisch sitzt auch Robin Koch, aber der kocht nicht, sondern spielt Fußball bei Eintracht Frankfurt.

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Döner Pasta à la Anton Schmaus Das Lieblingsgericht der DFB-Elf sei Döner Pasta nach einem Rezept des Sterne-Kochs Anton Schmaus, heißt es. In einem Interview mit dem „Stern“ verriet Schmaus das Rezept: „ Die Döner-Pasta ist ganz fein geschnittenes Lammfleisch, scharf angebraten mit den klassischen Dönerzutaten Gurke, Tomate, Kraut, rote Zwiebeln, Joghurtsauce, scharf. Alles mit Vollkornnudeln durchgeschwenkt“

Was ist nur bei den Grünen los? Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang konnte sich bislang rühmen; eine Ikone der „ Body-Positivity-Bewegung“ zu sein,“ die „kurvigen Frauen ein Gesicht gab“, wie die Münchener Abendzeitung AZ kolportierte. Der Rheinländer drückt es weniger anglizistisch aus und bezeichnet wohlbeleibte Damen liebevoll als „ e lecker Möbbelche“. Nun beherrschte Ricarda Lang in medialer Konkurrenz zur Hutwahl von Melania Trump bei der Amtseinführung ihres Gatten Donald (über dessen Frisur diesmal keine Witze gemacht wurden) bei uns landauf landab die Schlagzeilen mit den Erfolgen ihrer Abnehmkur (mutmaßlich allerdings wohl nicht mit einer Anton Schmaus-Diät), derweil zum Thema „Gewichtsdiskriminierung“ der WDR den Soziologen Friedrich Schorf zu Wort kommen ließ, es „gebe in der Politik durchaus auch prominente männliche Mobbing-Opfer wie etwa der SPD-Politiker Sigmar Gabriel oder die CDU-Politiker Peter Altmaier und Helmut Kohl.“ Als Mobbing-Opfer im Intrigensumpf der Berliner Grünen leidet Stefan Gelbhaar wohl nicht an Übergewicht. Wie man einen grünen Wahlkampf rechtzeitig versemmelt, beweist derzeit nicht nur Robert Habeck, dessen erneutes kommunikatives Ungeschick „Telepolis“ in der Schlagzeile zusammenfasste: „Sparen für die Rente? Robert Habeck hat andere Pläne mit Ihrem Geld“. Sondern auch die Vorsitzende der Grünen Jugend Jette Nietzard, die sich in der Rolle einer verbal außer Rand und Band geratenen Knallcharge gefällt, als sie z.B. die pyrotechnischen Unfälle zu Silvester mit den Worten kommentierte: „Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren, können zumindest keine Frauen mehr schlagen“, und angesichts einiger unhaltbarer Vorwürfe gegen den Parteifreund Gelbhaar eine Unschuldsvermutung zu seinen Gunsten im parteiinternen Geplänkel mit ihrer persönlichen Neigung zum Skandalnudeltum erst einmal gründlich in Frage stellte: „Wir sind eine Organisation, und wir sind kein Gericht.“ Gelten bei den Grünen mithin keine Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats mehr? „Der Spiegel“ kommentierte dazu: „Wenn Jette Nietzard sich zu Wort meldet, bekommen sie bei den Grünen Nervenflattern.“ Mittlerweile aber nicht  nur bei den Grünen.

baer aktuell 343 – 22. Dez. 2024

Dezember 1st, 2024

Bild des Monats Dezember 2024: Jürgen Raap, „Der Wolfsjäger II (Mondgeheul)“, Acryl und Öl auf Leinwand, 2024

Bär aktuell – 22. Dez. 2024

Er sei inzwischen zu alt um zu gendern, ließ der Schlagerbarde Heinz Georg Kramm verlauten, Künstlername Heino und Jahrgang 1938. Dass er nun singen würde „Schwarzbraun ist die Haselnuss*in“ hätte Herr Bär ihm ja nun auch wirklich nicht zugetraut. Derlei altersmild bedingte  Privilegien zur Genderignoranz verweigerte man allerdings den Grundschülern an der Osterfeldschule in Lünen, die laut „BILD“ irgendwann nur noch grammatisch völlig falsch von „Tischin“, „Stuhlin“ und „Plakatin“ sprachen, woraufhin das rein ideologisch motivierte und dann gründlich ins pädagogische Abseits abgedriftete und somit zwangsläufig gefloppte Sprachexperiment vernünftigerweise abgebrochen wurde. Ansonsten hätte es heißen müssen: „Setzen, Sechs. Versetzung gefährdet“. So sei zum Gebrauch des grammatischen Partizips an dieser Stelle einmal klar gestellt: Forschende sind immer nur solche, die gerade im Labor nach etwas forschen. Sitzen sie aber nach Feierabend zu Hause auf dem Sofa, forschen dabei aber nicht, dann sind sie in diesem Moment keine Forschenden, nur Forscher dem Sofa. Ein Neutrum dürfte übrigens auch keinesfalls gegendert werden. So heißt der Plural von „das Mitglied“ nun mal „die Mitglieder“ und nicht kokoloreshalberweise und damit grammatisch völlig falsch „Mitgliederinnen“, was man aber, so sei´s geklagt, verdrießlicherweise auch immer wieder hören oder lesen muss. Beim „Pferd“ hingegen hat es eigenartigerweise noch niemand gewagt, den Plural „die Pferde“ zu „Pferd *innen“ zu verhunzen.  Beim Sammelnamen „Leute“ gibt es übrigens keinen Singular „der Leut“ oder „die Leut“, sondern nur den Plural „die Leute“ und nicht etwa „die Leutinnen“ oder gar „die Leut*innen“, weil eben „Leute“ ja an sich schon eine  geschlechtsneutrale Vokabel  ist. Da die „Tagesschau“ neuerdings in Anpassung an sprachmodische Exzentrik bewusst auf die Anrede „Guten Abend, meine Damen und Herren“ verzichtet, sei an dieser Stelle einmal an den legendären Sportschau-Moderator Heribert Fassbender erinnert, der schon vor 50 Jahren seine Zuschauer stets mit einem saloppen „N´Abend allerseits“ begrüßte und somit als Pionier der genderneutralen Anrede gelten kann, während sein Kollege Ernst Huberty hingegen nur mit seiner Ernst Huberty-Frisur (schütteres Resthaar quer über die Pläät gekämmt) in die Geschichte des deutschen Sportjournalismus einging. Copyright: Bär/Raap 2024

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Essen und Trinken mit Herrn Bär

Camembert Der wahre Camembert aus dem gleichnamigen Ort in der Normandie wird aus Rohmilch hergestellt, schmeckt dadurch aromatischer, etwas schärfer als Industrie-Camembert aus pasteurisierter Milch. Beide Sorten entwickeln bei weiterer Reifung einen Ammoniakgeruch, doch der Industrie-Camembert troknet dann aus, während Herr Bär bei seinen ersten Frankreich-Aufenthalten vor 50 Jahren als Student sich von dortigen Kennern belehren ließ, ein Hochgennuss sei es, wenn der Käse schon  leicht bräunlich und dann weich, d.h. zerlaufend werde, dazu ein Glas kräftigen Bordeaux und  knackiges Baguette vom Bäcker und nicht diese lappigen Stangen  aus den Brotfabriken. In Bayern serviert man reifen lokalen Camembert als „Obatzda“, den man mit Butter, Sahne, Zwiebeln, Kümmel und Paprikapulver vermengt. In Lauterbach (Hessen) kennt man den „Lauterbacher Strolch“ und als Imbiss auch den „Kleinen Strolch“, womit jedoch nicht  der gleichnamige noch amtierende Bundesgesundheitsminister gemeint ist, sondern lediglich eine lokale Variante des Camemberts. 

