Bild des Monats Juli 2020: Jürgen Raap, Das Billard der Helden, 2018
„Peinliche Posse um Mohrenstraße“ titelte das Berliner Boulevardblatt „B.Z.“Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG wollen nämlich die U-Bahnhaltestelle „Mohrenstraße“ umbenennen, weil sich Menschen „gekränkt fühlen“ könnten. Doch dann wählten sie für eine neue Bezeichnung ausgerechnet den russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka (1804 bis 1857). Die Journalistin Judith Kessler beschreibt in der „Jüdischen Allgemeinen“ Glinkas Oper »Iwan Sussanin« als „vor russischem Nationalismus triefend“ und sein Stück »Fürst Cholmskij« über eine jüdische Verschwörtung als „antisemitisches Heldenepos“. Mit einer U-Bahnstation „Glinkastraße“ würde die BVG daher „die Leute in die Irre und sich selber in historische Untiefen“ katapultieren, lästerte die „Berliner Zeitung“. Zudem besagter Glinka auch noch ein reichlich mittelmäßiger Musiker gewesen sein soll; ein „Riese im Mäntelchen des Dilletantismus“ nannte der Komponistenkollege Peter Tschaikowsky ihn; Glinkas Stücke seien „kindisch naive und schwache Nummern“. Indes – „Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (42, Grüne), die dem BVG-Aufsichtsrat vorsitzt, entschied sich, nicht näher auf Glinkas Antisemitismus einzugehen“, beklagte sich die „B.Z.“. Derweil trieb die „Berliner Morgenpost“ einen Jürgen Mohr auf, der sich vor dem U-Bahn-Eingang fotografieren ließ: „Solange der Name Mohrenstraße noch da oben steht, wollte ich unbedingt ein Foto davon haben“, sagte Jürgen Mohr, und schob süffisant nach, ob „er vielleicht auch seinen eigenen Nachnamen ändern“ solle, „weil sich jemand dadurch beleidigt fühlen könnte“. Antje Hildebrandt schrieb in der Kulturgazette „Cicero“, der Protest gegen den Straßennamen liefe in diesem Fall „ins Leere“, denn die Straße sei doch „nach Menschen“ wie z.B. Gustav Sabac el Cher (1869-1934) benannt, einem schwarzen Militärmusiker im Königsberger Regiment des einstigen Kronprinzen Wilhelm. Die Benennung in „Mohrenstraße“ erfolgte übrigens erst 1991. Vorher hieß sie nach dem ersten DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl-Straße, dies wiederum galt nach der Wiedervereinigung auch nicht als politisch korrekt und ist ein Beleg dafür, wie sehr die Manifestierung von ethischen und politischen Grundwerten immer wieder durch den jeweiligen Zeitgeist relativiert wird. Ein Leserbriefschreiber an den Berliner „Tagesspiegel“ schlug vor, es reiche doch völlig aus, die „Mohrenstraße“ demnächst „Möhrenstraße“ zu nennen und einfach nur zwei Pünktchen auf die Schilder zu malen, anstatt für teures Geld völlig neue Schilder mit einem anderen Namen anzubringen. Außerdem höre sich „Möhrenstraße“ vegan an. Und damit wäre solch ein Straßenname gewiss auf der Höhe der Zeit. Copyright: Raap/Bär 2020
Krätzchen auf den Sommer 2020 *
Dä Clemens Tönnies hätt et heut nit leicht
Mit Fingern wird op ihn gezeigt
Zu große Gier und Großmannssucht
Han jahrelang ihn heimgesucht
Gab uns Corona schon den Rest?
Enä, us China kütt jetzt jetzt noch die Schweinepest
Wird die Wurst beim Metzger dadurch besser sein?
Leider nein!
Dä Trump der weiß nit allerhand
Finnland gehört für ihn zum Russenland
Und Belgien hält dä für ’ne Stadt
Die viele schöne Häuser hat
Schon oft hät sich dä Trump blamiert
Jetzt lebt er völlig ungeniert
Wird dä Trump demnächst wat schlauer sein?
Leider nein!
Über die Maskenpflicht wird sich jezänk
Un op en Party knubbelen se sich wieder em Jedräng
Dä eine will sing Freiheit an
Steht nit so gern met Abstand an
Dä andere setzt sich ne Aluminiumhut op dä Kopp
Und glaubt dä Virus weed gestopp
Wird die Menschheit jemals vernünftig sein?
Leider nein!
Mer losse uns nit lumpen
sagen Merkel und Macron
Dä Olaf Scholz tut Euch wat pumpen
Et hätt noch immer jot jejange
Irgendwie klappt dat schon
Es ist doch ganz egal wie et kütt
Aber Kniesköpp sind wir nit
Werden die Politiker in Zukunft wieder sparsamer sein?
Leider nein!
* Parodie auf ein Krätzchen von Martin Schopps mit einem Zitat von drei Liedzeilen von Marie-Luise Nikuta
Tofu, „taz“ und Tönnies – zwar hat Kurt Tucholsky 1919 behauptet, Satire dürfe alles, aber dies ist leider oft genug gründlich missverstanden worden. Denn nicht alles, was heute an grobschlächtigem verbalen Geholze unter dem Label „Satire“ firmiert, ist auch in einem engeren literarischen Sinne als solche zu begreifen. So war z.B. der Komiker Oliver Pocher nie einer, der auf hohem sprachlich geschliffenem Niveau wie ein Kurt Tucholsky oder Erich Kästner mit Degen oder Florett elegant die Verwerfungen der Zeit attackierte. Sondern er war immer eher einer, der sich lieber schlagzeilenträchtig in den Niederungen des Boulevardjournalismus mit dem Schlagersänger Michael Wendler herumzoffte, beiderseits mit ungelenken verbalen Schwerthieben, dies jedoch eher vom Management beider so medienwirksam inszeniert, dass beide als Trottel wirken, mit denen sich in der physischen Welt jeder andere Trottel identifizieren kann. Wobei der Schlagersänger Michael Wendler es im übrigen jüngst weniger zu positiven Schlagzeilen über seine Sangeskünste brachte, sondern stattdessen ausführlich über sein Privatleben berichtet wurde, speziell über seine amouröse Zuneigung zu einer Dame, die deutlich jünger ist als er selbst. Nichts desto trotz versuchte Oliver Pocher im TV in der Maskerade des Fleischbarons Clemens Tönnies aufzutreten. Das ging mangels Niveau allerdings so gründlich daneben wie auch sonst so vieles an Pocherschen Komik-Versuchen, denn er veralberte in dem TV-Spot nämlich nicht den westfälischen Wurstycoon, sondern dessen rumänische Akkord-Zerlegekolonnen und gleich auch noch die corona-quarantäne-geplagte Gütersloher Bevölkerung. So sieht sich Herr Bär an dieser Stelle erneut zu dem Hinweis bemüßigt: Satire attackiert niemals die Schwachen, sondern immer nur die Mächtigen. Das sind im übrigen auch die Großbauern in Brasilien, die für den Anbau von Sojabohnen dort den Regenwald abholzen, was aber hier bei uns kaum ein Veganer zur Kenntnis nimmt, der mit dem Bewusstsein moralischer Überlegenheit sein Tofu aus Sojamilchquark aus einem Bioladen in Berlin-Kreuzberg nach Hause trägt.
Sprachliche Geschliffenheit ließ indes auch jene „taz“-Autorin vermissen, die in einem fürchterlich verballhornten Denglisch „All cops are berufsunfähig“ in die Welt hinaus geiferte, was nicht nur als eine unangemessene Sprachverhunzung zu geißeln ist, sondern auch noch als eine Verwechslung von Satire mit einer Hasstirade: Satire hat bekanntlich immer mit Humor und Ironie zu tun, aber wer in solch einem Lamento, das angeblich eine Satire sein soll, die Polizei auf den Müllhaufen wünscht, muss sich nicht nur den Vorwurf der Humorlosigkeit gefallen lassen, sondern auch den Gebrauch eines menschenverachtenden Vokabulars, das man in diesem Zusammenhang getrost als „linksfaschistisch“ bezeichnen kann: Wenn man schon für ein Diskriminierungsverbot eintritt, dann muss das selbstverständlich auch für alle Berufsgruppen gelten. Für wirklich alle. Auch für Metzger, die außerhalb des Tönnies-Imperiums immer noch ein ehrbares Handwerk ausüben! Und ebenso für drittklassige Komiker, die sich für eine Parodie auf die erwähnte „taz“-Redakteurin eine Jogi-Löw-Perücke bei Saskia Esken ausleihen würden.
Erbspüree ist ein Klassiker aus der Berliner Küche, wird dort gerne mit Eisbein und Sauerkraut kombiniert (Eisbein ist eine gepökelte und gekochte Schweinshaxe). In der neu-deutschen Gourmetküche kombiniert man Erbpüree auch schin mal mit gebratenen Jakobsmuscheln, die man in Butter oder Olivenöl und Knoblauch kurz anbrät, bis sie auf beiden Seiten leichr gebräunt werden. Für das Erbspüree dünstet man in einem Topf 1-2 Zwiebeln glasig an, gibt frische oder aufgetaute Tiefkühlerbsen hinzu, Brühe und Kochsahne, lässt das Ganze weichkochen, gibt dann vorgekochte Kartoffeln hinzu und zerdrückt das alles mit einem Kartoffelstampfer zu einem Mus – alternativ dazu auch mit einem Pürierstab. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, etwas Muskat, etwas frischer Petersilie.
Kalbsleber bereitet man am besten auf Berliner Art oder auf venezianische Art zu. Das klassische Berliner Rezept kombiniert die Kalbsleber mit Kartoffelpüree und gebratenen Apfelscheiben, wobei man leicht mit Mehl bestäubte Zwiebeln in einer Pfanne anbrät und dann ebenfalls mehlierte Leber und die Apfelscheiben hinzugibt und das Ganze mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf auch mit frischem Majoran aromatisch abrundet. Bei der veneziansaichen Variante reicht man statt Kartoffelpüree Polenta aus Maisgries und mit einer Zwiebelsauce, die man mit gehackter Petersilie, Knoblauch und frischem Salbei angereichert hat.
Portugiesischer Bohneneintopf
Cannellini, eine etwas festere Bohnensorte aus Italien, sind für dieses Gericht am besten geeignet, man kann auch weiße Bohnen nehmen. Man dünstet in Öl Zwiebeln und etwas Speck an, fügt dann die Bohnen und Tomaten hinzu kocht sie bei niedriger Flamme in einer Hühner- oder Gemüsebrühe mit einem Lorbeerblatt. Salzen, pfeffern, Paprikapulver hinzufügen, vorgekochte Kartoffelstücke und milde Chorizowurst hinzufügen, außerdem Knoblauch, Thymian oder Koriander (aber nicht beides zusammen), zum Schluss rundet man das Ganze noch mit etwas Limettensaft und geschälten Garnelen ab.
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Literaturgeschichte mit Herrn Bär – Der Journalist und Kabarettist Johannes Theodor Kuhlemann wurde am 4. Nov. 1891 in Köln-Ehrenfeld geboren und lebte später bis zu seinem Tod am 9. März 1939 in Rodenkirchen in der Maternusstr. 30. Am bekanntesten ist Kuhlemanns Bonmot „Genüsslich ist’s nach Schnaps zu riechen in einer Gesellschaft wo man das nicht darf“.
Nach dem Ersten Weltkrieg verdiente er seinen Lebensunterhalt als Sekretär des Tabakhändlers Josef Feinhals und schrieb expressionistische Trost-Gedichte, die unter dem Titel „Consolamini“ 1919 im Kairos-Verlag in Köln-Ehrenfeld erschienen, mit Illustrationen des Dada-Künstlers Max Ernst, zu dessen Heirat mit Louise Strauss-Ernst Kuhlemann auch ein Hochzeitsgedicht verfasste. Dieser Gedichtband erwies sich allerdings wirtschaftlich als Total-Flop: die gesamte Auflage der „Consolamini“ wurde daher 1920 eingestampft.
Literarisch mehr Erfolg hatte Johannes Theodor Kuhlemann hingegen 1935 als Texter des „Ersten Büttenmarsches“ der „Großen Rodenkirchener Karnevalsgesellschaft“: zur Musik von Richard Krauel reimte Kuhlemann ein Loblied auf die damalige städtische Unabhängigkeit Rodenkirchens: „Uns Rudekirche litt am Rhing, Alt Kölle no donevve, Mer blieve frei un ohne Ping, Dun mer als Boore levve…“ (Unser Rodenkirchen liegt am Rhein, das alte Köln nah daneben, wir bleiben frei und ohne Pein, tun wir als Bauern leben…“ Diesem Bekenntnis zum Trotz wurde Rodenkirchen 1975 dennoch nach Köln eingemeindet.
Wenn Politiker sich volksnah oder volkstümlich inszenieren wollen, gerät dies schon mal zum Flop. Halbwegs geglückt in dieser Hinsicht war immerhin noch die Entscheidung des SPD-Epideminologen Karl Lauterbach, künftig in der Öffentlichkeit ohne Fliege auftreten zu wollen, weil seine Tochter ihm dazu geraten hätte, mit dieser altmodischen Akademikerfliege sähe er eher „peinlich“ aus. Weniger geglückt war die Stilberatung der Gattin von Gerhard Schröder, die den Altkanzler am heimischen Herd fotografierte und dies in den Orkus des Internet postete, wie er da vor sich hin brutzelte, in einem oberarmfreien muskelshirtähnlichen Oberteil, was ein Blogger mit der Bemerkung kommentierte, Schröder habe bei dieser Aufnahme wohl „einen sitzen gehabt“, und die ansonsten eher betuliche „Die Welt“ zu der durchaus wachen Bemerkung veranlasste, die Schröders benähmen sich jetzt wie „die Kardashians von Hannover“. Offensichtlich fehlt Altkanzler Schröder eine stilsichere Tochter wie jene von Karl Lauterbach, die ihn von solch einem bizarren Fotoshooting abgehalten hätte. Daher gibt es nun an dieser Stelle eine kostenlose Stilberatung von Herrn Bär für den nächsten Bundestagswahlkampf: wenn ein Politiker sich schon beim Volk anbiedern und zu diesem Zweck nach jenem Klischeebild inszenieren will, das man von einem neureichen Proll hat, dann gehören zu solch einem Muskelshirt auch Tätowierungen auf den Oberarmen, Goldkettchen um den Hals und Undercut-Frisur.
Jürgen Raap beteiligt sich an den Gruppenausstellungen:
„In memoriam Alfred Strack“ (Kurator Herbert Rosner), Kulturforum St. Clemens Köln-Mülheim, 28. Juni bis 26. Juli 2020,
„Zimmerecken…“ (Kurator: Martin Schwarz), Villa Flora, Winterthur/Schweiz, verschoben auf 3.-30. Okt. 2020
(an dieser Ausstellung nimmt auch Siglinde Kallnbach teil).
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Solei à la Johannes Theodor Kuhlemann
In seinem Krätzchen „Kölsche Fooderkaat“ (kölsche Speisekarte) notierte der rheinisch-expressionistische Dichter und Mundartautor Johannes Theodor Kuhlemann (1891-1939) folgendes Rezept für die Zubereitung von vorher hart gekochten Soleiern:
Ess dat Solei met Verstand – Iss das Solei mit Verstand
Pack et en de linke Hand – Pack es in die linke Hand
Pöttel met dä rächte Floss – Schäle mit der rechten Flosse
Stöck för Stöck de Schale loss – Stück für Stück die Schale los
Schnigg et medden durch mem Metz – Schneid es mitten durch mit dem Messer
Kratz erus dat jäle Hätz – Kratz das gelbe Herz heraus
Meng dodren met vill Jeföhl – Menge hinein mit viel Gefühl
Schmer dä leckere Dotterbrei – Schmier den leckeren Dotterbrei
Widder en dat halve Ei – Wieder in das halbe Ei
Su, nun däu et en dä Mungk – So, nun schieb es in den Mund
Nemm dozu ne jode Drunk – Nimm dazu einen guten Trunk
Passt ein Blanc de Blanc aus dem Weinort Rech an der Ahr zu gebratenem Salm und zu Crevetten in Knoblauchöl: Aber gewiss doch. Der Wein ist vollmundig und fruchtig, stammt aus regionalem Anbau, so dass wegen des kurzen Transportwegs der Konsument im 60 km weiter entfernten Köln sich beim Öffnen der Flasche klima- und umweltfreundlich verhält, womit auch Greta Thunberg diesmal nichts herum zu meckern hätte, und man ja ohnehin in der post-coronalen Wirtschaftsrezession eher die heimischen Produzenten unterstützen sollte, zumal die Winzer. Zu tadeln ist allerdings die Firlefanzierung des Weinflaschen-Designs. Die von einem überkandidelten Designer vorgenommene Verschlankung der Flasche soll zwar psychologisch suggerieren, Wein mache nicht dick, aber bei der kaufmännischen Anforderung nach vertrautem gleich bleibendem Volumen (0,7 Liter) erreicht der Designer dies nur, indem er die Flaschenform so sehr in die Höhe streckt, dass die Flasche dann nicht mehr in die Kühlschranktür von Herrn Bär passt. Und so haut nun Herr Bär, der einen Studienabschluss als Diplom-Designer an den Kölner Werkschulen vorweisen kann, dem weltfremden Weinflaschendesigner ein Zitat des Architekten und Designers Louis Sullivan um die Ohren: „Die Form folgt der Funktion“. Und eben nicht umgekehrt.
