bär aktuell nr. 149/149a – 22. Jan. 2013

Januar 1st, 2013

Was bringt uns das Jahr 2013?  Dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück beschert es offensichtlich eine ungeheure Angst vor der Verarmung, wenn er denn tatsächlich Bundeskanzler werden sollte, denn – so jammerte Steinbrück in einem Interview – jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdiene mehr als ein Bundeskanzler. Mit 17.000 Euro Monatsgehalt muss man allerdings selbst im sündhaft teuren Berlin nicht fürchten, unter der Oberbaumbrücke am Spreeufer übernachten zu müssen.

Immerhin bewertet die derzeitige Amtsinhaberin Angela Merkel ihr Gehalt als „auskömmlich“, und der Herr Merkel (vulgo: Prof. Joachim Sauer) steuert ja schließlich auch noch eigene Einkünfte zum Haushaltsgeld der Merkels bei (was bei den Merkels wahrscheinlich nach alter Sitte als loses Bargeld im Küchenschrank in einer alten Kaffeekanne aufbewahrt wird).

Auch Frau Steinbrück verdient als Lehrerin in Bonn noch eigenes Geld hinzu, aber vielleicht steht der gute Peer zu Hause völlig unter dem Pantoffel und bekommt von der Gattin nur ein schmales Taschengeld für Bier und Zigaretten zugesteckt, weshalb er dann gerne draußen herumkrakeelt, wie alle, die zu Hause nicht viel zu sagen haben, aber dann am Kneipenstammtisch unter Ihresgleichen einen auf dicken Max machen.

Das Argument, Politiker würden im Vergleich zu Managern zu schlecht bezahlt, ist insofern falsch, als nämlich Manager und Vorstandsvorsitzende zumeist eher überbezahlt werden. Dies gilt mit Sicherheit für Jürgen Fitschen als Vorstandssprecher der Deutschen Bank, dem bekanntlich nichts Törichteres einfiel, als jüngst bei einer staatsanwaltlichen Razzia in seiner Bank den hessischen Ministerpräsidenten anzurufen, um sich lauthals über die Hausdurchsuchung zu beschweren, und vielleicht auch wohl in der Hoffnung, dieser werde aufgrund von Fitschens Beschwerde die Ermittler zurückpfeifen, was Ministerpräsident Volker Bouffier klugerweise jedoch nicht tat.

Während Helmut Schmidt einst als Bundeskanzler im Urlaub mit seinem Segelbötchen frohgemut über den Brahmsee schipperte, musste es bei dem früheren Arcandor-Manager Thomas Middelhoff schon eine 33 m lange Luxusyacht sein, die er laut „Spiegelonline“ für sagenhafte 72.000 Euro im Monat vom Troisdorfer Immobilienentwickler Josef Esch sowie den früheren Gesellschaftern des Bankhauses Oppenheim Matthias Graf von Krockow und Georg Baron von Ullmann angemietet hatte. Am Beispiel des Thomas Middelhoff lässt sich gut beobachten, wie die Überbezahlung einen Manager zu finanziellem Leichtsinn verleiten kann, denn in einem Gerichtsverfahren führten Middelhoffs Anwälte aus, das Trio Esch, von Krockow und von Ullmann hätte ihren Mandanten dazu „verführt“, in Immobilienfonds zu investieren, „die zwingend den finanziellen Ruin des Beklagten… zur Folge haben mussten“. Als Middelhoff vor dem Kölner Oberlandesgericht versuchte, 23 Mill. Euro an eingefrorenem Festgeld frei zu klagen mit der Begründung, er benötige an Lebenshaltungskosten 35.000 Euro im Monat, fanden das die Richter allerdings als „nicht nachvollziehbar belegt“ und lehnten deswegen seinen Antrag ab.

Da kann man ja froh sein, dass Peer Steinbrück als Bundeskanzler nur 17.000 Euro verdienen würde, denn wer weiß, welch bizarre Eskapaden er sich leisten würde, könnte er so aus dem Vollen schöpfen wie einstmals Thomas Middelhoff. Wahrscheinlich hat Frau Steinbrück gute Gründe, ihrem Peer nur ein kleines Taschengeld für Bier und Zigaretten zuzugestehen, und das restliche Haushaltsgeld verbleibt wie bei den Merkels in der Kaffeekanne im Küchenschrank und wird solide für den Urlaub gespart, und zwar am Brahmsee (die Steinbrücks) und an der Mecklenburgischen Seenplatte (die Merkels), jeweils mit Vollpension.

Und was bringt uns das Jahr 2013 außerdem? Eine Neuberechung der Fernsehgebühren („Eine Wohnung, ein Beitrag“), und dies – wie Herr Bär mutmaßt – nur zur noch besseren Alimentierung all der ohnehin schon recht üppig dotierten Intendanten, Verwaltungsräte und Moderatoren. Warum hat Steinbrück eigentlich nicht behauptet: „Jeder plapprige Thomas Gottschalk oder Günter Jauch verdient pro Sendung mehr als ein Bundeskanzler“. Einen solchen Vergleich hätte noch jeder verstanden.

Inzwischen gab auch Gerhard Schröder zu bedenken, wer sich als Politiker zu schlecht bezahlt fühle, der solle sich lieber einen anderen Beruf suchen.

Aber würde man sich wirklich wünschen, dass Peer Steinbrück zur besten Sendezeit „Wer wird Millionär?“ moderiert?

Wenn Reiner Brüderle bei seinen Metaphern schon mal arg daneben greift, indem er Philipp Rösler für ein schwankendes Bambusrohr im Wind, sich selbst aber für eine unerschütterlich fest stehende „deutsche Eiche“ (O-Ton Brüderle) hält, dann mag man sich am Rande des Irrsinns wähnen. Aus aktuellen Anlass könnte man das Wortungetüm einer Formulierung wie „wettbewerbsorientierte Organisation des Wasserversorgungsmarktes“ als genauso irrsinnig empfinden, müsste man nicht Verdacht haben, derlei wirtschaftspolitische Deregulierung fördere höchstens das Entstehen einer unziemlichen Kläranlagen-Mafia, mit der uns dann in Sachen Wassergeld dasselbe blüht wie jetzt schon bei den Strompreisen, wo sich eben jener schwankungsanfällige Rösler als Büttel der Energiekonzerne und keineswegs als „Anwalt der Verbraucher“ erwiesen hat. Bei Brüderle wird allerdings auch nur Wasser gepredigt und in Wirklichkeit Wein getrunken.

Wissen, das die Welt nicht braucht Ein Düsseldorfer Forscher fand heraus, dass hässliche Männer in den Bundesliga-Clubs besser Fußball spielen als irgendwelche Schönlinge. Während nämlich der Schönling sich sicher ist, dass man ihm auch so applaudiert, selbst wenn er die ganze Zeit nur tatenlos auf dem Spielfeld herumsteht, würde der hässliche Mitspieler mit hechelnder Zunge rennen, rennen, rennen und jedem Ball nachsetzen, um dem Publikum zu gefallen.

Düsseldorf ist übrigens auch eine Hochburg der Verkehrssignaltechnik. Dort haben sie nämlich Gelbphasen auch bei Fußgängerampeln. Wer damit nicht zu recht kommt, kann sich in einer Broschüre informieren, wie er sich an solch einer Ampel verhalten muss. Allen Ernstes verrät diese Broschüre, bei „Grün“ dürfe man los gehen. Früher brauchte man solche Broschüren in Düsseldorf nicht. Da hatte nämlich der Assistent von Joseph Beuys, nämlich der Bildhauer Anatol, im Hauptberuf Polizist, mit einem Kasperletheater den Schulkindern die Verkehrsregeln beigebracht.