Deppen-Ranking – Die schönsten Fehlleistungen des Jahres 2024 Platz 1 nimmt der Entertainer Stefan Raab ein, der glaubte, zur Ankündigung seines Comebacks im TV sich unbedingt von der Boxerin Regina Halmich öffentlich verprügeln lassen zu müssen und sich dabei einen Rippenbruch zuzog. Platz 2 hat der 58 Jahre alte Boxer Mike Tyson inne, der sich lediglich zum Zwecke eines hochkommerziellen Netflix-Medienspektakels desgleichen von einem 31 Jahre jüngeren Gegner vertrimmen ließ. Nun ja, schon die antiken Cäsaren wussten, dass man mit Brot und Spielen, d.h. mit Gladiatorenkämpfen, das Volk bei Laune hält. Aber man kann schließlich im heutigen Medienzirkus als Unterhaltungskünstler auch so viel Geld verdienen, ohne dabei Rippenbrüche (Raab) oder den Mythos als einstige „Kampfmaschine“ (Tyson) zu riskieren. Das einstige Kölner Box-Idol Peter Müller („Müllers Aap“) hatte nach seinem Karriereende in den 1960er Jahren als Schlagersänger allerdings nur mäßigen Erfolg mit seiner Schallplatte „Rädewumm, rädewumm, dä Jung, dä fällt nit um“.

Die Plätze 3, 4, und 5 teilen sich weltfremde Politiker wie Annalena Baerbock, der „Welt“-Moderator Alexander Siemon nachsagte, sie lebe in einer „eigenen Welt“, und Markus Söder, dem Umweltministerin Steffi Lemke ebenfalls bescheinigte, er lebe „in einer eigenen Welt“, weil er Lemke als „grüne Margot Honecker“ beschimpft hatte, schließlich auch die die Familienministerin Lisa Paus, die mit erstaunlicher Naivität die Kindergrundsicherung in den Sand gesetzt hatte.

Platz 6 gebührt Robert Habeck, der sich von Friedrich Merz als „Kinderbuchautor“ beleidigt fühlte und daraufhin herumjammerte, wer keine Kinderbuchautoren mag, der mag auch keine Kinder. Die mimosenhafte Habeck´sche Replik legt indes die Vermutung nahe, die Kinder von Friedrich Merz haben vom Vater bestimmt keine Habeck-Kinderbücher als Gute Nacht-Lektüre vorgelesen bekommen, sondern sind womöglich vor dem Einschlafen stattdessen mit dem Vorlesen  der „Financial Times“ getriezt worden, was sicherlich nicht kindgerecht, sondern nicht nur in den Augen von Robert Habeck sogar pädagogisch dermaßen ungeschickt ist, weswegen (ob´s stimmt oder auch nicht, Achtung, Satire!) Platz 7 für Friedrich Merz  reserviert ist.

Platz 8 belegt Christian Lindner, der zwar noch kinderlos ist, sich aber vorstellen kann, mit seiner Frau vier Kinder zu haben, dazu habe ihn die Ahnenforschung inspiriert, hatte Christian Lindner dem „Bunte“-Video anvertraut. Die „FAZ“ wusste zu berichten, dass im Unterschied zur Ampelkoalition nach Lindners Rauswurf als Minister immerhin noch dessen Ehe intakt ist. Kriegen die vier Lindner-Kinder dann Habeck-Bücher zu lesen oder nach Merz´schem Vorbild auch nur die „Financial Times“? Platz 9 hat sich Greta Thunberg verdient, die sich aus der radikalen Klimaszene neuerdings mit erschreckender ideologischer Verwirrtheit in antisemitische Kreise verlaufen hat, und mit einer frivolen Mischung aus Narzissmus (eigene Partei mit eigenem Namen) und ebenfalls ideologisch extrem verengtem intellektuellen Tunnelblick  gelangte Sahra Wagenknecht auf Platz 10, wiewohl sie sich 2021 in Focusonline zitieren ließ, „Mit Oskar (Lafontaine) hätte ich gerne ein Kind gehabt“, wobei Herr Bär nicht so recht weiß, hätte das Kind dann als Gute Nacht-Lektüre „Das Kapital“ von Karl Marx, Kinderbücher von Robert Habeck oder das finanzpolitische Koalitions-Scheidungspapier von Christian Lindner vorgelesen  bekommen? Die „Financial Times“ sicherlich nicht. 

Auf Platz 11 finden wir den Versicherungsbetrüger aus Los Angeles, der im Bärenkostüm sein Auto demolierte und dann gegenüber der Versicherung behauptete, das sei ein echter Bär gewesen, was jedoch ein Experte in Zoologie widerlegte: die meisten Kriminellen scheitern nun mal an ihrer Dummheit oder an ihrer Unverfrorenheit. Copyright Raap/Bär 2024

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Waffeln „Gulpen“  Die Kleinstadt Gulpen, auf halber Strecke zwischen Aachen und Maastricht gelegen, ist bekannt für „Gulpen Bier“ und „Gulpen Senf“. Herr Bär hat nun ein Waffelrezept nach dieser Stadt benannt: wer kein eigenes Waffeleisen hat, besorge sich Waffeln aus der Bäckerei oder dem Supermarkt, garniere sie schichtenweise mit Bourbonvanille-Eis, Schlagsahne, Schokoladensauce und Eierlikör. 

Von Dummheit, verwöhnten Bengeln, gefährlichen Politikerinnen und den Beziehungen zwischen Sport und Politik soll diesmal hier die Rede sein. Das Prädikat, einer von  „Deutschlands dümmsten Kriminellen“ des Jahres 2024 zu sein, verdiente sich ein Berliner Juwelenräuber, der am Tatort seine Mütze vergessen hatte und anhand der DNA-Spuren an eben dieser Mütze überführt werden konnte. „Berlin hat nicht die hellsten Räuber und Einbrecher“, beurteilte daraufhin der „Berliner Kurier“ das geistige Niveau der lokalen Straftäter. Sarah Wagenknecht war und ist unterdessen der Ansicht, dass wir in Deutschland wegen der hohen Energiepreise „die dümmste Regierung Europas“ haben, wobei allerdings schon 2023 der Autor  Hugo Müller-Vogg in „Focus“ Wagenknecht für die „gefährlichste Frau Deutschlands“ hielt und Wladimir Putin wiederum kürzlich verlauten ließ, er hielte Donald Trump für intelligent. Während die britische Zeitung „The Guardian“ das von Prinz Harry promotete Polo Spielen als die „den dümmsten und widerlichsten Sport der Menschheit“ apostrophierte, und da wir gerade beim Sport sind, zudem  der belgische Fußballer Kevin De Bruyne kürzlich einen  italienischen Sportreporter als „stupid“ (dumm) abqualifizierte, und dieser daraufhin wiederum den Fußballer als „spoiled brat“ (verwöhnten Bengel) beschimpfte, bleibt die Frage offen, ob es in der heutigen Sportwelt immer noch heißt „mens sana in corpore sano“, dass mithin in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohne, wie der römische Satiriker Juvenal behauptet hatte. Das „Sondertrikot“ des VfB Stuttgart durfte immerhin ein Künstler entwerfen, der Tim Bengel  heißt und in der Kunstwelt mit Sand- und Gold-Bildern bekannt wurde. Und was gibt es abschließend zum Thema „Sport und Politik“ zu melden?  Donald Trump spielt bekanntlich Golf, Wladimir Putin Eishockey, Emmanuel Macron ließ sich beim Boxtraining fotografieren, Friedrich Merz brach sich beim Skilaufen das Schlüsselbein und Olaf Scholz hatte sich beim Joggen ein blaues Auge geholt.

baer aktuell 342 – 22. Nov. 2024

November 1st, 2024

Bild des Monats November 2024: Jürgen Raap, „Die Kolonien der Humanität“, Acryl und Öl auf Leinwand, 2024