„Designfirlefanz bei Weinflaschen“, Foto: Copyright S. Kallnbach
Rindersteak „Rheinkassel“ In der Rinderzucht unterscheidet man zwischen Milchrassen und Fleischrassen. Jungbullenfleisch vom Milchrind ist nicht so saftig, am besten ist das Fleischrasenfleisch von der Färse (Jungkuh) oder vom Ochsen, und für Kurrbratstücke, d.h. als Staek sind nur etwa 7 bis 10 Prozent des Rinds geeignet, am besten aus der Keule (das nennt man „Bürgermeisterstück“, weil es früher den Honoratioren vorbehalten war). Das Entrecote (Zwischenrippenstück) stammt aus dem vorderen Rücken, das Filet aus der inneren Lende, das Rumpsteak oder Roastbeef aus dem hinteren Rücken. Man erhitzt Öl und Butter in einer Pfanne, bräöt darin das Steak je nach Bedarf (rare = noch ziemlich roh, „blutig), saignant = rare medium, a point = medium, bien cuit/well done = „durch) von beidne Seiten an, erst danach salzen und pfeffern. Zum Bratvorgang kann man 1 Knoblauchzehne, eine halbe Chilischote und eine Scheibe rohen Ingewer hinzu gebebn, zum Schluss etwas Rosmarin, Thymian uns Salbei. Zur „Sauce Rheinkassel“ setzt man eine Fleischbrühe mit Zwiebeln an, die man einkochen lässt und dann mit Pfefferkörnern, Cayennepfeffer, Piment, frischem Koriander oder Korianderkörnern, 1 Lorbeerblatt, 1 Wacholderbeere, etwas Muskat, Petsersilie und etwas geriebenem Apfel abrundet, und dann lässt man das Ganze vor dem Servieren noch etwas ziehen.
Soffrito Das mittelalterliche Kochbuch „Llibre de Sent Soví“ erwähnt das „Soffrito“ unter dem katalanischen Namen „Sofregit“ 1324, als Tomaten in Europa noch unbekannt waren. Im Italienischen bedeutet „Soffrito“ Sautiertes oder Geschmortes, und das klassische Rezept besteht aus geschmorten Zwiebeln, Sellerie, Möhren und Petersilienwurzeln, bisweilen auch Knoblauch. Nach der Entdeckung und Eroberung Lateinamerikas reicherte man in der spanischen und portufiesischem Küche dieses Soffrito mit Tomaten und Paprika an, als Gemüsebeilage oder als Basis für Saucen. Eine Variante des Rezepts findet man in der Türkei für eine Vorspeise mit dicken weißen Bohnen in einer zumeist kalt servierten Sauce aus zerkochten Fleischtomaten, Zwiebeln, Möhre, Stangensellerie, angereichert mit Tomatenmark und Paprikamark, Zitrone, Granatapfelsaft, gewürzt mit Salz, Pfeffer, scharfem Paprika- oder Chilipulver, Kreuzkümmel und Knoblauch. Herr Bär nimmt statt weißer Bohnen auch gerne die grünen Flageolet-Bohnen.
Spargel à la Wolfgang Amadeus Bär, Foto: Copyright S. Kallnbach
Spargel à la Wolfgang Amadeus Bär Man schäle den Spargel, schneide die holzigen Endstücke ab und koche sie in leicht gesalzenem Wasser mit etwas Petersilienwurzeln, Sellerie und Möhren aus. In diesem Sud kocht man dann die Spargelstangen. In einer separaten Casserole zerlässt man Butter, stäubt etwas Mehl hinein, gibt Kochsahne hinzu, lässt das Ganze mit ein paar Pfefferkörnern kurz aufkochen, rundet es mit Kapern, etwas frischem Estragon, frischem Dill und frischer Petersilie ab und gießt das Ganze vor dem Servieren über den Spargel. Dazu reiche man klassischerweise Kochschinken oder Hühnerfrikassee und einen Silvaner-Weißwein oder eine Scheurebe aus Franken oder Rheinhessen.
Türkischer Bohnentopf Breite grüne Bohnen bekommt man ganzjährig in türkischen Supermärkten. Man brät Zwiebeln in einer Pfanne oder Casserole in Olivenöl an, gibt gewürfelte Tomaten und die klein geschnittenen Bohnen hinzu, lässt das Ganze eine Weile köcheln, ergänzt den Inhalt dann mit separat vorgekochten Kartoffelstücke und frischem Knoblauch, würzt mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Kreuzkümmel oder Schwarzkümmel. Man kann den Bohnentopf vegetarisch genießen, ihn aber auch mit gebratenem Lammhack oder Lammgulasch kombinieren.
Paprikahähnchen à la Karl-Josef Bär
Ein Stubenküken oder Hähnchen wird von außen mit Salz, schwarzem Pfeffer und Cayennepfeffer eingerieben, ebenso von innen, dort aber auch noch mit Rosenpaprikapulver und süßem Paprikapulver. Klein gehackte Zwiebeln, Knoblauchstücke, Knoblauchpaste, rote und grüße Gemüsepaprikawürfel sowie kleine Apfelstücke werden mit Tomatenmark, Paprikapaste und Senf vermengt und als Füllung im Inneren verstrichen. Im Backofen bei 180 ca. 40 Min. garen, kurz vor dem Servieren von außen auch mit Paprikapulver bestreuen.
Einkehr im Kölner Brauhaus „Sion“, Foto: Copyright Siglinde Kallnbach
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Bärs Humorvergleich: erneut gilt es, an dieser Stelle zu dokumenetieren, wie der Kölner Epidemiologe Prof. Karl Lauterbach mit dem Solinger Humoristen Kurt Lauterbach (1920-1993) erfolgreich gleichzuziehen und sich damit gegenüber dem Medienhype um Prof. Christian Drosten zu behaupten versucht. Der Berufskomiker Kurt Lauterbach veröffentlichte 1971 eine LP „Lauterbachs gesammeltes Stammeln“, für die er sogar mit der Verleihung einer „Goldenen Schallplatte gewürdigt wurde. Zu den profiliertesten Pointen gehört auf jener LP der zugegebenermaßen mittlerweile etwas abgestandene Witz „Ich habe Wein, Wein und Gesang studiert. Jetzt stehe ich im Examen“, was allerdings fast 50 Jahre später womöglich den habilitierten und zweifach promovierten Mediziner Karl Lauterbach dazu animiert haben mochte, als Antwort auf Frage, wie er denn in den heutigen Zeiten von Kontaktsperren und Abstandsregeln seinen Alltag verbringe, sich mit einem soeben geleerten Kasten Bier auf dem heimischen Balkon filmen zu lassen. Eine gelungene Illustration zu der Behauptung der Statistiker, in den letzten Wochen des „Lockdowns“ oder „Shutdowns“ habe der häusliche Alkoholkonsum deutlich zugenommen. Er habe „einen gewissen Resthumor… hoffentlich noch nicht verloren“, offenbarte Karl Lauterbach gegenüber den Medien, und obwohl er eigentlich eher den Ruf eines Mahners und Warners hat, und die „Berliner Morgenpost“ sogar über den Virologen Prof. Christian Drosten urteilte, dieser sei ein „Mann mit Humor, der Comedy vom Ernst des Lebens zu unterscheiden weiß“, was aus rheinischer Sicht für das bekanntermaßen ruppige Berlin schon erstaunlich ist, und es über Prof. Drosten auch noch heißt, seine weiblichen Fans, sogar und immerhin „halb Twitter“, machten ihm mittlerweile „Heiratsanträge“, so kommentierten die „Kieler Nachrichten“ dennoch mit einem gewissen Trotz ebenso über den rheinischen Medizinmann: „Wo Karl Lauterbach ist, da sind Heiterkeit und gute Laune… oft nicht weit.“ Vielleicht gibt’s für Karl Lauterbach demnächst ja auch mal eine goldene Schallplatte. Und außerdem ein paar Heiratsanträge per Twitter. Zu gönnen wär’s ihm.
Andrea Nahles wird ja nun Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation. Man erinnere sich daran, dass jene Andrea Nahles in ihrer Abiturzeitung als Berufswunsch mal „Hausfrau oder Bundeskanzlerin“ angab, wobei zumindest letzteres nicht ganz geklappt hat. Der neue Job ist immerhin mit 150.000 Euro Jahresgehalt dotiert. Nahles studierte nach dem Abitur erst einmal 20 Semester Germanistik, und ob man sich als gescheiterte Hausfrau damit für die Leitung einer solchen Behörde qualifizieren kann, bezweifelt Herr Bär. Aber in ähnlichen Einkommensverhältnissen bewegt sich ja auch ein Fußballspieler, der nicht kapiert, dass er gegen die Persönlichkeitsrechte anderer verstößt, wenn er in der Mannschaftskabine ungenehmigt filmt, wie man sich dort in Coronazeiten immer noch unbekümmert per Handschlag begrüßt, und wie gleichzeitig bei einem Mannschaftskameraden ein Coronatest vorgenommen wird, obwohl man ihm zuruft, er solle die Filmerei gefälligst sein lassen. Der Fußballer wurde zwar daraufhin von seinem Verein suspendiert, aber der jetzige Karrieresprung der zwischenzeitlich gescheiterten Andrea Nahles möge in ihm die Hoffnung nähren, er könne eines Tages vielleicht doch noch zum DFB-Präsidenten ernannt werden, denn nach all den Skandalfiguren in den Führungsetagen der Sportfunktionäre kann es schlimmer ja wohl nicht kommen. Und wenn es mit dem DFB-Präsidentenstuhl nicht klappt, empfiehlt es sich für einen gescheiterten Fußballer, alsdann den Berufswunsch „Hausmann“ in die Tat umzusetzen. Aber erst nach 20semestrigem Germanistikstudium.
„Der Internet-Auftritt von Julius Bär ist eine Mischung aus Zurückhaltung und Selbstbewusstsein“, urteilte schon 2018 das Branchen-Info „Fuchsbriefe für Unternehmer und Anleger“ über das schweizerische Bankhaus Bär. Weniger zurückhaltend gibt sich die Digitalministerin Dorothee Bär, die „auf ihrem als privat gekennzeichneten Instagram-Account, auf dem ihr über 40.000 Menschen folgen, regelmäßig Fotos von Markenprodukten“ postet und dort „Kaufempfehlungen für Sets von Lego oder Playmobil“ ausspricht, wie der Berliner „Tagesspiegel“ zu berichten wusste. Die Transparenzorganisation Abgeordnetenwatch.de ist allerdings der Ansicht, „grundsätzlich seien Regierungsmitglieder im Rahmen des Neutralitätsgebots angehalten, sich nicht mit wirtschaftlichen Interessen einzelner Firmen gemein zu machen“, was wohl auch für Dorothee Bär gilt, die im politischen Alltag ansonsten nicht weiter auffällt. In jeder Hinsicht neutral und zurückhaltend gibt sich unterdessen das „Schuhhaus Bär“, das in seinem Schaufenster dezent und feinsinnig über den Unterschied zwischen „schuhfreundlichen Füßen“ und „fußfreundlichen Schuhen“ informiert, ohne sich dabei des fragwürdigen werbestrategischen Pseudo-Influencertums einer Politikerin zu bedienen. Zwar bietet das Bankhaus Bär auf seiner Internetseite auch „Fundierte Beratung während globaler Krisen“ an, doch wer in der Corona-Krise sein Vermögen lieber in Lego-Steine als in Goldbarren und dergleichen investiert, der klicke ruhig den Instagram-Account von Dorothee Bär dazu an, aber wer an Dorothee Bärs Sachverstand als Portfoliomanagerin zweifelt, der befolge dann doch eher den Rat des „Finanzrings Leverkusen“: „Lieber investieren statt spekulieren“. Am vernünftigsten hört sich immer noch der Finanzberater bei der Sparkasse Wittgenstein an: „Anlagetipp in Coronazeiten: Ruhig bleiben“. Wer allerdings doof genug dazu ist, macht mit seinem Startkapital einen Brennholzverleih auf.
In Zusammenhang mit den altersdiskriminierenden Äusserungen eines Boris Palmer sei daran erinnert, dass schon 2003 der damalige Vorsitzende der Jungen Union Philipp Mißfelder wortwörtlich meinte: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“ (zitiert nach „Tagesspiegel“, Berlin, 3.8. 2003). Nun starb Philipp Mißfelder tragischerweise bereits im Alter von 35 Jahren an einer Lungenembolie, und es gilt natürlich auch bei ihm: „De mortuis nil nisi bene“ (Über die Toten soll man nur Gutes reden). Über den noch quicklebendigen Boris Palmer hingegen muss man jetzt nichts Gutes verbreiten, sondern im Gegenteil: wenn er der Ansicht ist, „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“, und er damit – ob er sich nun missverstanden fühlt oder nicht – den Eindruck erweckt, es lohne sich womöglich nicht, das Leben dieser Menschen für dieses halbe Jahr noch schützen und bewahren zu wollen, wenn man dafür Verluste in der Ökonomie in Kauf zu nehmen hat, dann gehört als Replik auf solch einen groben „herzlosen“ (Robert Habeck über Palmer) Klotz auch ein ziemlich grober Keil. Daher muss dieser ideologisch reichlich abgedrehte Boris Palmer es sich gefallen lassen, dass in einer Zuschrift an das ehrwürdige „Handelsblatt“ (4.5. 2020) ein Einsender ihm nicht ganz zu Unrecht unterstellt: „Die Haltung von Herrn Palmer ist nur noch einen kleinen Schritt von Euthanasie entfernt… Ich bin froh, dass die Basis unseres Staates (noch) eine andere ist. Es gibt kein ‚wertes‘ oder ‚unwertes‘ Leben!“ Schon einen Monat zuvor, als Boris Palmer eine „Quarantäne nur für Risikogruppen“ forderte, twitterte einer mit dem Pseudonym „niederrheiner“ an die „taz“ (5.4. 2020): „Wann wird dieser Typ von den Grünen endlich vom Hof gejagt? Dieser neoliberale Scheiß in grünem Gewand ist zum Kotzen!“ Früher wurde einem der Heroismus abverlangt, für „Kaiser, Gott und Vaterland“ sein Leben zu lassen. In der BILD-Zeitung brachte es in einem Gastkommentar der 71jährige Berliner SPD-Politiker Heinz Buschkowsky auf den Punkt und verpasste Boris Palmer eine verbale Ohrfeige: „Mein Leben ist mir wichtiger als der Gewinn bei VW“.
Französische Zwiebelsuppe Das klassische Rezept sieht vor, Zwiebeln in dünne Ringe zu schneiden und in Butetr anzudünsten, dann mit Mehl zu bestäuben, kurz anzurösten mit Weißwein abzulöschen. Herr Bär empfiehlt eine leichte Abwandlung, indem man auch ein paar Stücke Knollensellerie und eine zerdrückte Knoblauchzehe und 1 Lorbeerblatt mitköcheln lässt, nachdem man den Sud mit Gemüse- oder Rinderbrühe aufgefüllt hat. Würzen mit Salz, Pfeffer, Thymian, etwas Petersilie. Dann getoastete Baguettescheiben in eine feuerfeste Casserole/Keramikschüssel geben, die Suppe darüber schützen und Hartkäse (Gruyère, Gran Padana) über die Suppe reiben, die Casserole in den Backofen stellen und bei großer Hitze (200-230 Grad) kurz den Käse zerlaufen lassen und dann die Suppe sofort servieren. Dazu passt gut ein Elsass-Riesling.