Als der ALDI-Erbe Berthold Albrecht im Alter von 58 Jahren verblich, mokierte sich der Kölner „Express“ darüber, dass man in der Todesanzeige nichts Konkretes über die Todesursache erfuhr. Sein Leben sei „geheimnisvoll bis in den Tod“ gewesen, sekundierte in einem Nachruf ebenso die „Märkische Oderzeitung“, wie auch sonst die Familie Albrecht ihr Privatleben strikt vor der Öffentlichkeit abschirme, was ja auch ihr gutes Recht ist. Um so mehr wunderte sich Herr Bär, als er nach dem Kauf eines Tablet-PCs bei ALDI das Freischalten des Internetanschlusses begehrte und von dem Callcenter-Zausel am anderen Ende der Hotline dann penetrant nach dem Geburtsdatum gefragt wurde. Da auf diesem Tablet alles Mögliche von Google vorinstalliert ist, mutmaßte Herr Bär, hier seien wieder mal die Datensammelkraken der Global IT-Player am Werk, und um sich dem Konformitätsdruck der sozialen Netzwerke zu entziehen, hat Herr Bär sich bislang auch strikt geweigert, sich bei Facebook anzumelden und dort Informationen über sich preiszugeben, bei deren Verwendung er auf sein gutes Recht auf informationelle Selbstbestimmung pocht. Genau wie Familie Albrecht und alle anderen, die ihre Haut eben nicht zu Markte tragen wollen.

Diese ganze unselige Ausforscherei mit Tracking Cookies, Google Web Analytics etc. ist Herrn Bär nämlich überhaupt nicht geheuer; und sie ist vielleicht sogar schon als ein Anzeichen für einen Cyper-Totalitarimus Orwellscher Ausprägung zu werten. Bei dieser hemmungslosen Auswertung von Surfdaten durch irgendwelche Marketingdeppen muss man ja heut zu Tage damit rechnen, wenn man bei seinen journalistischen Recherchen bei „Google“ den Suchbegriff „Salafismus“ eingibt, dass dann die Algorythmus-Zuordnung bei Google bzw. deren Web-Analyse des Surf-Verhaltens fälscherlicherweise die Zeugen Jehovas alarmiert, es gelte, eine verirrte Seele zu retten. Und dann stehen sie anderntags bei Herrn Bär vor der Tür stehen und meinen: „Wir müssen mal mit Ihnen über die Bibel reden“. Vielleicht hat sich in diesem Falle aber auch der Verfassungsschutz als Zeugen Jehovas getarnt, weil sie glauben, Herr Bär bastele gerade eine Bombe zusammen, bloß weil er tags zuvor bei der Google-Suchmaschine ein heikles Wort eingegeben hat.

Zu den Obskuranten dieser Welt gehört auch der Verfasser eines Textes, der in einem schlechten Deutsch und einem auch inhaltlich reichlich wirren Text, wie man ihn sonst nur zu lesen bekommt, wenn Boris Becker in den Orkus der Virtualität hinein twittert, Angela Merkel habe den Friedensnobelpreis bekommen, die „Wunschspur“ als eine „innovative Idee“ anpreist: „Sie werden feststellen, dass magische Dinge passieren können, wenn du mit Start, der Verfolgung und Erreichung Ihrer Ziele im Leben. Das Gefühl, die Kontrolle über Ihr Leben ist wie ein neues gegeben beginnen, sondern mit Ihnen die Verantwortung als Führer und Anhänger nicht“. Hm, hm, solch einen Stuss schreibt ja noch nicht einmal Boris Becker, wenn er via Twitter verkündet, er werde jetzt Patriot, weil Angela Merkel den Friedensnobelpreis bekommen hat (den hat in Wirklichkeit die EU bekommen, aber vielleicht hält Boris Becker ja Angela Merkel für die EU). Jedenfalls hat dieser Blödsinn nichts mit der zwölf Jahre alten Kunstaktion „Wunschspur“ zu tun, über die man sich unter www.wishingtrack.com informieren kann, und wenn sich schon obskure Trittbrettfahrer mit seriösen Internetseiten verlinken, dann kann man ja wohl erwarten, dass das sprachliche Niveau ihrer Texte nicht dem jener Gesellen entspricht, die ihre Adressaten zu Geldwäsche-Geschäften in Nigeria oder China überreden wollen und glauben, sie finden immer noch einen Dummen, der auf sie hereinfällt.

Wobei im übrigen das Algorhythmus-Prinzip der Suchmaschinen bei der Zuordnung von Begriffen rein theoretisch auch schon mal dazu führen kann, dass ein paar abgedrehte Wellness-Bubis, die ein „Forum Haarausfall“ ins Leben rufen, sich unbedacht mit jemandem verlinken, der stolz darauf ist, den sozialen Aufstieg vom muskelbepackten Underdog aus Köln-Ostheim zum Türsteher bei einer übel beleumdeten Diskothek auf dem Hohenzollernring geschafft zu haben und sich zum Ausdruck dessen als Statussymbol eine künstlich rasierte Glatze zugelegt hat. In solch einem Fall wird wohl auch der dümmste Adressenhändler einsehen, dass man diesem Mann kein Haarwasser verkaufen könnte.  

© Raap/Bär 2013   

bär aktuell nr. 148 – 22. Dez. 2012

Dezember 5th, 2012

Deppen-Ranking Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und daher ist es wieder Zeit für eine Auflistung er schönsten Fehlleistungen und sonstigen Dummheiten des Jahres 2012. Den Vogel ab schoss Norbert Röttgen, der binnen kürzester Zeit von „Muttis Klügstem“ (Berliner Polit-Jargon) zu „Mutti Merkels Dümmstem“ mutierte, weil er als Spitzenkandidat der CDU bei der NRW-Landtagswahl den Eindruck erweckte, er wolle diese Wahl gar nicht gewinnen, wofür ihm in dieser Ranking-Liste Platz 1 gebührt.

Platz 2 nimmt Christian Wulff mit seiner Fehleinschätzung vom Januar 2012 ein, binnen eines Jahres würden alle Vorwürfe gegen ihn in Vergessenheit geraten und er immer noch Bundespräsident sein. Monate später bekam Wulff gleich in vier Zeitungsinterviews noch von Gattin Bettina Wulff öffentlich einen eingeschenkt, er habe es „im letzten Winter nicht geschafft, sich auch noch um ihre Gefühle zu kümmern“, so „Spiegel online“ über die reichlich peinlich anmutende mediale Ausbreitung des Wulffschen Familienlebens, die als PR-Kampagne für ihr Buch „Jenseits des Protokolls“ deswegen wohl eher ein sprichwörtlicher Schuss in den Ofen war, was Platz 3 bedeutet. Und nachdem schon Wulff mit einem „Drohanruf“ bei der BILD-Zeitung keinen Erfolg hatte, muss man sich fragen, wie dämlich ein CSU-Pressesprecher sein muss, um wenige Monate später beim ZDF anzurufen, weil er einen Bericht über den Parteitag der bayerischen SPD verhindern wollte. Platz 4 gebührt daher dem beurlaubten CSU-Pressesprecher Hans Michael Strepp.