Baer aktuell 342 – 22. Nov. 2024

Eilmeldung: Wird Olaf Scholz durch künstliche Intelligenz ersetzt? Jedenfalls machte kürzlich bei einem Bürgerdialog in Schwerin ein Bürger den Vorschlag, Scholz solle sich doch lieber durch KI doubeln lassen. Allerdings wies schon das ZDF 2023 in einer seiner Satiresendungen darauf hin, es gäbe im Bundeskanzleramt bereits einen Sprachroboter namens „Scholzomat“, was Herr Bär nicht für Satire hält, sondern für Realität. Wie reagierte Olaf Scholz darauf: Er antwortete, nicht jeder Witz über ihn sei gut. Daher nun an dieser Stelle ein guter Olaf Scholz-Witz: Fällt ein Rentner vor dem  Bundeskanzleramt auf den Rücken. Scholz hilft ihm auf und sagt zu ihm: Dafür müssen Sie mich wieder wählen. Darauf der Rentner: „Ich bin auf den Rücken gefallen, nicht auf den Kopf!“

Der ganz normale Wahnsinn Dass ausgerechnet der wackere Musiker Udo Lindenberg Opfer sprachpolizeilicher Hysterie wird, weil in einem 30 Jahre alten Liedtext von ihm das Wort „Oberindianer“ vorkommt, hatte Herr Bär sich bis jetzt nicht vorstellen können. Im übrigen soll laut „Berliner Morgenpost“ damals der stets steife Erich Honecker beleidigt gewesen sein, weil Lindenberg ihn so flapsig als Oberindianer titulierte, zumal Honecker gar kein indigener Stammeshäuptling, sondern in der DDR Staats- und Parteichef war. Derlei tribalistische Volksgruppen gab des nämlich nur im Westen, wie Karl Berbuer 1948 in seinem Karnevalsschlager „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ verdeutlichte (Erläuterung für alle, die im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst haben: „Trizone“ nannte man damals die drei westdeutschen Besatzungszonen, aus denen dann 1949 die Bundesrepublik entstand),

Wer als Parabel für das Scheitern der Ampelkoalition das urdeutsche Nibelungenlied bemüht, der wird in Christian Lindner einen einstmals blonden siegfriedianischen Recken sehen, der im Alltagsgetümmel  intriganter Koalitionsschlachten leicht ergraut ist, so wie die Feuilletonisten der „FAZ“ ihn beschreiben, und im opportunistisch anmutenden Volker Wissing einen Hagen von Tronje, d.h. einen schnöden Verräter, der dem wackeren Christian, der als heldenhafter Lindwurm-Bezwinger antreten wollte, mittels FDP-Austritt und Verbleib als Minister in der Koalition einen Pfeil in dessen verwundbarste Stelle rammt, wiewohl das Scheitern der Ampelkoalition letztlich doch kein hochtragisches wagnerianisches Drama ist, in welchem Siegfried Lindner seinen Kampf gegen den rot-grünen Drachen doch noch verliert, sondern nur eine peinliche Hanswurstiade.  Oder ein burlesker Schwank, eine Schmierenkomödie, wie dies  ebenso im FAZ-Feuilleton nachzulesen ist, irgendwo zwischen biederem Volkstheater und Dick und Doof angesiedelt, wobei Olaf Scholz, der bislang eher in der Rolle des dummen August als in der eines Harlekins, der die Gesellschaftsordnung komödiantisch  ins Wanken bringt und unterläuft, oder in der eines cleveren Eulenspiegels zu sehen war,  Lindners Weigerung zur Aufweichung der Schuldenbremse mit einem lakonischen „Das ist doof“ kommentierte und damit die unheilige Koalition beendete. Was steht nach der Koalitionsserie „Sie küssten und sie schlugen sich“  demnächst auf dem Spielplan? Wahrscheinlich „Für eine Handvoll Dollar“ mit Donald Trump in der Haupt- und mit Friedrich Merz in einer Nebenrolle mit wenig  Text, oder „Panzerkreuzer Potemkin“ in einer Neuinszenierung unter der Regie von Wladimir Putin. Mit Sahara (sorry, Tippfehler) Wagenknecht als Matrosenbraut.

Bildstrecke „Spill op d´r Roothustrapp“ der karnevalistischen Künstlervereinigung „Muuzemändelcher“ mit der Verleihung der „Goldenen Muuz“ (Muuz =Schmalzgebäck) am 11.11. 2024 im Kölner Rathaus an den Büttenredner Jupp Menth („Ne Kölsche Schutzmann“). Auszüge aus Menths Dankesrede: „Wenn unsere Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker irgendwo am Ruder is, dann däht die Titanic sogar en dä Sahara sinke… Warum dürfen Frauen in der katholischen Kirche nicht Priester werden?  Frauen sind von Natur aus nicht in der Lage, das Beichtgeheimnis zu wahren!“ Ein Witz, der bei der synodalen Frauen-Initiative Maria 2.0 wahrscheinlich  keine Lacher einheimst.  (Fotos: Copyright Siglinde Kallnbach und Bär/Raap)

Der ganz normale Wahnsinn Eine Abfuhr holte sich der grüne Kanzlerkandidatendarsteller Robert Habeck bei einem Internetnutzer, als Habeck dazu aufrief, er lade alle dazu ein, mit ihm am Küchentisch über die Probleme und die Zukunft Deutschlands zu diskutieren. Replik des Internetnutzers (neudeutsch: User): „Ich habe meinen Küchentisch verkauft, weil ich mir die Lebensmittel nicht mehr leisten kann!“

Auch das noch: „Bistum Aachen warnt vor falschem Erzbischof aus Krefeld“, titelte die Rheinische Post. Den Karnevalsschlager „Ich wör so jän ens Weihbischof, dovun dräum ich dä janze Dag“ nahm Giancarlo „Gino“ C. jedenfalls wörtlich, und so zieht er „mindestens seit 2014“ als Erzbischof einer rom-unabhängigen „Katholisch-Apostolischen Kirche Europas“ oder auch als Mitglied einer „Autonomen Bischöflichen Prälatur“ durch die Lande. Jedenfalls stellte das Bistum Aachen klar, der Mann „sei weder gültig zum Priester noch zum Bischof geweiht.“ Herr Bär meint: sollte jemand als Hochstapler einen katholischen Bischof mimen, könnte er wegen des Zölibats zumindest nicht gleichzeitig auch noch als Heiratsschwindler auftreten. Wer allerdings im Internet als Suchbegriff „Hochstapler“ eingibt, wird ans „Gabelstapler-Zentrum“ verwiesen, und an zweiter Stelle der Auflistung an eine Firma, die ihre Kunden mit „Hochhubstapler -Erstklassige Produktauswahl“ umgarnt. Damit kann der falsche Bischof dann ein Hochamt abhalten.

Bärs Bestatterkritik Während das Bestattungsinstitut Pütz-Roth in Bergisch Gladbach zu einer „Herbstrevue“ als „musikalische Reise in die 40er Jahre“ einlädt, „als der Swing die  Welt eroberte. Mit vielen auch heute noch beliebten und gespielten Welterfolgen“, fasste die BILD-Zeitung das Ableben eines Zeitgenossen in einer Schlagzeile mit 5 pointierten Worten zusammen: „Star-Koch kam im Sarg zurück“. Wie auch sonst, fragt sich Herr Bär. In der gleichen BILD-Ausgabe riet die einstige Düsseldorfer „Rotlicht-Größe“ Bert Wollersheim zur Bestattung im Friedwald, denn „alles andere kostet nur Geld“, so Wollersheim. Ob man dazu dann im Friedwald die Swing-Musik aus der Pütz-Rothschen Herbstrevue abspielt oder doch lieber einen Waldhornbläser (sic!) zur Darbietung elegischer Töne engagiert, ist Geschmackssache.  Nicht viel Neues hat unterdessen Christoph Kuckelkorn, der Nestor der Kölner Bestatterszene, in Sachen Diesseitsbejahung auf seiner Website zu vermelden:  das Bekenntnis, „Im Bestattungshaus wurde früher zum Karneval die Schreinerei ausgeräumt und eine Party für Freunde, Mitarbeiter und Vereinskollegen ausgerichtet“, war dort auch schon letztes Jahr nachzulesen.