Puszta-Salat à la Karl-Josef Bär
Man vermenge Streifen von gekochtem Schinken, klein gewürfelte Tomaten, Streifen von rotem und gelbem Gemüsepaprika, frischer Gurke, eingelegter Spreewaldgurke oder Cornichons und Apfelstücke mit Salz, grünen Pfefferkörnern, Tomatenmark, Zaziki und Peperoni-Petrellakäse, gebe ein wenig Petersilie und Bärlauch (im Frühjahr frisch, sonst getrocknet) hinzu – voilà.
Entrée à la Karl-Josef Bär Als kalter Vorspeisenteller empfiehlt sich in der jetzigen Jahreszeit eine Kombination aus gekochtem Ei mit Lachskaviar (nur echter Keta-Kaviar, bloß kein künstlicher Protein-Kaviar-Ersatz!), gekochtem kalten Poree in Essig, Gartenkresse-Ruccula-Salat oder als Alternative dazu Brunnenkressesalat mit Erdnüssen und Streifen vom Graved Lachs, Stücke von geräucherter Makrele, konserviertem Thunfisch, Gewürzgurke, wahlweise ergänzt um Kartoffelsalat mit Joghurt-Dressing und milden Kräutern oder auch japanischem Wakame-Algensalat. Kann man mit etwas größeren Einzelportionen auch als Hauptgang reichen.
Risotto mit SardinensauceSardinen haben nichts mit der Insel Sardinien zu tun, sondern kommen im gesdamten Mittelmeer vor – es handelt sich um eine Heringsart, daher der lateinische Name „sarda“ = Hering. Sardellen sind etwas kleiner. Den Risotto dünstet man in Butter an, bis die Reiskörner glasig sind, dann Wasser und Salz hinzu geben und den Reis bei schwacher Hitze 20 Min. köcheln lassen, Wasser bei Bedarf immer wieder nachfüllen. Für die Sauce dünstet man Lauchzwiebeln in Olivenöl an, gibt klein gehackte frische entgrätete Sardinen und 3-4 ebenfalls eingelegte Sardellen (Anchovis) hinzu, grüne Pfefferkörner, ein paar Spritzer Fischsauce, ein paar separat vorgekochte klein gehackte Fenchelstücke, Pinienkerne, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, ein paar Rosinen und lässt das Ganze unter Hinzugabe von Fischfond zerkochen. Zum Schluss streut man Parmesankäse und Petersilie hinein. Zu diesem Risotto kann man gebratene Gambas oder gebratene frische Sardinen reichen.
Branzino à la Karl-Josef BärDer Wolfsbarsch heißt in Frankreich Bar Commun (in Deutschland wird er in der Gormetküche oft fälschlicherweise als „loup de mer“ bezeichnet), und in Italien heißt er Branzino, und er ist im Ostatlantik und im Mittelmeer verbreitet. Am besten schmecken Wolfsbarsche aus Wildfang. Branzinos haben phantastisch weiches, weißes Fleisch, weshalb sie schon in der römischen Antike zu den beliebtesten Speisefischen zählten. Man salzt und pfeffert den ganzen Fisch, bestreicht ihn großzügig mit Olivenöl, beträufelt ihn mit Zitronensaft und füllt die Bauchhöhle mit grünen Pfefferkörnern, einem Lorbeerblatt, frischen Salbeiblättern, Rosmarin, Thymian, klein gehackten Tomaten und einer Zitronenscheibe. Im Backofen bei 220-225 Grad je nach Größe des Fischs 25 bis 30 Min. backen.
Frikadellen Altbackenes Brötchen in Wasser einweichen und zerdrücken. Ein Ei, Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Majoran, Senf zur Hackmasse (halb Schwein, halb Rind) geben und sehr gut vermengen, dann die Brötchenmasse hinzufügen und weiter vermengen. Bällchen formen und die Frikadellen vor dem Braten kurz in Mehl oder Semmelbrösel wenden. Auf beiden Seiten scharf anbraten und dann 15 bis 20 Min. bei mittlerer Hitze garen lassen.
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Jürgen Raap, „Aschermittwoch der Bildungsbürger“, 2020, Copyright: J. Raap 2020
Bär aktuell Nr. 284 3. Mai 2020
Zitat des Monats:
„Man hustet, pustet und niest nicht
einem anderen ins Gesicht“.
Walter Ulbricht 1970
In Zusammenhang mit den altersdiskriminierenden Äusserungen eines Boris Palmer sei daran erinnert, dass schon 2003 der damalige Vorsitzende der Jungen Union Philipp Mißfelder wortwörtlich meinte: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“ (zitiert nach „Tagesspiegel“, Berlin, 3.8. 2003). Nun starb Philipp Mißfelder tragischerweise bereits im Alter von 35 Jahren an einer Lungenembolie, und es gilt natürlich auch bei ihm: „De mortuis nil nisi bene“ (Über die Toten soll man nur Gutes reden). Über den noch quicklebendigen Boris Palmer hingegen muss man jetzt nichts Gutes verbreiten, sondern im Gegenteil: wenn er der Ansicht ist, „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“, und er damit – ob er sich nun missverstanden fühlt oder nicht – den Eindruck erweckt, es lohne sich womöglich nicht, das Leben dieser Menschen für dieses eine halbe Jahr noch schützen und bewahren zu wollen, wenn man dafür Verluste in der Ökonomie in Kauf zu nehmen hat, dann gehört als Replik auf solch einen groben „herzlosen“ (Robert Habeck über Palmer) Klotz auch ein ziemlich grober Keil. Daher muss dieser ideologisch reichlich abgedrehte Boris Palmer es sich nun gefallen lassen, dass in einer Zuschrift an das ehrwürdige „Handelsblatt“ (4.5. 2020) ein Einsender ihm nicht ganz zu Unrecht unterstellt: „Die Haltung von Herrn Palmer ist nur noch einen kleinen Schritt von Euthanasie entfernt… Ich bin froh, dass die Basis unseres Staates (noch) eine andere ist. Es gibt kein ‚wertes‘ oder ‚unwertes‘ Leben!“ Schon einen Monat zuvor, als Boris Palmer eine „Quarantäne nur für Risikogruppen“ forderte, twitterte einer mit dem Pseudonym „niederrheiner“ an die „taz“ (5.4. 2020): „Wann wird dieser Typ von den Grünen endlich vom Hof gejagt? Dieser neoliberale Scheiß in grünem Gewand ist zum Kotzen!“ Früher wurde einem der Heroismus abverlangt, für „Kaiser, Gott und Vaterland“ sein Leben zu lassen. In der BILD-Zeitung brachte es in einem Gastkommentar der 71jährige Berliner SPD-Politiker Heinz Buschkowsky auf den Punkt und verpasste Boris Palmer eine verbale Ohrfeige: „Mein Leben ist mir wichtiger als der Gewinn bei VW“.
In der aktuellen Berichterstattung zur Kontaktsperre wird eine Stilbüte inflationär verwendet: „Tote Hose im Puff“ titelte der Kölner „Express“, „Tote Hose im Freudenhaus – Pandemie verdirbt das Geschäft mit der käuflichen Liebe“ wusste auch die HNA-Niedersächsisch Allgemeine zu berichten, und laut „FAZ“ herrscht auch in Frankfurt derzeit „Tote Hose im Rotlichtviertel“. Neu ist diese Wortspielerei nicht: schon im Dezember 2015 hatte die BILD-Zeitung sich die Schlagzeile geleistet „Heino singt die Hosen tot“, als der Barde Heino nämlich ankündigte, den Song „Tage wie diese“ von der Düsseldorfer Band „Die Toten Hosen“ zu covern. Wenn es gilt, zur finanziellen Abmilderung der Corona-Krise ein Benefizkonzert im Bordell zu veranstalten, wäre mithin niemand besser dazu geeignet als „Heino und die toten Hosen“.
Wer schon immer den Mummenschanz liebte, der findet auch in der jetzigen Schnüsslappenpflicht sein Pläsierchen. Nur wer bislang dem Schönheitsideal künstlich aufgeblasener Lippen frönte, die nach eifrigem Einsatz einer Botox-Spritze aussehen wie nach einem Hornissenstich, hätte sich das Geld für den Schönheitschirurgen jetzt lieber sparen können. Denn nun heißt es ja nach einem geflügelten Wort von Prof. Kurt Lauterbach: „Ob Gutmensch oder Bösewicht, für alle gilt jetzt Maskenpflicht“. Dass die chinesische Führung sich aus Imagegründen dagegen wehrt, den Corona-Virus in den internationalen Medien bisweilen auch „Wuhan-Virus“ zu nennen, kann man ja verstehen, denn negative geografische Herkunftsbezeichnungen sind generell keineswegs imagefördernd. In ihrem Streben nach zunehmender Weltmachtbedeutung sei den Chinesen allerdings zum Trost gesagt, dass auch die „Spanische Grippe“ von 1920 in Sachen Imagetransfer der spanischen Folklore, insbesondere der internationalen Popularität des Paso Doble und damit der Verbreitung des spanischen Gesellschaftstanzes in den 1920er und 1930er Jahren keineswegs geschadet hat, und so wird nach dem Ende des Shutdowns wohl auch kein deutscher Opernintendant eine chinesische Oper vom Spielplan streichen und stattdessen lieber nur noch Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“ aufführen lassen, bloß weil deren Handlung in der japanischen Stadt Nagasaki und nicht in Wuhan in China spielt. Selbst die Tatsache, dass die Anlieferung untauglichen Billig-Stahls aus China den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke nun verteuert und verzögert, ist für die chinesische Stahl-Industrie lediglich in geringem Maße ein PR-Desaster, da ja nicht nur der Kabarettist Torsten Sträter die Problematik des chinesischen Schrott-Stahls beim Brückenbau aus Sicht der linksrheinischen Zivilisation als marginal beurteilt: „Wer will denn schon nach Leverkusen?“
Auch das noch: Da wir bis zum 3. Mai 2020 coronabedingt auf Friseurbesuche verzichten müssen, berichtete „t-online.de“ über das misslungene Ergebnis eines Haarfärbe-Selbstversuchs der vermeintlichen „Kultblondine“ Daniela Katzenberger: „Ich sehe jetzt aus wie Boris Becker“. Während sie nun damit rechnen muss, auf der Straße als „Frau Becker“ angeredet zu werden, denkt unterdessen Boris „Bobele“ Becker darüber nach, ob dieser Frisurenvergleich für ihn nun schmeichelhaft ist oder nicht, und der Katzenberger-Gatte Luca Cordalis lässt derweil via Boulevardpresse jeden wissen, der es hören will oder auch nicht, seine Ehefrau sei zu Hause keineswegs die „Kultblondine“ wie im Reality-TV, sondern lümmele sich im trauten Heim am liebsten in ausgeleierten Schlafanzügen auf dem Sofa herum. Vielleicht behauptet ja auch Boris Becker demnächst ganz keck: „Haben Sie schon gehört, ich soll aussehen wie Daniela Katzenberger“. Zumindest im Schlafanzug.
Zu den Skurillitäten der Corona-Epoche gehört auch die Erfahrung eines Supermarktleiters in Ahrensburg bei Hamburg, dass seinen Sicherheitsleuten keiner zuhörte, wenn sie die Abstandsregeln erläutern wollten, bei den verstockten Kunden sich jedoch sofort die Aufmerksamkeit erhöhte, als ein Roboter namens „Pepper“ eingesetzt wurde, der mit plärrender Stimme alle drei Minuten die nötige soziale Distanz anmahnte. Nach diesem Erfolg wird der Roboter dort jetzt allen Ernstes zum Einzelhandelskaufmann ausgebildet und soll dann „als vollwertiger Verkäufer Kunden beraten“. Es kommt natürlich darauf an, wie man ihn programmiert, zum Beispiel zur Beratung über Haarfärbemittel. Und wie man ihn dazu optisch ausstaffiert. Vielleicht wie Daniela Katzenberger. Aber dann sagen die Leute bestimmt: „Hehe, der Roboter hat ja eine Frisur wie Boris Becker“. Und wenn der Roboter bei der Beratung nur ein „Äh, äh“ zustande bringt, könnte man ja auch gleich den leibhaftigen Boris Becker da hinstellen.
Spanische Rebhühner tiefgefroren gibt’s in Köln-Ehrenfeld im „Kaufland“. Die aufgetauten Rebhühner salzt und pfeffert man, füllt dann das Innere dann mit einer Farce aus getrocknetem Weißbrot, eingeweicht in Milch, einer kleingehackten Knoblauchzehe, Petrella-Käse mi Schnittlauch, Morcheln, Steinpilzen, klein gehackten Oliven, geraspeltem Sellerie, frischem Majoran, etwas Geflügelpaste, einem Spritzer Worcestershiresauce, grünen Pfefferkörnern, etwas Cayennepfeffer und Paprikapulver. Im Backofen in einer Casserole von beiden Seiten insgesamt ca. 40 Min. bräunen lassen.
Porrée à la Karl-Josef Bär
Geputzten Porree in Ringe schneiden, zusammen mit Speckstückchen und Zwiebeln in Butter kurz anbraten, Gemüsebrühe hinzugeben und ca. 20 Min. bei kleiner Flamme dünsten. Würzen mit Salz, grünem Pfeffer, Kümmel, etwas Muskat, Bärlauch (im April/Mai frisch, sonst getrocknet), zum Schluss etwas Petrellakäse unterrühren. Passt gut zu paniertem Kotelett, aber auch zu gebratenem Lachs, als Getränk Bier oder ein aromatischer Weißwein.
Grüner Spargel mit Orangen-Thymian-Dill-Sauce
Dazu reicht man Kartoffeln, die man separat kocht. Den Spargel gibt man in kochendes Wasser, fügt etwas Salz und einen Spritzer Honig hinzu, lässt ihn dann bei kleiner Flamme 8 Min. lang garen. In einer kleinen Casserole bringt man Butter zum Schmelzen, verrührt Eigelb und Orangensaft, gibt diese Masse in die Casserole und füllt den Inhalt mit Gemüsebrühe auf. Die Sauce darf nicht kochen, da sonst das Eigelb stockt. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, ein paar Spritzern Worcestershiresauce, zum Schluss gibt man Thymian und Dill hinzu, bei Bedarf auch einen Schuss Weißwein oder Sherry.
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Atemschutzmasken werden ja jetzt zu Wucherpreisen zwischen 15 und 25 Euro pro Stück angeboten – eine Unverschämtheit! Die Sehnsucht nach dem Wiedergewinn der alltäglichen Normalität schon knapp drei Wochen nach dem obrigkeitlich verhängten Stubenarrest ist vor allem eine solche nach Mobilität, aber paradoxerweise hat ja gerade die Ballermann-affine Mobilität mit dem Ziel der Tiroler Après-Ski-Amüsierhölle Ischgl anscheinend wesentlich zur epidemischen Verbreitung der Infektion beigetragen. Was die zunehmende Beschleunigung angeht, wie sie der Philosoph Jean Baudrillard beschrieben hat, so haben wir in dieser Hinsicht in den Entwicklungsprozessen des Industriezeitalters mit den Technologien der Dampfschifffahrt, der Eisenbahn, des Automobils und Flugzeugs längst den kulturellen Zenit überschritten. Kulinarisch lässt sich dieser kulturelle Niedergang jedenfalls sehr augenfällig an dem pampigen Chili con Carne festmachen, den man seitens der Deutschen Bahn im ICE-Bordbistro gereicht bekommt – da lohnt es sich schon, solch einen magenschleimhautentzündungsfördernden Speisewagen zu meiden und lieber zu Hause zu bleiben und selber zu kochen. Das meint auch Michael Hoffmann aus Rösrath, der fünffache Deutsche Meister im Grillen: „Grill statt Urlaub auf Mallorca“. Allerdings ist es schon reichlich unpassend in diesen Zeiten, wo Parks und Picknickplätze vom Ordnungsamt abgesperrt werden, im „Kölner Stadtanzeiger“ dann ausgerechnet den fünffachen Deutschen Meister im Grillen zu Worte kommen zu lassen, der in diesem Corona-Sommer einen „Trend zu höherwertigen Grillgeräten“ erkannt zu haben glaubt und alle, die jetzt auf ihrem Balkon an einem Schweinenackensteak herumbrutzeln, belehrt: „Grillen ist Minigolf, Barbecue ist Golf“. Wer im Rheinland ohnehin schon immer erstaunt darüber war, dass es südlich von Andernach und nördlich von Dormagen auch noch menschliches Leben gibt, bei dem hält sich ein „Buenos dias, Mathias, mer sin widder do, he op Mallorca wie jedes Johr…“-Fernweh tatsächlich in Grenzen. Die mittelalterliche Stadtmauer Kölns war jahrhundertelang ein Bollwerk gegen alles Missliebige von außen gewesen, militärisch uneinnehmbar selbst im Dreißigjährigen Krieg (was aber ein Mythos ist, denn die Stadt blieb in erster Linie von Unbill verschont, weil die klüngelerprobten Kölner es immer wieder verstanden, rechtzeitig die Verbündeten zu wechseln). Das bewährte Abschottungsprinzip dieser mittelalterlichen Festungsarchitektur – „He kütt keiner eren, und he will och keiner mieh erus“ – erfährt heute unter anderen technischen und sozio-kulturellen Parametern eine neue Aktualität. Dass übrigens auch Zuhälter als angebliche „Solo-Selbständige“ von Olaf Scholzens Nothilfe-Sofortprogramm profitieren sollen, kann man in diesen Tagen doch eher als skurille „Fake News“ abhaken, wie sie derzeit allenthalben durchs Netz geistern.