Auf Platz 5 finden wir die Sängerin Nicole Scherzinger, der man in London auf einem Empfang zuraunte, sie werde jetzt dem britischen Premierminister vorgestellt. Als dann der Premier David Cameron leibhaftig vor ihr stand, fragte sie irritiert: „Aber wo bleibt denn der Tony Blair?“ Platz 6 wird diesmal kollektiv vergeben, nämlich an alle, die politisch, technisch und bauaufsichtlich den Berliner Pannen-Flughafen zu verantworten haben.

Herrlich blamiert hat sich auch die Berliner Polizei, als sie ihre Streifenwagen und ihre Schutzwesten neu beschriften lies. Keiner hat gemerkt, dass die Buchstaben falsch abgeklebt waren. So fahren die Beamten nun mit Autos durch Berlin, auf denen „Polize“ steht, und die schusssicheren Westen sind mit „Polzei“ beschriftet. Liest da keiner Korrektur? Soviel Deppenhaftigkeit in Sachen Orthographie verdient Platz 7.

Außer dem linkischen Rudolf Scharping hat sich noch nie ein Kanzlerkandidat der SPD so schnell demontiert und eine Vielzahl Sympathisanten der Sozialdemokratie verprellt wie Peer Steinbrück, der nicht nur als verbaler Raufbold jegliches staatsmännische Gespür vermissen lässt. Was im alles in der Welt hat Steinbrück dazu bewogen, sich ausgerechnet Roman Maria Koidl als Online-Berater zuzulegen? Jener frühere Hegdefonds-Berater Koidl wird vom Boulevardblatt „Express“ als „Raubtier-Kapitalist“ beschrieben und trat ansonsten bislang vor allem als Verfasser eines Buches hervor, warum „Blender“ im Berufsleben so erfolgreich sind. Gilt es mithin nun, den in der Politik bereits jetzt schon reichlich vorhandenen Blendern nachzueifern? Hat gar Peer Steinbrück sich diese Blender-Theorie selber schon längst zu Herzen genommen? Ein anderes Buch von Koidl heißt bezeichnenderweise „Scheißkerle“ und passt irgendwie auch ganz gut zum oftmals recht drastischen Vokabular des Peer Steinbrück. Als aus den eigenen SPD-Reihen Kritik an seiner Berufung laut wurde, quittierte Koidl seine Dienste in Steinbrücks künftigem Wahlkampfteam allerdings schon sehr bald wieder. Offizielle Begründung: Roman Maria Koidl habe dazu geraten, die Internetauftritte der SPD einer „revolutionären Systemumstellung“ zu unterziehen, doch das Risiko eines solchen Relaunchs wollte die Partei elf Monate vor der nächsten Bundestagswahl dann doch nicht eingehen.

Von einem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten erwartet man allerdings schon mehr Berührungsängste zu jenen Hedgefonds-Spekulanten, die dreist das Geld aus den EU-Rettungsschirmen abräumen, weil sie vorher eine griechische 100 Euro-Staatsanleihe beim Kurs von 15 Euro aufgekauft haben (deren Kurs jetzt bei 35 Euro liegt). Wer von Anfang an gemutmaßt hat, das Geld aus den diversen Brüsseler Rettungsschirmen käme gar nicht der griechischen Volkswirtschaft unmittelbar zugute, sondern vor allem den Banken und heuschreckenhaft-gierigen Börsen-Zockern, der mag sich nun bestätigt sehen. Alles in allem: Platz 8 für den allzu wirtschaftsfreundlichen Kandidaten Peer Steinbrück.

Wer tatsächlich neo-liberale Politik wünscht, der wählt dann wohl gleich lieber gleich das Original und nicht die SPD, aber ein Kanzlerkandidat Philipp Rösler wäre ja nur eine völlige Lachnummer, weshalb wir diesen auf Platz 9 finden. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Guido Westerwelle mal mit einem „Guidomobil“ auf Wahlkamptournee ging, bis eben dieses Guidomobil auf einer Landstraße fern in der ostfriesischen Provinz wegen eines Batterieschadens seinen Geist aufgab. Herr Bär traute allerdings seinen Augen nicht, als der frühere FDP-Linke Gerhard Baum aus Wut darüber, dass es heute in der FDP keinen linken Flügel mehr gibt, in einer Fernsehsendung mit dem Vorschlaghammer unlängst das stillgelegte Guidomobil zertrümmern durfte, und symbolisch zerbarst unter seinen Hammerschlägen dann auch gleich die glatte gelblackierte Karosserie einer Partei, die Gerhard Baum heute für „intellektuell harmlos“ hält. Da in den Augen Baums die Entintellektualisierung der FDP seinerzeit mit Guido Westerwelle als Vorsitzendem einsetzte, gebührt letzterem der 10. Platz                                             © Raap/Bär 2012  uebertreibung72.JPG

Bild des Monats Dezember 2012:

„Herr Bär, Sie haben den Kölner Erzbischof Reinhard von Dassel gemalt, wie er die Gebeine der Hl. Drei Könige nach Köln bringt?“

Bär: „Jojo, dä is ja durch die Dreikönigenpforte nach Köln hineingeritten. Dreikünningepööjze heißt dieses Tor an St. Maria im Kapitol im Volksmund. Ävver do in dä Jegend is ja derzeit alles Baustelle, wegen dä neuen U-Bahnlinie, die wird und wird einfach nicht fertig. Als Bildmotiv ist dat einfach blöd. Deswejen han ich die Szene an dat Eigelsteintor verlegt. Rechts sieht man die steinerne Figur des kölschen Boor en dä Mauer vum Eigelsteintor…“

„Aber Herr Bär, diese Skulptur ist doch in Wirklichkeit auf der linken Torseite zu sehen!“

Bär: „Jojo, ävver da knubbelt sich dat in däm Bild schon eso. Da reitet ja schon dä Reinhard von Dassel. Dä bruch vill Platz, immerhin is dat ja ne Äzbischof. Dä kannste en su nem Bild nit eso an dä Rand quetsche. Aber rechts war noch vill frei, da han ich dä kölsche Boor aus kompositorischen Gründen eben dahin platziert“.

Karl-Josef Bär/Jürgen Raap, „Die schwäbische Übertreibung“, 2012

Bär aktuell Nr. 146/147 – 8. Nov. /3. Dez. 2012

November 7th, 2012

Bärs Bestatterkritik Gibt man bei Google als Suchbegriff „Bestattungen.de“ ein, erscheinen zur Auswahl „bestattungen.de“ und „bestattungen.de seriös“ (was die Frage aufwirft, ob es auch unseriöse Bestattungen gäbe) sowie – was dann aber Herrn Bär erst recht neugierig machte – „bestattungen.de award 2012“. In der Jury zur Vergabe des „Bestattungen.de Award“ saß u.a. Kardinal Lehmann, und man fragt sich, wie der Kardinal wohl bei der Auswahl des „schönsten Sarges“ votiert haben mochte. Jedenfalls gewann in dieser Kategorie Lene Jünger mit ihrem „Truhensarg“ den ersten Preis, der aus „geöltem Lärchenfurnier“ gefertigt ist und über den es weiterhin heißt: „Die Form ist schlicht und reduziert“. Nur knapp dahinter liegt auf dem zweiten Platz der Designer Günter Schmitz, dessen Designer-Sarg als „Kubus-Schrein“ daher kommt. Wer wissen will, wie groß der „schönste Friedhof Deutschlands“ ist, nämlich jener in Hamburg-Ohlsdorf, erfährt auf besagter Interseite, der Gottesacker umfasse genau „555 Fußballfelder“. Da denkt man an Zahlenmystik und fragt sich, wieso man bei der Dimensionierung der Anlage ausgerechnet Fußballfelder als Maßstab genommen hat. Wahrscheinlich, weil man bei Handballfeldern nicht auf die Zahl 555 gekommen wäre.