Eine Rarität oder auch nicht: das von Herrn Bär keineswegs nonchalant hingeschluderte, sondern gewissenhaft komponierte ultimative und finale Olaf Scholz-Sammelbild. Wenn Sie doof genug sind, dann versuchen Sie, es an Ihre Enkel zu vererben, aber die wissen wahrscheinlich nichts damit anzufangen. Wenn Sie noch doofer sind, dann verramschen Sie Ihre Olaf Scholz-Sammelbilder jetzt schnell an einen Flohmarkthändler , lassen sich dabei übertölpeln, und ärgern sich später schwarz, wenn diese exquisiten Sammelbilder eines Tages im Deutschen Historischen Museum hängen und auf Auktionen Millionenwerte erzielen. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie.  Ein Bild über das „Schweißtuch der Heiligen Veronika“ hat auf einer Auktion mal trotz „Farbverlusten“ immerhin noch 1.000 Euro erzielt. Wenn Sie also nun  bei Herrn Bär einen Orginalausdruck eines sonst der Verramschung überantworteten Olaf Scholz-Sammelbildes für nur 999,90 Euro ordern (aber seitens von Herrn Bär keine Haftung bei Farbverlusten!), kriegen Sie dafür von Herrn Bär noch ein gut gefälschtes Original-Schweißtuch des Heiligen Olav (nein, nicht Olaf Scholz, sondern des heilig gesprochenen Königs  Olav II. Haraldsson von Norwegen  (995-1035)) und dazu noch einen gut abgehangenen  Räucheraal vom Hamburger Fischmarkt nachgeworfen. Freuen Sie sich schon mal auf 2025 mit den neuen knackigen, hochmodernen und hochästhetischen Boris Pistorius-Sammelbildern von Herrn Bär!

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Rehmedaillons à la Karl-Josef Bär Schalotten schälen und würfeln, Knoblauchbutter in einem Topf  erhitzen. Schalotten darin andünsten. Apfelstücke hinzugeben. Mit Wildfond ablöschen. Etwas Zimt, Salz, Pfefferkörner, Knoblauch, Thymian, 1 Nelke, Kümmel, 2 zerstoßene Wacholderbeeren hinzufügen, etwas Worchestershiresauce oder Sojasauce, aufkochen lassen, bis die Sauce ein wenig eindickt. Die Medaillons in Scheiben schneiden, von beiden Seiten nur kurz 2-3 Minuten braten, dazu Knödel und Apfel-Rotkohl servieren.

baer aktuell 341 – 22. Okt. 2024

Oktober 3rd, 2024

Bild des Monats Oktober 2024: Jürgen Raap, Etude sur Caspar David Friedrich V“, Acryl auf Papier, 2024

Baer aktuell 341 – 3. Okt. 2024

Eilmeldung: Neuer Olaf Scholz-Witz aufgetaucht Olaf Scholz kommt in eine Kneipe mit einem Papagei auf der Schulter. Fragt der Wirt: „Kann der auch sprechen?“ – Antwortet der Papagei: „Das weiß ich noch nicht“.

Kosmetiktipps in „Bild der Frau“ sind augenscheinlich nur für Frauen und nicht für Männer gedacht, musste Herr Bär erstaunt feststellen, und das in Zeiten, in denen allenthalben in gewissen Kreisen eine „Genderneutralität“ proklamiert wird. In „Bild der Frau“ war nämlich neulich nachzulesen, Parfum sollte die Damenwelt sich nicht an den Hals oder aufs Dékolletée sprühen, sondern lieber auf den Bauchnabel.  Aber Hand aufs Herz, Freunde,  welcher Mann würde sich allen Ernstes Rasierwasser auf den Bauchnabel schütten? Vermutlich keiner, nimmt Herr Bär an und harrt nun auf Informationen, wie man sein After Shave am besten aufträgt? Nicht mehr auf die Wangen, sondern vielleicht lieber auf die Zehnägel? Das werden wir leider nie erfahren, solange der Springer-Verlag keine Zeitschrift „Bild des Mannes“ mit entsprechenden zielgruppenorientierten Kosmetiktipps herausgibt. Tipps zur Entfernung eines Damenbartes mit anschließendem Kölnisch Wasser-Gebrauch hat Herr Bär bei der Lektüre von „Bild der Frau“ übrigens auch nicht gefunden, so dass wohl jenen Damen nach Gebrauch eines Zwei Klingen-Einweg-Rasierers ebenfalls lieber die Parfümierung des Bauchnabels anzuraten ist.

Eilmeldung: Ist Olaf Scholz 16 cm gewachsen? fragte das Internet-Magazin „Grandios Gross(„Alles was große Frauen und große Männer interessiert“) in seiner Rubrik „Unterhaltung/Wissenswertes“. Auf einem anscheinend manipulierten Foto sollte der real nur 1,70 m große Scholz nicht kleiner wirken als der 1,86 große Lindner und der 1,80 große Habeck, sondern gleich groß. „Doch fairerweise ist festzuhalten, dass Olaf Scholz die Tricksereien mit der Körpergröße in der Politik nicht erfunden hat.“ Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wird als Politiker genannt, der bei seiner Körpergröße ebenfalls „geschummelt“ haben soll, desgleichen Wladimir Putin oder sein nordkoreanischer Busenfreund Kim Jong-un mit der dämlichen Straßenschlägerfrisur. Und zum Verdruss manch anderer zu Kurz Geratener setzt „Grandios Gross“ noch recht skurill einen drauf: „Große Männer sind die besseren Ehemänner“. Stimmt allerdings nicht so ganz: laut „Berliner Kurier“ hilft nämlich der nur 1,70 m große Olaf Scholz im trauten Heim gelegentlich im Haushalt mit und macht zu Hause die Wäsche „so oft wie sie anfällt“, 

Der ganz normale Wahnsinn Aus Köln ist die bevorstehende Heiligsprechung des Fußballers Lukas Podolski („Ich bin doch nur ne kölsche Jung“) zu vermelden, während zeitgleich der Unterhaltungskünstler Thomas Gottschalk sich um die reichlich bizarr anmutende Klarstellung bemühte, er habe „Frauen im TV“ immer nur „dienstlich ans Knie“ gefasst, und ebenso gleichzeitig der französische Präsident Emmanuel Macron sich darüber erregte, dass die vierte Staffel der Streamingdienst-Schmonzette „Emily in Paris“ nicht in Paris, sondern in Rom abgedreht werden solle. In Rom sieht es allerdings tatsächlich gehörig anders aus als in Paris: dort haben sie bekanntlich keinen Eiffelturm. Aber Film und Theater inszenieren nun einmal Illusionen. Szenen für einen Köln-Krimi haben sie auch schon mal in Düsseldorf gedreht, und außer Herrn Bär hat`s keiner gemerkt.