Raap/Bär 2020
Schöner Witz zur Corona-Krise
Tünnes und Schäl holen sich an ihrer ansonsten geschlossenen Stammkneipe das Mittagessen zum Mitnehmen ab.
Schäl: „Hür ens, Tünnes, häste nit auch dat Jefühl, dat die Frikadellen jetzt en dä Corona-Krise besser schmecken als vorher?“
Tünnes: „Jo, jo, do häste räch, Schäl. Ich jlaub, dat liegt daran, dat dä Koch sich jetzt öfters mal de Finger wäscht, wenn dä Hackfleisch zubereitet.“
In Artikel 3 unseres Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland steht wortwörtlich: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Dies muss mithin auch in Notstands- und Krisenzeiten garantiert werden, d.h. eine Diskriminierung bestimmter Altersgruppen darf es auch bei der Corona-Bekämpfung nicht geben, weil nämlich alles andere verfassungswidrig wäre. Das meint auch der Grünen-Politiker Christian Ströbele: „Wenn sie die Alten und chronisch Kranken separieren, bin ich am nächsten Tag beim Bundesverfassungsgericht und klage… Das wäre ein drastischer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, den man gar nicht begründen könnte… So eine Lösung ist unzumutbar und wird hoffentlich nicht weiter verfolgt.“ Auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hält eine solche Internierung für „rechtlich und moralisch bedenklich“. Zwar lässt der Paragraph 28 des „Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen“ durchaus zu, dass „die Grundrechte der Freiheit der Person… insoweit eingeschränkt“ werden, doch rasch uferte die Debatte in einen „neuen Generationenkonflikt“ aus, wie ihn die österreichische Zeitung „Profil“ konstatierte, mit dem Zitat eines Facebook-Eintrags: „Ganz schön seltsam, wenn man seine eigenen Eltern unter Hausarrest stellen muss“. Verbale Prügel in der Kommentarspalte der WR-Westfälischen Rundschau bezog der Düsseldorfer OB Thomas Geisel mit seiner Forderung, „die Maßnahmen… stärker auf die Gruppe besonders gefährdeter Menschen zu konzentrieren“, denn „ es sei zu befürchten, dass junge Menschen zunehmend gegen die Maßnahme rebellierten, weil sie sich von den Gefahren der Infektion nicht selbst betroffen fühlten“. Darauf antwortete ein Leser namens „doorman“: „Der Mann muss meiner Meinung nach sofort in Dunkelhaft“, wohlgemerkt: nicht die Senioren, sondern der OB Geisel gehörten nach Meinung von „doorman“ hinter Schloss und Riegel bzw. -Achtung, Kalauer! – in Geiselhaft. E Ein gewisser „ErRa“ sekundierte ihm: „Was dieser SPD–OB meint, die Senioren und andere Corona-Gefährdungsaspiranten könnte man wegschließen, damit die scheinbar gesunde Restbevölkerung wieder schaffen und Partys feiern kann… Herr, lass Hirn regnen, zuerst in Düsseldorf…“ Es drängt sich der Eindruck auf, dass es im Generationenkonflikt der Corona-Krise diesmal in erster Linie nicht mehr um die vielzitierte Oma als „alte Umweltsau“ geht, sondern dass als Feindbild auch jetzt wieder einmal eher „der alte weiße Mann“ herhalten muss, als „modischer Kampfbegriff gegen alles, was im Wege steht…“ wie es die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Hannelore Schlaffer schon im Oktober 2019 in der „Stuttgarter Zeitung“ formulierte. So berichtet „bento – das junge Magazin vom Spiegel“ über einen unsäglichen Auftritt der Hiphop-Band K.I.Z, die Rapper hätten „ins Mikro“ gebrüllt: „Leute haben Schiss vor irgendeinem beschissenen Virus. Die Wahrheit ist: Davon sterben nur alte, weiße Männer!“ Stimmt nicht: laut der Zeitung „Luxemburger Wort“ ist der bislang jüngste Corona-Tote ein 14jähriger Portugiese.
Auch in Corona-Zeiten wird in der katholischen Kirche des Rheinlands das Osterlachen zelebriert, wenn auch derzeit nur virtuell: aus Freude über die Auferstehung erzählt der Pfarrer in der Predigt zum Festgottesdienst traditionellerweise einen Witz. In einer TV-Talkshow offenbarte Pfarrer Franz Meurer von der Gemeinde Vingst-Höhenhaus, im Kölner Volksmund auch als „Erzbischof der Herzen“ apostrophiert, seinen Lieblingswitz: Gehen zwei Zahnstocher über die Straße. Kommt ein Igel vorbei. Sagt der eine Zahnstocher: „Ich wusste gar nicht, dass hier auch ein Bus fährt“.
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Saibling oder Zander in Langusten-Bisque In der französischen Küche ist eine Bisque eine pürierte Suppe: Man zerkleinert die Schalen von Hummer oder Langusten (sie haben im Unterschied zum Hummer keine Scheren) mit dem Mixer bis sie völlig pulverisiert sind; kocht sie mit Fischsud und Weißwein auf, gibt das Langustenfleisch, sowie Fleisch von anderen Krustentieren (Kaisergranaten, Scampi, Krabben) hinzu, bis dieses auch zerkocht ist, fügt Tomatenpüree und zur Abrundung Sahne hinzu. Den Saibling oder Zander hat man vorher in einer Schale mindestens 2 Std. in Olivenöl, Zitronensaft, grünen Pfefferkörnern und frischem Dill marinieren lassen, brät ihn dann in einer gebutterten Pfanne kurz durch und serviert ihn zusammen mit der Bisque. Statt der Langusten-Bisque kann man ihn auch zusammen mit weißem Spargel und ein wenig Hummer- oder Krebssauce reichen.
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Jürgen Raap, Der Renegat, Acryl u. Öl auf Leinwand, 2020
Bär aktuell Nr. 282 – 3. April 2020
Wer
in seiner Nachbarschaft einen völlig unmusikalischen Jüngling
wohnen hat, dessen
Eltern den Fehler begingen, zum Verdruss der übrigen Anwohner in der
Straße diesem untalentierten Filius zu Weihnachten ein Schlagzeug zu
schenken, der hofft, in diesem Jahr möge der „Welttag des
Schlagzeugs“ am 4. April in aller Stille begangen werden.
Jedenfalls hat die „Schlagzeugschule Krefeld“ angekündigt, bei
ihr fände dieser Welttag diesmal „mit oder ohne Karaoke“ statt,
und so ist dem unmusikalischen Jüngling in der Nachbarschaft nahe zu
legen, falls er gedenke, ein Balkonkonzert zu geben, dann wenigstens
„ohne Karaoke“. Am 23. April 2020 ist immerhin der „Welttag des
deutschen Bieres“ – dann kann man sich die derzeitige Krise schön
trinken, in der jetzt allerlei Sonderlinge, Querulanten, Scharlatane
und andere Durchgeknallte ihr Verschwörungssüppchen kochen: So
glaubt der esoterische Geistheiler Ali Erhan allen Ernstes, die
Erkrankung werde durch Handystrahlung ausgelöst, während der Chef
der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, und der oberste
Führer Ajatollah Ali Chamenei hingegen als Ursache einen
„biologischen Angriff“ der USA vermuten. Mal soll Bill Gates
dahinter stecken, mal Donald Trump, wie im Irak der schiitische
Prediger Muktada al-Sad zu wissen glaubt. Über Trump verbreitete der
„Kölner Stadtanzeiger“ am 31. März 2020 immerhin die reichlich
missverständliche Schlagzeile: „Trump hofft auf maximal 100.000
Tote“. Pastor Christian Stockmann von der amerikanischen
„Mandelzweig“-Gemeinde ruft unterdessen dazu auf, man möge jetzt
„kompromisslos durch die Endzeit“ gehen und sich behufs dessen
allen behördlichen Anordnungen widersetzen. In Brasilien hält Edir
Macedo, Gründer der „Universalkirche des Königreichs Gottes“
Corona für eine „Strategie Satans und der Medien“, während sein
evangelikaler Glaubensbruder Pastor Paulo Junior aus Sao Paulo
„Atheismus, Islamismus und Homosexualismus“ für den Ausbruch der
Corona-Krise verantwortlich macht. Der Hamburger Abgeordnete der
Partei „Die Linke“ Mehmet Yildiz sieht derweil „die
Imperialisten“ am Werk, denen es mit der Verbreitung des Virus
darum ginge, „China aufzuhalten und den Klassenkampf von oben zu
verschärfen“. Auch die DKP-Deutsche Kommunistische Partei meldete
sich zu Wort: ihr Vorsitzender Patrik Köbele polterte, die
„herrschende Klasse“ sorge „sich nicht um die Gesundheit der
Bevölkerung“ und ruft daher zur „Solidarität der Werktätigen“
auf, aber letzteres haben Angela Merkel, Jens Spahn und Markus Söder
selber schon längst gemacht, so dass sich die DKP wieder einmal als
die reichlich verspätet hinterdrein schlurfende Nachhut der
Weltverbesserer erweist. In den Verschwörungs-Chats mancher
arabischer Medien darf natürlich auch Israel als angeblicher Urheber
des Virus wieder einmal nicht fehlen, während andere verblendete
Maulhelden ihre paranoide Verstiegenheit eher reichlich profan
ausleben: in den Discount-Supermärkten habe man das Toilettenpapier
mit dem Virus verseucht, um anschließend am Impfstoff richtig gut
verdienen zu können, verbreiten sie mit Eifer und Inbrunst. Der
„Welttoilettentag der Vereinen Nationen“ ist allerdings erst am
19. November. Er wurde übrigens 2001 auf der UN-Vollversammlung auf
Vorschlag Singapurs zu solchem erklärt.
Über den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet ulkte noch vor kurzem der Kabarettist Jürgen Becker, bei dem Aachener Akzent von Laschet habe man den Eindruck, nach jedem Satz von ihm kämen erst einmal ein Karnevalstusch und anschließend die „Höhner“. Im politischen Fragebogen der „ZEIT“ antwortete Laschet auf die Frage „Welches grundsätzliche Problem kann Politik nie lösen?“ sehr weise: „ Alles Menschliche. Liebeskummer zum Beispiel.“ Falls der Mann bei dieser Einsicht bleibt, dann können wir darauf hoffen, falls er denn jemals Bundeskanzler werde, dann jedoch niemals als so eine Art „Über-Merkel“, es sei denn, er verlöre eines Tages diese typisch rheinische Bodenhaftung, wie sie schon der legendäre Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings (1887-1978) mit den Worten umschrieb, ihm sei „nichts Menschliches fremd“. Frings legalisierte bekanntlich in seiner berühmten Silvesterpredigt 1945 den Kohlenklau, womit er dann die rheinische Umgangssprache um die Vokabel „fringsen“ bereicherte: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann“. Frings sagte zwar auch, dass man das Entwendete später wieder zurück geben müsse, was die Trümmergeneration damals allerdings geflissentlich vergaß und was unter den damaligen Umständen dann auch eine lässliche Sünde war. Aber dass in unseren Tagen ein milliardenschwerer Konzern wie „Adidas“ und andere „Global Player“- Handelsketten wie „Media Markt“ und „Saturn“ in der jetzigen Corvid19-Krise ihr Image ruinieren, indem sie sich ohne noch jegliche spürbare wirtschaftliche Not wie heimtückische Mietnomaden gebärden, rechtfertigt keinerlei Absolution zeitaktueller Varianten des „Fringsens“ wie in der Nachkriegszeit. Derlei marketingstrategische Deppenhaftigkeit in Sachen negativen Image-Transfers jener Konzerne (d.h. wer kauft denn jetzt noch guten Gewissen Adidas-Turnschuhe?) toppt in diesen Tagen nur noch jene hysterische Krawalltante, die auf dem Fließband einer Supermarktkasse einen Sitzstreik zelebrierte, weil man ihr verwehrte, mehr als eine Packung Klopapier einkaufen zu dürfen, und die sich dann in Handschellen abführen ließ wie sonst nur ein störrischer Baumbesetzer aus dem Hambacher Forst. Würde von dieser Sitzstreik-Szene aus dem derzeitigen Alltag an der Klopapiermangelfront im Supermarkt nun bei youtube oder dergleichen ein Video ins Netz gestellt, empfiehlt es sich, dieses Video dann musikalisch mit dem „Kack-Lied“ von den Bläck Fööss zu illustrieren, was die versorgungstechnischen Begleiterscheinungen der Corona-Krise gewisse origineller intonieren würde als die Bereicherung kölschen Liedguts um den eher einfallslosen propagandistischen Reim „Mer jon nit erus, mer blieve ze Hus“. Als Alternative zu einem möglichen Kanzlerkandidaten Armin Laschet bringen manche Zeitgenossen wiederum den Virologen Prof. Christian Drosten ins Spiel, dessen Kritiker aus der Szene der Verschwörungstheoretiker zwar der Ansicht sind, mit seinen täglichen Statements via „tagesschau“ und „heute“ würde er uns nur „einlullen“, dessen Fans sich jedoch darüber begeistern, er sähe immerhin „so ähnlich aus“ wie Robert Habeck von den Grünen, als ob allein das schon in den heutigen Zeiten ausreichend wäre für diejenigen Wähler, die Armin Laschet zu pastoral-gemütlich finden und die Robert Habeck nicht mögen, weil er u.a. zu große „Wissenslücken“ in Sachen „Pendlerpauschale“ habe, und hier muss man dem SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil einmal recht geben, der Habeck zu Recht vorwirft, er habe „viel Meinung, aber wenig Ahnung“. Bei Prof. Christian Drosten ist hingegen es eher umgekehrt.