Zur Feier des 11.11. erzählte übrigens der Kölner OB Jürgen Roters einen Bestatterwitz, weil der künstlerische Leiter des Kölner Rosenmontagszugs bekanntlich im Hauptberuf Beerdigungsunternehmer ist. OB Roters meinte, dessen Namen könne man sich gut merken, nämlich „Kuckelkorn“, weil er so ähnlich wie „Doppelkorn“ klinge. Darauf ein dreifach donnerndes „Kölle Alaaf“, Tusch und Klatschmarsch.

Besagter Christoph Kuckelkorn lud kürzlich zu einem „Tag der Offenen Tür“ in sein Beerdigungsinstitut ein, der sich aber dann konkret als ein „Tag des Offenen Sarges“ entpuppte, denn ein Lokalreporter ließ sich fotografieren, wie er in einem der Kuckelkorn-Särge „probe liegt“. Sein Urteil: man läge in den Kuckelkorn-Särgen doch recht bequem. Als Lebender.

Das Anatomische Institut der Universität Köln hingegen meldet zerknirscht einen „Bestattungsrückstau“, und allein schon die bizarre Wortschöpfung „Bestattungsrückstau“ ist der Lokalpresse (und „bär aktuell“) diese Meldung wert. Kaum ein Kolumnist ließ sich im übrigen die Gelegenheit zu dem Kalauer entgegen, im Anatomischen Institut hätten sie wohl die sprichwörtlichen Leichen im Keller. Etwas unappetitlich heißt es in dem Pressebericht weiter, wegen der veralteten Klimaanlage halte man aus olfaktorischen Gründen Präparationskurse im Anatomischen Institut jetzt nur noch im Wintersemester ab. Dafür gibt’s aber bestimmt nicht den „Bestattungen.de Award“.

Peinlichkeiten und Banalitäten aus dem Privatleben öffentlich zu machen zählt zu den Usancen des Internet-Zeitalters, wo der größte Stuss herumgetwittert und auch noch das Belangloseste per Handy-Kamera als unscharfes Bild in die Untiefen des virtuellen Raums gepostet wird. Via Facebook teilte z.B. das Unterwäschemodel Joanna Tuczynska mit, dass sie sich von dem Fußballtrainer Lothar Mathäus getrennt habe. Das würde eigentlich niemanden interessieren, zumal das Model vor der Liaison mit Matthäus keinerlei Prominenz hatte. Aber da Lothar Matthäus selbst immer wieder mit seinen amourösen Eskapaden in die Medienöffentlichkeit drängt, hat in diesem Falle selbst ein Beziehungsdrama noch ulkige Züge. Im dürren Stil einer Agenturmeldung verkündete Lothar Matthäus, die „beruflichen Verpflichtungen“ beider hätten sich nicht mehr „mit einem geregelten Privatleben“ vereinbaren lassen, wobei allerdings anzumerken wäre, dass Lothar Matthäus als Fußballtrainer derzeit arbeitslos ist, mithin zur Pflege eines „geregelten Privatlebens“ eigentlich genügend Zeit hätte. Dass nämlich fast zeitgleich der Fußballverein TSV1860 München einen neuen Trainer suchte und dabei auch der Name Matthäus genannt wurde, ließ die Fans in den Online-Kommentaren Sturm laufen: „Wenn sich der Verein der absoluten Lächerlichkeit ausliefern möchte, dann müssen wir Lothar Matthäus verpflichten“, postete z.B. ein Werner H. an die Münchener „Abendzeitung“. Beruflich zahlen sich für Matthäus die amourösen Eskapaden also keineswegs aus, und ob die jüngst Verflossene aus ihrer temporären zeitgeschichtlichen Bedeutsamkeit großartig Kapital schlagen kann, bleibt abzuwarten. O-Ton Lothar Matthäus: „Ab und zu denke ich zu wenig nach und lasse meinen Gefühlen freien Lauf. Da ist das Herz stärker als das Gehirn“.                                                                                                                  © Raap/Bär 2012

Wie man eine Wahl durch eigene Ungeschicktheit verliert, hatte im Frühjahr bereits Norbert Röttgen vorgemacht, und da Mitt Romney es offenbar unterließ, gründlich Röttgens blauäugige Patzer bei der NRW-Landtagswahl zu analysieren, konnte der Berliner „Tagesspiegel“ nun frohlockend verkünden: „Man muss froh sein, dass der Welt ein US-Präsident Mitt Romney erspart bleibt“. Barack Obama stellte sich hingegen klüger an: er gab eine Woche vor der US-Präsidentenwahl im überschwemmten New York „den Schröder“, der weiland beim eigenhändigen Sandsäckeschleppen am Oder-Hochwasser den schon verloren geglaubten Wahlkampf noch einmal herumzureißen vermochte. Solche Vergleiche mit der Provinzgröße Röttgen und dem Deichgrafen Schröder sind durchaus angebracht, lautete doch in fast allen deutschen Tageszeitungen am Morgen nach dem Wahltag die Schlagzeile nicht etwa „Obama wieder gewählt“, sondern: „Merkel gratuliert Obama zur Wiederwahl“. Womit die deutsche Journaille Mutti Merkel konnotativ von einem Hauch Weltpolitik umwehen ließ.

Da aber in „bär aktuell“ nicht die glänzenden Sieger, sondern eher die tumben Verlierer gefeiert werden, sei im folgenden weniger vom sympathischen Barack Obama die Rede, der nach dem Gut-Böse-Schema der antiken Tragödie und der Hollywood-Drehbücher à la Sergio Leones „The Good, the Bad and the Ugly“ im Wahlkampf den „Guten“ verkörperte, während Romney die Rolle des bösen und hässlichen frühkapitalistisch orientierten Rauhbeins zufiel, dem die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung ein Graus ist ebenso wie die Homosexuellen-Ehe, und der wie alle Anhänger der Republikanischen Partei am liebsten gar keine Steuern zahlen würde.  

In Amerika ist bekanntlich alles viel größer und viel breiter – so soll Mitt Romneys Vermögen laut „Focusonline“ immerhin zwischen 200 und 250 Mill. Dollar betragen. Nach der Umrechnung in der „Mittelbayerischen Zeitung“ sind das stolze 160 Mill. Euro. Klaus Zumwinkel hingegen brachte es bis zu seinem Gerichtsverfahren wegen Steuerhinterziehung lediglich auf ein Vermögen von 13 Mill. Euro. Auf sein Einkommen zahlt Romney freilich nur 14 Prozent Steuern. „Seine Verschwiegenheit zu Steuerbescheiden… nährte die Spekulationen, Romney habe womöglich Geld am Fiskus vorbei geschleust“, deutete „Focusonline“ an, wobei zu mutmaßen wäre, dass Mitt Romney sich dabei weniger dämlich anstellte als Klaus Zumwinkel, der deswegen vor Neid erblassen mag.