Eilmeldung: Olaf Scholz und Christian Lindner treten zusammen im Zirkus auf. Die Akrobatennummer: Lindner knipst eine Taschenlampe an, Scholz klettert am Lichtstrahl hoch. Dann  knipst Lindner die Taschenlampe aus…                    

Neuigkeiten zur deutschen Sittengeschichte In jenem Maße, wie sich der Unterhaltungskünstler Thomas Gottschalk vom Berufsjugendlichen „Tommy“ zum „Urvater des Herrenwitzes“ wandelte, worüber sich Gottschalk keineswegs grämt, solange man ihn wegen seiner heutigen Ansichten nicht unberechtigterweise in eine rechte Ecke stellt, wie er selbst einfordert, verschwanden im Laufe der Zeit auch in Kneipenkellern Bundeskegelbahnen zugunsten von modernen Bowling-Centern, in denen das Erzählen von deftigen Herrenwitzen heute verpönt ist, im Unterschied zu den Bundeskegelbahnen früherer Jahrzehnte. So sieht sich auch Gottschalk damit konfrontiert, dass es heute in einer freilich oft allzu rigiden Weise um das falsche Wort geht und um die Furcht, dann gecancelt zu werden. Thomas Gottschalk in einem Interview mit dem „Spiegel“: „Heute würde ich lieber husten, als zu sagen, dass ich meinen Hustensaft in der Mohrenapotheke kaufe…“ Dennoch: „Ich glaube, wer in die Mohrenapotheke geht, diskriminiert keinen Schwarzen,“ behauptet Thomas Gottschalk. Würde man es unter den heutigen Zeitgeist-Umständen nun wagen, mit diesem Gottschalk-Zitat einen Werbespot für eine Hustensaftmarke zu gestalten und damit einen ähnlichen Marketing-Erfolg erzielen wie damals mit „Tommy“ Gottschalk als Idol für juvenile Gummibärchen-Konsumenten? Wohl eher nicht. Auch nicht mit  einem herrenwitzaffinen Spruch wie „Hebt den Vater auf das Fahrrad“. Denn den gab es schon einmal, allerdings nicht für Hustensaft, sondern für eine Schnapsmarke, und mit Thomas Gottschalk als Promotor für Herrenfahrräder könnte man mit Sicherheit heut zu Tage wohl keine weibliche Zielgruppe ansprechen.  Copyright Raap/Bär 2024

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Kesselgulasch, ungarisch „Bográcsgulyás“, wird ursprünglich in einem Kessel über offenem Feuer zubereitet. Man kann auch einen großen Kochtopf nehmen, in welchem man in Schweineschmalz Rindfleischwürfel und viel Zwiebeln anbrät, dann fügt man Knoblauch und edelsüßes sowie scharfes Paprikapulver hinzu, beides nur krz andünsten, bevor es bitter wird. Dann kommen rote und grüne Paprikaschoten hinzu, Karotten, Tomaten, gewürfelte Kartoffelstücke, 1 Lorbeerblatt und Kümmel, das alles in Rinderbrühe 1-2 Std. köcheln lassen, zum Schluss Petersilie einstreuen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Rehmedaillons à la Karl-Josef Bär Schalotten schälen und würfeln, Knoblauchbutter in einem Topf  erhitzen. Schalotten darin andünsten. Apfelstücke hinzugeben. Mit Wildfond ablöschen. Etwas Zimt, Salz, Pfefferkörner, Knoblauch, Thymian, 1 Nelke, Kümmel, 2 zerstoßene Wacholderbeeren hinzufügen, etwas Worchestershiresauce oder Sojasauce, aufkochen lassen, bis die Sauce ein wenig eindickt. Die Medaillons in Scheiben schneiden, von beiden Seiten nur kurz 2-3 Minuten braten, dazu Knödel und Apfel-Rotkohl servieren.

Langostinos/Garnelen in Petersilie-Knoblauchsauce Seit Herr Bär in den 1970er Jahren Spanien per Autostopp erkundete, zählten Langostinos alla Plancha oder Scampi zu seinen Lieblingsgerichten. Doch nun musss darüber geklagt werden, dass in heutiger Zeit die in unseren Supermärkten zumeist nur noch aus asiatischer Aquazucht erhältlichen Garnelen eigentlich nach nichts schmecken. Ob aus Aquazucht oder – wenn in besserer Qualität aus Wildfang im Angebot: Herr Bär empfiehlt, die Garnelen in Olivenöl mit Knoblauch und Pfefferkörnern kurz in der Pfanne zu braten und dann mit einer Sauce zu servieren, für die man Lauchzwiebeln in Knoblauchbutter andünstet, dann ein wenig Dill und reichlich Petersilie und ebenso reichlich Knoblauch hinzufügt und mit Kochsahne dünsten lässt, dann mit Salz und Tabasco abschmeckt. Tipp: Wenn Gebissträger nicht wünschen, dass die Petersilie ungewollt im Zahnersatz hängen bleibt, sollte man  vor dem Servieren die Sauce durch ein Teesieb abgießen, so dass die Kräuter in Sieb hängen bleiben. Die restliche Sauce hat dann trotzdem den vollen Geschmack.

baer aktuell 340 – 22. Sept. 2024

September 1st, 2024

Bild des Monats September 2024: Jürgen Raap, Das Licht der guten Hoffnung, Acryl/Öl auf Leinwand, 2024

Bär aktuell 340 – 22. Sept. 2024

Wer Qualitätsjournalismus liebt, der ergötzte sich gewiss an der Beobachtung des „Spiegel“, beim Parteitag der amerikanischen Demokraten sei um „die Bidens“ ein Enkelsohn „herumgetapst“, während die „Süddeutsche Zeitung“ bei Markus Söder mit ironischer Süffisanz eine Neigung zur „Verwahrlosung“ festzustellen glaubte, bloß weil er sich im Urlaub einen Bart wachsen ließ, und derweil in diesen Wochen die übrige Presse das Jubiläum „75 Jahre Currywurst“ abfeiert. Der „Berliner Kurier“ z.B. informierte seine Leser darüber, dass man die teuerste Currywurst in einem Imbiss am Nürnberger Hauptmarkt bekommt, nämlich mit Austern, Trüffel-Pommes, einem Kaviar-Topping und Champagner für 99, 90 Euro, dies freilich als Portion für 2 Personen. Das Berliner Hotel Adlon bietet eine Currywurst mit einer Prise Blattgold an. Der Preis von 26 Euro  klingt happig, die Prise Blattgold ist es hingegen nicht, noch nicht einmal häppchenhaft: „Blattgold schmeckt nach nichts“, stellte der „Berliner Kurier“ zudem fest – der Verzehr sei mithin kein kulinarischer Genuss, sondern nur etwas für „Poser“, wie man heute einen Angeber nennt. Blattgold ist unverdaulich und wird einfach wieder ausgeschieden; dennoch warnt das Internetportal www.lebensmittel-warenkunde. de die Angeber vor übermäßigem Konsum, denn zu viel Blattgold auf der Currywurst  könne Vergiftungserscheinungen hervor rufen. © Raap/Bär 2024

Was gibt es aus dem deutschen Kleinadel zu berichten? Der stets um Skurrilitäten nie verlegene BILD-Kolumnist Franz-Josef Wagner rätselte darüber, ob Sahra Wagenknecht nun eine „Königin des Lichts“ oder eher ein „Königin der Finsternis“ sei, und der Kunstkritiker Florian Illies verglich die Vorsitzende des Sahra Wagenknecht-Fanclubs gar mit der ägyptischen Königin Nofretete. Die „Stuttgarter Zeitung“ hingegen attestierte ihr einen „Personenkult statt Programm,“ und dieser Personenkult hat in den Augen von Herrn Bär tatsächlich unter ihren Fans und in manchen Feuilletons durchaus schon nordkoreanische Ausmaße erreicht. Fehlt bei ihr eigentlich nur noch die bescheuerte Kim Jong un-Undercut-Frisur „Quadratisch, praktisch, gut“.  Über ihren Prinzgemahl Oskar bliebe derweil zu erwähnen, dass er sich im saarländischen Karneval schon mal als Napoleon kostümierte, weshalb sich unter den BSW-Anhängern ihm gegenüber die Anrede „Kaiserliche Hoheit“ geziemt, und sich über ihn der rheinische Büttenredner Hans Bolz („Et Botterblömche“) seinerzeit den Witz erlaubte, Lafontaine trinke nur noch „Hasseschröder“-Bier, als er sich damals mit Gerhard Schröder verkrachte. Was der Psychologe Alfred Adler einst als „Napoleon-Komplex“ diagnostizierte, soll hier nicht näher erläutert werden, wohl sei auf das Fazit der immerhin linksliberalen „Frankfurter Rundschau“ hingewiesen, Prinzgemahl Oskar sei am Endpunkt seiner politischen Karriere „in jener Ecke des linken Spektrums“ gelandet, „ wo Menschen- und Freiheitsrechte dehnbar geworden sind wie Kaugummi, wenn es darum geht, die westlichen ´Eliten´ möglichst plump für alle Übel dieser Welt verantwortlich zu machen.“ Realitätsverlust ist in der Politik indessen ein weit verbreitetes Phänomen: Gerhard „Hasseschröder“ hat sich nie glaubhaft davon distanziert, Wladimir Putin fälschlicherweise für einen „lupenreinen Demokraten“ gehalten zu haben. Olaf Scholz glaubt allen Ernstes, er werde 2025 als Bundeskanzler wieder gewählt, obwohl schon „Die ZEIT“ über ihn titelte: „Nur ein Drittel der SPD-Mitglieder sieht Scholz als Kanzlerkandidat“, und ihn jüngst im „Spiegel“ auch noch Markus Söder als „König ohne Land“ verhöhnte, derweil ihn mit einer bizarren Neigung zur Narrheit nur Karl Lauterbach für den „besten Bundeskanzler“ hält, den „wir je hatten“, was Parteifreund Schröder sicherlich nicht gerne hört.  Christian Lindner und Boris Pistorius waren immerhin schon mal Oldenburger Grünkohlkönig. Das wäre doch gewiss auch für den Scholzomaten ein schöner Karriereausklang.