Mit Herrn Bär durch die Corona-Krise: dass üble Geschäftemacher an Kölner Kiosken in diesen Tagen 9 oder 10 Euro für eine Rolle Klopapier verlangen und dies dreist mit angeblich „erhöhten Großhandelspreisen“ zu begründen versuchen, erinnert manch älteren Mitbürger an die Schwarzmarktzeiten anno 1947, und wer eine vulgärpsychologische Deutung bevorzugt, der lese einen „Spiegel“-Artikel aus dem Jahre 1970 nach, in dem es um die Schule der Freudschen Psychoanalyse geht, in der „als Symptome für Analfixierung erkannt wurden: die Liebe zu Geld und Sicherheit, der Drang nach umfassender Regelung aller Lebensvorgänge, die Ambivalenz von Sparsamkeit und Verschwendungssucht, die Autorititshörigkeit und das aggressive Aufbegehren gegen Autorität.“ Wirtschaftsgeschichtlich unzutreffend ist hingegen das Geschimpfe einer vornehm wirkenden Dame vorgestern in einem Supermarkt von Köln-Lindenthal, die leer gekauften Nudel- und Klopapierregale erinnerten sie daran, „wie es früher in der DDR war“, was insofern nicht stimmt, weil man ja früher in der DDR gegen Westgeld alles bekommen konnte, auch Klopapier, und – wie Herr Bär aus eigener Anschauung weiß – ebenso in der Jaruzelski-Ära in Polen in den 1980er Jahren in den damaligen „Pewex“-Devisen-Läden gegen US-Dollar, dort allerdings damals keinen russischen Kaviar, der nämlich für die russischen Offiziere vorbehalten war, die als Repräsentanten eines „sozialistischen Bruderlandes“ galten, vom polnischen Normalbürger hingegen auch 40 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Besatzungsmacht empfunden wurden. Die an der Supermarktkasse herummeckernde vornehme Dame riet Herrn Bär – aus dem behördlich vorgeschrieben Abstand von 1,50 m Entfernung – er möge sich in diesem Supermarkt noch rechtzeitig mit französischer Marmelade eindecken, denn die werde jetzt desgleichen allmählich knapp, weil die Lastwagen in einem 100 km langen Stau an der französischen Grenze festhingen. Sie verwechselte aber wohl die französische mit der polnischen Grenze, denn heute Nachmittag erzählte der marrokanische Fischhändler in Köln-Ehrenfeld seinem Stammkunden Herrn Bär freimütig, er führe immer noch zweimal in der Woche zum Einkauf nach Paris zum Großmarkt Rungis und hätte keine Probleme an der Grenze – frischer Fisch aus Frankreich werde wohl aber aus anderen Gründen in Köln bald knapp, weil ja in ganz Frankreich zur Zeit alle Restaurants geschlossen seien und deswegen die Fischhändler auf dem Großmarkt Rungis ihre Fische nicht mehr los werden, und aus diesem Grund die Fischer selbst dann auch nicht mehr so oft auf den Atlantik hinausführen wollten, was eine anschauliche Beschreibung der derzeitigen volkswirtschaftlichen Kettenreaktion ist, welche die einen in die Pleite treibt, die anderen hingegen zu „Kriegsgewinnlern“ werden lässt, weil sie einen Cousin haben, der einen kennt, der wiederum einen anderen kennt, dem nachts auf der Autobahn unabsichtlich eine Ladung Klopapier vom Lastwagen gefallen ist, die dann zu Schwarzmarkt-Wucherpreisen in der Kölner Südstadt am Kiosk angeboten wird. Wen es nun angesichts des zu befürchtenden Einbruchs in der Fischereiwirtschaft ein wenig nach Matrosen-Fernweh gelüstet, der höre sich auf „youtube“ von Freddy Quinn „Die Gitarre und das Meer“ oder auch „Seemann, wo ist deine Heimat?“ an, was dort in der Kommentarleiste ein gewisser „Ralf“ mit der Bemerkung garniert hat, damals, d.h. zu Freddy Quinns Zeiten, habe es noch „echte Seemannsbräute“ und keine „grünlackierten Genderbräute“ wie heute gegeben, aber das ist in diesen Tagen nicht ein Problem, das man unbedingt jetzt näher ausdiskutieren müsste.
Drachenkopf à la Karl-Josef Bär, Foto: Copyright Raap/Bär 2020
Drachenkopf à la Karl-Josef Bär Der Drachenkopf (in Frankreich heißt er „Rascasse“) bevorzugt sandige Böden und algenbedeckte Felsen im Mittelmeer und im Atlantik. Er ist ein Jagdfisch, der sich von kleinen Fischen und Krebsen ernährt. Im Fischhandel hat man die Rückenstacheln mit den Giftdrüsen natürlich vor dem Verkauf entfernt. Der Drachenkopf hat ein relativ weiches Fleisch und sollte am besten im Backofen gegart werden: man salzt und pfeffert ihn, beträufelt ihn mit Zitronensaft und Olivenöl, füllt das Innere mit frischen Tomaten, passierten Tomaten oder Tomatenmark, Oliven, Lauchzwiebeln, Rosmarin, Thymian und Knoblauch und schiebt ihn dann in einer Casserole für 30-40 Min. in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. Dazu passt am besten ein trockener italienischer oder sardinischer Weißwein.
Das
Seezungenfilet „Colbert“
ist nach dem französischen Staatsmann Jean-Baptiste Colbert, Marquis
de Seignelay (1619-1683) benannt. Die Seezunge wird filetiert, nach
dem klassischen Rezept gesalzen in Wiener Panade frittiert. Man
serviert sie mit Kräuterbutter oder Colbertbutter bzw. Sauce
Colbert: man lässt Butter aus, vermischt sie mit Bratensaft aus
Fleischextrakt oder fertiger Demi-Glace, schmeckt sie dann mit
gehackter Petersilie, Zitronensaft, Cayennepfeffer und Muskatnuss ab.
Man kann auch auf die Panade verzichten und die gesalzenen
Seezungenfilets vorsichtig pochieren, indem sie in eine gebutterte
Bratpfanne legt und in einem Weißweinsud garen lässt. Zum Anrichten
garniert man die Filets mit Forellenkaviar. Dazu passen ein Püree
aus Süßkartoffeln und ein Riesling aus dem Elsass.
Gyros wurde
wie das türkische Döner Kebap ursprünglich wohl erst dann populär,
als man im 19./20. Jh. aus Platzgründen einen vertikalen Drehspieß
einführte: gewürzte Lagen vom Schweinenacken werden auf den Spieß
gesteckt; die firshc gegarten Teile werden außen nach und nach
abgeschnitten. Die Würzung besteht aus Salz, Pfeffer, Knoblauch,
Oregano und Thymian, manchmal auch zusätzlich aus Kreuzkümmel und
anstelle von Oregano aus Majoran. Die arabische Variante mit Lamm-
oder Hammelfleisch heißt Schawarma.
Das Züricher Geschnetzelte besteht
aus Kalbfleisch mit Rahmsauce, es ist neueren Datums und wird in
Kochbüchern erst seit Ende der 1940er Jahre beschrieben. Es wird mit
Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt und zusammen mit gedünsteten
Champignons serviert.
Stubenküken mit Maronen „Aurillac“
Stubenküken von außen und innen salzen, pfeffern, von innen auch mit Paprikapulver bestreichen. Mit Maronen, Morcheln, Lauchzwiebeln, Knoblauch, Rosmarin und Thymian füllen, mit Knoblauchöl übergießen und in einer feuerfesten Glasschüssel im Backofen bei 200 Grad garen, je nach Größe 40 bis 60 Min. Nach der Hälfte der Garzeit wenden, Möhren, Sellerie, weitere Maronen, Morcheln, grüne Oliven und Gefügelfond hinzufügen.
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Witze, die man nicht
erklären muss: Was
ist der Unterschied zwischen katholisch und evangelisch? Bei den
Evangelischen dürfen die Kinder mit im Pfarrhaus wohnen.
Bär polyglott – Unterwegs mit Herrn Bär Was gibt es Neues aus Linz am Rhein zu berichten? Nun, wer des globalisierten Hipster Foods in den Szene-Metropolen überdrüssig ist und stattdessen nostalgische Bedürfnisse in Sachen Kulinarik entwickelt, der begebe sich in Linz am Rhein ins Café am Markt, wo man erfreulicherweise noch einen Toast Hawaii kredenzt bekommt, und dies sogar nach dem Originalrezept von Clemens Willmenrod, der aber kein Koch war, sondern ein Schauspieler, der in den 1950er Jahren als Fernsehkoch auftrat und eben jenen Toast Hawaii 1955 in die internationale Gastronomie einführte: im „Café am Markt“ bekommt man ihn authentisch mit zwei Scheiben Toast, mit einer Scheibe Ananas, Kochschinken und Käse überbacken und mit einer Cocktailkirsche garniert. Außerdem kann man sich hier an einer Eissplittertorte laben, die woanders auch längst aus der Mode gekommen ist; nur ältere Damen, die im Kaffeehaus den Hut aufbehalten, wie des früher üblich war, trifft man im Linzer Café am Markt nicht mehr an. Von einem Weingut im Nachbarort Hammerstein stammt der Müller-Thurgau, eine solide Traube, die allerdings zeitweise in Verruf geraten war, weil man sie hier am Rhein in den 1980er Jahren vorzugsweise holländischen Campingurlaubern kredenzte, die damals noch keine Weinkenner waren, und was die Holländer nicht tranken, wurde dann von der EU subventioniert als Industriealkohol vermarktet, doch in der heutigen Zeit, wo inzwischen fast jeder den Unterschied zwischen einem Chagall und einem Chablis kennt, müssen die Winzer sich schon etwas mehr anstrengen als vor 30 Jahren, so dass man in Linz am Rhein den Müller-Thurgau der aktuellen Jahrgänge durchaus als trinkbar einstufen kann.
Bildstrecke: Linz am Rhein, Fotos: Copyright Raap/Bär 2020
Linz am Rhein, Foto: Copyright Raap/Bär 2020
Linz am Rhein, Fotp: Copyright Raap/Bär 2020Linz am Rhein, Foto: Copyright Raap/Bär 2020
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Kölscher Wirsingtopf In Köln nennt man den Wirsing „Schavu“ (von frz. Choux), während „Kappes“ für Weißkohl steht. Das klassische kölsche Rezept sieht ausgelassenen Speck vor, dem man dann Zwiebeln und Schweineschmalz hinzufügt und nach kurzem Andünsten um den Wirsing ergänzt, und den man dann in Gemüsebrühe weich köcheln lässt. Weil alle Kohlsorten blähen, fügt man außer Salz und Pfeffer auch beim Wirsing noch etwas Kümmel hinzu, aber weniger als bei Weißkohl. Typisch für die kölsch-rheinische Küche sind Rezepte mit Gemüse und Kartoffeln untereinander, d.h. miteinander vermengt, wie beim Möhreneintopf, aber auch mit Wirsing. Dazu passen warme Frikadellen, Mettwurst oder Bratwurst.
Steinbutt à la Karl-Josef Bär Der
Plattfisch Steinbutt hat festes und weißes Fleisch und keine
Schuppen; er ist allerdings selbst in Großstädten im Fischhandel
nicht oft erhältlich. Ein ganzer Steinbutt wird mit der dunklen
Seite nach oben in eine mit Butter ausgestrichenes Backblech oder in
eine ofenfeste flache, breite Keramikform gelegt, von beiden Seiten
gesalzt und gepfeffert, oben auch mit etwas Butter bestrichen, mit
Zitronensaft beträufelt und dann in Fischfond gegart. Etwa 15 Min.
bevor der Fisch gar ist, schöpft man etwas von dem Fischfonds ab,
dünset Schalotten oder Zwiebeln in Butter an, rührt etwas Mehl
unter und gießt das Ganze dann mit dem Fischfonds auf, lässt diesen
Sud mit Schnittlauch, Dill, Petersilie, Basilikum, Nelken und einer
Prise Muskat ca. 5 bis 10 Min. köcheln, gibt zum Schluss
Cayennepfeffer und Sahne hinzu und übergießt den Fisch vor dem
Servieren mit der Hälfte der Sauce. Kalbsmedaillons
in Sauce „Anton Meis“:
Die Fleischstücke von beiden Seiten anbraten, salzen, pfeffern,
durchgaren lassen, mit Rotwein oder Weißwein ablöschen und dann mit
Fleischbrühe auffüllen, etwas Knoblauch und Thymian hinzugeben,
Sahne und Senf unterrühren.
Siglinde Kallnbach, Jürgen Raap „Frühlingsfest – 45. Geburtstag von Karl-Josef Bär“, Kunstraum Ba Cologne, Köln-Ehrenfeld, 22. März 2015, Foto: privat, Copyright Raap/Bär 2020
22. März 2020: 50. Geburtstag von Karl-Josef Bär
aus diesem Anlass: Kleiner Frühlingsempfang von 15 bis 17 Uhr im Kunstraum Ba Cologne Köln-Ehrenfeld, Neptunplatz 7, um 15.15 Uhr: Laudatio/Gratulation: Siglinde Kallnbach, anschließend: Jürgen Raap im Zwiegespräch mit Karl-Josef Bär zu weltbewegenden Themen der Zeit. Achtung: Herr Bär spricht nur kölsch.
Im Jahre 1985 stiftete das Dreigestirn des Kölner Karnevals dem örtlichen Zoo drei Grizzlybären. Einer von ihnen wurde nach dem Prinzen Karl-Josef I. benannt. Im Jahre 1988 brach Karl-Josef I. aus seinem Gehege aus. Er warf einen Baumstamm in den Wassergraben, der sein Gehege abtrennte, ruderte auf dem Baumstamm über den Graben und hangelte sich dann über das Geländer. Obwohl der Bär niemandem etwas zuleide tat, wurde er von herbeigerufenen Polizisten erschossen. Ein Spezialist mit einem Betäubungsgewehr war an jenem Tag in Urlaub gewesen.
Diese
Begebenheit war Anlass zu einer Performance-Reihe, den Bären mittels
Hypnose zum Leben wieder zu erwecken. Als Medium stellte sich hierfür
ein Plüschbär zur Verfügung. Die ersten Performances führten 1988-1993
der Künstler Jürgen Raap und die belgische Schauspielerin Dominique
Grosjean auf. Seit 1994 macht Jürgen Raap solo kabarettistische
Wortperformances und Vorträge (Lecture-Performances) mit der Kunstfigur
Karl-Josef Bär.