Allerdings erlaubt in den USA auch unter der Präsidentschaft Obamas den Hochvermögenden eine skandalös laxe Steuergesetzgebung völlig legale Tricksereien, während man in Deutschland hingegen immer damit rechnen muss, dass Peer Steinbrück den alpenländischen Steueroasen damit droht, „die Kavallerie loszuschicken“. Steinbrück wiederum ist hinsichtlich der Herkunft seiner Einkünfte auf öffentlichen Druck hin weniger „verschwiegen“ (s.o.), und so sei an dieser Stelle betont, dass das Halten von Vorträgen gegen ein branchenübliches Honorar eine durch und durch redliche Arbeit ist, während man hingegen den Investment Fonds vorwerfen muss, ihnen mangele es am Gespür für wirtschaftliche Nachhaltigkeit, da sie wie alle Investoren eben immer nur auf das schnelle Geld aus seien: Die ruppigen Methoden, mit denen Mitt Romneys Investmentfirma Brain Capital jenes riesige Vermögen durch Sanierung angeschlagener Firmen zusammenraffte, lassen selbst die marktradikalsten deutschen FDP-Politiker wie barmherzige Kolpingbrüder dastehen.

Als Wiedergeburt jenes Mythos vom amerikanischen Traum, jeder Trottel könne es durch eigene Tüchtigkeit zum Selfmademan bringen, hätte Romney übrigens nicht getaugt, denn erstens sind die Zeiten längst vorbei, wo man völlig auf sich allein gestellt war, wenn man einen Siedlertreck mit holprigen Planwagen durch die endlos weiten Prärien in Richtung Westen knüppelte, und zweitens ist bei „stern.de“ nachzulesen, dass Mitt Romney von Anfang an „hervorragende Startbedingungen ins Leben hatte“, aufgewachsen in einem Detroiter Nobel-Viertel als Sohn des Gouverneurs von Michigan und nicht als der sprichwörtliche Tellerwäscher.

Ein bisschen wirkte Mitt Romney im Wahlkampf denn auch eher wie eine Karikatur auf die Figur des Uncle Sam, für die im 19. Jh. ein Fleischkonservenfabrikant Pate stand als Allegorie auf eben jenen Selfmademan: Samuel Wilson III. machte sein Vermögen mit Proviantlieferungen an die US Army. Im Ersten Weltkrieg tauchte diese „Uncle Sam“-Figur massiv auf Werbeplakaten für die Armee auf und in Lateinamerika gilt sie bis heute eher als Sinnbild des nationalistisch überheblichen weißen Yankees und Gringos, der eben jenes Lateinamerika als „strategischen Hinterhof“ der USA einstuft. Als ein weiterer solcher strategischer Hinterhof gilt inzwischen ebenfalls der Hindukusch, an dem bekanntlich nicht nur „die Freiheit des Westens verteidigt wird“, wie uns der vormalige deutsche Verteidigungsminister Peter Struck einreden wollte, sondern auch die Interessen der internationalen Ölindustrie mit ihren Plänen kontinentenübergreifender Pipeline-Verbindungen quer durch Asien nach China einerseits und nach Europa andererseits. In Deutschland darf man aber nicht laut sagen, dass Militäreinsätze im Ausland (auch) der Wahrung wirtschaftlicher Interessen dienen, wie der vormalige Bundespräsident Horst Köhler einräumte, woraufhin die harsche Kritik an solch einer angeblich unerhörten Äusserung ihn zum Rücktritt veranlasste. Man wird es Gerhard Schröder eines Tages vielleicht doch noch als sein historisches Verdienst anrechnen, in der bellizistisch orientierten Bush-Ära als Bundeskanzler Deutschland aus dem Irak-Krieg heraus gehalten zu haben.

© Raap/Bär 2012

Bild des Monats November 2012

November 3rd, 2012

„Herr Bär, als Kind durften Sie keine ‚Tarzan’-Comics lesen?“

Bär: „Enä, nur Micky Maus.“

„Und wie haben Sie es geschafft, zur Sonntags-Matinée im Hansa-Theater Tarzan-Filme schauen zu dürfen?“

Bär: „Ich han zu Hause erzählt, dat wär ne Kulturfilm, den hätte uns en dä Schull dä Lehrer empfohlen. Da jäb et wilde Tiere zu sehen un Dschungelpflanzen wie em Jewächshaus en dä Flora“.

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schenken72.JPGKarl-Josef Bär/Jürgen Raap, „Schenken Sie mir eine Minute Ihres Lebens“, 2012

Bär aktuell Nr. 144/145 – 22. Okt. 2012

Oktober 1st, 2012

Wer um alles in der Welt hat bloß den Barbieren eingeredet, sie müssten sich für ihre Läden originell klingende Geschäftsbezeichnungen wählen? Irgendein Marketingdepp kam auf die Idee, ein Friseurmeister auf der Zülpicher Str. in Köln-Sülz müsse sich „Haargenau“ nennen, und dies, nachdem bekanntlich schon seit vielen Jahren die Konkurrenz als „Haarspalterei“ oder „Haare Krishna“ fungiert. Da klingt „Haargenau“ doch einfach nur noch albern. Ebenso affig ist zwei Häuser weiter der Inhaber eines anderen Friseurladens, der den „Nomen est omen“-Fimmel der Branche noch zu übertrumpfen versucht, indem er seinen Salon gar „Kopfsalat“ nennt. Das ist nun völlig daneben, da man fürchten muss, das Schneiden, Waschen, Legen und Ondulieren münde hier in den Anblick eben eines ziemlich zerfledderten Kopfsalats, oder wie man in Köln sagt: „Däm han se dä Kopp verschängeliert“.

 

Hätte Annette Schavan über den Lügenbaron Münchhausen eine Dissertation geschrieben, würde man es für eine filigrane Arabeske halten, wenn sie den Stil ihrer Ausführungen formal wie inhaltlich in intellektuelle Hochstapelei hätte münden lassen, und da hätte man vielleicht jegliche Schluderei beim Zitieren sogar noch mit Applaus bedacht. Da sie aber mit einer „Studie über das Gewissen“ promoviert habe, verstünde „sich zudem eine gewissenhafte Arbeit von selbst“, ist bei „Dr. Stefan Weber – Blog für wissenschaftliche Redlichkeit“ nachzulesen. Mit Guttenberg, der sich bei seiner Doktorarbeit als Meister der literarischen Textcollage, nicht aber als seriöser Wissenschaftler erwiesen habe, könne man die Plagiatsvorwürfe gegen Schavan nicht vergleichen, heißt es an anderer Stelle, denn Guttenberg sei ja auch sonst als ein ziemlich unangenehmer Schaumschläger aufgetreten, den die oppositionelle Öffentlichkeit aus dem Polit-Betrieb dann gerne losgeworden sei, während Annette Schavan in einer Welt sich gemeinhin recht grobschnitthaft artikulierender Ideologen als angenehm stille Intellektuelle wirke.