Na also, geht doch. Die SPD kann doch noch Wahlen gewinnen, zumindest in Brandenburg und dort freilich auch nur ganz knapp, weil sie inzwischen gelernt hat, Olaf Scholz von  ihren Wahlveranstaltungen fern zu halten, der ja nach der jüngsten Europawahl die Frage, ob er das damalige desaströse Wahlergebnis seiner Partei kommentieren wolle, nur mit einem schlichten „Nö“ beantwortete, woraufhin Herr Bär bis heute rätselt, war das nun Arroganz, rhetorische Unfähigkeit oder ein raffinierter performativer Minimalismus als eine Hommage an den legendären Boxer Norbert Grupe, der 1969 bei einem Interview im „Aktuellen Sportstudio“ aus Trotz und verletztem Stolz auf keine einzige Frage einging, sondern beharrlich schwieg. Auch zum guten Ergebnis seiner Partei bei der Brandenburg-Wahl ließ Olaf Scholz sich nur den lapidaren Kommentar „Gut, natürlich“ entlocken, mehr nicht, und Herr Bär fragt sich, ob der scholzomatische Sprachminimalismus letztlich nicht doch besser ist als all jene Labertaschen, die an Wahlabenden ihre Schwafeleien immer mit einem penetrant ritualisierten „Ich bedanke  mich zuerst einmal bei unseren Wählerinnen und Wählern“ ein zu leiten pflegen und dann nicht viel mehr viel Substanzielles zu sagen haben.

Schön, dass Bobele es wieder richtig krachen lässt. Die dritte Hochzeit von Boris Becker soll summa summarum 300.000 Euro gekostet haben, hat die Klatschpresse zusammengerechnet. Der „Berliner Kurier“ fasste das Auf und Ab in Beckers Biografie in der griffigen Schlagzeile zusammen: „Luxus-Hochzeit nach Knast-Pleite“. Beckers Gattin ist von Beruf übrigens Risikoanalystin. Möglicherweise hat sie vor der Hochzeit auch analysiert, wie hoch das Risiko ist, dass Bobele sich künftig wieder mal auf riskante finanzielle Eskapaden einlässt. Unter ihrem Pantoffel wahrscheinlich gering.  Während die „Bunte“ ihre Leser exklusiv darüber informierte, dass sich bei der Becker-Vermählung  zu den Canapés „eine riesige Parmesan Bowl großer Beliebtheit erfreute“ und „dazu… leckerer Feigensenf gereicht“ wurde, musste sich die Grünen-Ikone Ricarda Lang von sauertöpfischen Hardcore-Veganern den Vorwurf gefallen lassen, dass bei ihrer Hochzeit Putenbrust mit Spargel gereicht wurde. Für derlei hartleibige Öko-Fanatiker immerhin tröstlich: Zumindest der Hochzeitsgast Robert Habeck sei mit dem Fahrrad gekommen, kolportierte die Klatschpresse. Copyright Raap/Bär 2024

Essen und Trinken mit Herrn Bär

Currysauce à la Karl-Josef Bär

Das Wort „Curry“ leitet sich aus dem tamilischen „Kari“ ab als Oberbegriff für Ragout-Gerichte mit einer pikanten Sauce in der indisch-pakistanischen Küche. In Indien besteht Currysauce aus Pfeffer, Chili, Zwiebeln, Knobloch, Kurkuma, Ingwer, Senfkörnern, Kardamom, Fenchel, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Sternanis, Koriander, Garam Masala (Mischung mit schwarzem Pfeffer Kardamom, Zimt, Gewürznelken, Schwarzkümmel) und Sesam. Zu unserer deutschen Currywurst bereite man eine Sauce aus angedünsteten Zwiebeln,  dann Tomatenmark, Tomatenketchup, Essig, Senf, etwas Honig, Currypulver, Cayennepfeffer oder Chili-Paste und Worchestershiresauce hinzufügen, und das Ganze dann mit Wasser leicht köcheln lassen.

 Spaghetti mit sugo vongole  à la Karl-Josef Bär Spaghetti kochen wie auf der Packung angegeben. Für den Sugo in einer Casserole Zwiebeln andünsten, dazu etwas klein geschnittneer roter oder grüner (Spitz)-Gemüsepaprika, eine klein gewürfelte geschälte Tomate, ein Glas Vongole-Muscheln aus dem Supermarkt und ein kleines Glas Muschelsauce, 1-2 kleine Sardellenfilets und ein paar Kapern. Würzen mit Salz, Pfeffer, Dill, Knoblauch und Jalapeno-Pfeffersauce oder Tabasco. 

baer aktuell 339 – 3. August 2024

August 3rd, 2024

Bild des Monats August 2024: Jürgen Raap, „Etude sur Caspar David Friedrich (Ostseeküste bei Kühlungsborn), Mischtechnik auf Papier, 2024

Bär aktuell 339 – 3. August 2024

Wer betrunkene Touristen aus dem Ruhrgebiet besichtigen will, der muss dafür nicht die Amüsierhöllen auf Mallorca aufsuchen, sondern der begebe sich an einem Samstagnachmittag in die Kölner Altstadt, wenn diese von Junggesellenabschiedsfeiern heimgesucht wird. Man kann auch versuchen, von Köln aus ins 45 km entfernte Düsseldorf zu reisen, wo sich in deren Altstadt ebenfalls nicht nur an Karneval, sondern auch sonst an manchen lauen Wochenendtagen Ähnliches an Exzessen samt gelegentlicher Entleerung des Mageninhalts und der Harnblase in Hauseingängen abspielt.

Aber bei der Deutschen Bahn weiß man ja nie, ob der Regional-Express auf dieser Strecke über Opladen hinauskommt, weil dort die Oberleitung herunter gekracht ist oder die Lokomotive einen Triebwerksschaden hat, man dann den Rest des Weges nach Düsseldorf zu Fuß zurück legen muss und dafür als Schadensersatz einen DB-Reisegutschein bekommt, wenn man demnächst wieder mal nach Opladen will, obwohl es da kaum betrunkene Ruhrgebiets-Touristen zu bestaunen gibt. Copyright Raap/Bär 2024

Sie haben am 21. August und am 29. August 2024 nichts Besonderes vor? Doch, haben Sie! Beachten Sie bitte folgende Veranstaltungshinweise:

Mittwoch, 21. August 2024, 15 Uhr Blaue Stunde im Ev. Gemeindezentrum St. Stephanus Köln-Ehrenfeld. „Rock ´n Roll“ – Dichtung und Abdichtung. Gedichte,  Satiren, Kurzgeschichten. Lesung mit Jürgen Raap. Subbelrather Str. 206-210. Anfahrt: U 5, U 13 Subbelrather Str. /Gürtel

Donnerstag, 29. August 2024, 19. Uhr „a performancelife“. Performance von Siglinde Kallnbach. Friedenskirche, Köln-Ehrenfeld, Rothehaus Str. 54 a. Anfahrt: U3, U4 Körner Str.