Performances und künstlerische Projekte
1978: „Eine Großstadtromanze“, – achtstündige U-Bahn und Straßenbahnfahrt über die Kölner Ringe 1978-1986: Schaukasten U-Bahnstation Appellhofplatz Köln, Aktionen und Installationen 1982: Künstlerische Stadtführung zum Projekt „Skulptur.Köln-Ehrenfeld“ 1983: „Canned Laughter“, Musikperformance mit P. Mönnig, W. Mundt u.a. Stollwerck Köln, Nov. 1983 1984: „Kölnisch Wasser“, Performance, Moltkerei-Werkstatt Köln, Juni 1984; „Quadral- freitags in Farbe“, Performance mit W. Mundt, Neuss Niedermeyer, Kunstwoche Bonn und Artothek Köln, „Pela patate“, Performance mit Video (Video: Axel Brand), „Café Spinxx“, Köln, November 1984 1985: „Turmbau zu Babel“, Aktion/Installation mit Th. Lohmann, K. Ebbers und K. Kampert, Moltkerei-Werkstatt Köln. März 1985, „Little Red Rooster“, Performance, Mauser-Kantine Köln-Ehrenfeld (Juni 1985) und „melk & money“, Köln-Kalk (Okt. 1985); „Brau in progress“, Performance mit W. Mundt, Teatr Maya/Poznan (Aug. 1985), Korzo-Theater Den Haag“ (Sept. 1985), Urania-Theater Köln (November 1985) 1986: „La Paloma“, Performance, Atelier Sömmering (Feb. 1986; „Rock and Roll Mops“, Performance mit D. Grosjean, Festival „5000“ Jazzhaus Stadtgarten Köln, Post-Nuklear Festival Wuppertal, Festival „Quirl“, Jagenbergfabrik Düsseldorf und Atelier Sömmering (Herbst 1986), „Checkpoint Eupen“, Performance mit Dominique Grosjean, Stollwerck Köln, Okt. 1986, „Mundverlesen“, Literaturperformances mit K. Feldkamp, Urania-Theater Köln-Ehrenfeld Nov. 1986, Dez. 1987 und zusammen mit Thomas Kling auch Nov. 1988 1987: „Das Frühstück des Diogenes“, Performance mit D. Grosjean, Moltkerei-Werkstatt Köln, Jan.1987, „Sitzung“, Performance mit D. Grosjean, Eiskellerfabrik, Hannover, April 1987, „Schlips“, Performance mit D. Grosjean, Diskothek „New York“, Kassel /„La fete permanente“zur documenta 8, Sept. 1987 und Galerie Nada, Köln-Ehrenfeld, Okt. 1987
1988: „Die Reinkarnation von Karl-Josef Bär“, Performance mit D. Grosjean, Teatr Maja/Poznan und Stodola/Warzawa, Sept./Okt. 1988, Galerie die Treppe, Düren, Karo-Galerie Berlin (Juni 1989), Kunstakademie Poznan (1992), Kunstakademie Nürnberg (1992), Messe ART NÜRNBERG (1993) 1994: Karl-Josef Bär – Werden und Wirken“, Performance Performance-Tage Oldenburg „Die Rose von Jericho“ (Sept. 1994), Lecture-Performances „Vom Schwips bis zum Vollrausch“ und „Die Entwicklung der Schweiz zur Seefahrernation“, Ultimate Akademie Köln, Okt. 1994 1995: „Hommage à Robert Filliou“, 1995, mit Thomas F. Fischer, Moltkerei-Werkstatt Köln, 17. Januar 199, Kölsche Büttenrede anläßlich „Performance à la carte“ von Ben Patterson, Urania-Theater Köln-Ehrenfeld, Februar 1995 (dito Beteiligung an der Wiederholung der Aktion auf einem Hotelschiff am Kölner Rheinufer, Sept. 1996), Vortrag „Künstlerische Interventionen im urbanen Raum“, Mobiles Büro f. Erdangelegenheiten, Leipzig „Karl-Josef Bär –Lob der Faulheit/Die Umwandlung der Bedeutung im leeren Werk“, Interform/Multiarte II, Freiburg 1996: Lesung „Karl-Josef Bär – Rheinisches Vulgärentertainment“, Kunstknoten Regensburg, Juni 1996, Vortrag zur Performance-Konferenz (B. Nieslony/ASA), Kunsthaus Rhenania Köln 1997: Kabarett-Performance „Karl-Josef Bär“ bei Michael Berger/Fluxus-Kirche Wiesbaden 1998: „Karl-Josef Bär – Transzendenz zur Faulheit“, Kabarett-Performance, Moltkerei-Werkstatt Köln, 19. März 1998, Führung durch Ehrenfelder U-Bahnhöfe, Bürgervereinigung Ehrenfeld, August 1998 2000: „Der Post-Berbuer’sche Apparat“, Performance/Installation/Konzept-Kunst mit Thomas F. Fischer, Musik: Wolfgang Jaegers, Moltkerei-Werkstatt Köln, 7. September 2000 „Akademie för uns Kölsche „Sproch“, Mediapark Köln, 22. September 2000 2003: Kneipenlesungen „BP St. Michael“ Köln, „Wicleff“ Köln-Ehrenfeld, „Schabulski’s“ Dormagen-Hackenbroich, diverse Lesungen/Kabarett-Performance mit Walter Stehlings „Meine Fresse Club“, Kolb-Halle Köln-Ehrenfeld u.a. Orte
„Karl-Josef Bär – Grazwurzel“, Kabarett-Performance (anstelle von Siglinde Kallnbach, die nach einem schweren Verkehrsunfall in der Berliner Charité liegt), Galerie Rachel Haferkamp, Köln (Sept. 2003) 2004: Rede zur Nubbel-Verbrennung am Karnevalsdienstag, Künstlerkneipe „gegenüber“, Köln-Ehrenfeld Performance „Karl-Josef Bär – Maria Laach oder Mariacron?“, Messroom Köln, Rede auf d. Demonstration der freien Kunstszene, Rudolfplatz Köln, 27.3. 2004, Moderation Benefiz-Versteigerung, Galerie 6811 Köln, Auftritte in Walter Stehlings „Meine Fresse Club“, Gaststätte „501“, Köln-Ehrenfeld und „Bel air“,(Heiner Moers), Köln-Braunsfeld, Performance „Karl-Josef Bär“, Kunstverein Gütersloh „Siglinde Kallnbach – Zwischen-Station“, Karl-Josef-Bär-Vortrag Antoniterkiche Köln, Vorlesung „Michael Dörner und Künstler-Bankette“, Universität Gent/Belgien, Conférence „20 Jahre Atelier Sömmering“, Köln 2005: Lesungen/Kabarett-Performances „Karl-Josef Bär – Warum ist es am Rhein so schön?“, Exit Art Köln (März), Kunst-Werk Köln-Mülheim (März u. Sept.) und Art Cologne Köln (Okt.) Künstlerzeitschrift „Der Stillstand“, mit Performance von Karl-Josef Bär und Ausstellung des Bildes „Mauenheim bei Nacht“ (2005), Kunstwerk Köln-Mülheim, Sept. 2005 2006: Kabarett-Performance und Ausstellungsbeteiligung „Karl-Josef Bär – Sich rühren in Düren“ (Schloss Burgau Düren) 2007: Karl-Josef Bär-Performance „Fasten à la carte“, zur Vernissage Mies/Nowotny, Gaststätte „Bei Oma Kleinmann“, Köln, und „Transzendenz zur Faulheit – Das wiedergewonnene Paradies“, Ev. Kirchentag Köln sowie „Artemiade“-Festival Köln-Zollstock und Soirée Siglinde Kallnbach „hc+bc handycap breastcancer“, KunstWerk Köln-Mülheim „Wie der untote Herr Bär seine Bilder erklärt“, artclub Köln 2008 Karl-Josef Bär, Performance zu: „50 Jahre Ingold Airlines“, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bon;n Karl-Josef Bär: „Der Fadenwurm“, Performance zur Ausstellung „eingefädelt“, Museum Zündorfer Wehrturm, Köln-PorzLesung „Jürgen Raap liest Jürgen Raap“, Humoresken und Dramolette, Kunstverein Kunst E’feld e.V. 2010 „Dä endlose Desch“, Karl-Josef Bär-Performance Galerie arteversum, Düsseldorf, 28.1. 2010 2011 zusammen mit Siglinde Kallnbach: Gründung der Performancegruppe „FehltWas?“ , seitdem div. FehltWas?-Kurz-Performances im öffentlichen Raum Projekt „Kriegserinnerungen“ mit einem unveröffentlichten Roman-Manuskript, damit Beteiligung an PAErsche Performances, Ebertplatz Köln und Künstlerforum Bonn, außerdem: Performance „Kasernenhofton“, Hochbunker Köln-Ehrenfeld und FehltWas?-Malperformance Hochbunker Köln-Ehrenfeld „Karl-Josef Bär: Vernissagenrede“: Lecture-Performance zur Vernissage von Matthias Beckmann, Städt. Galerie Herne 2012 Ansprache zum Neujahrsempfang Projektgruppe Hochbunker Köln-Ehrenfeld, Vortrag „Karl-Josef Bär –Transzendenz zur Faulheit“, Akademie der Muße/PAErsche Performances, Theater in der Orangerie, Volksgarten Köln; Ausstellung zusammen mit Siglinde Kallnbach: „a performancelife/Der halbe Severin“, Frauenmuseum Bonn; mit Malaktion als Teil der Performance der Gruppe „Fehltwas?“, Feb./März 2012, sowie Performances zu „Das grüne Haus“ Mai und August 2012, 2013: „Gertrudisfest, Performance/Malaktion mit Siglinde Kallnbach/“Fehltwas?“, Frauenmuseum Bonn, März und Okt. 2013; Karl-Josef Bär-Kabarett-Performance und Malaktion zur Performance der Gruppe „Fehltwas?“ zum Europapreis-Festival, Plastisches Theater Hobbit Würzburg, Mai 2013 2014: Leihgabe eines Gemäldes für „Der Eigelstein. Drunter und drüber – Schauplatz Kölner Geschichte“, Katalogtext und Lesung „Eigelstein Blues“, Kölnisches Stadtmuseum. 2015: Kabarett-Performance „Frühlingsfest – 45. Geburtstag von Karl-Josef Bär“, Kunstraum Ba Cologne, Köln-Ehrenfeld, sowie Auftritt von „FehltWas?“ in der Originalbesetzung Kallnbach/Raap und einer erweiterten Besetzung „Fehltwas?„-Performance zum 70. Geburtstag von Linde Rohr-Bongard, Restaurantboot „Alte Liebe“, Köln-Rodenkirchen
2018/19: Lecture Performance mit Robert Reschkowski („Rock my life“ und Karl-Josef Bär: Künstlerverein Malkasten Düsseldorf, Galerie Rheinlicht Remagen, Kunstverein KLIO Linz/Rhein
2020: Frühlingsempfang zum 50. Geburtstag von Karl-Josef Bär im Kunstraum Ba Cologne Köln-Ehrenfeld
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Bild des Monats Februar 2020: Jürgen Raap, „En unserem Veedel“, Schild für Karnevalsumzug, 2020
Bär aktuell Nr. 280 – 22. Feb. 2020
Veranstaltungshinweis:
Beachten
Sie bitte die Beteiligung von Siglinde Kallnbach und Jürgen Raap an
der Gruppenausstellung „Liebeskirmes“ in der Galerie DD 55,
Mevissenstr. 16, Köln (14. Feb. bis 8. März 2020).Es
machen außerdem mit: Brunhilde Bordeaux-Groult, Brigitta Briecasso,
Frank De Lentdecker, Robert Elfgen, Paula Ellert, Petra Ellert,
Pascal Fendrich, Sebastian Fritzsch, Winni Gahlen, Nora Hansen,
Robert Hartmann, Volker Hildebrandt, Sonja Lang, Stefanie Manhillen,
Ankica Marjanovic, Linda Nadji, Andreas Nann, Martin Plüddemann,
Horst Tress, Hella von Sinnen, Thomas Virnich, Not Yet, Ulrike Zilly,
Marco Zumbé
Politisch
korrekter Veganer-Witz aus dem Kölner Karneval zum Mitdenken:
Tünnes: „Hür ens, Schäl, ich lebe jetzt wat
jesünder un och jet klimabewusster. Ich han neulich sogar mit
veganer Sauce vum Maggi jekocht.“
Schäl: „Och, jo? Wat häste dann jekocht?“
Tünnes: „Rinderhackbraten met veganer Pilzsauce vum Maggi.“
Witze aus dem Kölner
Karneval
„Nä,
heute darf man ja janix mehr sagen. Nicht mehr Zigeunerschnitzel
nicht mehr Negerkuss. Ist eigentlich ‚Führerschein‘ noch erlaubt?“
(Willibert Pauels, „Ne bergische Jung“)
„Warum
ist der Papst gegen das Priesteramt für Frauen? – Die können das
Beichtgeheimnis nicht für sich behalten!“ (Jupp
Menth, „Ne kölsche Schutzmann“)
„… und Boris Johnson singt: Keinmal am Rhein…“ (André Vogel, „Ne Rheinschiffer“, Wohnzimmersitzung)
„Hat einer Mettbrötchen gegessen. Das sieht man seinem Gebiss an. Ich sage: Ihre Zähne erinnern mich an Duisburg und Gelsenkirchen. Fragt der: wieso? Sag ich, dazwischen liegt Essen“. (Guido Cantz)
Greta Thunberg will sich jetzt ihren Namen und auch das Label „Fridays for Future“ als Marke schützen lassen. Solch eine unverhohlene kommerzielle Ausschlachtung des „Geschäftsmodells Greta“ durch die Familie Thunberg und damit eine Herabwürdigung ihrer allfreitäglichen Mit-Demonstranten als naive „nützliche Idioten“, denen man mit Fan-Artikeln das Taschengeld abluchsen kann, hat „bär aktuell“ ja schon vor Wochen prophezeit und nunmehr damit recht behalten. Zur Wachsfigur in einem Panoptikum ausgerechnet auf St. Paulis Reeperbahn hat Greta Thunberg es inzwischen auch schon gebracht, und so gemahnt manches an diesem Greta-Hype doch schon sehr arg an einen Personenkult nordkoreanischen Ausmaßes. Was kommt nun als nächstes an Devotionalien: Schneekugeln mit Greta-Figur, Greta als Wackelbild mit Augen auf, Augen zu, Bierhumpen mit dem Aufdruck „In Greta veritas“ und Badematten (aus Naturfasern!) mit aufgedrucktem Greta-Porträt und gelben Quietsch-Entchen als Dreingabe? Wann tauchen auf muskelbepackten Oberarmen die ersten von Vater Thunberg lizensierten Greta-Tattoos auf? (Huhu, Vater Thunberg! Für diese Merchandising-Ideen bitte 10 Prozent vom Umsatz als Provision auf das Konto von Herrn Bär überweisen!)
Schnöde Bigotterie und
skrupellose Geldgier ist aber auch woanders im Spiel.
Dass Sigmar Gabriel nun im Aufsichtsrat ausgerechnet der Deutschen
Bank sitzt, lässt manch einen nullzinsgebeutelten Kleinsparer
ausrufen: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ Gilt doch
gerade die Deutsche Bank als einer der Inbegriffe des hartherzigen
und unanständigen Finanzkapitalismus. Über die rüden
Gepflogenheiten und das Arbeitsklima für Praktikanten im
Geldscheffelgewerbe wusste unlängst eine ehemalige Praktikantin der
Deutschen Bank zu berichten: „Wenn Sie 15 Stunden pro Tag arbeiten
und drei Mahlzeiten im Büro einnehmen, dann muss man einfach eine
Zahnbürste dabei haben… Niemand wird jemandem ein Übernahmeangebot
unterbreiten, der Mundgeruch und gelbe Zähne hat.“ So ist also dem
Aufsichtsratspraktikanten Sigmar Gabriel anzuraten, sich vor der
nächsten Sitzung erst einmal im Drogeriemarkt mit Zahnpasta
einzudecken und beim Bürofrühstück auf Eigelb zu verzichten, weil
das gelbe Zähne gibt und man Gefahr läuft, sich damit die bislang
noch weiße Weste (sic!) zu bekleckern. Dem
Kabarettisten Özgür Cebe verdanken wir den Hinweis, Gerhard
Schröder habe seinem politischen Ziehsohn Sigmar Gabriel doch schon
längst vorgemacht, wie man sich als Ex-Politiker die Taschen
vollmacht: erst eine Karriere „in der SPD, dann gute Kontakte zur
Russenmafia“. Da es jedoch schon 2019 bei der Deutschen Bank eine
staatsanwaltliche Durchsuchung gegeben hat, ob die Bank womöglich in
einen Geldwäscheskandal verwickelt sein könnte, hält Herr Bär es
nicht für zu abwegig, dass die Russenmafia ihr Schwarzgeld demnächst
vorzugsweise bei der Deutschen Bank einzahlt und der
Aufsichtsratspraktikant Sigmar Gabriel dann unten im Tresor sitzt
und mit seiner Zahnpasta die Rubelmünzen blank wienert, bis nach
erfolgreicher Geldwäsche jedes Rubelstück blitzt und blinkt. Weil
die Zahnpasta aber dann aufgebraucht ist, kommt Gabriel abends mit
gelben Zähnen nach Hause.
Die
Stadt Dortmund gönnt sich eine Internetseite „Dortmund.de“ mit
dem Slogan „Dortmund überrascht“. Dort
hat das Dortmunder Standesamt die derzeit beliebtesten Vornamen
aufgelistet, und bei den Mädchennamen liegt hier überraschenderweise
„Mia“ auf Platz 1 vor „Emilia“, während „Greta“ es nur
auf Platz 17 geschafft hat. In Berliner Standesämtern wurden
unlängst gar als Vornamen für Neugeborene „Polykarp“,
„Tröster“, „Porsche-Cheyenne“ und „Asi“ ins Register
eingetragen. Das ist immerhin noch origineller als „Greta“. Bei
den Jungennamen sind mittlerweile allerdings „Kevin“ und „Adolf“
völlig aus der Mode gekommen, was Herrn Bär nicht weiter
überrascht, denn einer, der „Kevin“ heißt, wird von vielen
Zeitgenossen von vorneherein als naturdoof stigmatisiert, und bei
„Adolf“ würde der Standesbeamte wohl nachfragen, ob man bei der
Namensgebung für den Sprößling den Gesellenvater Adolph Kolping
als Vorbild im Sinne habe oder vielleicht gar einen anderen Adolf.
Wenn nun schon der Vater Kevin heißt und auf die Frage blauäugig
und bildungsfern erwidert: „Welcher andere Adolf?“, dann wird man
ihm im Dortmunder Standesamt gewiss zugestehen, seinen Sohn
„Kevin-Adolf“ nennen zu dürfen.
Kommt der Sohn Kevin-Adolf aus der Schule nach Hause mit einer Bronzemedaille um den Hals. Fragt Vater Kevin: „Na, habt ihr Sport gehabt? Hast Du eine Medaille gewonnen?“ Sohn Kevin-Adolf: „Nein, wir hatten Mathe. Wir haben Wettrechnen gemacht. Der Lehrer fragte uns: Wieviel ist 3 mal 7? Ich habe sofort laut 18 gerufen und damit den dritten Platz gemacht!“
Von
Karl Lagerfeld stammt das geflügelte Wort, wer im Jogging-Anzug
herumliefe, habe sein Leben nicht richtig im Griff. Nun
kann man manchen Zeitgenossen, die als Wutneurotiker die
Kommentarleisten von Internet-Blogs mit Unflätigkeiten zutexten,
durchaus attestieren, sie trügen eine intellektuelle Jogginghose.