Herr Bär hat eine höhere Stromrechnung als Philipp Rösler, der nämlich bei der aktuellen Diskussion um die Strompreise zu bedenken gab, man möge sich nicht so anstellen, er selbst zahle auch im Jahr 1.000 Euro ans örtliche E-Werk. Nur tausend Euro? Hm, hm, sitzen die Röslers etwa den ganzen Abend im Dunklen, um Strom zu sparen? Fragt im dunklen Zimmer der kleine Rösler: „Papa, wie schreibt man ‚Adventskranzkerze’?“ Anwortet Philipp Rösler: „Mit tz“. Dies als Beitrag zur Rubrik „Witze, die man nicht versteht“.

Während über Reiner Brüderle das geflügelte Wort kursiert, er gösse sich gerne einen auf die Lampe, verdient sein Parteifreund Rösler als Minister nicht so viel Geld, als dass es auch bei ihm zur Erleuchtung reichen möge. Da möge er sich an Beispiel an Peer Steinbrück nehmen, der dank üppiger Vortragshonorare zu Hause Tag und Nacht die Festtagsbeleuchtung brennen lassen kann.     

Als man den TV-Moderator und Entertainer Hugo Egon Balder fragte, wie er sich den Prozess des Alterns vorstelle, da antwortete er, er stelle sich vor, dass er als Greis auf einer Parkbank säße und dort langsam verblöde. Wobei anzumerken ist, dass der Sender, für den Balder arbeitet, schon vorher jahrelang gründlich zur Volksverblödung beigetragen hat, weshalb der Entertainer-Kollege Harald Schmidt diese Privatsender allesamt einmal despektierlich als „Unterschichtenfernsehen“ apostrophiert hat.

Auf einer Parkbank sitzen und allmählich in den Zustand der Dummheit hineindämmern? Wie soll das denn gehen ohne jenes Fernsehen, das Abend für Abend unbeholfenen Castingshow-Kandidaten, einfältigen Prominentendarstellern und plapprigen Krawalltrinen eine Plattform bietet? Wie sich der Altersstarrsinn bemerkbar macht, war kürzlich an einer 83jährigen Regensburgerin zu beobachten, die nach mehreren erheblichen Verkehrsverstößen aufgefordert wurde, ihren Führerschein abzugeben. Sie brachte auch brav ihre Fahrerlaubnis zur nächsten Polizeiwache, fuhr aber von dort dann zum großen Erstaunen der Beamten wieder im dem eigenen Auto nach Hause. Jetzt hat sie ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis am Hals, wiewohl sie wahrscheinlich der Ansicht ist, sie habe ja einen Führerschein, diesen aber bloß auf der Polizeiwache abgegeben. Wir sind darauf gespannt, was Hugo Egon Balder alles so anstellt, wenn er 83 Lenze zählt.

Wem soll man in der Euro-Krise seine Ersparnisse anvertrauen? Dem geheimnisvollen Herrn Chang aus Hongkong, der ab und zu an Herrn Bärs e-mails verschickt, in denen er in allzu holprigem Deutsch hohe Renditeerwartungen beim Erwerb geheimnisvoller Wertpapiere verspricht, ausgegeben von einer Bank in China, die nicht minder geheimnisvoll zu sein scheint als der famose Herr Chang selbst? Jedenfalls behauptet Herr Chang, wenn man ihm eine hohe Summe an Bargeld überweisen würde, dann würde er die besagten Wertpapiere in einem Depot in Hongkong aufbewahren und sich sofort melden, sobald eine Dividende ausgeschüttet würde. Die Offerte schließt mit dem grammatikalisch missglückten Satz „Sie nicht Angst müssen dass Herr Chang nicht Wertpapiere existiert“, was aber gerade wegen der sprachlichen Fehlleistung bei Herrn Bär Zweifel an der Seriosität des Herrn Chang weckt.

Bei der berüchtigten „Nigeria Connection“ hingegen ist das Deutsch in jüngster Zeit besser geworden, und daran sollte Herr Chang sich mal ein Beispiel nehmen, und die Geschäftsstrategie hört sich neuerdings ebenfalls etwas zeitgemäßer an, indem man hier nämlich die wachsende Neigung der Anleger zur „Flucht in die Sachwerte“ angesichts von Inflationsangst und ebensolch großer Angst vor möglichem Umrubeln des Euro aufgegriffen hat und nun Immobilien anbietet.

Außerdem nennen sie sich jetzt „Tobias Förster“, und bei solch einem Namen denkt wohl niemand sofort an einen Internetbetrüger. „Tobias Förster“ tritt als Immobilienmakler auf, der via E-mail-Kontakt jemandem wie Herrn Bär den Erwerb einer Eigentumswohnung in Köln am Eifelwall schmackhaft machen will. Leider illustriert Tobias Förster eine Abbildung der angeblichen Eigentumswohnung mit einem drei Jahre alten Foto von Google Street View, das die ehemalige Tierkörperverwertungsanstalt der Stadt Köln am Eifelwall zeigt, deren Gebäude in diesen Tagen des Abrisses harrt, weil dort nämlich bald der Neubau des Historischen Archivs errichtet wird, und so beschleichen trotz der fehlerfreien Handhabung der deutschen Sprache im Anschreiben Herrn Bär nun doch erhebliche Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit von Tobias Förster.           © Raap/Bär 2012

Bild des Monats Oktober 2012

Oktober 1st, 2012

Bär: „Jojo, dä Thomas vun Aquin hätt jo jesaht: Anima forma Corporis. Dä Text schimmert en mingem Bild do bovve unger dä Glasdecke durch. Dat heißt: die Seele formt den Leib.“

„Aha. Und was bedeuten all die Tiere in Ihrem Bild? Das Kamel, der Vogel, das geckoähnliche Wesen?“

Bär: „Animus heißt em Lateinischen ‚Geist’ un ‚Seele’ em Gegensatz zum Körper.  Ävver erst met beidem es dä Minsch vollkommen. Mer säht jo: jot esse un drinke hält Leib un Siel zesamme. Ävver Anima, also die weibliche Form vun Animus, meint de Siel en su enem ästherischen Sinne, also als lebendijer Atem, als wat Luftiges… dat kütt vum Atem vum leeve Jott, dä däm Adam enjehaucht woode es. Dat is visuell eben nit jenau fassbar… Un wenn do de ‚Anima’ als Maler trotzdem op de Leinwand brenge wills, mähste dat am besten met Tierdarstellungen. Denn op Latein heißt dat Dier ja Animal. Dat klingt phonetisch jo esu ähnlich wie Anima!“

„Hm, hm, ist das nicht ein bisschen weit her geholt, Herr Bär?“

Bär: „Enä! Dä Thomas vun Aquin hätt jo och noch e ander Boch jeschrivve, dat heißt: „De animabilus“. Do jeht et doröm, dat sich en der Formenvielfalt och vun dä niedrigsten Diere die Kunst der göttlichen Schöpfung offenbart. Un op mingem Bild spillt sich dat janze Tierleben en nem Zookäfig av, wo en Strickleiter quer durch dä Raum jespannt is un ne Baumstamm met Äste us dä Wand wächst, för dran eröm ze kleddere.“

„Aber Tiere haben doch keine Seele, Herr Bär!“

Bär: „So pauschal kann man dat nit behaupten. Dä Thomas vun Aquin  jedenfalls mäht ene Unterschied zwischen dä Siel vun denne Diere un vun denne Minsche. Wat die Diere met ihre Instinkte un Triebe spüren, do künnt mer im modernen Deutsch ‚sensitive Siel“ för sage. Die Minsche han allerdings för dä Thomas vun Aquin en unsterbliche Vernunftseele, dat is wat anderes.