Mehr baer aktuell unter http://blogkarljosefbaer.kallnbach.de/

baer aktuell 338 – 22. Juli 2024

Juli 1st, 2024

Bild des Monats Juli 2024: Jürgen Raap, „Das Ameisenspiel II“, Acryl/Öl auf Leinwand, 2024

Bär aktuell- 22. Juli 2024

Ein wenig durchgeknallt wirkte kürzlich in „Der Spiegel“ (20/2024) eine Musikrezension der Autorin Christina Rietz. Sie ist nämlich der Ansicht, „Unsere Gegenwartskultur ist in manchen Schichten eine der Mäßigung, des Yogas, des Kräutertees… Ludwig van Beethoven war da anders…“ Aha. Beethoven war also kein Freund von Kräutertees. Gut, dass man das auch mal erfährt. In Rietzens Sinfoniebeschreibung heißt es weiter: Bei Beethovens Musik „brüllt das Orchester so laut, dass dem Zuhörer das Programmheft aus der Hand fällt… Er lässt einen Pauker auf sein Instrument einschlagen, als wollte er der Musik das Rückgrat brechen… Es ist, als liefe das Orchester schreiend im Kreis… Als erster Komponist ever lässt er einen Chor in einer Sinfonie auftreten – und dreht alle Knöpfe an der Stereoanlage auf max…. Und der ganze Satz rast mit 180 Stundenkilometern freudestrahlend gegen die Wand. Rums, bums, aus.“ Hm, hm, glaubt diese etwas abgedreht wirkende Musikkritikerin tatsächlich, dass es zu Beethovens Lebzeiten schon Stereoanlagen gab? Und was hätte sie wohl von der eingekölschten Version von Beethovens Gefangenenchor aus „Fidelio“ gehalten, wie sie kürzlich der Kölner Männer-Gesang-Verein zum 150 jährigen Jubiläum seiner Bühnenspielgemeinschaft „Cäcilia Wolkenburg“ in der Kölner Philharmonie darbot – eine Oper, in der es um die Freiheit geht, wobei in der eingekölschten Version der Original-Text „O welche Lust, in freier Luft Den Atem leicht zu heben! Nur hier, nur hier ist Leben! Der Kerker eine Gruft“ zu „Mer welle he rus“ (Wir wollen hier raus) abgewandelt wird. Und das natürlich auch hier ohne jegliche Inspiration durch schnöden Kräutertee.

Baer aktuell 337 – 22. Juni 2024

Juni 1st, 2024

Bild des Monats Juni 2024: Jürgen Raap, „Das Weltbild der Ungerechten“, Acryl/Öl auf Leinwand, 2024, Untermalung und Endfassung

Baer aktuell 337 – 22. Juni 2024

Es gehört zum Wesen einer funktionierenden Demokratie, dass bei Wahlen nicht nur seriöse Politiker antreten dürfen, sondern auch allerlei komische Kauze, Schreihälse und andere Sonderlinge, Sektierer, Hysteriker und Fanatiker wie jetzt bei der Europa-Wahl. 

Das muss man aushalten, auch wenn ausgerechnet die FDP-Spitzenkandidatin Agnes Strack-Zimmermann zur Empörung ihrer sozialdemokratischen Koalitionspartner kürzlich Bundeskanzler Olaf Scholz unterstellte, er zeige Anwandlungen von Autismus. Das entlockte sogar dem BILD-Kolumnisten Franz-Josef Wagner die Bemerkung, Strack-Zimmermann benähme sich damit wie eine „freche Oma“ und trete „lümmelhaft“ auf. Wer mag, der kann in Strack-Zimmermanns krawalliger Wortwahl eine weitere Verrohung der Sitten im politischen Diskurs beklagen. Wobei sich bizarrerweise dieses Verbalgeholze innerhalb der Regierungskoalition abspielte, die ein halbwegs harmonisches Miteinander auch nach knapp drei Jahren immer noch nicht auf die Reihe kriegt.

Agnes Strack-Zimmermann stellte anschließend ungewohnt kleinlaut klar, sie habe doch nicht die Autisten in diesem Lande beleidigen wollen, was aber dann im logischen Umkehrschluss bedeutet, sie wollte wohl ganz bewusst Olaf Scholz mit Schmäh und Häme überziehen: bei dem hat sie sich nämlich nicht entschuldigt.

Der Sparfuchs und FDP-Chef Christian Lindner verschreckte derweil die Ü 60-Generation, bis Olaf Scholz endlich mal ein Machtwort sprach und Lindners rentenpolitische Ideen als „absurd“ geißelte. An dieser Einschätzung ist nun wirklich nichts Autistisches, und für Scholz ist das sogar schon eine ungewohnt klare rhetorische Meisterleistung.

Und dann hatte schon vorher die Grünen-Chefin Ricarda Lang Christian Lindner, der um Herrenreiterallüren nie verlegen ist, hinterher gerufen, sie selbst werde im Unterschied zu ihm keinesfalls auf Sylt heiraten. Wie Hans Zippert in „Die Welt“ satirisch überspitzt räsonnierte, sei die Insel Sylt nämlich mittlerweile durch das massenhafte Einfallen von lärmig rüden Punks mit 49 Euro-Ticket, Lindners dreitägiger opulent-protziger Hochzeitssause und unlängst dann auch noch durch gesangliche Entgleisungen von sturztrunkenen juvenilen Ober- und Mittelschicht-Touristen in einem Etablissement namens „Pony Club“ nachhaltig in Verruf geraten. 

In besagtem „Pony Club“ kostet übrigens die Currywurst mit Fritten 16 Euro, mit Trüffelfritten 20 Euro, falls jemand vorhat, dieses Gericht dort als Hochzeitsmenü zu bestellen. Originelle Orte zur Vermählung gibt’s auch anderswo: in Köln z.B. heiratete ein Paar kürzlich in der Trauerhalle des Bestatters Christoph Kuckelkorn, neben einem Sarg.

Das „Bündnis Sarah Wagenknecht“ (BSW) will klugerweise bei der Aufnahme neuer Mitglieder Skandalnudeln, andere verschrobene Gesellen und selbsternannte Heilsbringer konsequent außen vor lassen: „Wir passen… auf, dass keiner reinkommt, der unsere Programmatik nicht teilt oder destruktiv und chaotisch wirken würde.“ Agnes Strack-Zimmermann und Christian Lindner würde der Wagenknecht-Fanclub also wahrscheinlich nicht aufnehmen.