Manchmal treten im TV aber auch Satirikerdarsteller wie Jan
Böhmernann auf, der so ähnlich gekleidet ist wie Heiko Maas und in
dieser Gewandung wirkt die das „Männchen vom Mond“. Dass es
nämlich im Auswärtigen Amt keinen Stilberater gibt, merkt man immer
wieder an der missglückten Kostümierung des Außenministers Heiko
Maas. Der machte nämlich kürzlich beim Außenministertreffen in
Paris wieder mal eine schlechte Figur. Er trug zu einem zu kurz
geratenen Jackett zwar keine Hochwasser-Jogginghose, doch Herr Bär
gewann dennoch den Eindruck, Heiko Maas müsse zur Strafe immer die
Sachen von seinem kleinen Bruder auftragen, oder er hätte vielleicht
sogar in „Rudis Resterampe“ fünf Minuten vor Ladenschluss noch
das allerletzte Jackett erwischt. So seien an dieser Stelle die
Feministinnen darauf hingewiesen, dass eben nicht nur bei
Politikerinnen sehr stark auf das Äussere geachtet wird, wie bei
Saskia Esken, der der Kolumnist Jan Fleischhauer neulich
bescheinigte, sie sähe immer so aus wie eine „sadistische
Gemeinschaftskundelehrerin“, sondern zumindest in „bär aktuell“
kriegen auch männliche Politikerdarsteller ihr Fett weg: Den
Freunden des gepflegten Kalauers sei daher bekundet, dass es bei
Heiko Maas bislang mithin nur zu einem unvorteilhaft zu knapp
sitzenden „Maas-Anzug“, aber noch längst nicht zu einem wirklich
schicken Maß-Anzug gereicht hat. Vielleicht darf unser Bundes-Heiko
demnächst wenigstens die alten ausgeleierten Blazer von Angela
Merkel auftragen; das wäre bei ihm schon mal ein modischer
Fortschritt. Und um abschließend das Bonmot von Jan Fleischhauer
aufzugreifen: Norbert Walter-Borjans stecken sie dann in eine
Ledermontur, in der er sich dann von der strengen und
gouvernantenhaften Saskia Eskens vertrimmen lässt.
Fotostrecke: „Fastelovend der leiseren Töne“ (Posthörnchensitzung) der KG „Unger uns“ von 1951, Karnevalistischer Empfang des Bezirksbürgermeisters Köln-Ehrenfeld („Prummesitzung“), „Sitzung des Festausschusses „Medizinersitzung Köln e.V.“, Pfarrsitzung St. Stephan („Krieler Dömche-Sitzung“).
„Fastelovend der leiseren Töne“, KG Unger uns von 1951 e.V., 2020, Foto: Copyright S. Kallnbach
Rote Funken bei der Medizinersitzung in der Kölner Flora 2020, Fotoi: Copyright J. Raap
Jürgen Raap (links) und Siglinde Kallnbach mit Ludwig Sebus auf der „Prummesitzung“ Köln-Ehrenfeld, Foto: privat
Siglinde Kallnbach mit Büttenredner Willibert Pauels, Foto: privat
Ehrenfelder Dienstagszug 2020 mit der Künstler-Fußgruppe “ a performacelife e.VB. und Karnevalisten der „Ihrefelder Chinese“, Foto: privat Weiberfastnacht 2020, Foto: Copyright S. Kallnbach
Essen
und Trinken mit Herrn Bär
Aal grün ist ein Traditionsgericht aus der norddeutschen und berlinischen Küche mit einer hellen Kräutersauce. Man bringt Wasser mit Fischfond, Zwiebeln, Salz, Pfefferkörnern, Petersilienwurzeln, Möhrenscheiben, Essig, Salbei und einem Lorbeerblatt zum kochen, lässt darin die Aalstücke bei niedriger Flamme weichkochen, gibt etwas später frischen Estragon, Dill und Petersilie hinzu. Für die Sauce verrührt man Butter und Mehl, lässt diese Masse kurz anschwitzen, füllt sie dann mit dem Kochsud auf und rührt zu Schluss noch etwas Sahne ein.
Marinierter Lachs
„Nievenheimer Rheinaue“
Frisches Lachsfilet oder Lachskotellets salzen und pfeffern, mit
Limettensaft beträufeln und einer Melange aus Sahnemerettich, ein
paar Spritzern Wok-Sauce und Teriyaki-Sauce bestreichen, mit
Lauchzwiebeln, gelbem Paprika, Selleriestücken, ein paar
Gurkenscheiben, frischem Dill und frischem Paprika bedecken und zum
Schluss Limettenscheiben obenauf legen, mit Zitronenolivenöl
übergießen und ein paar Stunden marinieren lassen, dann etwas
Fischsud in die Casserole oder Jenaer-Glasschüssel geben und im
Backofen garen.
Kaktusfeigen enthalten Kalium, Magnesium, Kalzium, Vitamin E, B-Vitamine und Vitamin C; sie wurden in der aztekischen Kultur auch als Heilmittel verwendet. Aus Mexiko oder Israel stammend sind in unseren Supermärkten ganzjährig erhältlich. Man muss die stachelige Schale abziehen und das Fruchtfleisch dann klein schneiden – es eignet sich als Zutat für Geflügel- oder Wildgerichte, z.B. gefüllte Rebhühner à la Karl-Josef Bär, die man salzt, pfeffert, innen mit etwas gelbem Cury bestreicht, dann mit Zwiebeln, rotem Gemüsepaprika, Kaktusfeigenfleisch und getrockneten Datteln füllt, dazu frischer Koriander und etwa Zitronengras. Im Backofen ca. 30 bis 40 Min. garen. Dazu passt Reis am besten und ein kräftiger Bordeaux oder Crozes Hermitage von der Rhone.
Brunnenkresse wurde in der Antike als Heilpflanze geschätzt, denn auf aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehalts galt sie als Anti-Skorbut-Mittel und blutreinigend. Sie enthält auch Jod und Eisen. Ihre Blätter sind größer als bei der Gartenkresse, die ganzjährig in Supermärkten erhältlich ist. Suppen, Eiergerichte (Rührei, Omeletts), Spinat und Kartoffelgerichte gewinnen durch die Beigabe von Brunnenkresse an Aroma, allerdings sollte man nicht mehr als 20 Gramm pro Tag verzehren, da sonst die Nieren zu stark gereizt werden. Herr Bär richtet einen Brunnenkressesalat mit Erdnüssen, Wachteleiern, Olivenöl, Balsamicoessig, etwas Senf und Tomatenstückchen an, dazu Salz, Pfeffer und etwas frischen Dill.
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Bild des Monats Januar 2020: Jürgen Raap, „Die gepanzerte Gattin“, Acryl und Öl auf Leinwand, 2019
Bär aktuell Nr. 278/279 – 22. Januar 2020
„E
glöcksillich Neujohr“ –
das wünscht man sich in Köln zum Jahreswechsel, und bei Herrn Bär
verbinden sich diese guten Wünsche mit der Hoffnung, dass im neuen
Jahrzehnt die Hysterisierung und Infantilisierung unserer
Gesellschaft nicht noch mehr überhand nehmen möge. So sei zum
Jahresbeginn der oftmals allzu unbedachten und zumal auch noch allzu
ruppig formulierten Schwaadlappigkeit in den sozialen Medien und dort
speziell den Shitstorm-Neurotikern mal ein Bonmot des Philosophen
Ludwig Wittgenstein entgegen gehalten:
„Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen“.
Wenn man weiß, dass das Imperium Romanum nicht an seiner Dekadenz zugrunde gegangen ist, sondern an der Erfindung des Steigbügels bei den fränkischen Reiterheeren, die sich dadurch mit ihren schweren Rüstungen leichter aufs Pferd schwingen konnten und in eben dieser schweren Rüstung den Auxilaren in der römischen Kavallerie überlegen waren, der ahnt, dass eine mögliche Götterdämmerung Europas nicht von dem brachialen politischen Egoismus eines Boris Johnson abhängt oder von der Dekadenz eines überbezahlten Fußballspielers des FC Bayern München, der sich aus lauter Angeberei in einem Restaurant Blattgold aufs Steak streuen ließ, nicht ahnend, dass Blattgold nach nichts schmeckt. Daher muss man auch nicht unbedingt der „Futuristischen Fleischplastik“ das Wort reden, die der italienische Literat Filippo Tommaso Marinetti 1932 in seinem „Manifest der futuristischen Küche“ propagierte: Diese „Fleischplastik“ folgt einem Rezept des „Luftdichters“ Fillia. Sie besteht aus einem großen, zylindrischen Stück Kalbsbraten, der mit elf verschiedenen Sorten gesottenem Gemüse gefüllt wird. Der Fleischzylinder ist beim Anrichten mit einer dicken Honigschicht bedeckt „und an der Basis von einem Wurstring getragen, der sich auf drei vergoldete Kugeln aus Hühnerfleisch stützt“, aber wie gesagt: Gold schmeckt nach nichts. Äusserst fragwürdig ist diese Futuristische Fleischplastik jedoch in anderer Hinsicht, weil nämlich der in jungen Jahren noch avantgardistisch gesonnene Futurist Marinetti später eine höchst bedenkliche Nähe zum Mussolini-Faschismus pflegte und seine Ernährungstheorie skrupellos in dessen Dienste stellte, als er den Italienern einzureden versuchte, Nudelgerichte würden zur Verweichlichung führen, was natürlich töricht ist wie so vieles, was von irgendwelchen Eiferern an Nahrungsaufnahme ideologisiert wird.
Aber der vegane Burger
stellt zu Blattgold auf dem Hüftsteak (nicht zu verwechseln mit
„Hüftgold“) keine ernährungsphysiologische und politisch
korrekte Alternative dar, weil
nämlich dessen Anreicherung mit chemisch-künstlichen Aromastoffen
diese Veggie-Burger durchaus in die Nähe jenes Junk Foods rückt,das Herrn
Bär an jene Hähnchenbratereien erinnert, wo man vor 40 Jahren die
Knochen vom Hähnchen getrost mitessen konnte, weil sie durch
Antibiotika und Wachstumshormone selbst für Gebissträger biegsam
und mürbe genug waren. Wenn also der WDR-Kinderchor glaubt,
Spottlieder über die Ernährungsgewohnheiten der heutigen
Gebissträger-Generation zum besten geben zu müssen, erweist sich
dies als nicht pointensicher dargeboten, wie so manches, was heute
als Satire gelten soll. Denn beim Bio-Hähnchen kann man inzwischen
die Knochen eben nicht mehr so mitessen so wie früher, und auch
sonst ist das Bio-Hähnchen ernährungsmedizinisch bestimmt gesünder
als ein Veggie-Burger aus dem lebensmittelchemischen Labor. Die
„Stiftung Warentest“ fand übrigens heraus, dass die
„Geflügel-Bratwurst“ eines bekannten Herstellers von einem
Schweinedarm umhüllt ist, und diese Wursthülle „sei spürbar zäh
und erfordere energisches Kauen“. Über die Probleme der
Gebissträger-Generation beim Zerkauen einer Geflügel-Bratwurst
könnte der WDR-Kinderchor ja auch mal ein Spottlied mit ironischem
Seitenhieb auf den Hersteller darbieten, ohne erneut die Pointe zu
versemmeln.
In kölschen Brauhäusern kann man sich übrigens auch mit einem „Halven Hahn“ vegetarisch ernähren (Röggelchen mit mittelaltem Holländer). Auswärtige Touristen, die solche Etablissements frequentieren, müssen sich allerdings an die traditionell flapsigen Sprüche vom Bedienungspersonal, hier „Köbes“ genannt, gewöhnen: Ein Düsseldorfer bestellte kürzlich in einem kölschen Brauhaus ein Alt-Bier. Der Köbes servierte ihm ungerührt ein Kölsch und sagte zu ihm: „Lass et ne halbe Stunde stehn, dann is et alt“. – Ein anderer Gast glaubte, er stelle sich pfiffiger an, wenn er nicht ein Alt, sondern nur ein „dunkles Bier“ verlange. Der Köbes: „Warte ein Minütchen, dann mache mer dat Licht aus, un do häs dunkles Bier“.
Bärs Adelskritik Prinz Harry, der Herzog von Sussex, erhielt bislang eine Apanage von 2 Mill. Euro jährlich aus dem Sovereign Grant der britischen Regierung. Dieses Geld fällt nun weg mit seinem Ausstieg aus dem royalen Repräsentationspflichtprogramm. Er strebe künftig eine „finanzielle Unabhängigkeit“ an, hatte der Prinz verkündet. Immerhin wird ihm ein Privatvermögen von 35 Mill. Euro nachgesagt. Ist das nicht finanzielle Unabhängigkeit genug? Damit könnte man doch eigentlich ganz gut leben – Kaiser Wilhelm II. hat es nach seiner Abdankung 1918 im niederländischen Exil ja auch vorgemacht. Zur Vorspeise gab es auf Schloss Doorn damals einen halben Hummer – „Wilhelm der Letzte“, wie ihn seine Gegner verspotteten, konnte sich das leisten, denn er verfügte dank der Generosität des preußischen Staates 1929 im Exil immer noch über ein Vermögen von 55 Mill. Reichsmark. Altbundeskanzler Gerhard Schröder, dem heute immer noch ein Büro in Berlin zusteht, bei dem allein die Bezahlung der Mitarbeiter den Steuerzahler jährlich 561.000 Euro kostet, erweckt allerdings den Eindruck, er käme mit seiner Pension als Ex-Ministerpräsident und Altbundeskanzler nicht zurecht, weshalb er sich auf seine alten Tage noch als Aufsichtsrat bei Rosneft verdingen musste. Für den Fall, dass auch sie mit ihrem Privatvermögen nicht auskämen, haben Harry und Gattin Meghan schon vorgesorgt und sich im Handelsregister die Markenrechte am Namen „Sussex Royal“ gesichert, um damit ein Merchandising mit Büchern, Kalendern und Kleidung zu betreiben, wie man „The Sun“ entnehmen kann. Ein schnöder Aufsichtsratsposten bei Rosneft bleibt Prinz Harry damit also erspart.
Bär polyglott – unterwegs mit Herrn Bär Zur CDU-Ikone hat es bei Annegret Kramp-Karrenbauer bislang noch nicht gereicht, allenfalls zu einem christdemokratischen Saarland-Maskottchen mit „Heinz Becker“-Image. Dass „AKK“ vor einem Jahr ein karnevalistischer Unisex-Toilettenwitz missglückte, wird ihr von ihren Gegnern auch heute noch unter die Nase gerieben, doch Herr Bär musste unlängst feststellen, dass in der tiefsten Provinz – allerdings nicht im Saarland, sondern etwas weiter östlich, wo der Dialekt aber noch so ähnlich klingt – die Unisextoilette in Landmetzgereien mit angeschlossenem Restaurant inzwischen gang und gäbe ist: nachdem Herr Bär einen Strammen Max mit Kochschinken in bester handwerklicher Metzgertradition verspeist und dazu ein süffiges Klosterbier getrunken hatte, steuerte er zielsicher die Herrentoilette an, die dort direkt neben der Damentoilette liegt, und er musste feststellen, das man auf der Herrentoilette Hygienebeutel zum Entsorgen von Damenbinden ausgelegt hatte. Auf der Herrentoilette! Nun ja, hier ist man ja inzwischen aber auch sehr tolerant, dachte sich Herr Bär, doch da auf der Herrentoilette der Seifenspender leer war, begab sich Herr Bär anschließend auf die Damentoilette nebenan, um sich dort die Hände zu waschen: der Seifenspender dort war voll, aber dafür gab es auf der Damentoilette keine Hygienebeutel für Damenbinden. So funktionieren also Unisex-Toiletten in ländlichen Gegenden, dachte sich Herr Bär und trollte sich in den Gastraum zurück.
Copyright Raap/Bär 2020
Bildstrecke: Gastbeitrag von Jürgen Raap in der Ausstellung von Siglinde Kallnbach im Naturmuseum Tann/Rhön 2019/2020. Foto: Copyright S. Kallnbach 2020. – Siglinde Kallnbach überreicht ein Exponat aus der Ausstellung dem Bürgermeister der Stadt Tann, Mario Dänner (Mitte), Foto: privat
Foto: privat, alle Rechte vorbehaltenFoto: Copyright S. Kallnbach Foto: Copyright S. Kallnbach
Essen und Trinken mit Herrn Bär
Peking Gulaschsuppe ist eine Hühnersuppe, bei der man Zwiebeln kurz in Hühnerfett oder Öl andünstet, dann Hühnerbrühe und Fleisch vom Suppenhuhn hinzufügt und köcheln lässt, dann kommen ein paar kleine Stückchen Chilischoten, Gemüsepaprika, Bambussprossen, Knoblauch, Sambal Oelek und Ananassaft hinzu, zum Schluss ein verquirltes Ei und Tomatenmark, frischer Koriander und frisches Zitronengras.
Dorade provencale
Die tunesische Küche ist weitgehend arabisch geprägt,
sie weist aus der Kolonialzeit aber auch französische und wegen der
geografischen Nähe ebenso italienische Einflüsse auf. Doraden
(Meerbrassen, Goldbrassen) sind Seefische aus dem Mittelmeer.