„Der Mensch ist vernünftig, Herr Bär?“

Bär: „Jo, ävver nit immer!“

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Karl-Josef Bär/Jürgen Raap, Der halbe Severin IV, 2012

Bär aktuell Nr. 143 —– 22. Sep. 2012

September 13th, 2012

Bitte beachten Sie folgenden Terminhinweis:

Donnerstag, 20. Sep. 2012, 20 Uhr: Krimilesung „Schieß noch einmal Sam“. Jürgen Raap liest aus seinem Krimi „Eigelstein-Blues“. Außerdem lesen Petra Reategui und Andreas Schnabel. Moderation: Evert Everts

Wo? Im Café-Bistro „Casablanca“, Glockengasse 64-66, Köln (Hotel direkt neben der Traditionskneipe „Kleine Glocke“).

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Als Thomas Gottschalk und Stefan Raab gemeinsam beim Konzert „40 Jahre Höhner“ auftraten, versuchte Gottschalk den Kollegen zu überreden, auch so ein bunt kariertes Jackett anzuziehen wie er. Doch Stefan Raab lehnte dankend ab: „Es reicht, wenn einer von uns beiden scheiße aussieht“. Der Lobbyist Moritz Hunzinger steckte den Grünen-Politiker Cem Özdemir vor einigen Jahren nicht in einen schlabbig-grellen Clownsanzug à la Gottschalk, sondern in seriösen edlen Zwirn. Trotzdem erhält Cem Özdemir nun den „Orden wider den tierischen Ernst“ im Aachener Karneval, wiewohl das Witzigste am Politiker Cem Özdemir ist, dass er in Leonberg einen Namensvetter hat, der unter eben diesem gemeinsamen Namen Cem Özdemir bei der Castingshow „Popstars“ auftrat und sich selbst mit den Worten charakterisiert: „Man kann zu mir alles sagen, aber nicht, dass ich kein Gas gebe. Ich gebe immer Gas“. Offensichtlich haben sie beim Aachener Karnevalsverein den Politiker Cem Özdemir mit dem Popstars-Kandidaten Cem Özdemir verwechselt, denn aus dem Munde eines Grünen-Politikers würde es sich schon reichlich schräg anhören, sich als Freund des schnellen Autofahrens zu outen, wo seinen Parteifreunden doch sonst eher die Krötenwanderwege am Herzen liegen. Aber so richtig lustig ist das letztlich auch nicht, und so kann man nur mutmaßen, dass die Latte für die Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ nicht sehr hoch liegt.

Mit der sächsischen Konsonantenerweichung hatte sich ein Gericht zu beschäftigen, das zu dem Urteil kam, bei der Buchung einer Reise müsse das Personal im Reisebüro sich darauf verlassen können, dass der Reisewunsch in verständlichem Hochdeutsch vorgetragen werde. Eine Frau aus Sachsen hatte nämlich ein Flugticket nach Porto in Portugal verlangt, jedoch ein Billett nach Bordeaux in Frankreich ausgehändigt bekommen, das sie laut Gerichtsurteil nun auch bezahlen müsse… Kommt einer im Leipziger Hauptbahnhof an den Fahrkartenschalter und sagt auf Hochdeutsch: „Ich hätte gerne eine Fahrkarte nach Paden-Paden“. Antwortet der Schalterbeamte: „Paden-Paden? Das haben wir nicht im Computer. Wollen Sie nicht lieber nach Perlin oder nach Premen fahren?“ Darauf der Sachse auf sächsisch: „Nu gut, dann äben noch Bärlin…“ Und er kriegt das richtige Ticket ausgedruckt. So funktioniert’s!

Ab und zu brauchen auch die Leistungsneurotiker in der FDP ein Ventil und dann frönen sie dem Glückspiel. Das wiederum freut den Glücksspielautomaten-Aufsteller Paul Gauselmann, der auf seiner Internetseite u.a. mit dem Slogan „Spielspaß mit kleinem Geld“ für seine Produkte wirbt, was insofern ein intelligenter Werbespruch ist, weil ja jedes Kind längst weiß, dass die großen Vermögen längst heimlich in die Schweiz abgeflossen sind. Die Gauselmann AG nennt ihre Spielhallen auch „Fun Center“, was übersetzt ein wenig wie „Freudenhaus“ klingt, und das passt ja irgendwie zur FDP, die selbst mal als „Spaß-Partei“ antrat, die sich aber nun laut ARD-Recherchen („Exclusiv im Ersten“) mit dem Vorwurf konfrontiert sieht, dass „ein enger Berater des Glücksspiel-Automatenherstellers Gauselmann offenbar insgesamt 2,5 Millionen Euro in FDP-Tochterunternehmen investiert habe, wobei zumindest ein Teil des Geldes letztlich an die Partei geflossen sei“, wie bei „Spiegel online“ nachzulesen ist. Jener Berater soll „im Jahr 2007 Anteile einer Druckerei der FDP übernommen und 1,1 Millionen Euro in das Unternehmen investiert haben. Wirtschaftsexperten bezweifeln… den unternehmerischen Sinn der Investition, da die Rendite der Beteiligung – gemessen an den veröffentlichten Gewinnen der Gesellschaft – weit unter einem Prozent liege“. Vermutlich ist der bescheidene Ertrag jenes „kleine Geld“, mit dem man sich einen „Spielspaߓ an den Gauselmann-Automaten gönnen kann. Nun warten alle darauf, dass die FDP sich für eine komplette Steuerbefreiung bei Glücksspielgewinnen einsetzt. In Presseberichten ist in Zusammenhang mit dem Verkauf des Druckerei-Geländes durch die Bundes-FDP von „rätselhaften Finanzgeschäften“ die Rede, insbesondere was die Höhe des Kaufpreises angeht, was aber der FDP-Generalsekretär Patrick Döring bestreitet: angesichts der anschließenden Entwicklung auf dem Immobilienmarkt habe man aus heutiger Sicht das Grundstück „zu früh“ verkauft. Bisher stand jedenfalls immer nur die SPD im Ruf, sie könne nicht mit Geld umgehen.

© Raap/Bär 2012

 

Bild des Monats September 2012:

September 3rd, 2012

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„Herr Bär, Sie haben ein Sittenbild gemalt und widmen es dem Ballett und dem Boule-Spiel?“

Bär: „Jojo, et fängt ja beides mit „B“ an!“

„Und der Bischof als strenger Zuchtmeister mit dem erhobenen Stock in der Bildmitte?“

Bär: „Eijentlich sollte dä jo op däm Bild kräftig jejen de sieben Todsünden wettern, wozu man hückzedach jo och de Vergnügungssucht rechnen muss. Ävver dann verfällt och dä Bischof den Freuden des Daseins un mutiert zum Dirigenten, dä met däm Taktstock dä Ton zur Musik anjibt. So is dat Bild dann doch mehr zo ener Parabel üvver de moralische Anfälligkeit der Kirchenfürsten jeworden, dat och sie sich jerne zu Lustbarkeiten verführe losse…“

 Karl-Josef Bär/Jürgen Raap, „Der halbe Severin III“, 2012

Bär aktuell Nr. 141/142

August 1st, 2012

Bär aktuell Nr. 141/142 ——- 3. Aug. 2012    / 3. Sept. 2012

 