Zumal das Ehepaar Wagenknecht-Lafontaine ganz andere Vorstellungen von der Gestaltung einer Hochzeitsfeier hat als die Lindners. Als Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine sich seinerzeit das Ja-Wort gaben, staunte „Die Welt“: „Oskar Lafontaine hat wieder geheiratet. Ohne Ankündigung und ohne Feier, ohne Gäste und ohne anschließendes ‚Es geben ihre Eheschließung bekannt: …‘ Sogar ohne Ringe. Eigentlich ohne alles.“

Über Wähler wie Herrn Bär beklagte man sich laut „Der Westen“ bei ARD und ZDF: Herr Bär hatte nämlich an der Europawahl per Briefwahl teilgenommen und daher nicht beim Verlassen des Wahllokals zu einer „Nachbefragung“ zur Verfügung gestanden, und da inzwischen aus Bequemlichkeit auch viele andere auf diese Weise so wählen wie Herr Bär, seien wegen der vielen Briefwähler nun die Hochrechnungen bei ARD und ZDF um 18 Uhr bedauerlicherweise ungenauer als früher. Doch sollte man nur deswegen den Weg zum Wahllokal in einer Ehrenfelder Grundschule auf sich nehmen, um dann beim Warten vor der Wahlkabine in einem Klassenzimmer die Kartoffeldrucke der Erstklässler an der Wand zu bestaunen, was der Kabarettist Richard Rogler schon vor vielen Jahren bewitzelte, bloß damit bereits um 18.10 Uhr mit schon halbwegs präzisen Hochrechnungen live immer wieder die üblichen TV-Rituale mit den Spitzenkandidaten abgespult werden („Ich bedanke mich zunächst einmal bei allen unseren Wählerinnen und Wählern“) und jeder sich dann das Wahlergebnis schön redet? Nicht so Lennart Rixen, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Geseke, der realistischerweise und mit einer für Politiker seltenen Selbstkritik die „bestrunzte Kampagne“ (O-Ton Rixen) seiner Partei ausgerechnet mit dem glücklosen Olaf Scholz als Blickfang auf den Wahlplakaten mit klaren Worten bejammerte: „Die Kampagnen der anderen waren auch nicht gut, aber unsere war ja wohl ein einziger Autounfall.“ Mit einem Crash-Wahlergebnis von nur 13,9 Prozent, und das eben ohne Vollkaskoversicherung für selbst verursachte Unfallschäden. Über das ebenso desaströse Abschneiden der deutschen Grünen ergoss sich der „Der Spiegel“ mit gewohnter Süffisanz und sieht die Sonnenblumenpartei sogar nur noch als Nachfolgeorganisation von Trude Unruhs „Grauen Panthern“: Die Grünen „mögen beim reiferen Metropolenbewohner noch eine gewisse Attraktivität ausstrahlen“, aber längst nicht mehr bei der jüngeren Generation, denen wohl die hedonistische Work-Life-Balance wichtiger ist als die EU-Düngemittelverordnung. Wird Olaf Scholz angesichts des Wahl-Desasters seiner Partei dem Beispiel Emmanuel Macrons folgen und Neuwahlen ansetzen? „Der Spiegel“ verneint dies: „Olaf Scholz wird Olaf Scholz bleiben und erst einmal gar nichts machen.“

Löblich ist die Entscheidung der UEFA, als Maskottchen für die aktuelle Fußball-EM einen Bären zu wählen, wiewohl dessen Name „Albärt“ ein wenig albern klingt und „Albärt“ optisch auch nicht sehr sportlich wirkt. Aber weitaus dämlicher sah bei der WM 2018 in Russland als Maskottchen der Wolf mit Skibrille aus. Wer den tieferen Sinn eines Maskottchens begreifen will, der lese Sigmund Freuds Abhandlung „Totem und Tabu“. Das Totemtier der archaischen Gesellschaften verlängert sich geistesgeschichtlich in die Tierdarstellungen in unseren modernen Wappen als Hoheitsabzeichen (Bundesadler, bayerischer Löwe). Der 1. FC Köln hält sich mit dem realen Geißbock Hennes auch so eine Art modernes Totem-Maskottchen oder Clan-Abzeichen.

Walter, der Orang Utan aus dem Dortmunder Zoo, muss gar als Orakel herhalten und soll die Ergebnisse aller sechs EM-Spiele im Dortmunder Stadion vorher sagen: man legt ihm in zwei Eimern je einen Fanschal oder ein Trikot in den Käfig. Je nachdem, welchem dieser Gegenstände er zuerst sein Interesse zuwendet, gilt dies als Siegtipp. „Zunächst hatte sich Walter dem Eimer mit dem Deutschland-Schal zugewandt, zeigte dann aber auch noch Interesse am schottischen Schal“, berichtete der WDR über Walters Verhalten vor dem Eröffnungsspiel, was seine Pfleger denn auch affigerweise nur einen recht knappen Ausgang der Partie Deutschland-Schottland vermuten ließ, die dann allerdings bekanntlich doch recht deutlich mit 5:1 für die Nagelsmann-Elf ausging. Völlig daneben lag unterdessen Theo, der Tapir aus dem Allwetter-Zoo von Münster, der mit aufgeregtem Rüsselwackeln auf Schottland getippt hatte.

Neben Abby, dem Pinselohrschwein im Frankfurter Zoo und den Seelöwen im Leipziger Zoo, versucht sich auch Oscar, ein Bobtail aus Bocholt, als Orakel. Im Internet sind bei ihm schon immerhin 26.000 Follower auf den Hund gekommen, so dass man Oscar durchaus den Status eines Influencers bescheinigen kann.

Dem Bären Albärt bleibt es hingegen erspart, auch noch als Orakel fungieren und dabei mit Walter, Abby, Theo und Oscar konkurrieren zu müssen. Schließlich wird seine Erscheinung in den Public-Viewing Fanzonen durch die penetrante Dominanz einer Bierreklame überlagert, die für eine bestimmte Marke als ein UEFA-Monopolgesöff wirbt, und ebenso durch Meldungen über einen sogenannten „Youtuber“, der sich als Albärt verkleidet und dies mit einem Albärt-Kostüm ausgerechnet aus China und mit gefälschter Akkreditierung subversiverweise ins Stadion schlich. So endet denn diese Glosse mit dem Zitat aus dem Gedicht „Das Bier Orakel“ von Marina Garanin: „Ich habe einen kleinen Brauch, Ein Ritual, wie andre auch: Ergreift mich starke Wissensgier Dann trink ich ein Orakelbier… Bald sagt es ‚Ja‘, bald sagt es ‚Nein‘ – Kann das Orakel richtig sein?“ Na, dann Prost und völlig losgelöst.

Herr Bär kannte mal einen Zeitgenossen, der hielt „Castrop-Rauxel“ für einen französischen Badeort und sprach den Namen französisch aus als „Castroo Rocksäll“. Er war dann sehr erstaunt, als man ihn darüber aufklärte, dass das eine unscheinbare Stadt im Ruhrgebiet sei. Nun sagen die Franzosen zu „Paris“ phonetisch „pari“, während Konrad Adenauer seinerzeit von „Parriss“ sprach, so dass es legitim ist, den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nicht „Sackerbörg“ zu nennen, sondern „Zuckerberch“, weil im Deutschen ein Endungs -g nämlich wie „ch“ ausgesprochen wird. 

Es heißt also phonetisch „Könich“ und nicht „König“, wie man im von Theodor Siebs herausgegebenen Aussprachewörterbuch nachlesen kann, das erstmals 1898 unter dem Titel „Deutsche Bühnenaussprache“ erschien und dessen Regeln später noch lange für jeden Nachrichtensprecher im TV und jeden Radioreporter verbindlich waren, während sie heute vermehrt Moderatoren ans Mikrofon lassen, die einfach nur vor sich hinnuscheln oder ihre Texte schon mal zwischendurch gehäuft mit stottrig klingendem „äh“ oder „öhem“ garnieren. Bereits 2020 beklagte sich die Münchener FDP darüber, die Durchsagen in den Münchener U- und S-Bahnen seien schon auf Deutsch schwer verständlich, man solle sie stattdessen lieber auf englisch vornehmen. 

Aber die berüchtigte Floskel „senk ju vor träwelling wis Deutsche Bahn“ hört sich noch grauenvoller an als das lustlos dahin genuschelte „Wegen verspäteter Bereitstellung des Zuges verzögert sich die Abfahrt nach Castrop-Rauxel heute um 45 Minuten.“ „Bereitstellung“ heißt auf Englisch „provision“, und darunter versteht man im Deutschen etwas anderes. Dass sie bei der Deutschen Bahn eine Provision kriegen, wenn die Bahnen mal pünktlich sind, glaubt Herr Bär nämlich nicht. Und wie man bei der erwähnten Durchsage „Castrop-Rauxel“ auf Englisch ausspricht, weiß Herr Bär auch nicht. Copyright: Raap/Bär2024