Artverwandt ist die Rotbarbe (Rotbrasse). Dorade(n)salzen und
pfeffern, mit provencal. Kräutern und Knobloch füllen, zusammen mit
Zwiebeln anbraten, Fischfonds hinzugeben, im Sud mit Tomaten und
rotem Paprika dünsten lassen.
Entenschenkel à la Perigord Im Südwesten Frankreichs zwischen Toulouse, Carcassonne und Castelnaudary sind deftige Wintergerichte mit Ente heimisch – der Bohneneintopf Cassoulet mit Entenfleisch, Confit de Canard mit Fleisch, das in Fett gekocht und dann eingelegt wird, oder faserige schmalzähnliche Rillettes als Brotaufstrich und die Entenstopfleber, die hier um 1860 populär wurde, unter Tierschützern aber heute verpönt ist. Bei frischen Entenschenkeln bevorzugt Herr Bär eine Rezeptvariante, bei der man die Schenkel in Enten- oder Gänseschmalz kurz anbrät, sie dann salzt und pfeffert, zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Sellerie, etwas Kümmel, frischem Thymian, einem Lorbeerblatt, einer Wacholderbeeere, Morcheln, einem Steinpilz und Oliven im Backofen ca. 45 bis 60 Min. in einem Gefügel- oder Entenfond weich schmoren lässt und die knusprigen Schenkel dann zusammen mit Kartoffel-Sellerie-Püree serviert. Dazu passt am besten ein vin de Cahors oder ein anderer kräftiger Rotwein aus der Region.
Thai-Hühnersuppe
Tom Kha Gai hat Hühnerfleisch und Hühnerbrühe als Basis,
angereichert mit Lauchzwiebeln, mit Kokosmilch, Galgantwurzel
(ersatzweise mit frischer Ingwerwurzel), Zitronengras, Limettensaft,
Chili oder Sambal Oelek, etwas gelber Currypaste, ein paar Spritzern
Fischsauce und frischem Koriander.
Curry nennt man in Indien und Ostasien eintopfartige Gerichte mit Fisch oder Fleisch. Das Currypulver wurde im 18./19. Jh. in Großbritannien erfunden, es ist nicht indischen Ursprungs. Hauptbestandteil des Currypulvers ist gelbes Kurkuma, außerdem Koriander, Kreuzkümmel, schwarzer Pfeffer, Paprikapulver, roter Cayennepfeffer, beim Madras-Curry auch Chili, Ingwer, Knoblauch, Muskat, Nelken, Senfsaat, Senfkörner und andere Gewürze, insgesamt sind es etwa ein Dutzend Zutaten. In Thailand verrührt man das Pulver im Mörser zu einer cremigen Paste, die es bei uns auch fertig in Asia-Supermärkten zu kaufen gibt. Am schärfsten ist die grüne Currypaste mit einem hohen Anteil an Chilischoten, milder ist die gelbe Currypaste mit viel Kurkuma, weniger Chili, dazu Zitronengras, Zimt, Nelken, Koriander, Galangawurzel, Knoblauch. Getrocknete Chilischoten verleihen der roten Currypaste die charakteristische Farbe; sie enthält auch grüne Pfefferkörner un liegt im Schärfegrad zwischen der gelben und der grünen Paste. In Südindien und auf Sri Lanka würzt man Gerichte auch mit Blättern vom Currybaum, aber diese Blätter haben nichts mit den beschriebenen Pulvern und Pasten zu tun.
Polnische ist eine grobe Mettwurst, d.h. eine kalt geräucherte Rohwurst im Naturdarm. Sie besteht aus Schweinefleisch und ist mit Knoblauch und Majoran gewürzt. Man kann sie kalt zur Brotzeit oder zum Frühstück oder in Spitzkohlgemüse mit Kartoffeln leicht mitdünsten : Spitzkohl in Butter andünsten, mit Salz, Pfeffer und etwas Kümmel würzen, etwas Gemüsebrühe hinzufügen und ebenso die vorgekochten Kartoffeln und die Würste hinzugeben, bei niedriger Flamme köcheln lassen bis letztere durchgebrüht sind. Die „Schlesische“ ist eine Brühwurst mit mittelgrobem Pfeffer, viel Knoblauch und viel Majoran, dafür aber weniger aber weniger Salz als bei anderen Sorten. Die „Oppelner Bockwurst“ im Schweinedarm ähnelt in ihrer Rezeptur dem Wiener Würstchen, ist aber etwas kräftiger gewürzt. „Krakauer“ ist eine Sammelbezeichnung – in Österreich versteht man darunter eine Wurst, die eher dem deutschen Bierschinken ähnelt. In Deutschland nennt man sie auch Polnische oder Kochpolnische – das ist eine Brühwurst aus 50 Prozent Schweinefleisch und Schweinebauch sowie 50 Prozent Rinderbrät, gewürzt mit Pökelsalz, Pfeffer, Würzpaprika, Muskat und Knoblauch. Bei der Schinkenkrakauer beträgt der Schweinefleischanteil mit Speck rund zwei Drittel der Wurstmasse, ein Drittel ist Rinderbrät. Alle Krakauer-Varianten werden zuerst heiß oder kalt geräuchert und dann gebrüht.
Impressum: V.i.S.P. Jürgen Raap, Senefelderstr. 5, 50825 Köln
Deppen-Ranking
Im
Jahres-Ranking der peinlichsten Fehlleistungen führt diesmal der
Verkehrsminister Andreas
Scheuer mit
Platz 1 die Tabelle an, weil er die Einführung einer Maut-Gebühr
juristisch krachend an die Wand gefahren hat. Blöd daran ist vor
allem, dass Politiker nicht persönlich haften müssen, wenn sie
durch ihre irrlichternde Verblendung und Unbelehrbarkeit, und vor
allem jedoch durch dämliche parteitaktische Tricksereien der
Allgemeinheit, vulgo: den Steuerzahlern, zu denen auch Herr Bär
gehört, einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe bescheren.
Und
da dieser Andy Scheuer zudem auch noch den unfallträchtigen
Tretroller-Unfug zu verantworten hat, liegt er sogar noch mit sehr
großem Vorsprung vor Donald
Trump,
der Platz 2 einnimmt wegen seiner geografischen Unkenntnis: er wolle
eine Mauer zwischen Colorado und Mexiko errichten, hatte Trump
getönt, ohne zu wissen, dass Mexiko gar keine gemeinsame Grenze mit
Colorado hat.
Noch peinlicher: eine Twitterbotschaft garnierte Trump
mit einer Fotomontage, bei der er sein Gesicht ausgerechnet mit dem
Bodybuilding-Oberkörper von Sylvester Stallone kombinierte, was im
Falle Trumps aber einfach nur lächerlich aussieht. Über Mutti
Merkel kann man ja lästern, wie man will, sie verharre mit ihrer
„Weiter so“-Politik wie in einem Müttergenesungswerk, aber zu
ihrer Ehrenrettung muss Herr Bär doch sagen: sie käme gewiss
niemals auf die alberne Idee, in der Manier des Trump’schen Tweets
unseriöserweise ein Foto von ihrem Gesicht mit einem Abbild des
Oberkörpers von Dolly Buster zusammen zu collagieren.
Tumbe Machos als Politiker gibt es auch sonst reichlich auf dieser Welt: wenn sich einer benimmt wie die sprichwörtliche Axt im Walde (Achtung: Kalauer!), dann ja wohl vor allem der brasilianische „Regenwald-Trump“ (BILD-Zeitung) namens Jair Bolsonaro (Platz 3). Dass im Unterschied zu Donald Trump und Boris Johnson zumindest die Frisur von Bolsonaro noch halbwegs akzeptabel ist, mindert allerdings nicht den schlechten Eindruck, den er als hinterwäldlerischer Holzfäller und mit unziemlichen Bemerkungen über die Gattin des französischen Staatspräsidenten in der Weltöffentlichkeit hinterlässt.
Die „BILD“-Zeitung
meldete schon mal aus Jux einen Hund als SPD-Mitglied an, und dann
kandidierte zu allem Überfluss auch noch Jan
Böhmermann für den SPD-Vorsitz, dies
allerdings vergeblich, da er nämlich zum Zeitpunkt seiner Kandidatur
noch gar nicht SPD-Mitglied war und sich daher den hämischen
Kommentar gefallen lassen musste, er hätte es lieber wie der
„BILD“-Hund machen sollen: nämlich erst die Mitgliedschaft
beantragen, dann kandidieren und nicht umgekehrt (Platz 4).
Obwohl Jan Böhmermann
denselben Friseur haben könnte wie Jair Bolsonaro, wäre er Herrn
Bär als neuer SPD-Vorsitzender dennoch lieber gewesen als
ausgerechnet Saskia Esken,
die immer mit so verkniffenen Mundwinkeln vor die TV-Kameras tritt,
als ob das Leben immer nur zu Verbiesterungen und Verbitterungen
führen müsse, und die sich außerdem Witze gefallen lassen muss,
sie habe eine Frisur wie der Fußballtrainer Jogi
Löw, aber mit einer Bolsonaro-Frisur würde
sie wohl auch nicht mehr an Charme gewinnen, sondern höchstens dem
Kabarettisten Sebastian Pufpaff eine
Steilvorlage zu einer neuen Pointe geben: Pufpaff apostrophierte
nämlich in einem seiner TV-Auftritte Andrea
Nahles versehentlich als „Andreas Nahles“
und entschuldigte sich dann, sie sähe „dem Andreas“ aber
verdammt ähnlich, eine Verwechslung, die wohl nur frisurtechnisch zu
erklären ist.
Sebastian Pufpaff
behauptet übrigens, er hieße wirklich so, und er sei nur Komiker
geworden, um nicht immer wegen seines Nachnamens verspottet zu
werden: daher teilen sich in diesem Ranking alle krawallschachteligen
und verhärmt-entsagungsvoll auftretenden Politikerinnen mit
Jogi-Löw-Frisur Platz 5 mit allen Komikern, die darauf bestehen, ihr
reichlich bizarr klingender Nachname sei kein Pseudonym, und die sich
deswegen zu brachialen frauenfeindlichen Witzen über schlecht
frisierte Politikerinnen herausgefordert fühlen. Im Kölner
Domkapitel gibt es übrigens einen Ansgar Puff, der nicht Komiker
geworden ist, weil er unter seinem Nachnamen leidet, sondern
Weihbischof, und als solcher verkneift er sich mit großer
Souveränität Witze über Politikerinnen mit Bundestrainer-Frisur,
so dass Herr Pufpaff sich vielleicht an Weihbischof Puff mal ein
Beispiel nehmen sollte.
Dass eine spezielle
Zuckerlösung in der Naturkosmetik der Entfernung eines Damenbartes
dienlich ist, als kulinarisches Genussmittel jedoch dick macht und
deswegen als ungesund gilt, verschweigt uns die
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner
mit ihrer
Halbherzigkeit in Sachen „Nutri Score“-Kennzeichnung für
bedenkliche Lebensmittel, so fordert die „taz“ zu recht, sie
solle doch endlich aufhören, „mit der Zuckerindustrie zu kuscheln“
(Platz 6). Denjenigen,
die es gerne mit Gender-Mainstream
übertreiben,
sei nahegelegt, dass auch im Deppen-Ranking von „bär aktuell“
bei „Dummkopf“ nach Duden die korrekte maskuline Deklination nach
wie vor „Der Dummkopf“ lautet und nicht etwa „Die Dummköpfin“
oder gar „die Dummköpf*in“, und deswegen Platz 7 für alle, die
es nicht begreifen: Würde man behaupten, „In bär aktuell sind
diesmal 7 Dummköpfinnen aufgelistet“, so müsste im Sinne der
Duden-Normorthographie Herr Bär empört ausrufen: „Stimmt nicht!
Es sind auf den ersten sechs Plätzen nur jede Menge Dummköpfe und
Julia Klöckner.“ Beim Frauenbild von Sebastian Pufpaff geht
„Andreas Nahles“ allerdings womöglich als „divers“ durch.
Rösti
gehören wie Fondue und Raclette zu
den Schweizer Nationalgerichten: Mehlige Kartoffeln kocht man am
Vortag und schält sie dann, schneidet sie mit einer groben Raffel in
Stifte schneidet und salzt sie. Die Kartoffelstifte werden in einer
Pfanne in heißer Butter binnen ca. 20 Minuten auf einer Seite
goldbraun gebraten, dann umgedreht und fertig gebraten. Ursprünglich
war das ein Restegericht aus übrig gebliebenen Kartoffeln. Andere
Rezepte beschreiben rohe Kartoffeln, die man zerreibt und dann mit Ei
und Mehl vermischt.
Rosenkohl, in
Belgien Choux bruxellois genannt, enthält viel Vitamin A und C sowie
Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und
Glukosinolate. Man putzt die Röschen vor dem Kochen, entfernt die
Strünke und welke Blätter, kocht den Rosenkohl dann 12 bis 15 Min.
in Salwasser. Dann lässt man Speck und Zwiebeln aus, gibt den
Rosenkohl hinzu, schwenkt ihn leicht darin und würzt ihn mit
Pfeffer, Muskat und Petersilie. Weil Rosenkohl leicht bitter ist,
lässt er sich gut mit Walnüssen kombinieren.
Pommes sarladaises –
ein Gericht
aus dem südfranzösischen Périgord. Vorgekochte Kartoffeln werden
gewürfelt und wie Bratkartoffeln in Gänseschmalz angebraten, dann
lässt man sie zusammen mit Steinpilzen, Knoblauch und Petersilie bei
niedriger Flamme weiter schmoren.
Marinierter Lachs ‚a
la Karl-Josef BärLachs
in Olivenöl, Zitronensaft, ein paar Spritzern aisatischer
Fischsauce, Wasabi-Meerrettich, Sahnemeerrettich, etwas Senf, grünen
Pfefferkörnern, ein paar Spritzern Tabasco oder Chilisauce,
Ingwerscheiben, Beifuß, Knoblauch, Lauchzwiebeln und Dill
marinieren, und je nach Dicke der Lachsscheiben 25-35 Min. im
Backofen garen. Dazu lauwarmer Kartoffel-Apfel-Ingwersalat aus
gekochten geraspelten Kartoffelstreifen, dünnen Gurkenstücken,
geriebenem Apfel, geriebenem Ingwer, Dill, Salz, Pfeffer und Creme
fraiche, ergänzt um einen Knubbel kalten Salat mit frischer Kresse,
Gurken und Apfelstücken, angemacht mit Sylter Salatsauce.
Rösti
gehören wie Fondue und Raclette zu
den Schweizer Nationalgerichten: Mehlige Kartoffeln kocht man am
Vortag und schält sie dann, schneidet sie mit einer groben Raffel in
Stifte schneidet und salzt sie. Die Kartoffelstifte werden in einer
Pfanne in heißer Butter binnen ca. 20 Minuten auf einer Seite
goldbraun gebraten, dann umgedreht und fertig gebraten. Ursprünglich
war das ein Restegericht aus übrig gebliebenen Kartoffeln. Andere
Rezepte beschreiben rohe Kartoffeln, die man zerreibt und dann mit Ei
und Mehl vermischt.
Pommes sarladaises –
ein Gericht
aus dem südfranzösischen Périgord. Vorgekochte Kartoffeln werden
gewürfelt und wie Bratkartoffeln in Gänseschmalz angebraten, dann
lässt man sie zusammen mit Steinpilzen, Knoblauch und Petersilie bei
niedriger Flamme weiter schmoren.
Marinierter Lachs ‚a la Karl-Josef Bär Lachs in Olivenöl, Zitronensaft, ein paar Spritzern aisatischer Fischsauce, Wasabi-Meerrettich, Sahnemeerrettich, etwas Senf, grünen Pfefferkörnern, ein paar Spritzern Tabasco oder Chilisauce, Ingwerscheiben, Beifuß, Knoblauch, Lauchzwiebeln und Dill marinieren, und je nach Dicke der Lachsscheiben 25-35 Min. im backogen garen. Dazu lauwarmerr Kartoffel-Apfel-Ingwersalat aus gekochten geraspelten Kartoffelstreifen, dünnen Gurkenstücken, geriebenem Apfel, geriebenem Ingwer, Dill, Salz, Pfeffer und Creme fraiche, ergänzt um einen Knubbel kalten Salat mit frischer Kresse, Gurken und Apfelstücken, angemacht mit Sylter Salatsauce.