Kein Wort an dieser Stelle über Sabine Leutheusser-Schnarrenbergers kläglichen Versuch, sich mittels moralischer Entrüstung über „Datenhehlerei“ zur Schutzheiligen der Steuerhinterzieher zu stilisieren. Stattdessen lesen Sie hier etwas über Guido Westerwelles freimütigen Umgang mit Steuergeldern (es geht übrigens auch anders, wie es der Bundespräsident beim „Tag der Offenen Tür“ kürzlich positiv vorgemacht hat: keine üppige Sponsoren-Sause auf Schloss Bellevue wie früher üblich, sondern nur noch Würstchen aus dem Etat des Präsidialamtes…)

Auf Papptellern wie beim Picknick werden sie in den deutschen Botschaften bisher ja wohl nicht gespeist haben. Wozu also will Außenminister Guido Westerwelle die Botschaften mit neuem Tafelgeschirr für 4,7 Mill. Euro ausstatten? Hat da etwa einer die silbernen Löffel geklaut, so dass sie jetzt ersetzt werden müssen? Und wenn ja, wer macht so was? Doch wohl höchstens ein Bankettgast aus einem „Schurkenstaat“. Vielleicht ist das Besteck in den Botschaften aber auch noch immer vollzählig vorhanden und den Außenminister hat einfach nur die Lust am Geldverplempern übermannt. Für 4,7 Mill. Euro könnte man sich auch 407.000 elektrische Zahnbürsten Marke „Smart Guide“ zu je 99,99 Euro das Stück kaufen, wenn man doof genug dazu ist. Damit man sich nach dem Festbankett die Zähne putzen kann, wenn es beim Botschaftsempfang Heringsbrötchen mit Zwiebeln gegeben hat.

Ganz gerne so richtig krachen lässt es auch Franz-Peter Tebartz-van Elst, der als Bischof von Limburg Erster Klasse nach Indien fliegt und auf dem Flug Champagner schlürft, bevor er nach der Landung dort „soziale Projekte“ besucht. Herr Bär stellt sich vor, wie der „Luxus-Bischof“, so der „Express“ über den Limburger Kirchenfürsten, dann perlweinselig im indischen Armenviertel „Ora et labora“ predigt und den darbenden Schäfchen verkündet, wer arm sei, der sei auch „gnadenreich“, woraufhin diese sich verarscht fühlen müssten, hätten sie Kenntnis vom Lebensstil des Oberhirten. Denn weniger die göttliche Gnade, sondern offensichtlich den irdischen Komfort hat der genussfreudige Gottesmann nämlich auch sonst für sich selbst eher im Auge: „Prunk, Dünkel und Selbstverliebtheit“ meldete die „Rhein-Zeitung“ über sein Gebaren. Denn im heimischen Limburg lässt der snobistische Oberhirte mitunter sogar eine Rampe an der Bürgeransteigkante anlegen, damit seine „Limousine den Bordstein vor dem Dom erklimmen kann“. Tröstlich zu wissen, dass es trotz allem immer noch Orte gibt, die selbst ein Kaiser zu Fuß aufsuchen muss. „Prunk, Dünkel und Selbstverliebtheit“: die gleiche Etikettierung könnte allerdings auch auf Guido Westerwelle und seine Vorliebe für diplomatisches Prunkgeschirr angewendet werden.

Wer keinen Führerschein hat und mit einem geklauten Auto unterwegs ist, der sollte nicht auch noch besoffen sein. Diesen Grundsatz ignorierte ein 26jähriger, der auf der Aachener Autobahn A 4 als Geisterfahrer auf der falschen Spur entlang bretterte. Als die Polizei ihn an der belgischen Grenze schließlich stoppte und ihn zum Alkoholtest bat, hatte er 1,6 Promille im Blut. Außerdem wurde er schon seit längerem per Haftbefehl gesucht. Jetzt rätselt der Mann in seiner Gefängniszelle, was er wohl falsch gemacht hat.

 Auf dem Mauritiussteinweg in Köln firmiert ein Bio-Friseur. Was um aller Welt hat man sich unter einem „Bio-Friseur“ vorzustellen? Benutzt der nur Scheren aus garantiert biologischen Stahlwerken? Und wie hält es der „Bio-Friseur“ mit der „Nachhaltigkeit“? Haare einfach nachwachsen lassen oder was? Noch nie hat eine Berufsbezeichnung so viele Rätsel aufgegeben, findet Herr Bär.

Auch das noch: die Kölner FDP lädt für den 11. September 2012 ins „Weinhaus Süd“ zur „Liberalen Weinprobe“ ein. Bei dieser „Liberalen Weinprobe“ werden natürlich nur liberale Weine verkostet. Allerdings nicht für lau: wer mitzechen will, muss die klamme Parteikasse vorher mit 15 Euro auffüllen. Dafür gibt’s aber auch Autogrammkarten von Reiner Brüderle. Die verteilen sie aber erst nach dem vierten oder fünften Glas. Als Drei-D-Wackelbild. Die Gläser für die Weinprobe haben sie wohl in den deutschen Botschaften abgestaubt, wo sie jetzt aussortiert werden. Denn Westerwelle hat ja aus seinem Außenminister-Etat neues Prunkgeschirr angeschafft. Nach einer solchen Weinprobe sollte man aber nicht ohne Führerschein mit einem geklauten Auto als Geisterfahrer unterwegs sein. Denn wie das enden kann, ist ein paar Zeilen weiter oben nachzulesen.

© Raap/Bär 2012

 

Sonntag, 19. August 2012, ca. 12 Uhr:

Zur Finissage der Ausstellungen Mary Bauermeister – Retrospektive / Das grüne Haus

führt die Gruppe „Fehltwas?“ eine Performance auf. Mit Sigrid Balk, Siglinde Kallnbach, Jürgen Raap

Frauenmuseum Bonn, Im Krausfeld 10

Mittwoch, 12. Sept. 2012, gegen 12 Uhr mittags:

Jürgen Raap hält einen kulturphilosophischen Vortrag: „Karl-Josef Bär – Transzendenz zur Faulheit“

Akademie der Muße

Theater in der Orangerie, Volksgarten Köln, Volksgartenstr.

Freitag, 14. Sept. 2012, 16-18 Uhr 

Samstag, 15. Sept. und Sonntag 16. Sept. 2012, jeweils 16-19 Uhr:

Offene Ateliers  Köln linksrheinisch – Initiator: BBK Köln

Im Atelier Senefelderstr. 5 in Köln-Ehrenfeld zeigen

Siglinde Kallnbach – Fotografie, Projektkunst, Performance

Jürgen Raap – Malerei

Bild des Monats August 2012

August 1st, 2012

„Herr Bär, bei dem Ruderboot fehlen ja die Ruder!“

Bär: „Jo? Su ne Driss. Die han ich glatt verjesse!“

„Und wie soll die Dame in dem weißen Kleid jetzt mit dem Boot rudern?“

Bär: „Die rudert ja nit selbst. Dazu is die zu vornehm. Die wartet auf einen Kavalöres, der die über den See rudert“.

„Aber womit denn, Herr Bär?“

Bär: „Ich muss däm Kavalöres noch Bescheid sagen, dat dä die Ruder selbst mitbringen muss, weil et op däm Bild keine jibt“.

 

Karl-Josef Bär/Jürgen Raap, „Die Kanonen von Lüttich“, 2012

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